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HEFT Nr. 35 HAMBURG, 1. SEPTEMBER 1988 - 1,- DM - /
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| Printed in Germa
Großbritantien: sh 3/6
200 Lire « Spanien? ?tas 30,—
25 inkl. ons. G
- Italien:
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iz: sfr 1,20
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HAUS BERGMANN
tL8 9H
Guter Geschmack kommt nicht von ungefähr.
Schon gar nicht, wenn er über Jahre
immer wieder gleich gut ist — wie bei HB.
Dazu gehören Erfahrung, Sorgfalt und
beste Verbindungen zu allen Tabak-Märkten der Welt.
Und die hat Haus Bergmann.
VON HAUS © BERGMANN
Frohen Herzens
genießen -
HB ist mild
‘ und schmeckt
Da habe ich
überhaupt keine Sorgen...
[M / |
honhons zn
wird die nächsten Wahlen
Prominenten ' verlieren...
in den Mund geschoben
von Erhard Kortmann
x
... sonst
geht die SPD aber in
Opposition!
Pe.
Der Bundesgeschäftsführer der SPD und Entwicklungshilfe-Minister Hans-Jürgen Wischneski
im Gespräch mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Alberto Krieger
Es gibt viele gute Margarinemarken.
Aber Sie finden keine, die Ihren Kuchen
zarter und lockerer macht als Sanella.
locker der Teig. Und so gelingt Ihnen auch der Streuselkuchen,
wenn Sie mit Sanella backen. Einfach prächtig.
Wenn es ums Backen, Braten, Kochen geht, gibt es keine
bessere Margarine als Sanella — aus hochwertigen Ölen und Fetten.
stern 3782
An Chefredakteur Henri Nannen,
2 Hamburg 1, Pressehaus
Warum nicht zwei
Millimeter mehr?
STERN — Titelbild Nr. 32: »Rita
Scherrer — Ein neues Gesicht im
deutschen Film«
Immer wieder nackte oder
halbnakte Damen. Wie
wäre es denn, wenn mal ein
schöner unbekleideter Mann
auf den nächsten Titelseiten
erscheinen würde? Das wäre
bat
in au
Sind Frauen
wirklich
schlechtere
Autofahrer !
2200km
durch die DDR
Kann dan Prager Beine)
STERN-Titelbild Nr. 32
doch eine angenehme Ab-
wechslung und sicher im
Sinne vieler Leserinnen.
ERIKA GRUBER
Spiekeroog
Ein neues Gesicht im deut-
schen Film? Ein neuer Hin-
tern im deutschen Film!
CHRISTIANE MEIER
Grafikerin
Offenbach/Main
Nicht jeder Reim ist ein
Gedicht — nicht jeder Dings-
bums ein Gesicht!
MARIANNE GROSS
Wetzlar
Wenn meine Kenntnisse
nicht trügen, hätte Ihre Kauf-
anreißerin ohne Verstoß
gegen die Zensurbestimmun-
gen noch mindestens zwei
Millimeter in den Fotovor-
dergrund treten können, was
nach meiner Schätzung für
Sie zwanzigtausend mehr-
verkaufte Exemplare und für
das Modell einen Zweijahres-
Filmvertrag bedeutet hätte.
Wo bleiben Mut und Ge-
schäftssinn?
HANS KRAUSE
Assessor
Tübingen
Fräulein Scherrer hat für
einen Akt keinen ausrei-
chend schönen Körper — zum
Kleidertragen mag er vor-
bildlich sein.
HELMUT KRAMER
Dipl.-Ing.
Berlin 37
Ich würde vorschlagen,
auch einmal unsere Politiker
in dieser Aufmachung zu zei-
gen. Das wäre wie im Para-
dies! Aber wenn ich bitten
darf, ohne Feigenblatt!
CHRISTIANE HOYER
Ludwigsburg
Ungetrübte
Freude
STERN Nr. 32: „Der Traum vom
eigenen Strand“ — Bericht über
Swimming-pools
Bei uns scheut man nicht
den direkten Hinweis an
seine Pool-Gäste, das Was-
ser nicht zu verunreinigen.
Es gibt in den Geschäften
Schilder und sogar Hand-
tücher mit der Aufschrift zu
kaufen: „Bitte pinkeln Sie
nicht in unseren Swimming-
pool, wir schwimmen ja auch
nicht in Ihrer Toilette.“
RALPH HUTTON
Santa Barbara/Kalifornien
Abgeordnete
im Wunderland
STERN Nr. 32: Henri Nannen be-
richtete über seine Reiseeindrücke
in Griechenland sowie über sechs
CDU- und FDP-Abgeordnete, die
sich auf Kosten des Athener Regi-
mes hatten einladen lassen
Die schon bekannte Reise-
freudigkeit bestimmter Spit-
zenpolitiker unserer Demo-
kratie in Diktaturen wurde
in ihrem Bericht wieder
etwas aufgefrischt.
Allerdings ging es nicht in
östliche Diktaturen — etwa
zum Zweck der Verständi-
gung oder Information —,
sondern nach den „christ-
lichen“ wie Portugal und
Spanien jetzt in eine „mili-
tärische“. Ich nehme an, hier
kommt nur Positives zu-
tage, ging die Reise doch mit
Frau oder Sohn und um-
sonst.
Von Werbeagenturen auf-
gemachte Reiseprospekte
brauchen wir nicht!
FRIEDRICH LECHNER
Nürnberg-Kleinreuth
Nach dem Putsch habe ich
mich selber oft gefragt, war-
um gerade dieser mich so er-
schreckt und entsetzt hat.
Wir sind doch — leider —
Diktaturen „gewöhnt“, wel-
che auch immer, damals und
jetzt.
DR. ILSE MÜLLER
Berlin 41
Es gab mal eine Zeit, da
brachte der STERN Bilder
von den KZ-Inseln aus dem
Griechenland der Obristen
und beschwor den deutschen
Michel, fahre nicht dort hin.
WALTER LEHN
Döringheim/Main
Jeder, der dieses Land
kennt, entweder darin ge-
boren wurde oder es regel-
mäßig bereiste, erzählt von
dem positiven Umschwung,
der sich dort ereignet hatte,
nach den geradezu skanda-
lösen früheren Verhältnissen.
Madame „Sonntags nie“
verlor zwar ein paar Privi-
legien in Griechenland. Sie
weint ihnen nach, verständ-
lich.
Aber denkt sie einmal
darüber nach, daß auch ihr
Großpapa, immerhin Bürger-
meister der Hauptstadt,
ebenso wie ihr Papa*) es
doch mit in der Hand hatte,
der Verelendung seines Lan-
des zu steuern? Warum
taten sie es nicht?
EDELGARD V. BACZKO
Hamburg 39
*) bis 1967 Abgeordneter, zeitwei-
lig Innenminister Griechenlands. —
Red.
Lassen Sie mich Ihre Ein-
drücke ergänzen:
e DieMilitärregierung hat das
griechische Volk über Nacht
zum willigsten und glücklich-
sten Volk Europas gemacht.
Wie hätten sonst die Grie-
chen so schnell ihre schlech-
ten Gewohnheiten (wie z. B.
das Recht auf Kritik an der
Regierung und den Willen,
sich frei zubewegen) von sich
abschütteln können, wenn
sie nicht plötzlich eingesehen
hätten, daß sie früher
in einer parlamentarischen
„Hölle“ gelebt hatten?
e Züge, Post und Behörden
verkörpern die Pünktlichkeit
selbst. Die einzige Aus-
nahme: Die Sicherheits-
polizei. Sie kommt meistens
früher, als man sie erwartet.
Für Prospekte ungeeignet: KZ-Insel Jaros
Zur Entschuldigung über-
reicht sie jedoch kleine, zum
Teil recht ausgefallene An-
denken (Narben, Krüppel-
stöcke, Gebisse). Für manche
war das Geschenk so pas-
send, daß sie vor lauter
Freude einen Herzschlag er-
litten haben.
MICHAEL KAITATZIDIS
Dipl.-Ing.
Bremen-Aumund
Grüße an
Rudi Dutschke
STERN Nr. 31: „Rudi Dutschke
spielt Krocket” — Der SDS-Ideo-
loge macht Genesungsurlaub in
Italien.
Ich habe mich sehr gefreut,
durch den STERN zu erfah-
Bauherr als
Sparkommissar
STERN Nr, 29: Baujournal — »Mich
haben sie nicht reingelegt« — Ein
Bauherr senkte seine Kosten um
50 000 DM
Sollte der Bauherr dieses
Einfamilienhauses ein Nicht-
fachmann sein, so wird er
erstaunt sein, wenn er
irgendwelche auftretenden
Mängel innerhalb von zwei
Jahren einklagen will, oder
er wird feststellen, daß er
beim Hinzuziehen von ande-
ren Fachkräften zur Be-
hebung von Schäden die ein-
gesparten 50000 Mark be-
stimmt wieder zuwenden
muß.
ERNST KASTRUP
Architekt B.D.A.
Bielefeld
Jeder Notar ist doch als
Träger eines öffentlichen
Amtes verpflichtet, die in der
Kostenordnung vorgeschrie-
benen Gebühren zu erheben.
Wenn der Notar in dem ge-
schilderten Falle also Kosten
für die Hinterlegung des
Kaufpreises verlangte, so
handelte er pflichtgemäß in
Erfüllung der gesetzlichen
Bestimmungen, Wenn er da-
gegen später auf diese Ge-
bühren verzichtete, so be-
ren, daß es Rudi Dutschke
gut geht, und daß helfende
Hände für ihn da sind.
Ich bin der Meinung, daß
es auch in der älteren Gene-
ration, zu der ich gehöre,
Menschen gibt, die Rudi
Dutschke gut gesonnen sind,
unter anderem wegen seiner
Unerschrocenheit, mit der
er vieles so herausstellte,
wie es gerade auch hier in
Berlin notwendig war, und
die ihm, gleich mir, alles er-
denklich Gute wünschen.
Was würde diesmal aus
Deutschland werden, wenn
statt dessen die Korpsstu-
denten weiter vorankommen?
ELISABETH ROESE
Berlin 28
Studenten im Vollwichs
ging er eindeutig eine Pflicht-
widrigkeit.
Es sei am Rande noch dar-
auf hingewiesen, daß jeder
Notar der Dienstaufsicht des
zuständigen Landgerichts-
präsidenten unterliegt und
daß dieser die Dienst-
geschäfte eines Notars in
regelmäßigen Abständen —
insbesondere auch hinsicht-
lich seiner Gebührenberech-
nungen — überprüft.
KARL A. PICKERT
Rechtsanwalt und Notar
Berlin 44
Nur ein
Erinnerungsfoto
STERN Nr. 12: »Er kam im Knast
um seine Manneskraft«
In Ihrem Bericht über den
Häftling Albert Kaster, der
durch eine Namensverwechs-
lung im Gefängnis mit Medi-
kamenten entmannt wurde,
veröffentlichten Sie auch ein
Foto von Kaster und mir —
als Ehepaar. Ich war seiner-
zeit jedoch nicht mehr die
Ehefrau des Albert Kaster,
so daß sein Pech für mich
nicht — wie Sie schrieben —
„peinlich“ sein konnte.
ANNA NEUDERT
Ehestetten
Hauptstraße 32
AT 3/68
ebensmittelsaub
(mit Fettlöser) >.
„Meine Töpfe -und Pfannen können
sich sehen lassen. Alles blank und
so appetitlich frisch, wie es sich in
der Küche gehört."
Auf den Fettlöser kommt es an.
ATA mit Fettlöser macht gründlich
Schluß mit Fettresten und Krusten.
Töpfe, Pfannen, Brettchen - alles
wird ganzleicht appetitlichsauber-
lebensmittelsauber.
V Dose DM -,65
7 Große Dose DM 1,-
Siermpersonalien
Mathias Brandt, 6, jüngster Sohn des Bundesaußenministers, spazierte
Hand in Hand mit Sybille Ahlers, 6, Tochter von. Regierungssprecher
Conrad Ahlers, in den ersten Schultag. Sybille Ahlers auf die Frage
ihres Vaters, was sie in der Schule über seinen Beruf sagen werde:
„Ich sage, du bist beim ‚Spiegel‘.“ Ahlers: „Das stimmt doch nicht
mehr.“ Sybille: „Ich sag’ das einfach, das andere ist mir zu kompliziert.“
Klaus von Dohnanyi, 40, Staats-
sekretär im Bundeswirtschafts-
ministerium, bewundert Kon-
stitution und Ausdauer seines
57jährigen Chefs Professor Schil-
ler, dem er seit sechs Monaten
dient. Der sportliche SPD-Ade-
lige, Teilhaber des Marktfor-
schungsinstitutes „Infratest“ in
München: „Ich dachte immer:
Das schaffst du leicht, du bist
in Form. Aber wenn drei Tage
und drei Nächte durchgearbeitet
worden ist, dann muß ich mal
schlafen — der Minister nicht.“
Erstes Opfer des Arbeitstempos
im Wirtschaftsministerium wurde
Schillers zweiter Staatssekretär,
Dr. Johann Baptist Schöllhorn:
Er lag drei Wochen mit einem
Kreislaufkollaps danieder und
trat dann einen längeren Urlaub
an. Die Ursache von Schöllhorns
Ausfall wurde selbst im Ministe-
rium streng geheimgehalten. Die
offizielle Version hieß, der Staats-
sekretär habe eine fiebrige Hals-
entzündung.
Foto: Heinz Engels
PZ
Desmond McAnally, 42, Farmer
in Staplehurst (Süd-England) be-
schwerte sich bei der britischen
Post, weil man ihn ins Telefon-
buch falsch mit zwei Buchstaben
zuviel als McAnnalley eintragen
wollte. Er erhielt daraufhin von
der Post ein Entschuldigungs-
schreiben, das an Mr. MacAnelly
gerichtet war. Auf den erneuten
Beschwerdebrief des Farmers hin
versicherte die Post, alles sei ein
Versehen und der Name werde
nunmehr richtig eingetragen wer-
den. Der Brief war an Mr. Mc-
Anneley gerichtet.
Kai-Uwe von Hassel, 55, Ver-
triebenenminister, mußte beim
Abflug zu einer mehrwöchigen
Afrika-Reise 300 Mark für Ge-
päck-Übergewicht bezahlen. Sei-
ne Mitarbeiter hatten dem Foto-
amateur Hassel so viele Spezial-
kameras nebst Zubehör einge-
packt, daß die Waage 17 Kilo
Übersoll auswies.
Hermann Schmitt-Vockenhau-
sen, 45, SPD-Abgeordneter,
wurde von den Parlamentssteno-
grafen als schnellster Fünf-Mi-
nuten-Redner ermittelt. Schmitt-
Vockenhausen („HSV“) kommt
beim Fünf-Minuten-Dauerreden
im Bundestag auf 320 Silben pro
Minute und überrundet damit
die bisherigen Schnellsprecher
Franz Josef Strauß, Richard Jae-
ger und die verstorbenen Politi-
ker von Brentano und Seebohm.
„HSV“, der kürzlich den Steno-
grafentag in Karlsruhe besuchte,
meinte auf die Frage, was er
ausgerechnet bei den Stenogra-
fen zu suchen habe, schnell: „Ich
will mich eigentlich nur über-
zeugen, daß die Leute auch noch
so schnell schreiben können, wie
ich rede.“
2 Ne y ei
a
Jean Seberg, 29, US-Filmstar und in zweiter Ehe mit dem Pariser
Schriftsteller Romain Gary verheiratet, spielt in „Vögel sterben in Peru“
eine Nymphomanin. Das Farblichtspiel, in dem ihr Mann zum ersten-
mal Regie führt, soll nach Gerüchten aus Filmkreisen die Geschichte
seiner eigenen Ehe sein. Das Werk fiel so drastisch aus (Foto: Jean
Seberg mit einem der vielen männlichen Darsteller), daß Gary bis zur
letzten Instanz mit der Zensur um die Freigabe kämpfen mußte.
Johannes XXlIll., 1963 verstor-
bener Papst, wurde postum zum
Wunderheiler. Als eine Statue
des Heiligen Vaters in Wroclaw
(früher Breslau) enthüllt wurde,
schrie plötzlich ein Krüppel auf,
warf seine Krücken fort und
konnte wieder laufen. Die Statue
(Foto) war gegen den Widerstand
der katholischen Kirche Polens
von der kommunistischen Partei
aufgestellt worden. Das Argu-
ment der Kirche für ihren Pro-
test: Es gehe nicht an, daß die
KP katholischer sei als die Ka-
tholiken.
Kurt Georg Kiesinger, 64, Ur-
lauber am Bodensee, wurde in
Kreßbronn von dem Obstbauern
Georg Stoppel unmißverständ-
lich über die große Pflaumen-
schwemme in der Bundesrepu-
blik unterrichtet. Stoppel, 59,
überreichte Kiesinger einen Korb
mit Pflaumen und einen Zettel:
„Herr Bundeskanzler, wir haben
so viele Pflaumen in Deutsch-
land, wir brauchen keine frem-
den.“ Kiesinger, vom Obstbau-
ern über die Absatz- und Preis-
probleme auf dem Obstmarkt
belehrt, gab zu: „Das ist ein
Jammer“ und bat Stoppel, ihm
auf jeden Fall zu schreiben, wie
er die Pflaumen verkauft habe.
Stoppel später zu Verwandten
über Kiesinger: „Mit dem Ma
kann ma rede.“
Georg Leber, 47, Bundesver-
kehrsminister, inspizierte im
Ruhrgebiet Autobahn-Baustellen
und sprach mit Arbeitern. Einer
redete den Minister unentwegt
mit „Schorsch“ an. Leber nahm
es nicht krumm: „Ja, ich kenne
dich doch, du hast früher bei mir
pünktlich den Gewerkschaftsbei-
trag bezahlt!“ Der Minister, vor
seiner Berufung nach Bonn Vor-
sitzender der Gewerkschaft „IG
Bau-Steine-Erden“, wollte dann
wissen, „wie die Stimmung
auf'm Bau“ heute sei. „Ein Ka-
sten Bier wäre gut“, war das
einzige Echo. Leber griff nach
dem Portemonnaie und schüttete
das ganze Geld aus. Es reichte
für zwei Kästen Bier. Der Mi-
-nister mahnend: „Aber nicht be-
saufen...“
Foto: Blake Baker
Ein weicher Weinbrand
braucht keinen Anlaß.
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Kein Feiertag — keine Feier. Zeitunglesen ist Anlaß genug
für ein Gläschen Chantre. Denn Chantre ist mild
und bekömmlich — seine Blume voll und rund. Chantre — der
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ienn weich schmeckt imme
große weiche Weinbrand. Man fühlt sich wohl,
wenn man ihn trinkt. Deshalb bleiben Sie dabei
Jeden Tag ein Gläschen... oder zwei.
Fritz Wolf
Der Mensch lebt nicht so gern allein...
ROSESTOCK HOLD ERBLÜH-
WENN ICH MEIN MÄPEL SEH...
Trotz einer beängstigenden Überalterung
bestimmter Vereine...
HEIRATE DOCH DEINEN
SCHRIETFÜHRER,
DU NIETE }
Allabendlich opfern Millionen Männer
Freizeit und Familienleben ...
ICH NICHT MEHR DEIN
SEIT HEUTE ABEND Bin
"KLEINER KASSIERER!
... mit der Wahl eines neuen Vorstandes...
Ein LEBEN ZU ZWEIT
KANN DIR DOocH NICHT
EnIG GENÜGEN !
... trotz der Ignoranz
hoffnungsloser Einzelgänger ...
Von DEN GEWÖHNLICHEN
VEREIEN UNTERSCHEIDEN WIR
uns DADURCH, DASS WIR
EIN CLUB SIND!
... um sich je nach Einkommen
einem der 60000 Vereine anzuschließen.
ICH DARF DIESES JAHR
WIEDER DEN NIKOLAUS
... und der Vergabe der Ehrenämter.
DER DURBRIDGE vERGEH
UNSER VEREIN DER BESTEHT
seit 1873 !
... und trotz zeitweiliger Rückschläge blüht
das deutsche Vereinsleben wie eh und je!
ICH GLAUBE, DA
KOMMT DEIN
A. VORSITZENDER
Krönung des Vereinslebens
ist die Jahreshauptversammlung ...
All das Vereinsmeierei zu nennen
ist eine böswillige Verleumdung.
stern|s|
Limonen. Kennen Sie Limonen?
Die herbsten, kühlsten Früchte der Welt.
Die neue Fa ist voll von ihrem herben,
frischen Duft.
Das macht hellwach, belebt, geht unter
die Haut, ist erfrischend wie ein Bad
im Ozean.
tel:
dlie frische
ra
BELEBT UND PFLEGT
Na los, wenn der Ozean nicht zu Ihnen
kommt, dann holen Sie ihn doch - mit der
wilden Frische dieser neuen Fa.
Fa - durch und durch marmoriert.
stern
magazin
Heft 35 im 21. Jahr‘
27. Aug. bis2. Sept. 1968.
Heftumfang 148 Seiten
Auflage 1 917 385 (11/1968)
Der Überfall auf die CSSR
Henri Nannen: Dies ist nicht die
Stunde der Kalten Krieger 12
Einmarsch in Prag 14
Erich Kuby:
Sie malten Hakenkreuze an die Panzer 24
Amadeus: Deutscher Marschtritt drönnt
durch Prag 127
Politik und Reportagen
Ist der Herzchirurg Professor Barnard ein
Kasper der Medizin? 26
George F. Kennan, Amerikas berühmtester
Diplomat, veröffentlicht seine Memoiren 50
Ein schwedischer Flieger riskiert sein
Leben, um Lebensmittel und Medikamente
nach Biafra zu bringen 118
Der griechische Ministerpräsident
steht im Verdacht, ein Attentat auf sich
selbst bestellt zu haben | 123
Bonn zahlt 80 Millionen Mark für Obst und
Gemüse, das in den
EWG-Ländern auf den Müll wandert 124
Bericht aus Bonn 129
Wissenschaft
Professor Grzimek ärgert wilde Tiere 30
Die Frage an den Experten:
Soll man mit vollem Magen baden gehen? 90
Humor und Satire
Fritz Wolf: Der Mensch lebt nicht
so gern allein... 9
Das vierte Programm 58
Lexikon der Erotik 89
Menschen und Schicksale
Sportwagenfan verursachte einen Unfall,
durch den neun Menschen starben 126
SERIE: Eva Windmöller,
Die geschiedene Frau 106
Justiz und Kriminalität
Schade, daß der Herr ein Räuber ist 46
Erlaubt — verboten — strafbar 49
Gesellschaft, Film und Mode
Romy Schneider und ihr Ex-Verlobter
Alain Delon filmen gemeinsam in St.-Tropez 40
Gunter Sachs will sich von BB doch noch
nicht scheiden lassen wi 122
Motor und Sport
B. Busch: Ist der Ro 80 ein Säufer? 115
Die Skandalchronik des Berliner
Fußballvereins Hertha BSC 120
Ständige Rubriken
Sebastian Haffner: Der dritte Mann 116
Diese Woche 118
Horoskop 86
Die Frage an den Experten 90
STERN-Küche 92
STERNchen für kleine Leser 101
STERN-Rätsel 110
Impressum 85
Roman
Eric Malpass: Wenn süß »
das Mondlicht auf den Hügeln schläft 130
Journal
Alles über Versicherungen 61-84
EVA WINDMÖLLER
Erfahrungen
mit Frauen |
und Adenauer ("
Ich habe viele Menschen interviewt, auch bedeutende und schwierige, was meist das-
selbe ist. Konrad Adenauer zum Beispiel war sehr schwierig, weil er immer so malizi-
öse Gegenfragen stellte. Der Boxer Cassıus Clay hängte mich in Chicago auf unfeine
Weise ab, indem er einfach schneller lief als ich. Und der Sänger und Schallplatten-
millionär Charles Aznavour war der ekelhafteste von allen: Er sagte rundheraus,
Frauen über zwanzig hätten überhaupt keine Zukunft mehr. Und doch: Sie waren
zwar schwierig, die Prominenten, aber sie haben doch wenigstens etwas gesagt!
Daran mußte ich in den letzten Wochen denken, als ich auszog, geschiedene Frauen zu
E ara EEE EUR
Im Gespräch mit Cassius Clay — bevor er davonrannte
interviewen. Frauen klatschen gern,
sagt man. Nun, die Dutzende von
Frauen, die ich in bundesdeutschen
Dörfern und Städten über ihre Schei-
dung ausgefragt habe, taten es nicht.
Ich mußte reden wie ein Versiche-
rungsvertreter, bis endlich ein erstes
Gespräch zustande kam, das gewöhn-
lich nichts ergab außer der Verabre-
dung zu weiteren Gesprächen. Im
Durchschnitt waren es drei: eins im
Cafe, eins beim Essen, das längste zu
Hause. Viermal bin ich, ein Opfer der
Pflicht, zu einer ländlichen Friseuse
mit vielversprechendem Schicksal ge-
gangen und habe mich geduldig entstellen lassen; erzählt hat sie mir nichts. Jede Schei-
düng ist eine Niederlage, und Niederlagen gibt man nicht zu.
Daß am Ende dann doch eine Reihe von Frauen darüber gesprochen haben, zuweilen
mit verblüffender Direktheit, schrei-
be ich zwei Umständen zu: Erstens
gibt es erschreckend viele Menschen
unter uns, die niemanden haben,
mit dem sie reden können, und da
reden sie aus Verzweiflung sogar
mit einer Journalistin. Und zwei-
tens gibt es weibliche Wesen, die
aus eigener bitterer Erfahrung ihre
weniger erfahrenen Mitmenschen
vor Fehlern warnen wollen. Die
sind am interessantesten und haben
auch am meisten nachgedacht. Das
werden Sie sofort merken, wenn
Sie auf Seite 106 dieses STERN
»Die geschiedene Frau« aufblättern.
Die Sternreporterin interviewt Marie-Luise Kiesinger
1]
HENRI
ls uns in der Nacht zum letzten Mitt-
woch die Nachricht vom Einmarsch
der Sowjets in die Tschechoslowakei
aufschreckte, — als wir in den Morgen-
stunden telefonisch noch nach Prag
durchkamen und Freunde weckten, die
nicht wußten, daß die sowjetischen
Panzer schon vor ihren Häusern stan-
den, — als das Radio der DDR mit
zynischer Verlogenheit beteuerte, die
Truppen des Warschauer Paktes seien
„vom tschechoslowakischen Bruder-
volk zu Hilfe gerufen“ worden, — als
klar wurde, daß wieder einmal deut-
sche Soldaten dort einmarschierten,
deutsche Soldaten nach Lidice, nach
Theresienstadt — da kroch die kalte
Wut in mir hoch.
Ungarn, das hatte ich noch verstanden.
Da war eine Revolution gewesen, eine
blutige Abrechnung mit den kommu-
nistischen Machthabern. Was anders
hätte die Sowjetunion tun sollen, wenn
sie sich nicht selbst aufgeben wollte.
Da stand sie vor der Frage, ob sie sich
für ein paar Jahre die Verachtung der
Welt zuziehen oder ob sie den totalen
Zusammenbruch des kommunistischen
Systems riskieren mochte. Kann man
von Machthabern, gleich welcher Cou-
leur, ernsthaft erwarten, daß sie zum
politischen Selbstmord bereit sind?
Was Bismarck Realpolitik nannte, ist
dies: sich in die Lage des anderen ver-
setzen und überlegen, was man selbst
in dieser Lage tun würde. Die Ameri-
kaner in Vietnam haben nicht anders
gehandelt als die Russen in Ungarn,
und die Engländer in Biafra tun es
ohne Notwendigkeit. Wer würfe den
ersten Stein?
ber die Tschechoslowakei, das war
anders. Kein Dub£ek, kein Smrkovs-
ky wollte den Sozialismus zum Einsturz
bringen. Im Gegenteil. Vor wenigen Ta-
gen hatten wir im STERN eine Gruppe
von Chefredakteuren aus der CSSR zu
Gast. Von Aufweichung, von bürger-
lichem Revisionismus war da nichts zu
NANNEN
Dies ist nicht die Stunde
der Kalten Krieger
hieber Idemlun '
spüren. „Wir werden den Sozialismus
erst attraktiv machen“, sagte einer,
„denn wahrer Sozialismus ist ohne die
Freiheit des Menschen nicht denkbar.“
Und nun rasselten die sowjetischen
Panzer durch Prag. Das war nicht „die
Sorge um die sozialistischen Errungen-
schaften des Brudervolkes“, das war
nackter sowjetrussischer Nationalis-
mus. Nach China, Jugoslawien und Al-
banien, nach den außenpolitischen Ei-
genmächtigkeiten der Rumänen nun ein
humanistischer demokratischer Sozia-
lismus der Tschechen und Slowaken —
das hatte die russische Hegemonie in
Frage gestellt. Und nun reagierte Mos-
kau wie eine imperialistische Groß-
macht: jäh rutschte ihm die Maske der
internationalen Solidarität vom Ge-
sicht. Und die Speichellecker von Pan-
kow waren die ersten, die den bruta-
len Machtwillen der sowjetischen Zen-
trale zum „Kampf für die Sache des
Friedens“ umfälschten.
ie kalte Wut kroch in mir hoch. Wer
hätte anders reagiert. Und die Ver-
zweiflung, daß nun alle Entspannungs-
politik umsonst gewesen war. So hatte
die Politik der Härte am Ende doch
recht gehabt! Also kein Atomsperr-
vertrag mehr, Nixon gewählt, und was
uns anging: keine Verhandlungen mit
Pankow — wer könnte es unter diesen
Umständen noch ertragen, daß Bundes-
wirtschaftsminister Schiller mit dem
„Zonenminister“ Sölle spräche? Nein,
dies schien die Stunde der Kalten
Krieger zu sein.
Aber gemach! „Hütet euch davor zu
glauben, man könne Weltmächte zu-
rückwerfen, wenn man nur recht
schneidig auftrete.“ Der das sagte, war
der Realpolitiker Bismarck, und er
steht wohl nicht in dem Verdacht, ein
politischer Weichling gewesen zu sein.
Also kalten Kopf statt kalter Wut.
Was wäre denn geschehen, hätte der
Westen die Politik der Stärke konse-
quent betrieben und alle kommunisti-
schen Staaten wie einen monolithi-
schen Block behandelt, mit dem man
nicht spricht? Tito wäre in Moskaus
Arme getrieben worden. Ungarn wäre
nicht passiert — und Ungarn nach dem
niedergeschlagenen Aufstand ist im-
merhin nicht das Ungarn von vorher.
Ebenso wie die Tschechoslowakei von
morgen nicht die Tschechoslowakei
von. vorgestern sein wird. Rumänien
hätte keine eigene Außenpolitik. Und
Moskau hätte sich nicht decouvriert.
ohnt das weitere Entspannungsbe-
mühungen? Es lohnt sie allein des-
halb, weil uns andere Möglichkeiten gar
nicht zur Verfügung stehen. „Man ge-
winnt nie etwas damit, einen Gegner
bloß durch Worte zu reizen, wenn man
nicht mehr als Worte bei der Hand
hat.“ Auch dies ist ein Satz von Bis-
marck. Und es ist ein Satz der poli-
tischen Vernunft.
Wie leicht, wie populär, wie billig
wäre es jetzt, nur in den Chor der
Empörung einzustimmen. Und wel-
chen Dienst erwiese man Herrn Ul-
bricht damit. Denn keine Internatio-
nale ist so mächtig wie die Interna-
tionale der Kalten Krieger.
Machen wir uns deshalb nichts vor.
Deutschland ist gespalten, die DDR ist
eine Realität, die weder mit starken
Worten noch mit kalter Verachtung aus
der Welt zu schaffen ist. Es ist an uns,
keinen Zoll unserer demokratischen
Freiheit preiszugeben und dennoch mit
der anderen Seite geduldig im Ge-
spräch zu bleiben. Und wenn nichts
dabei herauskäme als dies: daß unsere
freiheitliche Demokratie stark genug
ist, die Konfrontation nicht zu scheuen.
Herzlichst Ihr
weltweit orientiert
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SIR international - Die Herrenserie von Format
Eau de Cologne 3.50-9.- » Rasierwasser after shave 2,40—6,25 * ELECT-Rasierwasser pre shave 3,25 —8,-
Rasierseife 1,75—3,75 « Rasiercreme 1,75 « Haar-Tonic 6,- « SIRfix-Frisiercreme 1,50 * Herrenseife 2,50
Prag, 21. August 1968: Auf dem Wen-
zelsplatz sind sowjetische Panzer
aufgefahren. Acht Monate nach dem
Beginn des »Prager Frühlings« er-
sticken die Invasionstruppen derWar-
schauer-Pakt-Staaten den Versuch
der Tschechoslowaken, einen frei-
heitlichen Sozialismus zu errichten —
so wie Moskau 1953 in der DDR und
1956 in Ungarn. Und zum zweitenmal
erleben die Tschechen deutsche Sol-
daten als Besatzer, diesmal an der
Seite sowjetischer »Waffenbrüder«
Sternreporter Erich Kuby
und Hilmar Pabel (Foto)
erlebten die Invasion
=
nmarsch\bain Prag
‚und wieder sind die =;
Deutschen dabeı een -
[>
Ohne Waffen
gegen
die Panzer
Die Menge hat einen rus-
sischen Panzereingekeilt,
mit Farbkübeln beworfen
und in Brand gesetzt.
Umgeben von stummen
feindseligen Gesichtern
versucht die Besatzung,
den Brand zu löschen
Foto: Hilmar Pabel
Als Hitlers
Soldaten kamen
In Karlsbad acht Tage
vor dem Überfall
Walter Ulbricht war unter den Gegnern des
Reform-Kommunisten Dubcek der unver-
söhnlichste. Dementsprechend kühl wurde
er begrüßt, als er am 12. August zu einem
Gespräch mit Dubcek in Karlsbad eintraf.
Er hatte die Stirn, vor den Fernsehkameras
zu behaupten, die Abschaffung der Presse-
zensur durch Dubcek beeindruckte ihn über-
haupt nicht — »denn in der DDR haben wir
keine Pressezensur, also konnten wir sie
auch nicht abschaffen«. Im übrigen sprach
das Kommunique des Karlsbader Treffens
von »brüderlichen Beziehungen«. Acht Tage
später fiel Ulbrichts Armee in Böhmen ein
15. März 1939: Hitlers Wehrmacht marschiert
in Prag ein. Mit Tränen ohnmächtiger Wut
in den Augen stehen die Tschechen am
Straßenrand. 30 Jahre später wiederholt
sich die Tragödie der Invasion, und wieder
sind deutsche Soldaten dabei
FOTOS: CZECHOSLOVAK NEWSAGENEY
Hand aufs Herz
und »brüderliche« Worte
für Dubcek —
dann ließ Ulbricht
marschieren
‚Geht nach Hause, Faschisten!«
Moskau erklärte der Welt, die sowjetischen Truppen seien einmar-
schiert, »um dem tschechoslowakischen Brudervolk dringend Hilfe zu
gewähren«. Aber es wurde kein jubelnder Einzug. Die Russen stießen
auf Enttäuschung, Erbitterung und Haß. Alte Frauen reckten den Inva-
sionstruppen Bilder von Dubtek und Svoboda entgegen, junge Män-
ner versuchten, russische Offiziere von der wahren Lage zu überzeu-
gen, andere mischten sich mit tschechischen Fahnen in die sowjeti-
schen Kolonnen. Und zum Schluß gellte den Russen überall der Ruf
»Geht nach Hause, Faschisten!« entgegen. Viele Sowjets glaubten,
sie zögen ins Manöver, andere antworteten den Tschechen: »Wir ret-
ten euch nur wie 1945 vor den Deutschen!«
Fotos: Hilmar Pabel
ER I En un ne
So endete
der
Prager Frühling
Die Straßen Prags sind
schwarz von Menschen, die
sowjetischen Panzer glei-
chen Inseln in einem toben-
er EI EN ET BER SERIEN:
voll von Schutt und Scher-
ben, naß von Löschwasser
und vom Blut der Toten und
Verwundeten. Gestern noch
war Prag eine Stadt der
Hoffnung, jetzt ist es ein
Ort der Verzweiflung
RN
Foto: Hilmar Pabe|
Sie malten
Hakenkreuze an
die Panzer
Augenzeugenbericht
2dstern
von
Erich Kuby
Junge Tschechen werden gegen die einrückenden Sowjetsoldaten handgreiflich. Auf
die schon brennenden Panzer werfen die Demonstranten Kisten und gefällte Bäume. Die
Russen halten sich zurück, aber an anderen Stellen schießen sie — zunächst ins Leere
Nacht über das Hotel hinwegdon-
nern, aber ich dachte mir nichts
dabei. Kurz vor sechs Uhr erreicht
mich ein Anruf, durch den ich die
Besetzung der Tschechoslowakei
erfahre. Eine Stunde später stehe
ich hinter den Fenstern des Früh-
stücksraums, und mit mir stehen
dort etwa dreißig Geologen aus
aller Herren Ländern, die zu einem
Kongreß nach Prag gekommen
sind. Wir blicken erstarrt auf die
Straße hinunter, auf der Panzer
hinter Panzer vorbeirollt. So brutal
und so eindeutig habe ich seit Ende
des Krieges keine Demonstration
nackter Macht erlebt.
Eine Viertelstunde später befinde
ich mich in der Nähe des Rund-
funkgebäudes, eines düsteren Baus,
an dem keinerlei Hinweise auf
seine Funktion zu erkennen sind.
F hörte die Flugzeuge in der
Prag ist inzwischen erwacht, und
an dieser Stelle rotten sich zum
erstenmal an diesem Tage größere
Mengen junger Menschen zusam-
men. Woher die Omnibusse und
Lastwagen und Tankwagen kom-
men, aus denen jetzt Panzersperren
gebildet werden, ist nicht zu erfah-
ren. Es dauert nur eine Viertelstunde,
bis diese Hauptzufahrtstraße zum
Wenzelsplatz — dem Zentrum der
Stadt — hermetisch abgeriegelt ist.
Ich beobachte einen Mann, der sich
ausschließlich damit beschäftigt, die
Reifenventile der für die Barrikade
verwendeten Fahrzeuge zu öffnen.
Immer mehr tschechoslowakische
Fahnen tauchen in den Händen jun-
ger Männer auf. Sie erklimmen die
Dächer der Fahrzeuge und warten
dort oben, Fahnen schwenkend, bis
die ersten Panzer vor ihnen halten.
Seit 1944, das heißt seit meiner Be-
kanntschaft mit einer siegreichen
amerikanischen Armee, habe ich nie-
mals wieder Soldaten in einer so
lässigen Haltung auf ihren Panzern
sitzen sehen wie diese Sowjetrussen
inmitten einer tobenden Volks-
menge.
Es sind nur wenige ältere Men-
schen auf der Straße. In ihren Ge-
sichtern steht helle Verzweiflung,
und nicht wenige Frauen weinen.
Eine alte Frau hält den Sowjets auf
den Panzern ein Bild Dubceks ent-
gegen und schreit immer wieder
seinen Namen.
Die Straße.aber gehört in diesem
Augenblick nicht den Sowjets in
ihrer ungeheuren Übermacht, son-
dern den jungen Menschen, die den
Soldaten mit Brüllen und Pfeifen
entgegentreten. Schließlich drückt
Weiter auf Seite 127
Foto: Hilmar Pabel
Tanken Sie einen.
Im Aral Super ist jetzt ein
Schuß Alkohol.
Der Grund, weshalb Sie bald
immer mehr fröhliche Autofahrer
sehen, heißt Alkohol. Nicht Alko-
hol im Blut. Sondern im Tank.
berlegen Sie mal ganz nüch-
tern, was Alkohol im Aral Super
für Ihren Motor tun kann.
Überall, wo Luft ist, ist Luft-
feuchtigkeit. Im Tank und im gan-
zen Kraftstoffsystem. Mit ihr
kommt Korrosion. Alkohol macht
Feuchtigkeit unschädlich. Schützt
deshalb vor Korrosion.
Der Motor lebt länger.
Von außen und innen dringt
ständig Schmutz in den Vergaser.
Alkohol reinigt. Er hält die feinen
Vergaserdüsen sauber und läßt sie
nicht verstopfen.
Der Motor läuft rund.
Bei naßkaltem Übergangs-
wetter kann es Störungen geben,
die der Fachmann Vergaserver-
eisung nennt.
"Alkohol verhindert das. Weil
er dafür sorgt, daß der Motor
nügend Kraftstoff.
halb wir unserem Aral Super
einen kräftigen Schuß Alkohol
(natürlich kann man ihn nicht trin-
ken) zufügen. Isopropylalkohol.
Wie kräftig? Das bleibt unser
Geheimnis. (Wir haben jedenfalls
ziemlich tief ins Reagenzglas ge-
RI4 ı 1119)
Und obwohl wir viel Zeit und
viel Geld investiert haben, brau-
chen Sie für das neue Aral Super
Sind das nicht Gründe ge-
im Leerlauf genügend Luft be- N nicht tiefer in die Tasche zu
kommt. Und bei Vollgas ge- II greifen.
Das sind die Gründe, wes-
nug, kräftig einen zu tanken?
Aral Super
Das Super mit Alkohol
Der Kavalier
Barnard verpflanzt Herzen. Barnard erobert Herzen von
Seine Kollegen werfen ihm vor, er sei ein
Kasper der Medizin. Professor Barnard war
am 29. Dezember 1967 auf Johnsons Ranch
in Texas, am 29. Januar beim Papst, am 30.
bei Gina Lollobrigida, am 31. bei Sophia
Loren,am 18. Februar bei Exkönig Umberto
in Lissabon. Er filmte am 12. Juni mit Tina
Sinatra in Heidelberg, war am 8. August bei
Gracıa Patricia in Monaco, dann in Sydney
und Bangkok. Trägt er sein Herz zur Schau?
Kapstadt
Die Gunst von Sophia Loren genoß Barnard in
Rom. Das Lächeln der Fürstin Gracia Patricia
wurde ihm auf einem Ball in Monte Carlo
zuteil. Rainier und Gracia von Monaco
brachten den Gast am Morgen nach Nizza
ahrt vorsichtig, Barnard wartet“, heißt es auf
einem Plakat, das ein Frankfurter VW-Fahrer
an das Heckfenster seines Autos geklebt hat.
Wenn man Barnard auf Fotos als Showmaster
der Chirurgie sieht, dann scheint kein Zweifel aufzu-
kommen, worauf er zwischen Papst, Präsidenten und
Partys wartet: auf schnucklige, kräftige Herzen von
Leuten, die gerade den letzten Seufzer getan haben.
Und diese Herzen nimmt er dann in die goldenen,
von Arthritis gezeichneten Hände und legt sie in die
leere Brust anderer Leute, die mit ihrem eigenen
Herzen nicht so recht zufrieden waren.
Fahrt vorsichtig. Barnard wartet.
Aber gerade diese Behauptung — daß er warte — wird
immer lauter bestritten. Wer wartet, muß Zeit haben,
doch Barnard hat keine Zeit. Sein Reiseprogramm
und sein Terminkalender drohen zu platzen.
Die Kommentare in den Zeitungen werden immer
böser, kälter, zynischer. „Herz zur Show“ heißt da
eine Überschrift. Drei Worte, drei Ohrfeigen mitten
in das Gesicht, das Frauen so sehr mögen. Und
plötzlich ist er der „tanzende Chirurg“ : mit flatterndem
a Zu
niit tee
Rom, zwischen 8 und 19 Uhr.
Barnard im Atelier des römischen
Couturiers Angelo Litrico.
Von hier eilte der Professor,
um herzkranke Kinder
zu untersuchen. Abends flog er
nach Monte Carlo
Ärztekittel, cha-cha-cha. Der Mann
wechselt nicht nur Herzen aus, er er-
obert sie auch. Pfui Teufel.
Das Unverzeihliche an Barnard ist,
daß er ein Mensch ist und sich auch so
verhält; darüber kommen offenbar nur
wenige hinweg. Da ist nun einer Pro-
fessor, Doktor, Ehrenbürger, bekennt
sich zum Eid des Hippokrates, hat ei-
nen atemberaubenden Schritt in den
medizinischen Weltraum gewagt, und
was tut er anschließend? Er küßt die
Lollo, zieht sich eine Pappnase übers
Gesicht und geniert sich nicht zu sa-
gen: Verdammt, wie gern hätte ich den
Nobelpreis...
Die Frage, die die „Welt“ stellt, ist
die deutscheste aller Fragen: Ist sol-
herlei Show und Publicity mit dem
Ethos des ärztlichen Berufsstandes zu
vereinbaren? — Wenn das Privatleben
eines Arztes zum Nachdenken anregt,
muß immer das Ethos her. Hängt das
mit unserem Wunderglauben zusam-
men? Das muß es sein. Die heimliche
Bewunderung für den Medizinmann,
der Zauberformeln und magische Be-
schwörung im Zeitalter des Kassen-
arzt-Systems nicht auszuschließen
scheint. Ein solcher Mann hat nicht zu
tanzen und nicht zu küssen. Du, ethi-
scher Barnard, verpflanze.
Warum aber rufen sie ihn an ihre
Höfe und Throne, warum schmücken
sie ihre Partys mit ihm? Nicht allein,
weil es schick ist, diesen wundervollen
Chris dabei zu haben, dessen Glanz
und Berühmtheit auch ein bißchen
auf den Gastgeber, den Gesprächs-
partner abfärbt.
. Da ist noch etwas. Auch das reicht
ins Mystische hinein, in die geheimen
Fächer der allerletzten Angst: Wenn
man vielleicht selbst einmal der Blai-
berg ist, wenn das eigene Herz mal
nein sagt, dann wird es ganz gut sein,
diesen Zauberer zu kennen. Rechtzei-
tiges Erscheinen sichert gute Plätze,
nicht nur in der Eisenbahn, auch auf
der Liste der Herzempfänger. Man
stirbt nur zweimal, so James Bond.
Doch ohne Barnard vielleicht bloß
einmal?
Die Wochenzeitung „Christ und
Welt“ gibt ihren Betrachtungen über
den „Auftritt des Herzchirurgen Bar-
nard“ die Überschrift „Skalpell und
Gewissen“. Barnard wird analysiert
als ein Schau-Chirurg, der vor der
Alternative stand, unentgeltlich ausge-
beutet zu werden oder gegen Gebühr.
Er entschied sich für das letztere und
Barnard ist modern. Pelzkragen für Herren sind es auch
gibt zu, daß ihm Reklame nicht unlieb
sei, denn er wolle Geld auftreiben
für weitere Forschung.
Ein legitimer Anspruch? Ja, ohne
Frage.
Daß er auf jeder Hochzeit tanzt, zu
der er eingeladen wird, zeugt für
seine Lust an diesem Leben. Will man
diesen Mann messen, dann ohne ethi-
sche Elle.
„Als Chirurg kann ich für einen
Herzpatienten nach der Operation
nicht mehr viel tun“, sagt Barnard, „da
haben wir in Kapstadt bessere Spe-
Wählen Sie
vom Besten
aber zahlen Sie nur Quelle-Preise!
MitdemQuelle-KatalogziehenSie das
große Los. Es gibt keinen besseren
Katalog. Für Mode, Haushalt, Hobby,
Reisen — einfach für alles.
Als Quelle-Kunde riskieren Sie nichts.
Dafür sorgen: vorbildliche Warentests
— volle Rücknahme-Garantie — be-
queme Teilzahlung — Anschaffungs-
Darlehen bis 40000,— DM...einmalig!
zialisten als mich. Aber zugegeben,
ich reise gern, besonders deshalb, weil
ich mir viele Jahre das Reisen nicht
leisten konnte.“
An seinem Gehalt, das er als ange-
stellter Chefarzt am Groote-Schuur-
Hospital bezieht, hat sich seit dem
3. Dezember vorigen Jahres nichts ge-
ändert. Es sind rund 2000 Mark. Ein-
nahmen aus privater Praxis — bei uns
für einen Chirurgen selbstverständ-
lich — hat er nicht. Er wollte damals
Arzt werden, weil er gehofft hatte,
viel Geld zu verdienen. Er stammt
von Eltern ab, für die es alles bedeu-
tete, daß ihr tägliches Brot den Segen
des Herrn hatte, denn dieses Brot war
knapp und trocken.
Irgenwann, mit Mitte vierzig, ge-
lingt es ihm, die Schallmauer zu durch-
brechen; plötzlich findet er sich im
luftleeren Raum, allein und isoliert.
„Sie sind größer als Napoleon: Sie
können das Leben verlängern“, ruft
ihm, mit aufgerissenen Augen, ein
Ansichtskarten-Verkäufer im Heidel-
berger Schloßpark zu.
Was liegt näher, als sich ins „nor-
male Leben“ zu begeben? Der Herz-
Bube aus Kapstadt spielt lauter echte
Karten aus; er sagt sie an, er legt sie
offen auf den Tisch. Aber man hält
ihn für einen Falschspieler.
Seine Ehe wird unter die Lupe ge-
nommen. Seit zwanzig Jahren verhei-
ratet mit einer Frau, die in ihrer puri-
tanischen Schlichtheit mit dem unge-
stümen Mann an ihrer Seite längst
nicht mehr Schritt halten konnte. Aber
das gilt alles nicht in den Augen der
Öffentlichkeit. Die Ehe muß kriseln,
weil Barnard, „durch Ruhm verblen-
det, vom rechten Wege abkam.“
Eine ganz und gar unkomplizierte,
primitive Freude am Leben brennt in
diesem Mann. „Wohnt nicht Soraya
in München?“ fragte er einmal den
Sternfotografen Max Scheler auf ei-
nem Spaziergang durch die Stadt. Und
Scheler, am Ende auch befangen von
der Vorstellung, ein Barnard könnte
einbezogen werden in den Soraya-
Rummel, und der würde ihm und sei-
nem Ansehen nur schaden — Scheler
versuchte, ihm das auszureden. „Aber
warum“, so Barnard, „sie ist doch eine
schöne Frau.“
„Barnard hat eine Operation ge-
macht, und dann noch eine zweite und
dann Urlaub“, sagt Denton Cooley,
Barnards Kollege in Texas, der inzwi-
schen zehn Herzen verpflanzt hat; und
er fügt hinzu: „Ich wünschte wirklich,
es würde nichts passieren, was unsere
Arbeit fragwürdig macht.“
Die Tat eines Mannes kann nicht
weniger wert sein, weil dieser Mann
sich menschlich anstatt übermenschlich
verhält. „Ich würde es gern sehen“,
hat Barnard gesagt, „wenn der Ame-
rikaner Gregory Peck in dem Film
über meine Arbeit mich darstellen
würde.“
Fahrt vorsichtig. Barnard wartet. Es
ist ein netter Barnard, der wartet.
Günter Dahl
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DieAktionsteigt:
1
» Wir fleuropen
nach Mexico «
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Fleu open
nac
Die Olympischen Spiele...
.... beginnen in 6 Wochen. Genau am
12. Oktober. Wir Deutschen schicken rund
200 aktive Sportler „ins Rennen”.
Viele unserer Asse haben echte
Medaillen-Chancen. Unsere Spitzensportler
brauchen jemanden, der ihnen die
Daumen drückt, nicht wahr Dann wird es
schon klappen. Die Olympia-Welle rollt.
FLEUROP möchte fleuropen..
Wir von FLEUROP möchten unseren
Sportassen jede Unterstützung geben,
die uns persönlich möglich ist:
MEXILOES
Oder am 1. Wettkampftag (13. 10.)
Durch Blumengrüße von we; Den
zu Hause. Fa Oder nach der ersten Gold-Medaille?
Denn Mexiko ist weit, a
1a, ‚nein,
weit entfernt. Genau
9741 km weit.
Für FLEUROP kein
Problem. Nur eines macht
uns etwas Sorgen:
Wie sollen wir fleuropen ?
Helfen Sie uns ein wenig?
Vielen Dank.
D Welche Blumen sollen wir übergeben
lassen ? _ 2
Nelken? { ja k {nein}
Gladiolen? {ie} (nein)
Gardenia? fie) Hein)
Alle diese Blumen blühen jetzt in Mexiko.
(Das hat unser FLEUROP-Mann in
A Sollen wir.an jeden Olympia-Teilnehmer Mexiko-City gesagt. Übrigens
einen einzelnen Blumenstrauß schicken ? gibt es allein in Mexiko-City
ai ein 10 Fleurop-Geschäfte.)
Unsere Fragen an Sie:
ie)
B Oder sollen wir einen mächtig dicken
Strauß an die Olympia-Mannschaft
schicken ?
Welchen Text sollen wir
auf die FLEUROP-Karte
en schreiben, die jedem ae
\ja; ‚nein;
beigefügt wird ?
Fleuropen
Siemal _
IBRT.)
Es ist so en
FLEUROP-Blumenstrauß i Aktuelle HEUROP-Tips
Welcher Sportfreund feiert
Das ist die Fleurop-
Karte. Sie ist 15 cm breit
und 10 cm hoch.
Mustertext: ‚Wir drücken
unserer Mannschaft
die Daumen”. Oder so etwas ähnliches.
Aber möglichst etwas besseres.
Schreiben Sie uns:
Wenn Sie alle Fragen beantwortet haben,
so schicken Sie Ihr Ergebnis bitte an
FLEUROP Aktion Mexiko 68
] Berlin 33,
Postfach
Postkarte genügt. Vergessen Sie bitte
Ihren Absender nicht. Wir werden dann
genau nach Ihren Vorschlägen nach
Mexiko fleuropen. Alle Kosten tragen
selbstverständlich wir.
Und wenn Sie eine besonders gute Idee
für das Grußwort auf der FLEUROP-Karte
haben, so haben wir einige nette Olympia-
Überraschungen für Sie. (Aber das ist noch
streng geheim!)
Letzter Termin: 8. September
Bitte schicken Sie Ihre Antwortkarte bis
spätestens 8. September 1968 an FLEUROP.
(Datum des Poststempels gilt.) Damit wir
noch Zeit genug haben, um die
beste Idee zu belohnen.
& Sollen wir die Blumen am EL UL Si : Geburtstag Pain
der Olympiade (12.10.)übergeben ses ‘ Wer startet den Marathonlauf
lassen ? “ in die Ehed..... nn.
N : Welcher Urlaubsflirt wartet _
U » auf Blumen?..........
Sag es durch FLEUROP-Blumen in alle Welt
ımel
Ein ungewöhnlicher Test im afrikanischen Busch G rzım <
ärgert
Tienide
stern
RER EN Br
I RNIT rs | REED
In seinen Farbfotos
schildert Professor
Grzimek, wie wilde Tiere
sich verhalten,
wenn sie in der Wildnis
plötzlich Plastik-
Attrappen ihrer eigenen
Gattung entdecken
Mit übergroßem Spielzeug zog Professor
Bernhard Grzimek in die Wildnis Afrikas. Doch
das »Unternehmen Plastiklöwe« war kein
Kinderspiel. Die Attrappen wilder Tiere aus
Plastik, aufgeblasen mit dem Auspuff eines
Autos, sollten dem Frankfurter Zoologen zeigen,
wie echte Tiere auf falsche reagieren. Würden
die Löwen ihren Plastikvertreter überhaupt zur
Kenntnis nehmen? Würden die Elefanten ihr
Iuftgefülltes Ebenbild zerstampfen und die Nas-
hörner Ihre Spielzeugkameraden aufspießen?
Professor Grzimek erlebte eine große Überra-
schung: Er entdeckte, daß die wilden Tiere
ihre Artgenossen aus der Gummifabrik mit der
gleichen Neugier, Abwehr undEifersucht behan-
delten, wie sie es untereinander tun. Wie das
Rendezvousmitden wilden Tierenausging,lesen
Sie auf Seite 39im Anschluß an den Farbbericht
Die Löwen auf dem
Baum sind echt. Doch den
fahrbaren Elefanten
beachten sie kaum. Sie
bleiben respektvoll
in ihrer luftigen, sicheren
Höhe sitzen
E
©
©
)
5
©
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„os
eu“
s33
eo 5
u 5
<
Q
s
„
Dr
a,
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7
>
Der aufgeblasene Elefant wird zur Suhle
gebracht und mit Schlamm ein-
balsamiert, damit er weniger leuchtend
dasteht und nicht nach Plastikfabrik
riecht.Vorher roch er nur innen nicht gut:
Gefüllt wurde er mit den Auspuffgasen
des Autos. Doch alle Versuche, ihn
echter zu machen, beeindrucken die
echten Elefanten wenig: Keiner
kommt auf Rüssel-Reichweite heran
Zweibeinig stampft
der künstliche Diekhäuter
durch den Busch. Der
Träger. ein junger
britischer Biologe, hat
keine Angst - trotz
schlechter Erfahrungen
mit den echten
tonnenschweren Kolossen.
Bis auf wenige Meter
Distanz ist ungewiß, wie
sie auf ihr ungefüges
Ebenbild reagieren. Glück-
licherweise ist der
neugierigen Elefantendame
(Bild ganz unten)
nicht recht geheuer: Sie
wendet sich zur Flucht
Nur etwas dünne Plastikhaut und Luft trennen Professor Grzimek
von dem Nashornbullen. Der Frankfurter Zoologe macht das
Experiment diesmal selber, denn »schließlich muß man sich
von Zeit zu Zeit beweisen, daß man kein Angsthase ist«.
Das aufgerichtete Schwänzchen zeigt, wie erregt der Angreifer ist.
Er sieht nicht den Mann hinter seinem Plastikgegner, und er
wittertnichteinmal mehr, daß derandere kein echtes Nashorn ist.
Aber er greift nicht an. Mutiger ist seine Frau, die Nashornkuh
(Bild unten), die, von ihrem Jungen begleitet, direkt zum Angriff ansetzt
Darf man
ein Nashorn
auf die
leichte Schulter
nehmen?
Wie die meisten Tiermütter, wenn
sie Junge bei sich haben, ist auch die
Nashornkuh besonders angriffslustig.
Sie zögert nicht, wie der Bulle.
Mit ihrem außergewöhnlich langen
Horn sticht sie sofort zu, wirft
das federleichte fremde »Nashorn«
hoch und durchbohrt seine
dünne Haut. Als die Luft entweicht und
das Gebilde zusammensinkt,
trollen sich Mutter und Kind davon
Da ging dem Plastiklöwen
die
Luft aus
BEE
ET ENDEN
ve
Löwen sind eifersüchtig.
Katzengewandt robben zunächst 74
nur die Männchen auf ihren . Vi
Plastikkameraden zu und umschleichen ; I; u
ihn mißtrauisch. Als sich ein
vorwitziges Weibchen zu dicht an den -
künstlichen Rivalen heranwagt,
wird es von den Männchen des eigenen
Rudels vertrieben. Vorsichtig
nähern sich die langmähnigen Herren
der Attrappe, beschnuppern sie und
stellen fest: harmlos! Der »Fremde« wird
den Frauen und Kindern zum Spiel
überlassen. Nach dem ersten Prankenhieb
geht dem Plastiklöwen die Luft aus
unftig können Sie bei der
Gesichtswäsche etwas weglassen:
die Reparatur.
Bis jetzt machen Sie an Ihrem Gesicht täglich etwas
wieder gut. Sie geben ihm den unsichtbaren Fett-
schutzfilm wieder.
Denn beim Waschen mit herkömmlicher Seife
geht er allzuleicht verloren. Das Eincremen
hinterher ist also notwendige Reparatur.
Wird es nicht Zeit für eine neue Art der
Gesichtspflege? Eine, die nicht zuerst das
Gesicht angreift (beim Waschen) und
dann eine Creme verlangt, um den
zerstörten Schutz wieder aufzubauen.
Eine, die reinigt und cremt — und zwar
gleichzeitig. Bellissima-Gesichts-Wasch-
creme ist diese neue Art der voll-
kommenen Gesichtspflege. Sie tragen
sie auf und waschen sie einfach mit
Wasser ab. Ihre Haut ist rein, aber ge-
schützt und gepflegt. Das ist so neu und
angenehm - Sie können es sich nicht vor-
stellen, solange Sie es nicht probiert haben.
Bellissima-
Gesichts-Waschcreme
wäscht und cremt zugleich
— das ist neu
ndlich entdecke ich ein Ru-
del wilder Löwen. Ich kann
nicht genau ausmachen, wie
viele es sind; nur ihre run-
den dunklen Ohren sehen aus dem
Gras hervor.
Ich hole meinen eigenen, aufge-
blasenen Löwen vom Wagendach
und stelle ihn ins Gras. Reichlich
komisch sieht er aus, ein übergro-
Bes Kinderspielzeug.
Dann fahre ich zwanzig Meter
weiter, schalte den Motor aus und
warte. Jetzt heißt es Zeit und Ge-
duld haben, Wie immer, wenn man
bei Tieren etwas erreichen will.
Und ich will ja beobachten, wie die
wilden Löwen auf meinen künst-
lichen reagieren.
Die wilden Löwen kümmern sich
gar nicht um meinen Wagen. So ein
Auto ist überhaupt der beste Schutz
gegen wilde Tiere. Ich habe noch
nie gehört, daß jemand im Auto zu
Tode gekommen ist, selbst wenn
es ausnahmsweise einmal von
einem Nashorn oder einem Elefan-
ten angenommen, durchlöchert und
verbogen worden ist. Zwar werden
die Löwen hier im Ngorongoro-
Krater immer zudringlicher. Aber ich
glaube nicht, daß sie einem Men-
schen ernstlich zusetzen würden.
Wir Tierforscher haben es nicht
ganz leicht, herauszufinden, was in
Tierköpfen vorgeht. Es geht uns
ähnlich wie den Menschenpsycho-
logen, wenn sie wissen möchten,
was ein kleiner Mensch denkt, der
noch nicht reden kann. Dann müs-
sen sie Umwege gehen, genau wie
wir. Der Psychologe R. A. Spitz zum
Beispiel beugte einmal eine men-
schengroße Puppe mit einer Ge-
sichtsmaske über ein Baby. Jeder
Erwachsene hätte das grobe Ding,
das nur eben Augen, Nase und
Mund aufwies, als scheußliches Ge-
spenst angesehen — aber das Baby
lächelte ihm zu.
Die Löwen versuchen es
mit furchtlosen Blicken
Einen ähnlichen Umweg wollte
ich jetzt gehen, um mehr über das
Wesen wilder Tiere zu erfahren.
Wir glauben oft, der Mensch sei
das einzige Geschöpf, das sich selbst
und andere Dinge auf Bildern er-
kennen könne — weil er das ein-
zige Lebewesen ist, das richtige Bil-
der malt. Aber schon das stimmt
so völlig nicht. Ganz ursprüng-
liche Menschen wie manche India-
nerstämme in Südamerika oder die
Pygmäen im Kongo waren anfangs
oft nicht imstande, sich selbst oder
andere Dinge auf Fotos zu erken-
nen. Dagegen erlebt man mitunter
die verblüffendsten Dinge mit Tie-
ich wollte wissen,
was sich
Löwen denken«
Zu unserem Farbbericht auf den vorhergehenden Seiten
A Er
Professor Grzime
k auf dem Zeltplatz, umgeben von S
wa
einen aufgebla-
senen Plastiktieren, die mit Luft aus dem Auspuff des Autos gefüllt sind
c
Ein »Ze
bra« wird erlegt — ein Experiment, das Profe
EN
e.%
Pe !
ssor Grzimek schon
vor acht Jahren im Ngorongoro-Park in Tansania unternahm. Er hatte sich
aus einem Zirkus ein Zebra-Kostüm besorgt, wie es die Glowns in der
Manege benutzen. Ein Löwe sprang die Attrappe an und zerfetzte sie
ren. Zum Beispiel folgen ganz junge,
noch unerfahrene Enten oder frisch
geschlüpfte Fische recht groben Nach-
bildungen ihrer Eltern, ohne diese
jekennengelernt zu haben. Oder.der
Hund in der Stube beginnt zu win-
seln und geht suchend hinter den
Fernsehapparat, wenn auf dem
Bildschirm ein Hund in ein Loch
fällt und wimmert. Wellensittiche
halten sich am liebsten in der Nähe
von zwei auf einen Vorhang ge-
stickten Papageien auf und ver-
suchen, an den Umrissen zu knab-
bern.
Doch das sind zufällige Ereignisse.
Und zudem sind Haustiere, die mit
uns zwischen Bildern, Zeitungen und
Fernsehgeräten leben, nicht die rech-
ten Versuchspartner, um die ur-
sprünglichen tierlichen Empfindun-
gen zu erforschen. Deshalb zog ich
mit meinen Plastiktieren in die freie
Wildbahn.
Jetzt kommen die Löwen. Ein
großer Löwenmann erhebt sich aus
dem Gras, geht ruhig geradenwegs
auf meinen nachgemachten Löwen
zu. Ein zweiter folgt ein paar
Schritte dahinter. Starr sehen sie
‘auf den fremden „Löwen“, wenden
nicht einmal den Blick ab.
Das restliche Rudel hebt die Köp-
fe neugierig aus dem Gras. Es sind
zwei Löwinnen und sieben Jung-
tiere, drei davon ganz klein. Auch
die Zebras im Umkreis, die ruhig
grasten, recken die Hälse und sehen
alle zu — wie Zuschauer in einem
Theater. ;
Etwa dreißig Meter vor meinem
Kunstlöwen bleiben die beiden
Löwenherren stehen, rühren sich
nicht mehr und sehen nur noch starr
in die gemalten Augen des Fremden.
Mir scheint es eine Ewigkeit, aber
nach der Uhr sind es nur vierein-
halb Minuten. Dann lassen sie sich
langsam nieder. Sie wenden auch
jetzt nicht den Blick. Damit füllt ein
Löwe nun einmal den größten Teil
seines Daseins aus: liegen, beobach-
ten. Wahrscheinlich wollen sie ab-
warten, daß das fremde Ding etwas
tut und was es tut. Aber der aufge-
blasene Löwe rührt sich nicht.
Nach wieder sechs Minuten gehen
die gelben Würdenträger sehr ge-
setzt noch weiter auf den Kunst-
löwen zu, legen sich erneut, fixieren
weiter. So habe ich schon früher
Mähnenlöwen aus verschiedenen
Rudeln sich begegnen sehen. Man
mißt den anderen mit Blicken, man
sieht ihn furchtlos an, man nähert
sich ihm langsam. Es ist ein Dro-
hen und ein Einschüchtern mit Blik-
ken. Hält einer der Kämpen diese
Nervenprobe nicht aus, so dreht er
ab und geht davon.
Doch mein künstlicher Löwe tut
das ja nicht. Er bleibt stehen und er-
widert den Blick. Sehen die bei-
den Löwenmänner in ihm wirklich
einen Nebenbuhler, einen anderen
Löwen, oder nur irgendein selt-
sames fremdes Ding?
Endlich stehen die beiden auf,
nähern sich dem Fremdling vorsich-
tig von hinten, riechen an seinem
Schwanz, an seiner Seite, aber sie
berühren ihn nicht. Da kommt ein
scharfer Windstoß, der leichte Pla-
stiklöwe fällt um. Die beiden
Löwen gehen zwanzig Meter weg
und lassen sich wieder nieder, den
nachgemachten Löwen weiter im
Blick.
Die Löwinnen
gehen auf Plastik-Fühlung
Ich fahre den Wagen zwischen
die Löwenmänner und ihren umge-
fallenen Rivalen, so daß sie mich
nicht aussteigen sehen können,
richte meinen vierbeinigen Lock-
vogel wieder auf und lege Schrau-
benschlüssel auf die Plastikklap-
pen an seinen Füßen, damit der
Wind ihn nicht wieder hochheben
kann. Im selben Augenblick aber
sind die beiden Löwinnen und ein
paar von ihren Kindern aufgestan-
den und laufen im Trab auf mich
zu. Schnell in den Wagen und nichts
wie ein Stück weggefahren, um die
Sache beobachten zu können.
Die Löwinnen waren nicht an
mir interessiert, sondern an dem
Kunstlöwen. Eine rennt in wei-
ten Sprüngen darauf zu. Im selben
Augenblick aber fahren die beiden
Löwenmänner auf, springen ihr ent-
gegen und jagen sie wütend weg.
Also haben sie in dem Fremdling
wohl doch einen Nebenbuhler ge-
sehen.
Inzwischen aber ist die andere
Löwenfrau mit der Kinderschar
herangekommen, und der Fremd-
ling wird gründlich untersucht.
Jeder beriecht ihn, bis eine Löwin
vorsichtig den Schwanz in denMund
nimmt und daran zieht. Der weiche
Löwenmann fällt abermals um. Die
Löwen fassen vorsichtig mit den
Pranken darauf, einer packt das
Ohr mit den Zähnen und zieht ihn
daran ein Stück durchs Gras.
Die beiden Löwenmänner blei-
ben abseits. Haben sie erkannt,
daß der Rivale harmlos ist?
Schließlich zerrt eine Löwen-
Weiter auf Seite 104
stern
Romy Schneider ist zu
ihrer ersten Liebe,
Alain Delon, zurückgekehrt.
Unter den Palmen von
St.-TIropez vergessen die beiden
ihre bewegte private
Vergangenheit und denken
an ihre hochdotierte
berufliche Gegenwart:Sie =
sind Flmpartner "ge
Bockelberg
»Der Swimming-pool«
heifft Romys neuer
Film, eine Dreiecksge-
schichte, in der sie
laut Drehbuch vorwiegend
im Bikini auftaucht
Romy und Alain proben vor Drehbeginn. »Es werden die gewagtesten
stern
er Regisseur ]J
acques De
a
ray
Zärtlich umfaßt
Romy Alaın Delon.
Er bleibt kühl. Von
seiner Frau
Nathalie lebt er getrennt,
und er hat wieder
eine Freundin. Doch
die heißt nicht Romy
r ist so schön wie ein jun-
ger Gott, vielleicht nicht
ganz so unschuldig wie
noch vor zehn Jahren«,
kichert ein Mädchen verzückt ne-
ben mir. Alain Delon, in knappem
ausgewaschenen Blue-jeans-Anzug,
ein goldenes Kettchen um den
Hals, die schlanken Arme der Eng-
länderin Jane Birken um den
Oberkörper geschlungen, braust auf
seinerHayley Davidson zum Dreh-
termin des Streifens »Der Swim-
ming-pool«, der ıhn mit seiner Ex-
Verlobten Romy Schneider acht
Wochen lang in Saint-Tropez vor
der Kamera vereint.
Schläfrig gähnt Alain Delon in die
Mittagssonne. Als Romy Schnei-
der, verehelichte Meyen, auf der
—
stern
FORTSETZUNG
Wir werden
uns
wieder lieben
Terrasse erscheint, schlingt Alain
von hinten seinen rechten Arm um
die Taille seiner ehemaligen Verlob-
ten und liebkost mit seinen Lippen
ihren Hals. „Meine kleine Romy,
laß mich Dir guten Tag sagen.“
Frau Meyen befreit sich aus der
Umarmung. „Alain, laß doch den
Quatsch.“ Träge fällt er in den
Korbstuhl zurück und tätschelt nun
seinem Hausgast Jane das Hinter-
teil.
Ein Schnappschuß der ehemali-
gen Verlobten brachten Alain De-
lon und seinen Agenten Georges
Beaume vor drei Wochen darauf,
es wieder mal mit Romy zu ver-
suchen und noch rasch vor Vertrags-
abschluß Monica Vitti auszubooten.
Alain und Romy versprachen sich
davon einen Publicity-Gag. Zwei-
fel des Regisseurs Jacques Deray,
„ob das auch keinen Ärger mache“,
waren schnell vergessen, als auch
Romys Mann Harry Meyen „vom
Drehbuch hingerissen war“ und
nichts gegen diese gutbezahlte Part-
nerschaft einzuwenden hatte.
Doch was sich Saint-Tropez-Som-
merfrischler im stillen erhofften —
die verfeindeten Verlobten von
einst händchenhaltend durch den
Ort bummeln zu sehen —, traf nicht
ein. Ihre gemeinsamen Auftritte in
der Öffentlichkeit blieben sparsam.
Wenn’s unbedingt sein mußte, ein
flüchtiges Kraulen in Alains kurz-
geschorenem Haar — für die Foto-
grafen. Doch wenn es zu lange
dauerte, wurde der ehemalige
Dschungelkämpfer Alain mürrisch
und verschwand auf seinem Motor-
rad. Er lebt zur Zeit in seiner Villa
mit Romys Gegenspielerin im Film
zusammen, der frischgeschiedenen
Jane Birken. Romy legte sich früh
ins Bett ihres 230-Francs-Apparte-
ments im exklusiven „Byblos“-
Hotel zum Rollenstudium.
Die Liebenden von einst geben
sich freundschaftlich-kollegial. „Und
so soll es auch bleiben“, faucht Frau
Meyen. „Ich habe ein so schönes
Leben und will in Ruhe gelassen
werden. Wenn die Leute mir hier
was andichten wollen, fahre ich so-
fort nach Hause.“
Romys Liebeskummer war einst
Legende, als ein Strauß roter Rosen
von Fleurop mit karger Abschieds-
widmung ihre Verlobung mit Alain
Delon beendete. Heute achtet Romy
sehr auf ihren Ruf als treues Ehe-
weib, derweil ihr Mann sich vor-
beugend gegen winterlichen Schnup-
fen in einer Hamburger Klinik
stern
einer Nasenoperation unterzog. Das
zweijährige Söhnchen David blieb
in Obhut einer Kinderschwester in
Berlin, soll jedoch bald die Dreh-
pausen seiner Mama füllen. Delons
dreijähriger Sohn Anthony steht als
Spielpartner in Saint-Tropez zur
Verfügung.
Alain schwärmt von seiner neu-
gewonnenen Freiheit: „Ich habe
keine Frau mehr. Mein Leben dreht
sich jetzt wieder ausschließlich um
Mädchen, meine Arbeit und meinen
Sohn“, erklärt er mir am Dreh-
platz.
Vorsichtig äußert er sich über
Romys frischoperierten Ehemann:
„Ich kenne ihn als Regisseur und
Schauspieler, aber nicht als mensch-
liches Wesen.“ Und auch bei Romy
gerät er ins Schwärmen. „Ich weiß
nicht, ob sie sich in all den Jahren
verändert hat. Dazu habe ich sie
bisher zu wenig gesehen. Sie ist
jetzt eine junge Frau und genau
richtig für die Rolle. Daß wir ein-
mal verlobt waren, ist doch längst
vergessen. Wir werden uns wie-
der lieben — wie es im Drehbuch
steht.“
Von seiner Frau Nathalie scheint
Alain seit der Trennung nicht viel
zu halten. „Ich will sie erst einmal
nicht wiedersehen, sie ist jetzt
vielleicht in Paris — ich weiß es
nicht. Ein ehrgeiziges Mädchen, das
unbedingt Karriere machen will —
mal sehen, ob sie es auch ohne
meine Hilfe schafft.“
Entsetzt schlägt er die Augen
nach oben, als ich ihn frage, ob sie
sich nicht auch für die Romy-Rolle
geeignet hätte. „Nathalie ist eine
Anfängerin, aber keine Schauspie-
lerin. Ich möchte jetzt nicht mit ihr
filmen, vielleicht in ein paar Jahren
wie jetzt in dem Fall mit Romy.“
Unruhig rutscht er auf dem Stuhl
hin und her, fragt ungeduldig nach,
wann Romy endlich mit dem
Schminken fertig sei. Und als es
ihm zu lang vorkommt, nimmt er
seinen blonden Hausgast Jane an
die Hand und fährt auf seiner
Hayley Davidson in die Stadt.
In der Garderobe zieht Romy
einen Flunsch. „Wer nicht warten
kann, soll doch weggehen, mir doch
egal“, erklärt sie und zieht sich
mit einem feinen Strich die Augen
nach. Als ich sie auf die Trennung
Alains von Nathalie anspreche,
hebt sie erstaunt die Brauen. „Das
wußte ich gar nicht. Mir wurde ge-
sagt, sie kommt in dieser Woche.“
Florentine Pabst
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Wert von DM 1.200,— (oder in bar) | 3Kann dato sogar bereits chende Käst-
Vergilbtes wieder weiss \, chen an
und 5.500 Tragepackungen dato _ machen ? ja | nein (Frage 3).
en
Räube
Ist
Horst Fantazzini
aus dem Odenwald
spendete für
Kinderheime und
beraubte Banken
#6]
Erika Weinke fuhr mit
ihren Kindern und
dem Gangster Fantazzini
an die Cöte d’Azur
„Alle auf Knie, Hände in die
Luft!“ befahl in gebrochenem
Französisch ein dunkelhaariger
Bankräuber mit Sonnenbrille an
der Cöte d’Azur.
Es war um 11.10 Uhr am
27. Juli dieses Jahres in einer
Filiale der „Banque Nationale de
Paris“ in Saint-Tropez. ZweiKun-
den und drei Bankangestellte,
darunter die 19jährige Kassiere-
rin Daniele Girodengo, blickten
auf die Pistolen des Räubers und
gehorchten. Der Verbrecher rich-
tete die Waffe auf die blonde
Kassiererin: „Sie, Mademoiselle,
die Kasse.“
Er hielt ihr eine schwarze Kol-
legmappe hin, und Daniele packte
ein — 20000 Francs in Scheinen
und Münzen.
In diesem Augenblick betrat
ein Kunde die Bank. Der Räuber
wandte sich um, die Knienden
sprangen hoch. Verwirrt rannte
der Bandit auf die Straße. Einer
der Bankangestellten rief: „Ein
Räuber, haltet ihn!“
Sechshundert Meter weitrannte
der Mann mit Sonnenbrille und
schrie selbst ein paarmal: „Ein
Räuber, haltet ihn!“ Doch das
Täuschungsmanöver half nicht:
Vier Polizisten überwältigten ihn.
Nach dreistündigem Verhör
stand die Identität des Täters
fest: Horst Fantazzini, 29 Jahre
alt, geboren im saarländischen
Altenkassel, aufgewachsen in
der italienischen Stadt Bologna,
italienischer Staatsangehöriger.
Die Interpol-Zentrale in Paris
kabelte den Beamten in Saint-
Tropez: Horst Fantazzini ist ein
Foto: Marie Helene Goichot
E
Ks
EERTETERRN,
Nach einem Bank-
überfall hetzten
französische
Polizisten Fantazzini
durch die Straßen
von Saint-Tropez
und schnappten ihn
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Bstern
»Wer sich rührt,
kriegt
eins verpaßtt«
FORTSETZUNG
international gesuchter Gewalt-
verbrecher. Ende 1966 überfiel er
eine Bank in Bologna, wenige
Tage später eine Bank bei Man-
tua. Kurz darauf wurde er ver-
haftet, brach am 11. Mai 1967 aus
dem römischen Gefängnis Re-
gina Coeli aus und überfiel noch
sechs Banken.
Nach weiteren 30 Minuten Ver-
hör erzählte Fantazzini, wo er
sich in dieser Zeit versteckt ge-
halten hatte: in Gadern, einem
verschlafenen 300-Seelen-Dorf
im Odenwald.
Am nächsten Tag durchsuch-
ten deutsche Polizisten Fantaz-
zinis Wohnung in Gadern. Sie
fanden zwei Luftpistolen und
zwei falsche Pässe.
Für die Bewohner von Gadern
ist die Durchsuchung eine Sen-
sation. Sie kennen Fantazzini
nur als Biedermann.
„Der Herr Fantazzini“, sagt
eine Nachbarin, „ja, der war ein
ichtiger Herr. Großzügig gespen-
det hat er für unsere Friedhofs-
verwaltung, und für Kinder-
heime. Wenn da einer Geld sam-
melte für was, der Herr Fantaz-
zini hat immer am meisten ge-
geben.“
„Zwei ganz große Autos hat er
gehabt“, berichtet ein Rentner.
„Einen Alfa Romeo und einen
Jaguar. Und immer höflich ge-
grüßt, gar nicht hochnäsig, wie
sonst solche Leute. Nur daß er
halt in wilder Ehe gelebt hat,
mit dieser Frau Weinke.“
Erika Weinke, 29, Mutter von
drei Kindern, wurde wenige
Stunden nach der Festnahme
Fantazzinis auf einem Camping-
platz westlich von Saint-Tropez
ebenfalls von der Polizei geholt.
Sie hatte Fantazzini im Sommer
1967 in Saarbrücken kennenge-
lernt, war mit ihm nach Gadern
gezogen und hatte, wie sie ver-
sicherte, von Fantazzinis Verbre-
cherleben keine Ahnung. In
Frankreich hätten sie nur Urlaub
machen wollen.
Seit drei Wochen versucht die
deutsche Kripo, die Spuren des
italienischen Ganoven zu ver-
folgen. Einen Bankraub in der
Bundesrepublik konnten sie ihm
bereits nachweisen: einen Über-
fall auf die Volksbank im Nek-
kar-Städtchen Hirschhorn am 4.
April dieses Jahres. Es begann
ähnlich wie der Bankraub von
Saint-Tropez:
„Alle auf den Bauch legen!“
befahl in gebrochenem Deutsch
der Bankräuber. „Wer rührt sich,
kriegt eins verpaßt.“ Der Bandit,
ein dunkelhaariger Mann mit
Sonnenbrille, drohte mit einer
Luftpistole.
Dann stopfte der Räuber 45 000
Mark aus der Volksbank-Kasse
in eine mitgebrachte Kolleg-
mappe und rannte zum Ausgang.
Als der Kassierer es endlich
wagte, ihn zu verfolgen, war
Horst Fantazzini verschwunden:
in sein Versteck im Odenwald-
Dörfchen Gadern.
his
ERLAUBT
‚VERBOTEN
STRAFBAR
Entscheidungen deutscher Gerichte
»Die rechtsprechende Gewalt ist den
Richtern anvertraut... .«
»Die Richter sind unabhängig und nur dem
Gesetz unterworfen... .«
»Ausnahmegerichte sind unzulässig.
Niemand darf seinem gesetzlichen Richter
entzogen werden... .«
Grundgesetz Artikel 92, 97 und 101
Gutachten
Die Haftpflichtversicherung muß
einem Verkehrsunfall-Geschädig-
ten regelmäßig auch die Kosten
für eine private Begutachtung
des Schadens ersetzen.
Oberlandesgericht Karlsruhe —
4 U 169/66
Schweigen
Verweigert der Beschuldigte bei
der ersten Vernehmung durch die
Polizei die Aussage in vollem
Umfang, so darf der Strafrich-
ter später hieraus keine für
den Beschuldigten nachteiligen
Schlüsse ziehen.
Oberlandesgericht Hamm —
1 Ss 948/67
Vertrauen
Jeder Kraftfahrer kann darauf
vertrauen, daß sein Vordermann
die Verkehrszeichen beachtet,
auch wenn dieser ortsfremd und
das Verkehrszeichen (Doppel-
ampel) etwas kompliziert ist.
Oberlandesgericht Hamm —
4 Ss 753/67
Gebührenstreit
Für sämtliche Streitigkeiten über
Fernmeldegebühren ist der Ver-
waltungsrechtsweg gegeben.
Bundesverwaltungsgericht —
VII C 152/66
Gewohnheit
Auch „kleinere“ Betrügereien
können unter gewissen Umstän-
den die Verurteilung als gefähr-
licher Gewohnheitsverbrecher
rechtfertigen.
Bundesgerichtshof — 4 StR 67/68
Kündigung
Eine Kündigung kann wegen
ihrer ungehörigen Form unwirk-
sam sein.
Landesarbeitsgericht Mannheim —
7 Sa 60/67
Führerschein
Verstößt ein Fahrer gegen eine
im Führerschein eingetragene
Auflage (hier: Tragen einer Bril-
le), so fährt er ohne die vorge-
schriebene Fahrerlaubnis.
Landgericht Nürnberg-Fürth —
13 $ 25/66
Parken
Ein Parkverbotszeichen zugun-
sten einer Botschaft ist unzuläs-
sig. .
Verwaltungsgericht Köln — 4 L 58/68
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H/n 13
„sollich Stalin
eins in die Fresse
hauen?”
So rief ein amerikanischer Abgeordneter, der im Herbst 1945 betrunken in
den Kreml fuhr. George F. Kennan erzählt davon in seinen Memoiren, in
denen Kennans Landsleute auch sonst viele Seitenhiebe abbekommen
Hamburg, Oktober 1939
Es war etwa Mitternacht, als ich
die kleine Bar an der Binnenalster
verließ und mich durch die verdun-
kelten Straßen heimwärts tastete.
An einer Straßenecke sprach eine
Frau mich an: „Wie wär's denn,
wenn wir irgendwo hingingen?“ Sie
sagte dies heiter und angenehm,
ohne die übliche Vorschützung fal-
scher Zärtlichkeit. Ich schlug vor,
wir sollten lieber einen Drink zu-
sammen nehmen. O nein, eine sol-
che Zeitverschwendung könne sie
sich nicht leisten. Sei ich denn an
gar nichts anderem interessiert? So
sei es, gestand ich.
Doch nach einigem Hin und Her
einigten wir uns auf den Kompro-
miß, daß ich ihr den üblichen Preis
für ihre übliche Dienstleistung be-
zahlen, sie mich aber in einem Lo-
kal mit ihrer Gesellschaft beehren
solle. So führte sie mich in ihre
Stammkneipe.
Dort konnte ich sie zum ersten-
mal beobachten. Sie war noch jung
und hatte eine gute Figur mit einem
frischen, festen Gesicht. Gekleidet
war sie mit so viel Geschmack, daß
man sich über die Art ihres Berufs
leicht hätte täuschen können.
Sie gehe nun, erzählte sie mir,
seit einigen Jahren auf die Straße.
Gegenwärtig tue sie dies allerdings
nur noch ein oder zwei Stunden am
Abend, da sie tagsüber einem bür-
gerlichen Beruf nachgehe: Sie sei
Packerin in einer Fabrik, verdiene
neunzehn Mark in der Woche und
ruiniere sich dabei die Fingernägel;
aber dies sei immer noch besser als
das Arbeitslager. Vor einigen Mo-
naten habe die Polizei alle Straßen-
mädchen und alle Bardamen unter
dreißig einkassiert und in ein Ar-
beitslager auf dem Lande gesteckt.
„Früher standen allein an meiner
Straßenecke 75 Mädchen, und wir
lebten alle gut. Jetzt bin ich die ein-
zige. An uns verdiente das ganze
Stadtviertel. Die Friseure und die
Geschäftsleute sind verzweifelt.
Wir machten die größten Umsätze
und gaben die höchsten Trinkgel-
der. Es ist idiotisch, daß man diese
Sache abschaffen will. Das gab es
50 stern
auch vor dem Krieg. Das gab es in
der Steinzeit. Das wird es immer
geben.“
„Aber die Frauen, mit denen Sie
in der Fabrik arbeiten“, fragte ich,
„ist denn darunter keine, mit der
Sie sich anfreunden könnten?“
„Diese Frauen!“. schnaufte sie
verächtlich. „Mit denen habe ich
nichts zu tun. Es sind unerzogene
George F. Kennan, ehema-
liger amerikanischer Bot-
schafter in Moskau (1952/53)
und in Belgrad (1961-63),
war einer der führenden
Diplomaten und ist einer
der einflußreichsten politi-
schen Denker der Vereinig-
ten Staaten. Als Chef der
Planungsabteilung im ame-
rikanischen Außenministeri-
um machte er 1947 Weltge-
schichte: In einer Artikel-
serie in der Zeitschrift
„Foreign Affairs“, die er als
„Mr. X“ veröffentlichte,
empfahl Kennan den USA
die Eindämmung des Kom-
munismus. Amerika müsse
jedem Versuch der kommu-
nistischen Staaten entge-
gengetreten, über ihren da-
maligen Machtbereich hin-
aus vorzustoßen; da der
Kommunismus auf Erobe-
rung gegründet sei, werde
er durch Eindämmung zer-
fallen.
Diese These setzte Prä-
sident Truman in die am
12. März 1947 verkündete
kleine Biester aus Altona. Sie leben
in einer anderen Welt. Ich brauche
Geld und Kultur. Ich rede nie mit
ihnen. Sie wundern sich, wo ich
meine Kleider herkriege. Neulich
habe ich nicht mal meinen Wochen-
lohn abgeholt.“
„Aber es ist doch immer noch
ein Risiko für Sie, auf die Straße
zu gehen. Werden Sie nicht doch
Amerikas
beruhmtester
Diplomat
Truman-Doktrin um. Auf die
Truman-Doktrin wiederum
geht das militärische Ein-
greifen der USA in Korea
und in Vietnam zurück.
In seinen 1968 erschiene-
nen Memoiren gibt sich
Kennan dennoch als ein
Gegner der Truman-Doktrin
zu erkennen, und zwar des-
halb, weil sie die Eindäm-
mung fälschlich als ein rein
militärisches Problem be-
trachtet und die politischen
Möglichkeiten vernachläs-
sigt habe.
Die Memoiren, für die Ken-
nan den Pulitzer-Preis be-
kam, erscheinen Mitte Sep-
tember auch in deutscher
Sprache*.. Der STERN
druckt aus diesem Buch vier
Episoden ab, die für Ken-
nan charakteristisch sind:
farbige Erzählung, souve-
räne Beobachtung und eine
sehr kritische Einstellung
gegenüber seinem Heimat-
land Amerika.
Memoiren
*) George F. Kennan:
eines Diplomaten. Verlag Henry
Goverts, 589 Seiten, 25,— DM.
eines Tages im Arbeitslager enden?“
„ja, das ist ein Risiko. Nun gut.
Aber ich muß es nicht mehr lange
machen. Sie sehen, ich bin verlobt.
Mein Bräutigam ist bei der Luft-
waffe. In Polen. Wenn er zurück-
kommt, werden wir heiraten — viel-
leicht. Er sagt, er will.“
„Weiß er, was Sie treiben?“
„Um Gottes willen, nein! Er wäre
wütend.“
„Warum gehen Sie denn dann
immer noch das Risiko ein?“
„Sehen Sie, als ich ihn traf, sagte
ich, ich hätte 2000 Mark. Natürlich
hatte ich sie nicht. Nun muß ich sie
verdienen, ehe er heimkommt.“
„Seien Sie doch nicht albern! Er-
zählen Sie ihm alles. Er wird damit
fertig werden.“
„Oh, Sie kennen diesen Men-
schen nicht. Er ist schrecklich. Er hat
immer alles gekriegt, was er wollte.
An mich denkt er nie. Manchmal
koche ich morgens Eier für uns,
zwei für ihn und zwei für mich. Er
ißt alle vier.“
„Warum machen Sie denn dann
nicht Schluß? Lieben Sie ihn?“
„Nicht so, wie er mich liebt. Mich
ekelt vor ihm. Ich liege neben ihm
und hasse ihn und denke mir: der
verfluchte Narr. Er denkt, er ist ein
schöner Mann, und er ist doch nur
wie jeder andere,“
„Aber?“
„Aber ich kann nichts machen.
Er hat mich da, wo er mich will.
Wenn er mit mir spricht, bin ich so
klein wie dieser Finger. Zu Anfang
waren wir so glücklich. Und ich
habe gut für ihn gesorgt. Frauen
wie ich — wir sind wirklich an-
ständig. Glauben Sie mir. Wir tun
keine von den schlimmen Sachen
wie die geachteten Frauen. Wir er-
pressen die Männer nicht. Und all
die Frauen, die kein Geld kassieren,
aber Blumen und Pralinen und Klei-
der und Schmeicheleien — die sind
die Huren, wir nicht.“
Die Sperrstunde rückte heran. Ich
bezahlte die Rechnung und das Ho-
norar meiner Begleiterin. Sie steck-
te es mit stiller Würde in die Ta-
sche. Wir waren gute Freunde ge-
worden. Wir schüttelten uns die
Hände zum Abschied, und dann
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8- 20- zzı
kehrte sie mir züchtig eine gepu-
derte Wange zu. „Jetzt dürfen Sie
mich küssen“, sagte sie.
Während ich nach Hause ging,
bohrten sich vier große Scheinwer-
ferstrahlen durch den schwarzen
Himmel und hielten ein Aufklä-
rungsflugzeug fest. Erst im Hotel
fiel mir ein, daß keiner von uns den
Krieg erwähnt hatte.
Es ist wohl verständlich, daß es
mir nach solchen Erlebnissen
schwerfiel, in den Kriegsjahren die
Verteufelung der Deutschen mitzu-
machen, wie die amerikanische öf-
fentliche Meinung sie mit ihrem
jeweiligen politischen Gegner un-
vermeidlich betreibt. Es war
schwer, sich den amerikanischen
Zeitungen und dem offiziellen Wa-
shington anzuschließen, wenn sie
das deutsche Volk als eine Masse
unmenschlicher Monstren hinstell-
ten, die eisern hinter Hitler stünden
und von dämonischer Begeisterung
für die Zerstörung und Verskla-
vung des übrigen Europas besessen
seien.
Berlin, Dezember 1941
Die Nachricht von Pearl Harbour
erreichte uns mit Hilfe der schwa-
chen Signale, die unser Radio von
den Kurzwellennachrichten aus den
Vereinigten Staaten übertrug. Ich
hörte die Nachricht zufällig selber
und alarmierte Leland Morris, den
Geschäftsträger, und alle erreichba-
ren anderen Mitglieder der amerika-
nischen Botschaft in Berlin per Tele-
fon. Am späten Abend versammel-
ten wir uns’ in der Botschaft und
berieten unsere nächsten Schritte,
nun, da das Ende nahe schien. Un-
ser Land befand sich jetzt im Krieg
mit Japan; und es war klar, daß
sich aus dieser Lage jeden Augen-
blick der Krieg mit Deutschland ent-
wickeln konnte.
Vier Tage lang lebten wir in
quälender Ungewißheit. Unsere
Verbindungen mit der Außenwelt
hörten während dieser vier Tage
eine nach der anderen zu funktio-
nieren auf. Telegramme, selbst sol-
che an unsere Regierung, wurden
auf der Post nicht mehr angenom-
men. Am Dienstagabend wurden
unsere Telefone auf mysteriöse
Weise stumm. In der Nacht zum
Mittwoch verbrannten wir unser
Chiffriermaterial und die Geheim-
akten.
Endlich, am Donnerstag, kam die
Ankündigung, Hitler werde im
Reichstag sprechen. Als die festge-
setzte Zeit heranrückte, füllte sich
der Platz vor der Botschaft mit
Lautsprecherwagen und Haufen
von Menschen — zu welchem Zweck,
wußten wir nicht. Wir schlossen die
metallenen Jalousien an den Fen-
stern im Parterre und warteten auf
den Sturm; aber er blieb aus. Statt
dessen erwachte, während Hitler
im Reichstag gegen die Vereinigten
Staaten wetterte, das Telefon plötz-
lich und geheimnisvoll zum Leben —
in Form eines Anrufs aus dem Aus-
wärtigen Amt, in dem uns mitge-
teilt wurde, ein Beamter des Proto-
kolls werde in wenigen Augenblik-
ken eintreffen, um den Geschäfts-
träger zum Außenminister zu gelei-
ten.
Der Beamte des Protokolls der
Reichsregierung erschien unmittel-
bar danach. Ich hatte die Aufgabe,
ihn zu begrüßen und zu unterhal-
ten, während Leland Morris seine
Vorbereitungen traf; nie gab es
Eine belagerte
Botschaft
wartet auf den Krieg
11. Dezember 1941:
Der deutsche Außenminister
Joachim von Ribbentrop
unterzeichnet die
Kriegserklärung an die USA
Mit der Kriegserklarung
Hitlers an die USA in der Hand
verläßt der amerikanische
Geschäftsträger das Reichs-
außenministerium
Das US-Botschaftspersonal
wird in Bad Nauheim interniert.
Ballspiele sind erlaubt
(in der Kniebeuge: Kennan)
eine steifere Konversation. Der ar-
me Morris wurde dann in die Wil-
helmstraße gefahren und mußte
stehenbleiben, während Ribbentrop
ihm mit wilden Gesten die Kriegs-
erklärung verlas, ihn anschrie: „Ihr
Präsident hat diesen Krieg gewollt
— jetzt hat er ihn!“, auf dem Absatz
kehrtmachte und davonstampfte.
Ratlos, was es mit uns tun sollte.
da wir nun offiziell Feinde waren,
entschied sich das Auswärtige Amt
zu einer Anfrage beim Führer. Der
aber hatte offenbar sofort nach sei-
ner Rede Berlin verlassen und sich
in sein Hauptquartier begeben; und
es dauerte zwei Tage, bis seine
Antwort eintraf. Sie war lakonisch
und von Hitlerscher Heftigkeit:
„Am Wochenende müssen die Ame-
rikaner aus Berlin verschwunden
sein.“
Demgemäß wurde ich am Sonn-
abendnachmittag ins Auswärtige
Amt zitiert, wo man mir mitteilte,
das Botschaftspersonal habe seine
Wohnungen sofort zu räumen und
sich am nächsten Morgen um acht
Uhr mit nicht mehr als zwei Stück
Handgepäck im Kanzleigebäude ein-
zufinden. In einer hektischen und
schlaflosen Nacht brachten wir dies
irgendwie zustande.
In Omnibussen wurden wir zum
Bahnhof transportiert und in zwei
Sonderzügen nach Bad Nauheim bei
Frankfurt verfrachtet, wo wir im
Grandhotel „Jeschke* mit bewaff-
neten Wächtern und unter Aufsicht
der Gestapo fünfeinhalb Monate
der Internierung ohne Verbindung
mit der Außenwelt verbrachten.
Erst gegen Ende April 1942 mach-
te sich die amerikanische Regierung
die Mühe, Verbindung mit uns auf-
zunehmen, obwohl sie dies mit Hil-
fe der Schweiz leicht vorher hätte
tun können. Wenn wir wissen woll-
ten, welche Pläne für Austausch
und Abreise bestanden und ob es
überhaupt solche Pläne gab, blieben
wir den ganzen Winter über auf
Gerüchte oder jene paar Brocken
von Information angewiesen, die
wir dem deutschen Wachpersonal
oder den uns gelegentlich besuchen-
den Schweizer Beobachtern entlok-
ken konnten.
Während dieser fünfeinhalb Mo-
nate trug ich persönlich die unmit-
telbare Verantwortung für die Dis-
ziplin dieser buntscheckigen Grup-
pe von hungernden, frierenden und
sorgenvollen Internierten und noch
dazu für jegliche Art von Kontakt
mit den Deutschen.
Ich lernte daraus eine Menge
über das Verhalten von Menschen
unter widrigen Umständen: die Un-
zuverlässigkeit und das Versagen
einer Minderheit am unteren Ende
der Skala; die recht passive Reaktion
bei der Mehrheit in der Mitte; die
außerordentliche Pflichttreue und
Zivilcourage einiger weniger am
oberen Ende. Mir wuchs daraus
eine neue Art von Bewunderung
für einen Teil der Menschheit zu —
einen Teil jedoch, der, wie ich jetzt
erkannte, immer in der Minderheit
bleiben würde.
Besonders desillusionierend wa-
ren die endlosen Beschwerden über
das Essen, die ich entgegennehmen
und häufig, ein wenig gegen meinen
Willen, den Deutschen vortragen
mußte. Es ist wahr, daß wir nur die
deutschen Zivilrationen erhielten,
weit weniger als das also, worauf
reguläre Kriegsgefangene Anspruch
hatten. Aber wir waren nicht die
einzigen Menschen, die damals in
Weiter auf Seite 56
100 - 02 -8
Atem ist Leben
Die moderne Wissenschaft hat die engen Beziehungen zwischen
Hygiene und seelischem Wohlbefinden nachgewiesen. Man
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Die Rache
kommt
in Portugal
FORTSETZUNG VON SEITE 53
Europa hungerten, und es standen
wichtigere Dinge auf dem Spiel als
das Füllen unserer Bäuche.
Mitte Mai 1942 wurden wir durch
Spanien nach Portugal transpor-
tiert, um in Lissabon gegen eine
ähnliche Gruppe deutscher Inter-
nierter ausgetauscht zu werden. Die
Reise von Frankfurt nach Lissabon
legten wir in zwei Sonderzügen
zurück.
Die portugiesische Grenze er-
reichten wir am frühen Morgen bei
einer kleinen Bergstation und nah-
men dort unseren ersten Atemzug
von Frieden und Normalität. Ich
ließ meine Schutzbefohlenen gefan-
Jeden Abend hören
die amerikanischen Inter-
nierten in Bad Nauheim mit
einem Kofferradio
heimlich eine Viertelstunde
Nachrichten aus London
Wach fünf Monaten werden
die Internierten nach Portugal
geschafft: Leland Morris,
der ehemalige Geschäftsträger
in Berlin, an der Grenze
von Frankreich nach Spanien
Im Sonderzug nach
Portugal gibt es einen Speise-
wagen. Hinten links
Kennan im Gespräch mit
Leland Morris
gen im Zug zurück und nahm end-
lich Rache an meinen Mitinternier-
ten, die mich fünf Monate lang mit
ihren Beschwerden über das Essen
eingedeckt hatten, indem ich ein
Frühstück von mehreren Eiern ver-
speiste, Die anderen durften wäh-
rend der letzten sechs oder sieben
Stunden Bahnfahrt ihre leeren Bäu-
che pflegen, bis sie sich, wie wir
alle, an den Fleischtöpfen von Lis-
sabon krank fraßen.
Obwohl unsere Internierung nicht
gerade angenehm gewesen war,
nahm das amerikanische Außenmi-
nisterium kaum Notiz davon. Als
dem Ministerium unsere mißliche
Lage endlich auffiel und es uns das
erste Telegramm zustellte, was kurz
vor unserer Abreise nach Portugal
der Fall war, da geschah dies zu
dem alleinigen Zweck, uns mitzutei-
len, daß wir auf Grund einer Ent-
scheidung des Obersten Rechnungs-
hofs (einer Entscheidung, die, wie
wir folgern durften, das Mini-
sterium nicht anzufechten wünschte)
für die Monate der Internierung
kein Gehalt beziehen würden;
schließlich hätten wir nicht ge-
arbeitet.
Moskau, September 1945
Im September 1945, als Botschaf-
ter Harriman gerade abwesend war,
erhielten wir in der amerikanischen
Botschaft in Moskau den Besuch
einer Gruppe von Abgeordneten
des amerikanischen Repräsentan-
tenhauses. Sie wollten Stalin sehen.
Obwohl ich ohne Begeisterung und
ohne Hoffnung war, hatte ich keine
andere Wahl, als um einen Termin
bei Stalin nachzusuchen. Ich wußte,
daß einem solchen Ansuchen nor-
malerweise nicht entsprochen wur-
de. Zu meiner Verblüffung aber
geschah es diesmal doch.
Ich erwartete die Kongreßmitglie-
der um 17.30 Uhr an einem Ausgang
der Moskauer Untergrundbahn, wo
ihre Besichtigungsrundfahrt enden
sollte. Mit wachsender Unruhe regi-
strierte ich, daß die Abgeordneten
nicht kamen. Meine Nachforschun-
gen ergaben, daß sie irgendwo in
den Eingeweiden des Untergrund-
bahnsystems mit „Tee“ bewirtet
wurden. Den Ort dieser Bewirtung
entdeckte ich zwar nicht, doch ge-
lang es mir schließlich durch Aus-
sendung verzweifelter Botschaften,
meine Landsleute mit zwanzig Mi-
nuten Verspätung ans Tageslicht zu
lotsen.
Zu meinem Entsetzen entdeckte
ich, daß der „Tee“, den die geniali-
schen Gastgeber von der Moskauer
Untergrundbahn ihnen serviert hat-
ten, kein Tee von der alkoholfreien
Sorte gewesen war; in Wahrheit
hatten die Gastgeber in die Abge-
ordneten kurz vor dem Interview
mit Stalin verschiedene, aber je-
weils erhebliche Mengen von Wod-
ka hineingegossen.
In zwei Limousinen brausten wir
in Richtung Kreml. Ich saß in einem
der Wagen neben dem Fahrer. Als
wir uns dem Tor des Kremls nä-
herten, hörte ich zu meinem Entset-
zen von einem der Hintersitze eine
heisere Stimme sagen: „Wer ist die-
ser Kerl eigentlich, dieser Stalin?
Ich weiß nichts davon, daß ich ihn
sehen will. Ich steige aus.“
Mit unendlichen Mühen, darunter
der Vorlage des Passes jedes Ab-
geordneten beim sowjetischen Au-
Benministerium, war es uns gelun-
gen, die Zulassung der Gruppe in
den Kreml zu erreichen, und wenn
nun einer fehlte, so würde es einen
unendlichen Ärger geben. So sagte
ich mit großer Entschiedenheit: „Sie
werden nichts dergleichen tun. Sie
bleiben sitzen, und Sie bleiben bei
uns.“
Nun folgten die Formalitäten am
Kreml-Tor. Türen wurden geöffnet,
Pässe verglichen. Die Unterseite der
Sitze wurde inspiziert. Ein Wagen
voll bewaffneter Männer stellte sich
vor uns, ein anderer hinter uns. So
bewacht, fuhren wir den kurzen
Hügel zum Herzen des Kremls
hinauf.
In diesem Augenblick ließ sich
dieselbe heisere Stimme noch ein-
mal hinter mir vernehmen: „Wie
wär's denn, wenn ich dem alten
Scheusal eins in die Fresse haue?“
Mein Herzschlag setzte aus. Ich
kann mich nicht erinnern, was ich
sagte, aber ich bin sicher, daß ich
nie in meinem Leben mit größerem
Ernst gesprochen habe. Einige noch
halbwegs nüchterne Kongreßabge-
ordnete halfen mir dabei.
Unser Landsmann mit der heise-
ren Stimme kam indessen lamm-
fromm mit. In Stalins Arbeitszim-
mer saß er am Ende eines langen
Tisches, Stalin gegenüber, und das
Verwirrendste, was er tat, war, daß
er dem ein wenig verwunderten
Diktator ein- oder zweimal zuzwin-
kerte und ihn anfeixte.
Dies war nur eine kleine Episode,
aber ich muß sagen, es war eine der
Impressionen (und ich hatte viele
solche), die in mir allmählich eine
tiefe Skepsis gegenüber der Be-
hauptung wachriefen, Kontakte von
Mensch zu Mensch hätten für die
Verbesserung der internationalen
Beziehungen einen absoluten Wert.
An dieser Stelle scheint mir ein
Wort über die Person Stalins an-
gebracht.
Von Gestalt war er gedrungen
und ziemlich klein. Sein eckig ge-
schnittener Rock schien immer ein
wenig zu groß für ihn; man spürte
den Wunsch, die Schmächtigkeit der
Gestalt zu korrigieren. Die Gesichts-
züge, grob, aber gutgeschnitten,
deuteten auf ruhige, gesammelte
Kraft. Die Zähne waren verfärbt,
der Schnurrbart ungepflegt und zot-
tig. Das gab ihm, zusammen mit der
pockennarbigen Haut und den gel-
ben Augen, das Aussehen eines al-
ten, kampferprobten Tigers.
Sein Benehmen, wenigstens uns
gegenüber, war einfach, ruhig und
unaufdringlich. Er war nicht auf
Wirkung aus. Er machte wenig
Worte. Meist klangen sie vernünf-
tig und verständig; sie waren es
auch oft. Ein uneingeweihter Besu-
cher hätte nie erraten, welche Ab-
gründe von Berechnung, Ehrgeiz,
Machtgier, Eifersucht, Grausamkeit
und hinterlistiger Rachsucht hinter
dieser unauffälligen Fassade lagen.
Stalins Verstellungskunst war ein
wesentliches Stück seiner Größe als
Staatsmann, genau wie seine Gabe,
sich simpel, einleuchtend und
scheinbar völlig harmlos auszudrük-
ken. Obwohl völlig unoriginell im
schöpferischen Sinne, war er immer
ein außerordentlich gelehriger Schü-
ler. Er besaß eine unglaubliche Ga-
be der Beobachtung und, wenn es
ihm zweckmäßig schien, auch der
Nachahmung. (Wenn er seine Lehr-
meister anschließend umbrachte,
was er meistens tat, dann war das
im Grunde ein Zeichen seiner Hoch-
achtung.) Gleichzeitig war er natür-
lich selbst ein großer, wenn auch
Weiter auf Seite 99
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Geschmackvoll. Windsor de Luxe. Be
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wird auch immer langweiliger!« hat heute schon drei mein Herr, oder nicht... .?«
Vicky Ludovisi und Vittorio Gassman in Schweinchen gefressen!« Nadja Tiller in »Hotel Adlon
»Diebe sind auch Menschen:
Sonnabend, 17. August, 23.05, 2. Programm Robert Lembke und Jacky in »Was bin ich?«
Dienstag, 20. August, 20.15, 1. Programm
Montag, 19. August, 21.00, 2. Programm
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»Das war das letztemal, »Zieht schnell eure Klamotten
ee — |
»...istja kein Wunder, daß dein
Mann nie zu Hause frühstückt!« daß ich mich unter eine Höhen- aus — hier ist ein FKK-Strand!«
Rosemarie Fendel und Klaus Höhne in sonne gelegt habel« »Das Schwert im Norden —
»Spionage — Die Blindschleiche« 5 R ‚ : Armeen in Finnland und Schweden
Freitag, 16. August, 20.00, 2. Programm Eunice Gayson in »Simon Templar und der unsichtbare Sonntag, 18. August, 17.45, 1. Prgramm
Millionär« Freitag, 16. August, 21.00, 1. Programm
»Warum darf ich denn »Beeilt euch, Kinder — meine Frau »Warum gehen Sie denn nicht
meine Füße nicht auf Ihren kommt bald zurück !« mal zu Beate Uhse,
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»Die Girls«
Roger Moore und Jane Asher in Donnerstag, 22. August, 20.00, 2. Programm Klaus Schwarzkopf und Robert Meyn in
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reinigt schonend, aber man kann sie
nicht mit Wasser benutzen. Und nichts
erfrischt und belebt die Haut so wie
Wasser. Seife kann man mit Wasser be-
nutzen, aber sie trocknet die Haut aus.
Denn jede herkömmliche Seife enthält
Alkalistoffe.
Schön wäre also eine Creme, €,
die man mit Wasser benutzen
kann. Die können Sie jetzt haben.
Sie heißt Pretty Face. T
Pretty Face ist eine Gesichts-
waschcreme. Sie wäscht nicht nur _
- PRETTY FACE
an HCREME
gründlich und schonend. Sie tut etwas
für die Haut. Denn Pretty Face enthält
Cremestoffe, die die Haut pflegen. Und
einen Feuchtigkeitsspender, der Ihrer
Haut das Wichtigste gibt, was sie
braucht: Feuchtigkeit.
Die Anwendung ist ganz einfach.
Pretty Face auftragen. Mit etwas
Wasser einmassieren. Mit viel
Wasser abwaschen.
.;: Pretty Face kostet nur DM 3,95.
Denn bei einem Hautpflegemittel
sollte man beim Bezahlen keine
Falten bekommen.
STERN Nr. 35 vom 1. September 1968
VERSICHERUNG
JOURNAL
I < N
NLIRIEI
Grenzen der
»\Vir haben
auf heitere Art: in Pforzheim — vorgesorgt« war Versicherung:
Lernen Sie wer bezahltdie das Motto im Schäden,
aus der NRLCHE) Lebenslaufder die man früher
KENIA AI Familie Sänger noch
nicht kannte
»Unser Gepäck ist weg. Und ich Dussel habe es nicht versichert«
Man reist nicht unversichert
ins Heilige Land
Dies bedachten schon die Touristen des
Mittelalters viel zuwenig. Bei den
Kreuzzügen lauerten ihnen nicht nur die
Anhänger Allahs auf, die auf Christen
prinzipiell schlecht zu sprechen waren;
auch räuberische Banden schmarotzten
vom regen Fremdenverkehr. Viele
Kreuzfahrer, die ihr ganzes Vermögen in
diese Bildungsreise investiert und auch
ihr komplettes Ritter-Handwerkszeug
stern
mitgenommen hatten, kehrten bettelarm
in die Heimat zurück. Die wenigen Rei-
senden, die ungerupft davonkamen oder
gar ein schönes Souvenir mitbrachten,
wurden als große Ausnahme in den Ge-
schichtsbüchern besonders vermerkt —
so wie jener Graf von Gleichen, der sich
im Morgenland eine knusperbraune
Sarazenin als zweite Ehefrau ergattern
konnte, die ihm der Kaiser genehmigte
Dieses ist eine Studie des
Versicherungs - Inspektors
Alkibiades Grübler, der in
seinen Mußestunden Histo-
rie studiert. Dabei stieß er
auf manche Geschehnisse,
die ihm von Berufs wegen
Chancen geboten hätten.
Insofern bedauert er es zu-
tiefst, daß sich die Weltge-
schichtenichtzurückdrehen
läßt. Der Inspektor hofft
jedoch, daß wenigstens die
Zeitgenossen Nutzen aus
seinen tiefgeschürften Er-
kenntnissen ziehen. Daher
die eindringliche Mahnung:
Lernen
Sie
aus
dem,
was
einmal
war
ee,
er Bi un
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ns
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” YA
Zeichnungen aus P. Neugebauers „Illustrierte Weltgeschichte“
»Brüder, seid nicht traurig; unser Betrieb ist ja gut versichert«
Wenn einer das Pulver
erfinden will
Nur auf Armbrust und Katapult konnte
der Mönch Berthold Schwarz in seinem
Freiburger Kloster das alte Sprichwort
beziehen, wonach man nicht mit Schieß-
gewehren spielen sollte. Er ahnte ja
nicht, welchen Fortschritt er der Mensch-
heit bescheren würde. Erst seine Erfin-
dung, das Schwarzpulver, machte es
möglich, Zeugnisse epochaler Baukunst
innerhalb von Sekunden in malerische
Ruinen zu verwandeln. Damals, gegen
Ende des 14. Jahrhunderts, steckte diese
Technik noch in den Kinderschuhen, aber
der Explosionsschaden in dem kirchlichen
Handwerksbetrieb war.doch beträchtlich.
Um so notwendiger ist es heutzutage für
jeden Fabrikanten und Erfinder, sich
durch Versicherungen vor solchen — nicht
nur im Rüstungsgeschäft — unliebsamen
Arbeitsunterbrechungen zu schützen
Strassen Als Hannibal, Feldherr der nordafrika-
nischen Stadt Karthago, mit seinem
warenstetsS_ tee: über Frankreich gen Rom zog (218
gefährlich v. Chr.), machten ihm die damals noch
unzulänglich ausgebauten Paßstraßen in
den Alpen schwer zu schaffen. Vor allem
seine Panzer, 37 bis an die Zähne be-
waffnete Kriegselefanten, hatten eine
hohe Schadensquote. Der Massentouris-
mus des Altertums, der sich meist in
bewaffneter Form vollzog, hatte noch
7
en ”
Fr
\
al
I
m
» Verdammt, wir haben die Prämie für seine Lebens-
versicherung noch nicht bezahlt«
Die Luft Das wußte natürlich auch der altgriechi-
sche Jüngling Ikaros, der mit seinem
hat keine Vater auf Kreta zwei Flugapparate ge-
Balken bastelt hatte und zu einem Trip über
das Mittelmeer gestartet war. Die tech-
nische Unzulänglichkeit der Konstruktion
wurde dem Sohn zum Verhängnis, denn
das Wachs, in dem die Vogelfedern sei-
ner Tragflächen befestigt waren, schmolz
in der Sonnenwärme. Inzwischen wurde
dieses Problem bekanntlich vom Erfin-
dergeist so gut gelöst, daß bei den Probe-
flügen neuer Modelle wenigstens dieKon-
strukteurenichtmehr abstürzen. Anderer-
seits eröffnet die Aussicht, daß künftig
600 und mehr Luftpassagiere in einem
einzigen Flugzeug reisen werden, unserer
Branche ungeahnte Möglichkeiten, mit
einem Hinweis auf das Schicksal des
Ikaros die Notwendigkeit einer Lebens-
oder Unfallversicherung zu begründen
IIRr
»Ich habe es ja gleich gesagt: Wenn es über die Alpen
geht, muß man eine Vollkaskoversicherung abschließen«
keine Möglichkeit, sich bei solchen Zwi-
schenfällen durch eine Versicherung
schadlos zu halten. Um so mehr sollte
der Tourist von heute die ihm gebote- _
nen Chancen nutzen, denn unsere Ver- Versicherungs-
kehrswege sind auch jetzt nicht sicherer Journal
stern
Dasalte Die Gelehrten mögen sich weiterhin
= u streiten, wer anno 68 n. Chr. das alte
Spiel mit Rom angezündet hat. Viele meinen, Kai-
dem ser Nero müsse es gewesen sein, denn er
ließ sich durch den gewaltigen Anblick
Feuer des Flammenmeeres zu einer großen
Arie über die brennende Stadt Troja in-
spirieren. Zuzutrauen ist ihm die Brand-
stiftung, denn er war ja auch nicht pin-
gelig, als er seine nächsten Verwandten
um die Ecke bringen ließ. Künstler sind
nun einmal nicht sehr moralisch. Es ist
auch denkbar, daß Nero (wie so man-
cher Diktator) hoffte, auf diese Weise zu
einer schöneren Hauptstadt zu kommen.
Zum Glück bevorzugen die Dichter von
heute andere Stoffe; ihre Feuersbrünste
toben sich meist in Betten aus. Um so
mehr ist der Versicherungsvertreter auf
ein so welthistorisches Ereignis ange-
wiesen, der ganz anschaulich die Not-
wendigkeit einer Gebäudebrand- oder
Hausratversicherung nachweisen will
»Für die Fenerversicherung wird das eine teure Ariel«
»Wenn er seine Ernte versichert hätte, brauchte er
sich wegen der paar Äpfel nicht so aufzuregen«
Seitdem Vertriebene — und das wurden ja Adam
= und Eva durch den sogenannten Sün-
ıst der Apfel denfall — argumentieren häufig unsach-
ab lich. So ist auch der Ausspruch zu wer-
ten, mit dem sie ihren Apfeldiebstahl
bagatellisierten. Sie übersahen, daß der
liebe Gott bis dato gar keine Veranlas-
sung gehabt hatte, im Rahmen der
Schöpfung auch ein Versicherungs-Unter-
nehmen ins Leben zu rufen; in einem
Paradies ohne Gefahren bestand dafür
kein Bedürfnis. Immerhin ist es bezeich-
nend, daß den eben erst durch Apfel-
genuß klug gewordenen ersten Menschen
gleich spontan aufgeht, wie segensreich
eine solche Einrichtung für eine sich meh-
rende Menschheit. künftig sein würde &
stern
ehn Minuten
wü
der Orkan
Autos wurden hundert Meter weit durch die Luft
gewirbelt. Andere lagen nach dem Orkan schrottreif
unter Mauerwerk und umgestürzten Bäumen. Wer
sein Fahrzeug nicht wenigstens teilkaskoversichert
hatte, mußte den Schaden selber tragen. Diese
preiswerte Versicherung (VW: 23 Mark pro Jahr)
deckt seit 1962 auch Sturm- und Hochwasserschä-
den. In großem Ausmaß traten sie auf bei der
Hamburger Flutkatastrophe und nun in Pforzheim
r kam von den Schwarzwaldhöhen her-
ab, lärmend wie tausend Lokomotiven
und hauste nur zehn Minuten. Doch
danach schien Pforzheim noch einmal vom
Bombenkrieg heimgesucht: Dächer ohne Ziegel,
Häuser ohne Wände, zerschlagener Hausrat,
zertrümmerte Autos und weit über tausend
obdachlose Menschen. Auseiner ungewöhnlichen
Wetterlage hatte sich ein Wirbelsturm, ein Tor-
nado, entwickelt. Von einer Gewalt, wie man
sie in den USA, aber in Deutschland bisher
nicht kannte. Den Schaden in Pforzheim, in
etlichen Dörfern und in den Wäldern schätzt
man auf etwa 140 Millionen Mark.
Anders als im Krieg war es diesmal keine
Frage, wer den Schaden zu tragen hatte. Den
Großteil dieser Summe müssen Versicherungen
aufbringen. Das sind in erster Linie die in
Baden und Württemberg staatlichen Gebäude-
brand-Versicherungen. Bei ihnen ist in diesem
Foto: Guido Hang
tete
Bundesland jeder Hauseigentümer obligato-
risch auch gegen Sturm und Überschwemmun-
gen versichert. Sie müssen alle Gebäudeschä-
den bezahlen, vom Dachziegel bis zum Mauer-
werk — und zwar zum Neuwert, ohne Rück-
sicht auf das Alter des Hauses. Selbst Teile
des Wohnungsinventars — wie Herde und
Kücheneinrichtungen, wenn sie dem Haus-
eigentümer gehören — werden ersetzt. Die
Belastung ist für diese Brandkassen so groß,
daß sie möglicherweise im nächsten Jahr ihre
Beiträge erhöhen müssen; für alle Formen der
Versicherungen gilt nun einmal das Prinzip,
daß vermehrter Schaden stets auf die Gemein-
schaft der Versicherten umgelegt wird.
In Pforzheim wurde anerkennend vermerkt,
daß einige größere Versicherungsunternehmen
eigens für die Katastrophe Regulierungsbüros
einrichteten. Damit beschleunigten sie den Wie-
deraufbau und konnten so verhindern, daß der
Schaden, etwa durch starke Regenfälle auf
die ungedeckten Gebäude, noch größer wurde.
Wo der Sturm ganze Hauswände herausriß, holte
er meist auch das Mobiliar aus den Räumen. Tische,
Betten, Fernsehapparate segelten durch die Luft.
Hausratversicherungen müssen für diese Art von
Sturmschäden nur dann aufkommen, wenn dies im
Vertrag eigens vorgesehen ist. Der Zuschlag dafür
erhöht die Prämie nur geringfügig (zwei Mark jähr-
lich bei 20000 Mark Versicherungssumme). In
Pforzheim muß ein großer Teil des Mobiliarscha-
dens von den Betroffenen selbst getragen werden
Versicherungs-
Journal
sijstern
Luftbild: Albrecht Brugger, freigegeben vom Innenministerium Baden-Württemberg, Nr. 2/26817
Pforzheims Innenstad
Versicherungs-
Journal
ür alle Angestellten. diemehr
als 1800 Mark monatlich ver-
dienen, war der 30. Juni ein
wichtiger Tag. Wer bis zu diesem
Termin keine befreiende Lebensver-
sicherung abgeschlossen hat. ist jetzt
Zwangsmitglied der gesetzlichen
Rentenversicherung. Dies war der
Wille des Deutschen Bundestages, als
er im Dezember 1967 das Finanz-
änderungs-Gesetz verabschiedete.
Auf etwa 350 000 wurde der Kreis
der Betroffenen geschätzt. Bisher
konnten sie ihre Alters- und Hin-
terbliebenenvorsorge frei und indi-
vidnellen Bedürfnissen entspre-
chend gestalten. Am 30. Juni ende-
te die Freiheit der Wahl zwischen
staatlicher Rentenversicherung und
privater Lebensversicherung.
Bundesarbeitsminister Katzer und
sein Ministerium hatten damit
gerechnet, daß sich etwa 20 Pro-
zent der leitenden Angestellten,
also 70000 Betroffene, nicht der
Sozialversicherunganschließen wür-
den. Die Prognose ging kräftig
daneben. Die Lebensversicherungs-
Unternehmen zählten mehr als
148 000 Befreiungsanträge, und
außerdem haben etwa 72000 An-
gestellte, die älter als 50 Jahre
sind, auf die Rentenversicherung
verzichtet. Weit über die Hälfte aller
Angestellten mit einem Einkom-
men von mehr als 1800 Mark
monatlich hat also der Altersvor-
sorge durch die gesetzliche Renten-
versicherung entsagt. Mehr als
40 Prozent haben sich den privaten
Lebensversicherungs-Unternehmen
anvertraut.
Daß nun auch die gut verdie-
nenden Angestellten zwangsver-
sichert sind, entspringt nicht der
Sorge um ihren Lebensabend. Man
braucht ihr Geld. Seit Löhne und
Gehälter jährlich nicht mehr um
acht und mehr Prozent steigen.
wachsen bei der gesetzlichen Ren-
tenversicherung die eingehenden
Beiträge langsamer. 1967 betrug
ihr Defizit mehr als 2 Milliarden
Mark. Sie mußte schon Teile ihres
Vermögens flüssigmachen. In die-
sem Jahr wird das Loch in der
Kasse nicht kleiner werden.
Minister Katzer hoffte, daß er
von den gut verdienenden Ange-
stellten im Jahr 1968 638 Millio-
nen Mark holen könnte. Die Neu-
zugänge bringen aber der Sozial-
versicherung höchstens 400 Millio-
nen Mark. Das reicht aber nicht,
um die Finanzen der gesetzlichen
Rentenversicherung aufzubessern.
stern
Fotos: dpa
Mit ıhnen wird sich wohl oder
übel der Bundestag in den näch-
sten Jahren noch einige Male be-
schäftigen müssen. Die Abgeord-
neten können das um so leichte-
ren Herzens tun, als sie zwar alle
Angestellten zu Pflichtmitgliedern
machten, ihre eigene Altersversor-
gung dagegen durch eine private
Gruppenversicherung sicherstellen
wollen. War die gesetzliche Sozial-
versicherung nicht gut genug?
Die zahlte im Juni 1968 den
Arbeitern durchschnittlich ein
Altersruhegeld von 305,10 Mark,
den Angestellten 531,50 Mark.
Zwar liegen viele Altersrenten
höher, aber ein Rentenversicher-
ter, der 40 Jahre seine Beiträge
leistete, erhält maximal nur eine
Rente, die knapp 45 Prozent sei-
nes letzten Verdienstes ausmacht.
Deshalb ist es nicht verwunder-
lich, daß so viele leitende Ange-
stellte sich von der Sozialver-
sicherungspflicht befreien ließen.
Für sie war entscheidend, wer
mehr bietet fürs gleiche Geld:
Rentenversicherung oder Lebens-
versicherung?
amit eine privateLebensver-
sicherung als Befreiungsver-
sicherung anerkannt werden
konnte, hatte der Gesetzgeber vor-
geschrieben, daß monatlich minde-
stens ebensoviel an Beitrag aufge-
wendet werden muß wie bei der So-
zialversicherung. Gegenwärtig sind
das 240 Mark monatlich. Schon
1970 wird die Sozialversicherung
von ihren bestverdienenden Mit-
gliedern über 300 Mark im Monat
verlangen, ohne daß sich dadurch
der Rentenanspruch erhöht. Der
Beitragssatz, jetzt noch 15 Pro-
zent, wird dann auf 17 Prozent
angestiegen sein. Und wie er mög-
licherweise weiter steigt, steigen
muß, damit die jährlichen Defizite
aufgefangen werden können, das
vermag noch niemand so recht an-
zugeben. Nach Berechnungen der
Lebensversicherer kann er 1972
an 20 Prozent herankommen.
Für die Befreiungsversicherung er-
höhen sich die Beiträge nicht. Doch
dies war zumindest nicht der
wesentliche Grund, warum mehr
als 126000 Angestellte eine pri-
vate Lebensversicherung abge-
schlossen haben. Sie waren auch
überzeugt, daß sie mit den Leistun-
gen der Lebensversicherungs-
Unternehmen besser fahren.
Das war Katzers wilde,
vergebliche Jagd
Die
falsche Rechnung
des
Ministers
Ein Beispiel mag dies belegen;
es vergleicht die dynamischen Lei-
stungen in der Sozialversicherung
mit denen der Lebensversicherung.
Für beide Rechnungen gelten fol-
gende Voraussetzungen: monat-
licher Ausgangsbeitrag 240 Mark.
Der Beitragssatz der Sozialversiche-
rung beträgt jetzt 15 Prozent. Er
steigt jährlich um ein Prozent und
wird ab 1972 mit 19 Prozent kon-
stant gehalten. Für die Entwick-
lung der Erwerbseinkommen wird
ein jährlicher Anstieg von vier
Prozent zugrunde gelegt, eine An-
nahme, die für eine langfristige
Betrachtung sehr realistisch sein
dürfte. Eine gemischte Lebensver-
sicherung auf den Erlebens- und
Todesfall (Endalter 65 Jahre) mit
zusätzlicher Beitragsbefreiung und
Rente bei vorzeitiger Berufsunfä-
higkeit wird bei der Lebensversi-
cherung als Tarif angenommen.
Beim Vergleich wird der Ren-
tenleistung in der Sozialversiche-
rung der Ertrag an Zinsen gegen-
übergestellt, die man aus dem Ka-
pital der Lebensversicherung er-
hält, wenn man es mit 6”/o anlegt.
Angenommen wird der Fall eines
Mannes, der jetzt in seinem 30.
Lebensjahr der Versicherung bei-
tritt, dann vor seinem 55. Lebens-
jahr berufs- oder erwerbsunfähig
wird (und von diesem Zeit-
punkt ab dafür eine Rente be-
zieht), bis er schließlich im Jahr
2003, also 65jährig, Altersrente er-
hält. Die Lebensversicherung bringt
ihm dann monatlich 2189 Mark
ein. Die Rentenversicherung zahlt
nur 2048 Mark. Bei der Lebens-
versicherung hat er, einschließlich
Zinsen und Gewinnbeteiligung.
437 885 Mark angesammelt. Bei
der Rentenversicherung wären dies,
sofern sie das Kapital ansammelte,
nur 291 141 Mark.
ritt der Mann erst als 40Jäh-
riger ein,erbringt dieLebens-
versicherung 962 Mark, die
Rentenversicherung 834 Mark. Noch
größer ist der Unterschied, wenn
der Mann 50 Jahre alt ist: 353
Mark von der Lebensversicherung,
189 Mark von der Rentenversiche-
rung. Gerade dieses Beispiel zeigt,
daß die Anhänger der gesetzlichen
Rentenversicherung zu Unrecht
behaupten, die private Lebensver-
sicherung biete ıhren Versicherten
keinen Schutz bei Berufs- oder Er-
werbsunfähigkeit. Selbstverständ-
lich gibt es auch Fälle, in denen die
gesetzliche Rentenversicherung ge-
ringfügig überlegen ist.
Auch andere Vorteile der Le-
bensversicherung haben die Ent-
scheidung der leitenden Angestell-
ten stark beeinflußt:
@ Die Lebensversicherung kennt
keine Wartezeit von fünf Jahren
wie die Sozialversicherung. Sie
zahlt im Versorgungsfall sofort.
© Einen Lebensversicherungsver-
trag kann man den jeweiligen
persönlichen und familiären Erfor-
dernissen anpassen — auch noch
Jahre nach Vertragsabschluß.
© Bei der Lebensversicherung
wird ein echtes Kapital gebildet
und nicht nur ein Anrecht auf eine
spätere Rentenzahlung erworben.
© Die gezahlten Beiträge gehen
im Todesfall bei der Lebensver-
sicherung in keinem Fall verloren,
denn die Versicherungsleistung kann
vererbt werden.
inister Katzer und seine
Leute haben offenbar nicht
bedacht, daß die gur ver-
dienenden Angestellten es gewohnt
sind zu rechnen. Dadurch ist die
Befreiungsaktion 1968 ein Erfolg
für die Lebensversicherer gewor-
den. Auf mehr als sechs Mil-
liarden Mark beziffert sich die
Versicherungssumme des Befrei-
ungsgeschäftes. Und so stark der
Bundesarbeitsminister den verlo-
renen 148000 Beitragszahlern
nachtrauert — er sollte sich freuen
über diese künftige Kapitalan-
sammlung. Denn die Lebensver-
sicherungs-Unternehmen werden
diese sechs Milliarden der Wirt-
schaft zur Verfügung stellen, damit
Investitionen finanzieren und so
mithelfen, daß eine expandierende
Wirtschaft durch höhere Löhne und
Gehälter das Defizit der Sozial-
versicherung verringert.
Schon jetzt reichen die Einnahmen
der Rentenversicherung nicht aus,
um die laufenden Renten zu zah-
len, aber die große Krise der So-
zialversicherung beginnt erst in den
Jahren 1975/76. Dann werden zwei
Berufstätige einen Rentner ernäh-
ren müssen. Sie werden — so wie
es heute aussieht — der Sozial-
versicherung einen Beitrag von
nahezu 20 Prozent ihres Einkom-
mens abliefern müssen, und es ist
„Jetzt
im Duett!
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Stuyvesart leere
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ae NIKOTINARM IM BAUCH
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King Size iperlong
85 mm 00 mm
nikotinarm
im Rauch
Kennen Sie schon die neue
Hausfrauen-
A Unfallversiche
NENBLOINEN
Nein? Fernsehen, Funk und Presse haben über die
kürzlich von uns eingeführte Hausfrauen-Unfallversiche-
rung berichtet. Das Echo aus der Bevölkerung war
groß, denn jeder Ehemann weiß:
Wenn Mutti ausfällt, wird es teuer
Fremde versorgen den Haushalt nicht aus Liebe, son-
dern nur gegen gute Bezahlung. Deshalb schließen auch
Sie eine Hausfrauen-Unfallversicherung ab. - Sie bietet
Tagegeld für jeden Tag unfallbedingter Arbeitsunfähig-
keit und hohe Invaliditätsentschädigung bei Dauerschä-
den; gleichgültig, ob sich der Unfall im Haushalt, im Stra-
Benverkehr, im Urlaub oder beim Sport usw. ereignet. -
Bitte füllen Sie den Antrag aus und schicken Sie ihn an die
NATIONAL
ALLGEMEINE VERSICHERUNGS-AKTIEN-GESELLSCHAFT
2400 LUBECK- POSTFACH 1935
Bitte hier abschneiden! >g
NATIONAL ALLGEMEINE VERSICHERUNGS-AKTIEN-GESELLSCHAFT, LÜBECK, Postfach 1935
Antrag auf Hausfrauen-Unfallversicherung
für Hausfrauen ohne berufliche Tätigkeit und ohne Mitarbeit in der Landwirtschaft —
Bitte Blockschrift, Zutreffendes in DJ ankreuzen und ausfüllen Töchstalter bei
® Antragstellerin
Zu- und Vorname
® Postleitzahl
Ort, Straße, Nr.
Antragstellung 65 Jahre
® Versicherungssummen Vierteljahresbeitrag ® m
Invalidität Tagegeld einschl. Gebühr u. Steuer Beginn
Der Vertrag verlängert sich
weiter von Jahr zu Jahr,
wenn nicht spätestens
DM . DM DM
15000, Er Ss 0 ® Dauer Er eg er,
‚” -L
60,- I] ID) Körpergröße und Gewicht? ............. (NSUIEENDERR
ja) nen]
60 000,-
ind Sie vollständig gesund
und ohne körperliche Gebrechen,
und wenn nein, woran leiden Sie
oder haben Sie gelitten ?
® Bei Verwendung von Brillengläsern
ab 8 Dioptrien Stärke der Gläser ?
Waren Sie bereits unfallversichert,
ggf. bei weicher Gesellschaft ?
..Dioptrien; links_............. Dioptrien
versichert bei
rechts...
ja) nen]
chein-Nr.
in Höhe von
Haben Sie bereits Entschädigungen F
erhalten, ggf. in welcher Höhe je nen
und von wem? DM
Nicht versicherungsfähig und trotz Prämienzahlung nicht versichert sind Geisteskranke, Blinde und Personen, die von Epilepsie
oder schwerem Nervenleiden befallen oder nach den Bemessungsgrundsätzen des $ 8 Il Allgemeine Unfaliversicherungsbedingun-
gen (AUB) mehr als 70 Prozent dauernd arbeitsunfähig sind (s. $ 5 AUB).
erhalten von
N
An diesen Antrag halte ich mich einen Monat gebunden. Die für die Versicherung maßgebenden Allgemeinen Unfallversicherungs-
Bedingungen werden von mir anerkannt. Mit Anfragen bei Ärzten, Versicherungsträgern und Behörden bin ich einverstanden und
ermächtige diese zur Auskunft. Mündliche Abmachungen haben keine Gültigkeit.
(Ort und Datum) (Unterschrift der Antragstellerin)
nstern
zu befürchten, daß die Wirtschaft
darunter leidet. Jede Beitragserhö-
hung um ein Prozent erfordert
dann einen Mehraufwand von
zwei Milliarden Mark.
Unter diesen Umständen wird
die vielgerühmte Sicherheit der so-
zialen Rentenversicherung proble-
matisch. Ebenso ihre Dynamik, das
heißt die Anpassung an das steigen-
de Gesamteinkommen (und damit
auch an die Preisentwicklung). Für
viele kann sie in der Zukunft nur
eine Grundsicherung sein, die man
zwangsläufig durch eine private
Lebensversicherung ergänzen wird.
Zum Streiten
braucht man eine
Kriegskasse
er noch nie prozessieren
mußte, soll gleich auf
Holz klopfen und toi,
toi, toi rufen. Denn Streiten vor
den Richtern ist kein Spaß, kostet
fast immer Geld (auch wenn man
gewinnt), und nur den Ärger hat
man gratis. Dabei ist der fried-
lichste Mensch nicht sicher davor,
daß er ein Gericht oder ein Gericht
ihn braucht. Wer das nicht glaubt,
lese ein paar Geschichten im Tele-
grammstil, zusammengerafft aus den
Akten der Rechtsschutz-Versiche-
rungen. Dann prüfe er, ob diesoder
jenes nicht auch ihm passieren
könnte.
Die kranke Kuh
Sie frißt nicht mehr, der Bauer
holt den Tierarzt. Diagnose: Milz-
brand. Er verordnet ein Mittel,
kommt aber nicht noch einmal in
den Stall, als das Tier zusammen-
bricht. Bei dieser Krankheit sei
doch nichts zu machen, sagt er. Am
nächsten Morgen ist die Kuh tot.
Tatsächlich aber ist sie, wie der
Kreisoberveterinärrat später fest-
stellt, an Milchfieber eingegangen.
Das bedeutet für den Bauern: keine
Entschädigung aus dem Viehseu-
chenfonds. Er klagt gegen den
Tierarzt — die Rechtsschutz-Ver-
sicherung schießt die Kosten vor —,
und der Arzt muß 2500 Mark
Schadenersatz und Verfahrenkosten
bezahlen. (Betriebs-Rechtsschutz)
Beamter gegen Behörde
Er wohnt mit Familie im Eigen-
heim, bis man ihm auf seiner
Dienststelle sagt, er müsse zumin-
dest vorübergehend eine Aufgabe
in einer anderen Stadt überneh-
men. Schließlich willigt er ein. Weil
er nur am Wochenende heimfah-
ren kann, bekommt er Trennungs-
geld, aber nach 15 Monaten wird
es dem Fiskus zuviel. Der Zu-
schuß wird gestrichen, der Beamte
soll sogar wieder Geld zurückzah-
len. Er klagt und siegt. Die Be-
hörde muß 3100 Mark nachzahlen
und das Trennungsgeld weiter
überweisen. (Rechtsschutz für
dienstrechtliche Streitigkeiten)
Betrug im Büro
Eine Angestellte unterschlägt
15000 Mark. Ihr Chef verzichtet
zwar auf die Strafanzeige (die ihm
doch nichts einbringt), entläßt die
Angestellte fristlos und verlangt
in einer Klage bei dem für solche
Fälle zuständigen Arbeitsgericht
einen vollstreckbaren Titel für
den Schadenersatz. Natürlich ge-
winnt er den Prozeß, aber dieser
Sieg kostet 1100 Mark Anwalts-
gebühren, weil in der ersten In-
stanz des Arbeitsgerichts der Ver-
lierer den gegnerischen Anwalt
nicht bezahlen muß. Die Rechts-
schutz-Versicherung des Chefs
kommt dafür auf. (Arbeitsge-
richts-Rechtsschutz)
Das Loch im Wege
Die 20jährige Studentin spaziert
im Stadtpark, bricht mit einem
Fuß durch eine morsche Sandstein-
platte und verletzt sich so, daß sie
acht Wochen in der Klinik liegt.
Die Stadtverwaltung bestreitet
jede Schuld. Der Prozeß geht durch
zwei Instanzen, bis die Stadt
schließlich drei Viertel des Scha-
dens übernehmen muß. Sie zahlt:
5755,44 Mark für Heilungskosten,
Schmerzensgeld und den Verlust
eines Studiensemesters. (Privat-
Rechtsschutz, abgeschlossen vom
Vater der Studentin)
Streit um die Wohnung
Die Verlobten wollen heiraten.
Die Wohnung stellt der Onkel des
Mädchens in seinem Haus zur Ver-
fügung. Der junge Mann unter-
schreibt den Mietvertrag und zieht
ein. Seine Braut, so wird beschlos-
sen, soll nach der Heirat unter-
zeichnen. Dazu kommt es nicht,
denn das Paar geht auseinander.
Der Onkel will nun seinen Mieter
wieder aus dem Hause haben und
klagt auf Räumung. Der Prozeß
geht durch zwei Instanzen. Das
Urteil: Der Mietvertrag ist gültig,
ohne Rücksicht auf die Neben-
absprachen. (Mieter-Rechtsschutz)
Der Sturz auf der Treppe
Beim Gastwirt geht es hoch her.
Als das Bierfaß leer ist, steigt er
in den Keller, um ein neues anzu-
zapfen. Auf der Treppe kommt er
zu Fall. Er stirbt an den Verlet-
zungen. Die Berufsgenossenschaft
weigert sich, die Rente zu zahlen;
der Wirt sei betrunken gewesen.
Die Witwe klagt gegen diesen Be-
schluß beim Sozialgericht. Und sie
gewinnt, weil die Obduktion ergab,
daß der Wirt nicht mehr als in
seinem Gewerbe üblich getrunken
hatte. (Sozial-Rechtsschutz)
Die italienische Beule
Der Mercedes bekommt die
Beule in Rom, weil ein kleiner
Fiat aus Italien dagegenbumst.
Dessen Besitzer bestreitet die
Schuld. Also Prozeß. Der deutsche
Urlauber muß einen Anwalt neh-
men und gewinnt auch nach drei-
einhalb Jahren in dritter Instanz.
Sie spricht ihm 490 Mark zu für
die Reparatur. Sein Anwalt aber
verlangt fast 700000 Lire, also
rund 4500 Mark. Davon soll gemäß
Urteil der italienische Unfallgeg-
ner nur rund 1200 Mark zahlen.
Der weitaus größere Rest bliebe
an dem Kläger hängen, spränge
nicht die Rechtsschutz-Versiche-
rung ein. (Kfz-Rechtsschutz)
Soweit die Fälle. Sie sollen nicht
zu der Ansicht verleiten, jeder
Prozeßhansl könne mit Hilfe einer
Rechtsschutz-Versicherung Gott
und die Welt vor den Kadi zwin-
gen. Wenn die Rechtslage gar kei-
nen Erfolg verspricht, macht die
Versicherung nicht mit. Sie finan-
ziert auch nicht jeden Prozeß. So
finden Diebe — wie alle anderen
vorsätzlichen Gesetzesbrecher —
durch sie keine Verteidigung. Sie
zahlt auch nichts bei Scheidungen
oder Prozessen, die „gegen das ge-
sunde Rechtsempfinden“ versto-
ßen. Es gibt auch sonst noch ein
paar Ausschließungsgründe. Außer-
dem schränkt die Aufteilung auf
einzelne Sparten natürlich die Wir-
kungsbreite von Verträgen ein.
Aus diesen Gründen muß man
die Bedingungen gründlich durch-
lesen, ehe man einen Versicherungs-
antrag unterschreibt. Wer etwa
Formulierungen wie „Schadens-
ersatzansprüche aus der gesetz-
lichen Haftpflicht privatrechtlichen
Inhalts“ nicht voll versteht, soll
sie sich vom Vertreter erklären
lassen, denn das Juristendeutsch
ist für Laien eine Geheimsprache.
Bilanz
nach
langer
Krank -
heit
Soll und Haben
eines Falles
aus den
Akten einer
Krankenversicherung
icherheit verkauft sich nicht so
leicht wie Weinbrand oder
Zigaretten“,sagte der Mann,
„aber die Arbeit macht dafür ent-
schieden mehr Spaß. Es geht dabei
nie um ein Ding, sondern immer
um einen Menschen.“
Auf seiner Schreibtischplatte lag
ausgebreitet eine Menge Papier:
Broschüren, Prospekte, Formulare,
Tabellen. Wenn der Mann im
Dienst ist, trägt er das alles in
seiner Aktentasche. Er hat zwar die
Zahlen und Sätze aus seinen Papie-
ren im Kopf, aber seine Kunden
müssen alles schwarz auf weiß
lesen können. Der Mann ist seit
"Allen Stürmen
wachsen”?
Das macht Spaß, Irgendwann können wirklich
sich einmal kräftig durch- stürmische Tage kommen:
usten zu lassen. Sorgen, Unabwendbares.
eine steife Brise Wer würde nicht damitrechnen?
kann unserer guten Laune Doch wir sind vielem gewachsen.
etwas anhaben. Unsere Lebensversicherung gibt
Wird es so bleiben? uns Sicherheit heute und für
die Zukunft.
Volksfürsorge: die mit den meisten
Versicherungen.
Keine Sorge —
Volksfürsorge Versicherungen
2 Hamburg 1
An der Alster 57-63
Abt.W2
stern n
Jahren Inspektor einer privaten
Krankenversicherung.
„Damit“ — und seine Hand zeigte
auf die Papiere — „schneidere
ich Ihnen so etwas wie einen Maß-
anzug. Eine Versicherung also, die
sich Ihren Lebensumständen an-
paßt. Sie können unter vielen
Tarifen wählen.“
Wie aber, wenn die Leute nur
noch Konfektion tragen wollen,
weil sie einfacher und meist auch
billiger zu haben ist? Nur einer
von zehn Deutschen ist in einer
privaten Krankenversicherung; alle
anderen sind fast ausnahmslos Mit-
glieder einer gesetzlichen Kranken-
kasse. Auch sie bietet Sicherheit
vor der Not, die meist zum Ge-
folge der Krankheit gehört. Ist es
nicht schwer, eine so mächtige
Konkurrenz auszustechen?
„Wir sind im Grunde keine Kon-
kurrenten“, sagte der Inspektor,
„weil wir nicht dasselbe bieten.
Unsere Angebote sind so unter-
schiedlich, daß man sie nicht guten
Gewissens vergleichen kann. Man
kann mit dem eigenen Auto oder
mit dem Bus täglich ins Büro fah-
ren, mit einer simplen Kostenrech-
nung aber ist das Problem doch
nicht entschieden.“
Vergleiche pflegen zu hinken. Um
klarzusehen, muß man schon in
die Realitäten gehen. Wie sieht so
ein Maßanzug aus? Vor allem, wie
trägt er sich, wenn er einmal gründ-
lich strapaziert werden muß? Am
anschaulichsten ist der typische Ein-
zelfall aus dem Alltag.
Der Inspektor blätterte in Akten
und sprach dann von einem Herrn
X... Namen nennt er nie, weil die
Versicherung ebenso zum Schwei-
gen verpflichtet ist wie ein Arzt.
Dieser Herr X. ist Steuerberater
von Beruf, verheiratet, hat ein
Kind und war dreißig Jahre alt,
als er vor fünf Jahren den Inspek-
tor in sein Haus bat, um eine
Krankenversicherung abzuschlie-
ßen. Jahreseinkommen :30000Mark.
Dem Inspektor war schnell
klar, worauf es in diesem Fall an-
kam: Herr X. war nicht scharf
darauf, jede Kopfschmerztablette
vergütet zu bekommen, aber er
verlangte dafür, daß die Versiche-
rung jedes große Risiko voll trug.
Da ein Steuerberater gewohnt ist,
mit spitzem Bleistift zu rechnen,
durfte der Maßanzug nicht zu
teuer ausfallen.
„Man kann das“, sagte der In-
spektor, „weil man einen Mann
dieses Typs nur gegen solche Fälle
absichern muß, die er allein nicht
mehr tragen kann. Das ist im
Grunde genommen doch wohl auch
der Sinn jeder Versicherung
schlechthin. Wer im Leben über-
haupt kein Risiko tragen möchte
und selbst den gerissenen Schnür-
senkel von einer Versicherung er-
setzt haben möchte, könnte gleich
sein ganzes Einkommen zur Prä-
mienzahlung verwenden.“
Vier Jahre, genau 49 Monate
lang, zahlte Herr X. brav seinen
Monatsbeitrag von 75 Mark — nur
für seine Person. Mancher würde
sagen, nutzlos, denn selbst eine
Grippe, die ihn etwa 50 Mark
kostete, beglich er aus der eigenen
Tasche. Nach Adam Riese nahm
ihm die Versicherung in dieser Zeit
also 3675 Mark ab.
Davon aber bekam Herr X. einiges
zurück:
® Weil er seine Beiträge vom
steuerlichen Einkommen absetzen
konnte, nahm ihm das Finanzamt
pro Jahr 250 Mark weniger ab,
zusammen also 1000 Mark.
© Und die Versicherung schickte
Herrn X., weil er „schadenfrei“
blieb, jedes Jahr drei Monatsbei-
träge zurück. Das waren weitere
900 Mark.
Das sind zusammen 1900 Mark.
Der spitze Bleistift des Steuer-
beraters mag wohl gelegentlich
einmal festgestellt haben, daß ihn
seine Krankenversicherung bis da-
hin im Grunde nur 1775 Mark,
also rund 36 Mark pro Monat
gekostet hatte.
Wie gut dieses Geld angelegt
war, merkte Herr X. bald, nach-
dem sein weißer BMW 1800 An-
fang Februar am Hamburger
Stadtrand auf eisglatter Straße
gegen einen Baum geschleudert war.
Diagnose im Krankenhaus: kom-
plizierter Oberschenkelbruch links,
einfacher Armbruch rechts, Ge-
hirnerschütterung, Schnittwunden.
Die Wunden wurden genäht
oder geklammert, der Armbruch
geschient, jedoch der Oberschenkel
mußte genagelt werden. Der Chef-
arzt meinte, ein paar Wochen läge
Herr X. wohl auf seiner Station.
Er irrte sich insofern, als sich
während der fünften Woche in der
Oberschenkelvene des Herrn X.
ein Pfropfen geronnenen Blutes
festsetzte, und diese Thrombose
verlängerte die Zeit im Kranken-
haus auf volle vier Monate.
Eine solche Zeitspanne kann für
einen Mann im freien Beruf zur
Katastrophe werden. Doch Herr
X. brauchte sich seines Büros
wegen keine Sorgen zu machen.
Die Versicherung zahlte ihm ein
Tagegeld von 100 Mark, solange
er im Krankenhaus bleiben mußte.
Damit konnte er einen Ersatz-
mann honorieren. Sie zahlte fer-
ner alle Arztrechnungen — den
Chefarzt, der die Operation ge-
macht hatte, den Anästhesisten, den
Röntgenspezialisten. Und sie zahlte
die Rechnung des Krankenhauses,
das nur für Aufenthalt und Pflege
in der 2. Klasse 57 Mark pro Tag
forderte. Insgesamt schöpfte Herr
X. damit seine Versicherung nicht
einmal voll aus, denn er hätte für
die ersten vier Tage (die meist die
teuersten einer Krankenhausbe-
handlung sind) bis zu 170 Mark
pro Tag und für jeden folgenden
bis zu 120 Mark ersetzt bekommen.
„Ich habe jetzt“, sagte der Inspek-
tor, „die Abrechnung über den
ganzen Fall. Das Krankenhaus hat
rund 7000 Mark verlangt, die
Ärzte 5500 Mark. Macht zusam-
men 12500 Mark. Dazu kommt
das Tagegeld; das sind noch einmal
12000 Mark. Wir haben also
erheblich draufgezahlt.“
Das Beispiel legt die Frage nahe,
ob die privaten Krankenversiche-
rungen vom Draufzahlen leben
können. Von den 2,9 Milliarden
Mark, die sie im vergangenen
Jahr von ihren Mitgliedern einge-
nommen haben, mußten sie ja
schließlich nicht nur solche Rech-
nungen bezahlen, sondern auch
das Gehalt des Inspektors, die
Kosten der ganzen Verwaltung.
„Nein, vom Defizit kann nie-
mand leben“, gestand der Inspek-
tor, „wohl oder übel zahlen alle
anderen Mitglieder, die selten oder
nicht so schwer krank werden, am
Fall X. mit. Dafür liefern wir aber
auch die Sicherheit, daß ihnen ge-
holfen wird, wenn es sie erwischt.“
Wer versucht ist, diese Bilanz
mit den Leistungen einer gesetz-
lichen Krankenkasse zu vergleichen,
sei daran erinnert, daß der Steuer-
berater X. für Frau und Kind
ebenfalls Beiträge zahlen muß.
Andererseits genießt er als Privat-
patient etliche Vorteile — so kann
er zum Beispiel jederzeit jeden
beliebigen Arzt bemühen. Er
braucht auch nicht zu fürchten,
daß seine Versicherung bei lang-
andauernder Krankheit eines Ta-
ges weitere Zahlungen verweigert
und ihn als „ausgesteuert“ ansieht.
Wie meinte doch der Inspektor:
„Ungleiche Angebote lassen sich
eben nicht vergleichen.“
Das zeigt sich auch hier wieder.
or
Er
s
T g
=
schen die meisten Frauen
nditoren mit Persil?
Konditoren immer appetitlich weiß
sein müssen. Darum waschen die meisten
Frauen von Konditoren mit Persil; sie wissen,
daß nichts auf der Welt weißer wäscht.
mit zwei
Weißmachern
7
Persil mit 2 Weißmachern- die Garantie für unübertroffenes Weiß. >
Ein Erdbeben zerstörte
am 18. 4. 1906 die
Stadt San Francisco.
452 Menschen ver-
loren dabei ihr Leben.
Der Schaden von
etlichen hundert Millionen
Dollar entstand zum
größten Teil durch Brände
rastern
H
Versicherungs-
Journal
Der
Fortschritt hat seinen
bitteren Preis
m 20. April 1968 brannte in Mün-
chen das Lagerhaus einer Sektkellerei. Die
Feuerwehr badete förmlich im Sekt. Sie
konnte aber wenigstens die Nachbarge-
bäude retten. Der Schaden war groß.
Am selben Tag überfuhrin Hamburg-Eims-
büttel ein Pkw-Fahrer ein siebenjähriges
Mädchen, als es mit seinem Kinderfahrrad
vorschriftsmäßig auf einem Zebrastreifen
die Straße überqueren wollte.
Bei Windhuk, Südafrika, stürzte an diesem
Tag ein Verkehrsflugzeug vom Typ Boeing
707 ab; 122 der Insassen kamen ums Leben.
In Köln raubten zur selben Stunde Einbre-
cher aus einer Wohnung Geld und Sach-
werte in Höhe von 20 000 Mark.
Solche Momentaufnahmen aus dem Ablauf
eines Tages lassen nur ahnen, welche Forde-
rungen pausenlos auf die Versicherungen
zukommen. Sachverständige schätzen, daß
jeden Tag in Deutschland durchschnittlich
58 Millionen Mark der Volkswirtschaft
durch Schäden verlorengehen.
Summen in dieser Höhe können die Kassen
der Versicherer nur auszahlen, weil die Ge-
meinschaft der Versicherten sie gefüllt har.
Deren Risiko ist dabei gering; sie zahlen
schlimmsten- oder vielmehr bestenfalls Prä-
mien, ohne die Versicherung je in Anspruch
nehmen zu müssen. Das Versicherungsunter-
nehmen jedoch muß immer mit bösen Über-
raschungen rechnen — sei es eine Häufung
normaler Schadensfälle oder sei es nur ein
einziges großes Unglück mit katastrophalen
Auswirkungen. Klassisches Beispiel dafür
ist das Erdbeben in San Francisco im Jahre
1906, das die Stadt weitgehend vernichtete
— auch durch Brände, die in den einstür-
zenden Häusern entstanden. So kam es, daß
die Feuerversicherungen ungeheure Sum-
men aufbringen mußten (allein die Münche-
ner Rückversicherung zahlte zehn Millionen
Goldmark), obwohl keine Gesellschaft der
Welt je bereit war, eine Erdbebenversiche-
rung anzubieten. Seit jener Zeit gibt es in
allen Feuer- und Brandversicherungen einen
Passus, der Brände ausschließt, wenn sie
durch Erdbeben entstehen.
Ähnlichen Problemen sehen sich die Ver-
sicherungsunternehmen heute gegenüber.
Über New York
stießen am 16. 12. 1960
zwei große
Passagierflugzeuge
zusammen.
Ihre Trümmer fielen
in das Häuser-
meer. 133 Menschen
starben, mehrere
Wohnblocks wurden
durch Feuer zerstört
Die rasante Entwicklung der Technik, die
Verwendung neuer Substanzen, die Zusam-
menballung von Menschen in Riesenstädten
mit ständig wachsendem Verkehr machen
das Risiko schwer kalkulierbar.
Am 18. März 1967 lief vor der Südwest-
küste Englands die „Torrey Canyon“, ein
Tanker von 118285 t Tragfähigkeit, auf
ein Riff und verpestete durch 60 000 Ton-
nen auslaufendes Rohöl die Strände von
Cornwall auf 100 Meilen Länge. Der Tan-
ker war mit 70 Millionen Mark versichert,
doch der Schaden durch das Ol war ungleich
höher. Was aber geschieht, wenn in abseh-
barer Zeit Tankerungetüme mit 500 000 t
Rohöl auf dem Meer schwimmen und in
Küstennähe untergehen? Bis jetzt haftet
der Reeder nicht für solche Olschäden. Die
Küstenländer sind bestrebt, dies zu ändern.
Wenn heutzutage eines der großen Ver-
kehrsflugzeuge abstürzt, kann dies die Ver-
sicherungen schon um 100 Millionen Mark
kosten, einschließlich der Personenschäden.
Wenn jedoch ab Mitte des kommenden
Jahrzehnts Maschinen mit 800 Passagieren
von Erdteil zu Erdteil fliegen, kostet allein
das Flugzeug rund 160 Millionen Mark.
der wer könnte den Schaden tragen,
wenn etwa die Ölleitung Genua—Ingol-
stadt, die zwischen Bregenz und Lindau am
Ufer des Bodensees entlangläuft, dort eines
Tages bräche? Aus dem Bodensee beziehen
österreichische und schweizerische Gemein-
den und auch große Teile Baden-Württem-
bergs ihr Trinkwasser. Ein Sachverständi-
ger hat den Wert des Bodenseewassers vor
Jahren mit ca. 10 Milliarden Mark errechnet.
Unsere Wasserwirtschaftler sehen freilich
die große Gefahr nicht so sehr in Riesen-
tankern und Pipelines, sondern in den zwei
Millionen Heizöltanks, die in deutscher
Erde vergraben wurden. Sie fassen immer-
hin ca. 5,4 Millionent Ol, und falls sie
alle durchrosten, wäre das Grundwasser
erheblich gefährdet. Tatsächlich sind jedoch
bis jetzt die Schäden durch Rostfraß mini-
mal. Die Versicherungsunternehmen zögern
deshalb auch nicht, die Tanks zu versichern,
sogar für geringes Geld. Ein 3000-Liter-
Tank kostet im Jahr 48 Mark Prämie.
Viel mehr Sorgen machen ihnen PVC-
Foto: New York Post Corporation
Foto: Peter G. Wichman
Der Tanker „Torrey
Canyon“ scheiterte
im März 1967 vor der
Küste von Cornwall.
100 000 Liter Ol
flossen ins Meer und
verseuchten viele
Kilometer Badestrand
der englischen Riviera
stern
Bei Rassenunruhen in
Los Angeles im
August 1965 steckten
7000 Aufrührer
zahlreiche Gebäude
in Brand. Den
Schaden von 680
Millionen Mark mußten
Versicherungen
großenteils decken
Bei dem Überfall auf
den englischen
Postzug in der Um-
gebung von London
am 8. 8. 1963
erbeuteten die Räuber
29 Millionen Mark.
Nur ein kleiner
Teil des Geldes konnte
bisher wieder-
beschafft werden
Fotos: AP (2), Jean Guyaux (1), Döring (1)
76,stern
Kunststoffe (Polyvinylchlorid), soweit sie
in Fabriken lagern oder verwendet werden.
Bricht in einem solchen Betrieb ein Brand
aus, dann entwickelt die Chlorverbindung
durch die Hitze aggressive Salzsäure-
dämpfe. Die meisten Metalle — also auch
Kessel, Leitungen, Maschinen oder Hallen-
konstruktionen — werden durch sie schwer
geschädigt. In einer Berliner Fabrik hat ein
Feuer, dessen Brandschaden allein nur ein
paar hunderttausend Mark ausmachte, auch
Kunststoffe erfaßt; die Säuredämpfe ver-
nichteten Werte von 11 Mill.und verursach-
ten weitere 25 Mill. Mark Schaden, indem
sie den Betrieb für längere Zeit lahmlegten.
renzen der Versicherung zeigt auch
der Contergan-Fall. Schäden durch Heilmit-
telhatesin unserem Jahrhundert schon einige
Male gegeben. Hersteller können sich da-
gegen versichern, aber nicht in unbegrenzter
Höhe. Contergan-Produzent Grünenthal hat
zwar eine Haftpflicht-Versicherung über
einige Millionen Mark, aber der Betrag wird,
falls Grünenthal verurteilt wird, schwerlich
ausreichen, um den materiellen Schaden aus-
zugleichen. Allein die Verfahrenskosten
könnten in diesem Fall das ganze Geld ver-
schlingen. Eine solche Produkt-Haftpflicht
ist um so mehr ein unübersichtliches Risiko,
weil schädliche Nebenwirkungen eines Heil-
Im größten Kaufhaus
von Brüssel kamen
am 22.5. 1967 bei einem
Brand 165 Menschen
ums Leben. Die
Ursache des Feuers
konnte nicht test-
gestellt werden. Der
Sachschaden betrug
102 Millionen Mark
Ob das Schlafmittel
Contergan schuld istan
den Mißbildungen
bei einigen tausend
Kindern, wird zur
Zeit in einem Prozeß
geklärt. Dabei
entscheidet sich auch,
wer für den mate-
riellen Schaden haftet
mittels oft erst nach Jahren sichtbar werden.
Schäden, die bei der Heilbehandlung mit
Röntgenstrahlen entstehen, sind seit langem
versicherbar. Für sie tritt eine Berufs-Haft-
pflichtversicherung ein, die der Arzt ab-
schließt. Sie zahlt als Maximum bis zu
1 Million Mark für jeden Schadensfall.
trahlenschäden können natürlich auch
durch radioaktives Material entstehen, aber
weder durch Reaktoren noch durch Experi-
mente ist in Deutschland bisher etwas Der-
artiges passiert. Für den Fall des Falles aber
wurde eigens eine „Kernenergie-Versiche-
rungsgemeinschaft“ gegründet. Sie gilt aus-
schließlich für Reaktoren und ist natürlich
nicht zuständig, wenn Atomenergie für
kriegerische Zwecke eingesetzt wird. Natur-
katastrophen und Kriege sind von jeher
Ausnahmesituationen für Versicherungen. Umringt
Sicherheit
Freude am Leben: Im Beruf,
im Kreise der Familie. Freude an
den Dingen des Lebens.
Unbeschwert sein. Dann wird
auch der graue Alltag farbig und
schön, das Leben lebenswert.
Aber wie gesagt:
Gesichert muß es sein.
IF)
Foto: Paul Popper Photo
Radioaktives
Material hat, friedlich
genutzt, bisher
kaum Schaden ange-
richtet. Wird es künftig
in einem Krieg
eingesetzt, wird
es danach kaum mehr
Versicherte und Versicherungs- ;
Versicherungen geben Journal Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit
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Zeichnungen: Günter Radtke
Zur Urlaubsreise gehört, wie jeder
weiß, ein Bündel Geldscheine. Je
dicker es ist, desto besser ist man
gegen Fährnisse gewappnet, die
einem unterwegs begegnen. Was
kann nicht alles auf der Reise pas-
sieren! Und was kann zu Hause
geschehen, während die Wohnung
leersteht! Daran sollte man vor
dem Kofferpacken denken und
prüfen, ob schon bestehende Ver-
sicherungen diese Risiken abdek-
ken oder kurzfristige, zusätzliche
Versicherungen notwendig sind.
Sicherheit für Haus
und Herd
Die meisten Familien haben sie, oft
in Form der Verbundenen Haus-
ratversicherung; sie deckt Schäden
durch Einbruchdiebstahl, Berau-
bung, Feuer, Leitungswasser, Sturm
und Glasbruch. Sie gilt auch, wenn
niemand in der Wohnung ist —
allerdings nur, wenn man nicht
länger als 60 Tage wegbleibt. Sonst
muß man, zumindest während der
Nachtzeit, einen Erwachsenen bit-
ten, die Wohnung zu hüten. Man
kann aber auch durch eine erhöhte
Prämienzahlung um diese Bestim-
mung herumkommen,
D
Hab’ mein’ Wagen
vollgeladen
Einen Teil des Hausrats nimmt
man ja immer mit: Koffer, Klei-
dung, Sportgeräte, vielleicht auch
Bettwäsche oder Besteck. Für solche
Gegenstände gilt im Hotel oder
bei anderer Unterkunft auch im
Urlaub die Verbundene Hausrat-
versicherung, soweit man ın Europa
bleibt. Sie zahlt allerdings nur bis
zu 10 Prozent der Versicherungs-
summe und höchstens 10 000 Mark
aus. Anders bei der Reise im Auto:
Wird es unterwegs aufgebrochen,
und werden daraus Hausratsge-
genstände gestohlen, dann zahlt
die Versicherung — übrigens nur
bei Diebstählen innerhalb Deutsch-
lands — bis zu 2 Prozent der Ver-
sicherungssumme und höchstens
500 Mark. Wem dies nicht reicht,
der muß schon eine Kraftverkehrs-
gepäck- oder eine allgemeine Reise-
gepäckversicherung abschließen,
etwa für einen Monat.
Versicherungs-
Journal
In den Urlaub
Wenn die Badewanne
überläuft
Auch ohne das Auto kann man
unterwegs Schäden anrichten, denn
in der fremden Umgebung bewegt
man sich nicht so sicher wie zu
Hause. Die Privat-Haftpflichtver-
sicherung, mitunter einer Hausrat-
versicherung angehängt, kommt
nicht nur dafür auf, sondern sie
wehrt auch unrechtmäßige An-
sprüche ab. Diese Verträge gelten
im allgemeinen auch für einen vor-
übergehenden Aufenthalt im Aus-
land, doch ältere Abschlüsse be-
schränken sich auf das deutsche
Gebiet. Eine Anfrage beim Ver-
sicherer schafft Klarheit.
Wenn mit dem Auto
was passiert
Gegen Schäden, die man als Kraft-
fahrer bei anderen anrichtet, muß
in Deutschland jedes Auto versi-
chert sein. Diese obligatorische
Kfz-Haftpflicht gilt für ganz
Europa. Beim Überschreiten der
Grenze weist man sie durch die
grüne Versicherungskarte nach —
ein Heftchen aus grünem Papier,
das der Versicherer kostenlos aus-
stellt. Für Österreich, Ungarn, die
Schweiz und Liechtenstein braucht
man die Karte nicht.
Schäden am eigenen Auto werden
dadurch natürlich nicht gedeckt.
Das erreicht man nur mit einer
Fahrzeug-Voll-Versicherung (Voll-
kasko). Mit ihr kann man auch
ruhig den im Ausland oft schwie-
rigen Auseinandersetzungen um
die Schuldfrage entgegensehen, und
es braucht einen auch nicht zu be-
unruhigen, daß in etlichen Län-
dern der Unfallgegner gar nicht
haftpflichtversichert sein muß.
Wer sich jedoch als Fahrer so sicher
fühlt, daß er diesen Schutz nicht
braucht, sollte wenigstens eine
Teilkasko-Versicherung für sein
Fahrzeug erwägen; sie tritt in Kraft
bei Schäden durch Entwendung,
Raub, Feuer, Explosion, Sturm,
Überschwemmung, Hagel, Blitz-
schlag und Zusammenstoß mit
Haarwild. Beide Kasko-Versiche-
rungen gelten für ganz Europa,
und beide können auf begrenzte
Zeit eingegangen werden.
Manchmal braucht man
die Gerichte
Die können einen Kfz-Unfall im
Ausland teuer machen. Mit dem
Kraftverkehrs-Rechtsschutz sichert
man sich dagegen ab. Er über-
nimmt die Gerichts-, Anwalts-,
Zeugen- und die Sachverständigen-
kosten, wenn es gilt, eigene Scha-
densersatzansprüche gegen Dritte
gerichtlich oder außergerichtlich
durchzusetzen. Diese Versicherung
zahlt auch die Gerichtskosten bei
Strafverfahren wegen Verkehrs-
delikte. Sie gilt für ganz Europa
und rund ums Mittelmeer. Man
kann sie auch nur für die Urlaubs-
dauer abschließen.
Wenn man unterwegs
krank wird
Mitglieder einer gesetzlichen Kran-
kenkasse sollten einen Behand-
lungsschein mitnehmen, sofern sie
inein EWG-Land, nach Österreich,
Spanien, Griechenland oder in die
Türkei fahren. In diesen Ländern
gilt der deutsche Krankenschein.
Manche Ärzte in Österreich, Italien
und Südfrankreich nehmen ihn
trotz eines Länderabkommens
nicht an und kassieren selber. Dann
kann man die Rechnung zwar zu
Hause bei der Kasse einreichen, be-
kommt aber selten den vollen Be-
trag rückvergütet. In allen ande-
ren Urlaubsländern — auch in der
Schweiz — ist jeder Fremde grund-
sätzlich Privatpatient. Mit einer
befristeten privaten Auslands-
Krankenversicherung geht man
allen Schwierigkeiten aus dem Weg.
Die private Krankenversicherung
gilt in der Regel für ganz Europa.
Nur ältere Verträge können noch
auf Deutschland begrenzt sein.
Eine Rückfrage bei der Versiche-
rung empfiehlt sich. Wer Europa
verläßt, sollte seine Reise auf jeden
Fall anmelden; er zahlt einen Risi-
kozuschlag für die Dauer der Reise.
Da Arzt- und Krankenhauskosten
in vielen Ländern höher sind als
in Deutschland, reichen die bei uns
üblichen Entschädigungssätze der
privaten Krankenversicherungen
manchmal nicht aus. Einige Unter-
nehmen bieten deshalb einen spe-
ziellen Tarif für Auslandsreisen an.
Im Falle eines
(Un)falles
Er kann einem natürlich immer
und überall passieren, und deshalb
ist die Allgemeine UfAfallversiche-
rung nicht nur für den Urlaub gut.
Sie gilt in ganz Europa einschließ-
lich aller Mittelmeer- Randgebiete
und schließt auch das Risiko des
Fliegens ein. Wer eine solche Ver-
sicherung nur während der Reise
wünscht, kann sie befristet ab-
schließen; die Fluggast-Unfallver-
sicherung zieht man auf dem Flug-
hafen aus dem Automaten. Für die
Autoreise deckt man sich mit einer
Insassen-Unfallversicherung ab; sie
gilt aber nur für Europa und nur
für Schäden, die „mit dem Betrieb
des Kraftfahrzeuges unmittelbar
zusammenhängen“.
Wenn man nicht
reisen kann
Gelegentlich muß man aus schwer-
wiegenden Gründen eine Urlaubs-
reise kurzfristig absagen. Hat man
sie bei einem Reiseunternehmen
gebucht oder ein Quartier fest ge-
mietet, muß man trotzdem zahlen.
Eine Reise-Ausfallkosten-Versiche-
rung kommt dafür auf, sofern
man aus gewichtigem Grund zu
Hause bleiben muß, Als Gründe
gelten eine ernste Erkrankung,
Unfall oder Tod des Versicherungs-
nehmers, seines Ehegatten, seiner
Kinder, Eltern oder Schwieger-
eltern, oder auch ein Ereignis, das
das Eigentum des Versicherungs-
nehmers betrifft und seine Anwe-
senheit zu Hause zwingend erfor-
derlich macht.
Die Lebensversicherung
gilt immer
Nach einem juristisch so genau
eingeengten Fall wie oben sei noch
der Vertrag erwähnt, der die ge-
ringsten Schwierigkeiten bereitet:
Die Lebensversicherung gilt für die
ganze Welt. Ein Todesfall muß
jedoch unverzüglich der Versiche-
rung gemeldet werden, aus dem
Ausland am besten telegraphisch.
Sie sollten wissen,
was Sie aus der Sozialversicherung
zu bekommen haben.“
Dann können Sie nämlich etwas Nützliches tun.
Zum Beispiel: bei uns
eine ergänzende Lebensversicherung
abschließen.
Vielleicht haben Sie ganz falsche
Vorstellungen von Ihrer Versorgung. Zu oft nämlich müssen unsere Fach-
berater hören: „Ich kriege später mal so viel, da können meine Frau und
ich prima von leben...”
Es tut weh, Illusionen zu zerstören. Und noch weher,
sie zerstört zubekommen. Aber es gibt nun einmal Zahlen, an denen man
nicht einfach vorbeisehen kann. Diese hier zum Beispiel: im Durchschnitt
beträgt die Altersrente für Angestellte heute 440 DM, die Witwenrente
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Im Durchschnitt! Sie werden vielleicht etwas mehr bekommen —
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Familie Sänger hat viel mitgemacht; unsere
turbulente Epoche bestimmte ihr Leben. Doch
Sängers haben einRezept gegenSchicksalsschläge:
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in Großleben
wieder
h) Versicherten-Dividende
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3,32 Lebensversicherungs-
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Beitragseinnahmen
Millionen DM
563,3 Versicherungsleistungen
seit 1948
Sie sind nicht reich geworden, aber sie haben
963,2 Pe Mh es zu etwas gebracht, der Fuhrunternehmer
Richard Sänger und seine Fran. Ein Haus in
einem Hamburger Vorort gehört ihnen. Zwei
Lastzüge, immer auf Achse, bringen das Geld
in die Kasse. Einen lenkt der Vater, den an-
D e U { fch e r deren der Sohn, und jeder hat, wie vorgeschrie-
ben, auf den großen Touren seinen Beifahrer.
Die Tochter hat eben ihr Abitur gemacht; sie
möchte studieren, und die Eltern meinen, das
e oO Geld dazu sei vorhanden. Die Mutter be-
sorgt zu Hause die Büroarbeiten. Es ist ein
kleiner Betrieb, aber er nährt seine Leute. Es ist
VERSICHERUNGEN freilich auch eine Existenz mit vielen Risiken,
aber diese Familie ist es gewohnt, mit der Gefahr
I” zu leben. Sie hat im Laufe von Jahrzehnten
gelernt, daß man Schicksalsschlägen zwar meist
nicht ausweichen, wohl aber, da/$ man sich gegen
Versicherungs- ihre bösen Folgen wappnen kann. Wie, das
Journal lehrt ihr Lebenslauf auf den nächsten Seiten
stern
&
Auf eine Lebensversicherung können Sie bauen.
Sie können auch mit ihr bauen. N
Der Traum vom eigenen Haus ist in Er-
füllung gegangen. Schon mit 35 Jahren sind
diebeiden Hausbesitzer. Wer hates ermöglicht?
Vor zehn Jahren haben sie eine Lebensver-
sicherung abgeschlossen. Als die Baupläne
aktuell wurden, sprachen sie mit ihrem Ver-
sicherungs-Fachmann und bekamen die erste
Hypothek.
Der Wohnungsbau ist nur ein Gebiet in der
Wirtschaft, in dem die Lebensversicherer die
Beiträge anlegen, damit sie für die Zukunft
reiche Früchte tragen. Natürlich sind die Maß-
stäbe, die eine Versicherung als Kapitalgeber
anlegen muß, besonders streng. Denn eine
Versicherung ist treuhänderisch tätig.
Nach dem heutigen Stand verdoppelt sich
der Wert einer Lebensversicherung im Laufe
von 28 bis 30 Jahren.
Sie sehen, eine Lebensversicherung lohnt
sich. Vom ersten Tage an. Nirgendwo finden
Sie solch kompakte Vorteile - sofortigen
Schutz, eine grundsolide Kapitalbildung, hohe
Versicherten-Dividende (Gewinnbeteiligung),
Steuerersparnis...und sogar die Möglichkeit,
Ihre Hauspläne zu verwirklichen.
Wenn Sie mehr über die Vorteile einer
Lebensversicherung wissen möchten, sprechen
Sie mit einem Versicherungs-Fachmann.
PX
Sicherheit mit Dividende \& Lebensversicherung
Fuge
I
sternsi
Richard Sänger ist jetzt 62 Jahre alt, und dieser Zeitraum umreißt eine Fülle von Ereignissen, die von den
Historikern als weltgeschichtlich bezeichnet wird. Die Familie Sänger war nicht gerade darauf erpicht, so
viel zu erleben, aber es blieb ihr keine andere Wahl; sie war nun einmal in diese Epoche hineingeboren
1906 wird dem Breslauer Bürger Bruno
Sänger ein Sohn geboren, den er
Richard nennt. Beruf des Vaters: Fuhrunter-
nehmer; er hat vier Pferde in seinem Stall
1907 ist das Geburtsjahr von Richards
künftiger Ehefrau; aber es dauert
immerhin noch fast drei Jahrzehnte, ehe
sich die beiden kennen- und liebenlernen
1927 macht sich Richard, nun ausge-
lernter Autoschlosser, selbstän-
dig. Mit diesem Transporter holt er Ge-
müse vom Großmarkt für die Einzelhänd-
ler. Der Wagen wird natürlich versichert:
Haftpflicht und sogar Teilkasko, weil die
Sparpfennige der ganzen Familie in dem
Fahrzeug, der Existenzgrundlage, stecken
RE
1940 verlobt er sich mit Anne. Sie ist
Kontoristin, und sie weiß schon,
wie nach dem Krieg (und natürlich dem
Sieg) das Transportunternehmen Sänger
aussehen wird: Im eroberten Polen wird
es viel zu tun geben, und sicherlich be-
kommt man dafür bevorzugt Fahrzeuge
1952 Sohn Klaus ist sechs, Tochter
Karin vier Jahre alt. Richard Sän-
ger hat wieder einen Lkw, zwar alt und
klapprig, aber so kostbar, daß auch bei die-
sem Wagen zur Haftpflicht- noch eine Teil-
kaskoversicherung abgeschlossen wird;
ebenfalls eine neue Hausrat-Versicherung
stern
1931 Wirtschaftskrise. Die Händler spa-
ren und holen ihr Gemüse mit
dem Handwagen selber vom Markt. Das
Auto muß verkauft werden, und Richard
steht als Erwerbsloser Schlange am Schal-
ter des Arbeitsamtes. Finanzielle Unter-
stützung bekommter als Selbständiger nicht
1942 schickt Richard seiner Frau die-
ses Foto. Es ist in Rußland auf-
genommen, und jeder weiß, daß der Frie-
den noch auf sich warten läßt. Deshalb
soll im nächsten Urlaub geheiratet werden
195 Als Klaus sieben ist, geht Frau
Anne mit der Police der Haus-
rat-Versicherung von 1943 zum Lasten-
ausgleichsamt und beweist damit den An-
spruch auf eine Entschädigung. Sängers
Lebensversicherung wird auf DM umgestellt
1914 ruft Bruno Sänger vor dem Rat-
haus seiner Heimatstadt inmitten
einer Menschenmenge dreimal begeistert
hurra, weil der Kriegszustand verkündet
wird. Dann zieht er des Kaisers Rock an
und geht ins Feld. Seine Pferde müssen
Kanonen ziehen und gehen verloren. Und
1918 muß er sich eine neue Existenz suchen
1936 ist Richard wieder Unternehmer.
Offensichtlich geht es überall
aufwärts. Die Bank finanziert ihm sogar
einen neuen Lastwagen, verlangt aber
eine Vollkasko-Versicherung. Richard trans-
portiert jetzt Waren aller Art und versichert
deshalb auch seine Ladung. Außerdem
schließt ernoch eine Lebensversicherung ab
1943 ist es soweit. Zwei Nichten streu-
en Blumen bei dem kleinen Fest.
Der Hausrat ist bescheiden, aber auf An-
raten eines Onkels, der bei einer Versi-
cherung arbeitet, versichert das junge Paar
seine Habe. Keine zwei Jahre später exi-
stiert davon nichts mehr; Breslau wird in
den letzten Kriegsmonaten total zerstört
1954 Karin kommt gerade in die Schu-
le, als die Familie ein vom Krieg
ziemlich mitgenommenes Häuschen kaufen
kann. Der Vater ist viel unterwegs mit
einem neuen Lkw; deshalb sichert er seine
Familie durch eine Unfall-Versicherung, die
ihm bei Invalidität einmalig den zehnfachen
Betrag seines Jahreseinkommens auszahlt
1923 verdient Sohn Richard als Me-
chanikerlehrling in der Woche et-
liche Billionen Mark, doch kaufen kann er
sich dafür fast nichts. Sein Vater ist bes-
ser dran, denn er hat einen Gemüseladen
1939 marschieren die Deutschen wie-
der einmal. Richard wird Rekrut.
Sein Auto rollt nach Polen. Die geplante
Heirat wird verschoben. Seine geschäft-
lichen Versicherungen ruhen, nur die Le-
bensversicherung zahlt er weiter; sie ist
nicht hoch und kostet im Monat 44 Mark
194 Annes Flucht endet in Hamburg.
Richard kommt aus der Gefan-
genschaft dorthin. Bei den Engländern wird
er schließlich Kraftfahrer. Seine Lebens-
versicherung bezahlt er leicht mit einem
Päckchen Zigaretten, die ihm ein Sergeant
schenkt. Sie bringen ihm auf dem Schwarz-
markt ohne weiteres die Monatsprämie ein
196 Die Familie hat eine sichere Exi-
stenz. Der Sohn erlernt den Be-
ruf des Vaters. Für die Tochter läuft seit
Jahren eine Aussteuer-Versicherung. Ri-
chard Sänger möchte mit 65 so langsam
das Geschäft der nächsten Generation über-
lassen. Die Lebensversicherung wird ihm
dann vermutlich etwa 23000 Mark zahlen
in der
Gity
Nord
D ie berühmte Hamburger City platzt aus
den Nähten: Zu wenig Raum für zuviele
Unternehmen und deren Mitarbeiter.
Hamburg hat deshalb vor einigen Jahren ein
Experiment gewagt, das Zug um Zug zum Er-
folg führt. Nationale und internationale Kon-
zerne geben ihren führenden Köpfen nördlich
des Hamburger Stadtparks ein Dach. Banken,
Olgesellschaften, Industriebetriebe und Landes-
behörden sorgen dafür, daß Hamburgs City
Nord eine gute Adresse wird.
NOVA legt den Grundstein WA
Eine der traditionsreichsten und größten Ver-
sicherungsgesellschaften Deutschlands, NOVA,
wird ab 1970 ihren Sitz neben Esso, BP, Farb-
werkeHoechst und anderen in Hamburgs City
Nord haben. Der Grundstein zu einem moder-
nen Zweckbau ohne Protz und Schnörkel wurde
in Anwesenheit führender Wirtschaftsleute der
Hansestadt am 8.7. 1968 gelegt.
Leihwachen-Ze
NOVA ıLeibwachen:« an jedermann
Wir sind der Sache nachgegangen. Die „Leib-
wachen“ von NOVA symbolisieren einen be-
sonders wirkungsvollen Versicherungsschutz
bei Krankheit und Unfall. Hier das NOVA-
Angebot:
® Krankheitskosten-Versicherung
Sie umfaßt Leistungen für ambulante Be-
handlung und Krankenhausbehandlung. Der
Versicherte braucht weder einen Kranken-
schein noch eine Zustimmung zur Kranken-
hausbehandlung. Er istüberall Privatpatient.
© Zusatzversicherung
Sie ergänzt die bestehende gesetzliche oder
private Krankenversicherung. Der Versi-
cherte ist bei Krankenhausaufenthalt Privat-
patient in der Station des Chefarztes, hat
Doppel- oder Einzelzimmer, vorzügliche
Verpflegung, Besuchserlaubnis zu jeder Ta-
geszeit. Er liegt eben „privat“.
@ Selbständigen und Angestellten sehr zu emp-
fehlen: Eine Krankentagegeld-Versicherung,
die vor Verdienstausfall schützt. Bargeld bis
100 DM täglich!
@ Unfall-Versicherung
Sie gilt in allen Ländern der
Erde, 24 Stunden am Tag,
und umfaßt alle Unfälle des
täglichen Lebens. Auch für
Hausfrauen und Kinder, die
leider allzuoft keinen Unfall-
schutz haben, ist die „Leib-
wache“ zur Stelle.
In Hamburg entsteht
zur Zeit eines der
interessantesten
Bauprojekte Deutschlands -
dıe City Nord.
u
trale®
Hier drei interessante Beispiele:
Krankheitskosten-Versicherung
NOVA zahlt nach bewährter Tarifkombination.
08-68 neben vielen anderen Leistungen:
Erstberatung beim Facharzt
mit eingehender Untersuchung
und EKG bis 87,— DM
Arzneien 100%
1.—4. Krankenhaustag täglich bis 160,— DM
ab 5. Krankenhaustag täglich bis 110,— DM
Monatsbeitrag
für einen 31—40jährigen Mann nur 58,90 DM
Zusatzversicherung für Krankenhaus-
behandlung I. oder Il. Klasse
NOVA zahlt nach bewährter Tarifkombination
KHK 30/S Va u. a.:
1.—4. Krankenhaustag täglich
ab 5. Krankenhaustag täglich bis
außerdem für Operationen,
bis 130,— DM
80,— DM
z. B. Blinddarmoperation bis 1.200,— DM
Monatsbeitrag
für einen 31—40jährigen Mann nur 19,70 DM
Unfallversicherung
für eine nicht berufstätige Hausfrau:
10.000,— DM im Todesfall
40.000,— DM im Invaliditätsfall
30,— DM Unfall-Krankenhaustagegeld
Monatsbeitrag nur 6,20 DM
für ein Kind ab vollendetem 4. Lebensjahr:
1.500,— DM im Todesfall
15.000,— DM im Invaliditätsfall
Monatsbeitrag: 1,— DM
NOVA-Tarife lassen sich nach dem beitragsgünsti-
gen Baukastensystem jedem Versicherungswunsch
anpassen.
Wer sich genauer informieren möchte, wendet
sich an eine NOVA-Bezirksdirektion oder an
NOVA-Versicherungen, 2000 Hamburg 13,
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gibt es nur im Märchen! In der Wirklich-
keit regnen keine Taler vom Himmel. Da
muß man selber vorsorgen. Am besten mit
einer Lebensversicherung. Sie verschafft
Geborgenheit und bringt außerdem Gewinn.
Unsere Gewinne bekommen Sie als Mit-
glied schon vom ersten Jahre an — und
das trotz unserer schon immer niedrigen
Beiträge.
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zwischen Ihren und unseren Zahlungen
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Unsere Vertreter sind Briefe und mit
unseren Leistungen zufriedene Mitglieder;
ihrer Empfehlung verdanken wir alljährlich
rund 35% aller beantragten Versiche-
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Von Autobahn
bis
Versicherungen sehen ihre Auf-
gabe nicht nur darin, Schäden
durch Geld abzufinden. Sie wol-
len auch Schäden verhüten. Des-
halb untersucht der HUK-Ver-
band, wie weit Gefahren von
Nachtfahrten auf der Autobahn
durch eine Straßenbeleuchtung ver-
ringert werden könnten. Er berech-
nete auch schon die Kosten: zwi-
schen 200000 und 300 000 Mark pro
Kilometer für die Anlage, etwa
25000 Mark jährlich für den Be-
trieb. Seine Argumente für die Be-
leuchtung: Wegen des Gegenver-
kehrs kann man fast nur noch mit
Abblendlicht fahren, das nur 25
Meter Fahrbahn voll ausleuchtet.
Das aber ist für eine Schnellver-
kehrsstraße entschieden zu wenig.
Der Haushalt ist der verbreitetste
Arbeitsplatz der Welt, gleichzeitig
ist er sehr unfallträchtig. Im Gegen-
satz zu den Arbeitsplätzen in Be-
trieben gibt es für ihn keine Zwangs-
Unfallversicherung. Nun wird neu-
erdings eine private Hausfrauen-
Versicherung angeboten, mit
Tagegeld für die Zeit der Arbeits-
unfähigkeit und hoher Entschädi-
gung bei dauernder Invalidität,
verursacht durch einen Unfall.
Die Heilung von Herzkrankheiten
ist gelegentlich teuer. Eine deutsche
Versicherung hat deshalb einen be-
sonderen Herzbehandlungsko-
sten-Tarif entwickelt. Sie zahlt bis
zur Höhe der Versicherungssumme
Arzt, Behandlung und Sanatorium.
Nun auch in Frankreich und ab
Herbst in Österreich kann man für
Hunde und Katzen eine Unfall-
und Krankenversicherung abschlie-
ßen. Die Unternehmen möchten da-
mit viele Tierhalter in die Lage
versetzen, alles für die Gesundheit
ihrer Lieblinge zu tun.
Zahlen aus der Versicherungswirt-
schaft können auch ein Beitrag zur
Kriminalstatistik sein. Im Jahr
1967 haben die schweren Diebstähle
gegenüber dem Vorjahr um 12 Pro-
zent, die Fälle von Raub um 8,6
Prozent zugenommen. Dadurch
stiegen die Auszahlungen der Ver-
sicherungsgesellschaften wiederum
erheblich an. Insgesamt haben sie
sich seit 1959 mehr als verdreifacht.
Der seltene Fall, daß eine Lebens-
versicherung an einen quickleben-
digen Toten ausbezahlt wurde, kam
ausgerechnet einem Krösus zugute.
Als John D. Rockefeller noch nicht
der Erdölkönig war, hatte er sein
Leben mit fünf Millionen Dollar
versichert. An seinem 96. Geburts-
tag (1935) strich ihn die Versiche-
rungsgesellschaft nach amerikani-
11
scher Gesetzesvorschrift aus der Liste
der „versicherungstechnisch Leben-
den“ und zahlte prompt die Ver-
sicherungssumme voll aus.
Wird ein Auto bei der Beförde-
rung im Autoreisezug beschädigt,
kommt die Bahn nur in den sel-
tensten Fällen für die Reparatur
auf. Wohl aber kann man das
Auto als Reisegepäck versichern.
Damit deckt man jedoch nicht das
Gepäck im Auto; das muß wieder-
um extra versichert werden.
Zur Zeit betragen die Vermögens-
anlagen der deutschen Versiche-
tungsunternehmen 65 Milliarden
Mark — als Deckung für die Lei-
stungsverpflichtungen aus 200
Millionen Versicherungsverträgen
aller Sparten. Mit diesem Betrag
könnte man theoretisch etwa
650000 Einfamilienhäuser bauen.
Das wäre mehr Wohnraum, als die
gesamte Einwohnerschaft Ham-
burgs in Anspruch nimmt.
Im _ Versicherungs-Journal des
STERN Nr. 49/66 stand zu lesen,
daß Ansprüche an nicht mehr be-
stehende Versicherungsgesell-
schaften aus Mittel- und Ost-
deutschland keineswegs verloren
sind. Als Meldestelle dafür wurde
die Direktion Berlin der Iduna-
Versicherungen, 1 Berlin SW 61,
Charlottenstr. 82, angegeben. Nach
der Veröffentlichung im STERN
kamen unter anderem Anfragen
aus Kanada, Kolumbien, USA, Is-
rael, Peru, Großbritannien und
Südafrika und natürlich viele hun-
dert Anfragen aus der Bundes-
republik. So erhielt der Thüringer
Martin Reich, der heute in Bukoba
im afrikanischen Tansania (früher
Tanganjika) lebt, 3417 Mark aus
einer alten Lebensversicherung.
Kuriose Verhandlungen mußte
kürzlich eine Versicherungsagentur
in der belgischen Grenzstadt Eupen
führen. Einer Kundin hatte ein
Dieb Pelze und Schmuck im Wert
von 200000 Mark gestohlen und
war damit auf deutsches Gebiet
entkommen. Dort wurde er zwar
gefaßt, aber nun legte der deut-
sche Zoll seine Hand auf die Beute.
Er forderte für die Einfuhr dieser
Werte 30 000 Mark Abgaben; und
da der Dieb nicht zahlen könne,
hafte nach der Reichsabgabenord-
nung die Eigentümerin. Die Ver-
sicherungsagentur handelte den Be-
trag auf 15 000 Mark herunter und
bekam das Diebesgut ausgehändigt.
Als sich die internationale Presse
mit dem Fall beschäftigte, verzich-
tete der Zoll „aus Billigkeitsgrün-
den“ auf das Geld.
Redaktion: Kurt Wolber, Werner Detsch, Hartmut Jetter
Mitarbeiter: Eberhard Stephani; Layout: Herbert Suhr
Zeichnungen: Peter Neugebauer, Günter Radtke
Fotos: Albrecht Brugger, Ralf Döring, Jean Guyaux, Guido Haug,
Popper, Eberhard Seeliger, Ullstein
Fachliche Beratung: Dipl. rer. pol. Ernst W. David
Anzeigen: Karl Hartner
Produktion: Pitt Severin
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dıe sterne lügen nicht
DIE WOCHE VOM 1. BIS 7. SEPTEMBER 1968
Neue beunruhigende Zwischenfälle werden nicht ausbleiben und die politischen Leidenschaften
weiter anheizen. Am meisten zur Verschlechterung des Klimas trägt momentan aber die beharr-
liche Verbreitung und Wiederholung von Unwahrheiten bei, um den Gegner in Verruf zu brin-
gen. Die Verfechter eines allgemeinen Ausgleichs auf der Basis von Kompromissen haben unter
diesen Verhältnissen einen besonders schweren Stand, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der
eine oder andere der wenigen Aufrechten seinen Platz räumen muß.
@ STEINBOCK
nen sich erneut und mit großem Er-
folg in die Arbeit stürzen. Allerdings
ganz aus dem Auge verloren werden. Sonst
gibt's Ärger!
liche Lage etwas verbessern will, entdeckt zahl-
reiche günstige Möglichkeiten. Er muß aller-
2./3. IX. gibt es leicht Mißverständnisse.
11.-20. Januar Geborene: Praktische und orga-
Bem Geschick. Beim Theorienschmieden be-
steht dagegen die Gefahr, aufs falsche Geleis
WASSERMANN
21.-30. Januar Geborene: Pflegen Sie
ziehungen. Zur Zeit läßt sich das gut
mit Ihrem Arbeitspensum vereinbaren. Der
handlungen.
31. Januar bis 9. Februar Geborene: Störungs-
können sich wieder intensiv Ihren beruflichen
Hauptanliegen widmen. Am 4./5. IX. heißt es
10,-19. Februar Geborene: Manchmal gibt es
Unstimmigkeiten über belanglose Fragen. Sie
aufzuregen. Wer auf Reisen ist, kann am 6./
7. IX, Bekanntschaften machen.
Fr] 20. Februar bis 1. März Geborene:
Sie gewinnen wieder etwas mehr
Menschen, die an Ihnen gern herumerziehen,
zeigen milde Stimmung. Beim anderen Ge-
2.-10. März Geborene: Mit der Arbeit will es
nicht so recht vorangehen. Bemühen Sie sich,
abzubauen. Der 2,/3. IX. eignet sich gut für
Gespräche unter vier Augen.
ren einmal zeigen wollen, was in Ihnen steckt,
sollten Anstrengungen vermieden werden. Ein
chen Sie alle Ihre Kräfte.
2 WIDDER
nehmlich an Ihnen, der Woche ein
für Sie interessantes Gesicht zu ge-
gen und müssen erst aufgedeckt werden. Das
gilt auch für die Liebe.
aufmerksamer Zuhörer. Um so wichtiger, sich
auf Reden und Auftritte in der Öffentlichkeit
eine etwas lockere Hand.
11.-20. April Geborene: Es ergeben sich eine
anschaffen will oder wen die Unternehmungs-
lust plagt, erhält gute Anregungen. Ihre Seele
22.-31. Dezember Geborene: Sie kön-
dürfen dabei Ihre Privatverpflichtungen nicht
1.—10. Januar Geborene: Wer seine wirtschaft-
dings versuchen, Mitstreiter zu gewinnen. Am
nisatorische Aufgaben bewältigen Sie mit gro-
zu geraten. Nette Feierabenderlebnisse.
Ihre Freundschaften und Herzensbe-
3./4. IX. steht im Zeichen geglückter Kaufver-
tendenzen sdıwächen sich allmählich ab. Sie
aufpassen, damit niemand verletzt wird.
müssen lernen, sich über so etwas nicht mehr
FISCHE
Handlungsspielraum. Vorgesetzte und
schlecht haben Sie große Chancen.
etwas systematischer als bisher Hindernisse
11.-20. März Geborene: Auch wenn Sie ande-
schwieriges Unternehmen naht, und dann brau-
21.-31. März Geborene: Es liegt vor-
ben. Die meisten Chancen sind etwas verbor-
1.-10. April Geborene: Sie finden eine Reihe
gut vorzubereiten. Im Geldausgeben haben Sie
Fülle freundlicher Aspekte. Wer sich etwas
erholt sich von vergangenen Strapazen.
STIER
af 21.-30. April Geborene: In diesem
etwas bedeutungslosen Abschnitt
neigt manch einer dazu, Luftschlösser
zu bauen. Hoffentlich finden Sie im entschei-
denden Moment wieder den Boden unter den
Füßen.
1.—10. Mai Geborene: Neues läßt sich leichter
verwirklichen, als Sie erhoffen. Sie müssen
nur bei Verhandlungen die erforderliche Stand-
festigkeit beweisen. Wer ein Rendezvous plant,
sollte den 6./7. IX. wählen.
11.-20. Mai Geborene: Ob es jetzt um die Ge-
sundheit oder die Liebe geht: Sie merken
einen deutlichen Aufschwung. Auch finanzielle
Fragen verlieren ihren drängenden Charakter.
Partys und Besuche sind möglich.
ZWILLINGE
M 21.-31. Mai Geborene: Wenn Sie Ih-
rem Herzen freien Lauf lassen, wird
es in Ihrem Privatleben bald einige
Veränderungen geben. Ältere Menschen schla-
gen vielleicht bei den Ereignissen die Hände
über dem Kopf zusammen.
1.-11. Juni Geborene: Sie sollten Ihre Umwelt
wieder einmal davon überzeugen, daß es
Ihnen nicht an Ideen und Durchsetzungsver-
mögen mangelt. Die Gefahr, vergessen zu
werden, läßt sich so am besten bannen.
12.-21. Juni Geborene: Dieser Abschnitt be-
deutet vor allem eine Bereicherung des Ge-
fühlslebens. Sie kommen dem Herzenspartner
näher. Mit Freunden und Bekannten verleben
Sie manch amüsante Stunden,
KREBS
er 22. Juni bis 1. Juli Geborene: Be-
schäftigen Sie sich nicht allzuviel
mit sich selbst. Andernfalls wächst
die Gefahr, auf dumme Gedanken zu kom-
men. Ein Auftrag am 2./3. IX. könnte eigent-
lich ganz heilsam wirken.
2.—-12. Juli Geborene: In verschiedenen Berei-
chen setzen sich Verbesserungen durch. In
puncto Liebe verwirklichen sich manchmal
sogar Ihre Idealvorstellungen. Damen sollten
am 6./7. IX. auf Pünktlichkeit achten.
13.—22. Juli Geborene: Mit Störungen und Ver-
wicklungen werden Sie recht gut fertig. Es ist
nur wichtig, dem Handeln intensive Überle-
gungspausen vorangehen zu lassen. Gute Ge-
danken schriftlich festhalten!
LOWE
a 23. Juli bis 2, August Geborene: Pro-
jekte lassen sich gut an. Sie müssen
nur versuchen, den Kontakt zu den
maßgeblichen Stellen aufrechtzuerhalten, Ein
Lob am 1./2. IX. stärkt Ihr Selbstvertrauen
ganz erheblich.
3.-12. August Geborene: Versprechen Sie sich
nicht allzu viel von Ihren Beziehungen. Im
entscheidenden Augenblick zeigt sich manch
ein Prominenter uninteressiert. Die finanzielle
Entwicklung verdient Beachtung.
13.-23. August Geborene: Daß man Ihnen zu-
nächst einmal die kalte Schulter zeigt, ist noch
kein böses Omen. Auf die Dauer kann man
sich Ihrem Werben schlecht entziehen. Einen
Tip für finanzielle Erfolge liefert der 1./2. IX.
JUNGFRAU
KA 24. August bis 2. September Gebo-
rene: Lassen Sie sich Zeit, wenn Sie
Ihre neue Marschroute festlegen. Wie
leicht können folgenreiche Kleinigkeiten über-
sehen werden. Am 4./5. IX. verlaufen Finanz-
gespräche erfolgreich.
3.-12, September Geborene: Ein gewisses Maß
an Ruhe kann Ihnen nur willkommen sein.
Begrüßen Sie also diese Entwicklung. Am 6./
7. IX, befinden Sie sich in amüsanter Gesell-
schaft. Stabiler Gesundheitszustand.
13,—23. September Geborene: Sie können sich
einiges an Luxus erlauben. Allerdings darf
Ihr Verhalten nie den Charakter einer Her-
ausforderung annehmen. Am 3./4. IX. könnten
Sie sonst unvermutete Reaktionen spüren,
WAAGE
24. September bis 3. Oktober Gebo-
rene: Ein verhältnismäßig lebhaftes
Auf und Ab kennzeichnet die Ent-
wicklung. Sie sollten Vorsorge treffen, um un-
erwarteten Herausforderungen siegreich be-
gegnen zu können.
4.-13. Oktober Geborene: Diese Woche wird
von psychischen Aufheiterungen begleitet. Oft
hat Amor seine Hand im Spiel. Doch auch be-
rufliche Leistung findet am 1./2, IX. Anerken-
nung. Kümmern Sie sich um Ihre Freunde.
14,.-23. Oktober Geborene: Sie werden sich
jetzt manchmal fragen, wohin Ihr Lebensweg
führt. Über entscheidende Fragen herrscht Un-
sicherheit. Eine freudige Überraschung könnte
sich am 1./2. IX. ergeben.
SKORPION
3 24. Oktober bis 2. November Gebo-
rene: Manche Annahme bestätigt sich.
Versuchen Sie weiterhin, in Situatio-
nen Nüchternheit zu bewahren, auf die andere
mit hochrotem Kopf reagieren. Viele interes-
sante Eindrücke.
3.-12. November Geborene: Bemühen Sie sich,
mit den Dingen Ihrer Umwelt etwas behutsa-
mer umzugehen. Materielle Verluste wären
zur Zeit vornehmlich der eigenen Ungeschick-
lichkeit zuzuschreiben. Seien Sie gründlicher!
13.-22. November Geborene: Verschließen Sie
Ihre Augen nicht vor Wahrheiten, die sich Ih-
nen jetzt geradezu aufdrängen. Berufliche Auf-
geschlossenheit kann Ihnen einen Vorsprung
sichern. Am 2./3. IX. angenehme Diskussionen.
SCHÜTZE
# 23. November bis 2. Dezember Gebo-
rene: Für Vorhaben, die ins Wasser
fallen, werden Sie zu einem späte-
ren Zeitpunkt entschädigt. Sie dürfen nur
nicht allzu eigensinnig sein. Herzenswünsche
stillt der 6./7. IX,
3.—12. Dezember Geborene: Erlauben Sie Ihren
Gedanken nicht allzu oft, in eine gefährliche
Richturig abzuschweifen. Zur Tat ist es sonst
nur ein winziger Schritt. Berufliche Anstren-
gungen bringen am 5./6. IX. nicht viel ein.
13.-—21. Dezember Geborene: Sie finden mit
Verhandlungspartnern eine gemeinsame Ebe-
ne. Wichtig sind jedoch weniger die Moment-
erfolge als die Dauereffekte. Fragen Sie am
2./3. IX, nach Ihren finanziellen Aussichten.
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| Falltraum
In der Psychologie hat der Falltraum meist
sexuelle Bedeutung, und in der Realität
wirken Fallgefühle, z. B. in einem schnell
fallenden Fahrstuhl, im Flugzeug oder im
Auto, bei Männern _
und Frauen erotisch |
anregend. Auch der
Orgasmus der Frau
wird vielfach als Ab-
sturz ins Bodenlose
empfunden.
UnserBildzeigteinen |
Ehemann, dem es
nach zwölf Jahren |-
vergeblicher Liebes- |
müh auf einer Berg-
tour in den Dolomi-
ten endlich gelang, |
seine Frau körperlich |
zu befriedigen.
Fallieren
Falsch: zum Orgasmus kommen.
Richtig: zahlungsunfähig werden.
Farbenerotik
Wie in der Tierwelt Farbe und Form eines
Partners anregend auf den anderen wirken
— so spielen auch bei Menschen die Farben
eine wichtige erogene Rolle. Rot ist die
erotisch ansprechendste Farbe, sie kann auf
viele Naturen außerordentlich aufreizend
und stimulierend wirken.
ROT ROSA |
|
|
Bildı Bild 2
Der Farbtest für unsere Leser: Betrachten
Sie 30 bis 40 Minuten lang Bild 1. Sollten
Sie schon nach 5 bis 8 Minuten über alle
Gebühr sexuell erregt sein, wenden Sie
sich Ihrem Partner oder notfalls Bild 2 zu,
das keine so heftige Wirkung erzielt.
Faszination
Bezauberung, Ver-
blendung. (Die
Psychoanalyse er-
klärt die F. durch
plötzliches Verlie-
ben, das aber
nicht bis ins Be-
wußtsein dringt.
Dadurch gerät ein
Mensch unter den
Einfluß und Wil-
len einesanderen.)
Peter Neugebauers
Lexikon der Erotik
Sie können natürlich nicht alles selber ausprobieren, was
es in der Liebe, Erotik und Sexualität so gibt.
Das können Sie sich jetzt auch sparen. Hier steht das Wichtigste!
Fatzmänner
Falsch: Verächtliche Bezeichnung des Re-
daktionsstabes der „Frankfurter Allgemei-
nen Zeitung“.
Richtig: Mittelalterlicher Name (aus dem
Lateinischen facetiae) für Männer, die ge-
werbsmäßig derbe und unzüchtige Schwän-
ke vortragen.
Faun
Wie oft hört man von unseren weiblichen
Mitmenschen die Klage: „Mein Chef ist ein
lüsterner alter Faun!“ Wir halten es darum
für unsere Pflicht, an dieser Stelle einen
weitverbreiteten Irrtum zu korrigieren:
Faun, der römische Gott der Felder und
Wälder (griechisch: Pan), ist zwar auch ein
sinnenfrohes, trinkfreudiges und Nym-
phen jagendes Wesen, aber sein Äußeres
weicht gänzlich von der Erscheinung unse-
rer heutigen Arbeitgeber ab. Der bärtige
und haarige Halbmensch mit Bocksfüßen
trägt nämlich einen Schwanz, der schon
auf den ersten Blick nicht zu übersehen ist.
Direktor Gerd B. beim Diktat
Fehlleistun g£
Von Sigmund Freud geprägter Ausdruck
für Versprecher, Verwechselungen und Ver-
geßlichkeiten in bezug auf Namen und
Worte und das Verlegen von Dingen. Die-
ses geschieht scheinbar ohne Absicht, ist
aber der Ausdruck einer unbewußten Wahr-
heit. Was früher als zufälliges Versehen
oder peinlicher Versprecher galt, wird
heute sehr gern als „Freudsche Fehllei-
stung“ bezeichnet.
FensterIn
Bayrische Bezeichnung für den in Alpen-
ländern verbreiteten Brauch, mittels einer
Leiter in das Schlafzimmer der Damen ein-
zudringen. Seit langem schon haben die
Forscher für alpenländisches Volkstum zu
ergründen versucht, was eigentlich in den
Schlafkammern zu so später Stunde ge-
schieht. Dr. Reinhard Gepfel, ein Spe-
zialist für nächtliche Volksbräuche, fand
nach Ankauf einer Leiter sehr bald die
Lösung. Sein präziser, aber knapper Kom-
mentar: „Pfui Deibel!“ — Inzwischen hat sich
die internationale Lebewelt längst dieser
traditionellen Sitte
bemächtigt. Fensterln |
ist jetzt „in“, ganz
besonders in New |
York, wo ja auch der | ®
Schuhplattler als letz-
ter Modetanz die
Nightclubs und Dis- |
kotheken beherrscht. 7
Zum amerikanischen |
„way of fensterln“ \,,.,
trägt der modisch
versierte Herr echte '"'!|
Krachlederne, Wa-
denstrümpfe und | :!
einen Sepplhut.
Fetischismus
Starke erotische Anziehung durch bestimm-
te Körperteile (Haare, Hüfte, Busen usw.),
aber auch durch Kleidungsstücke (Schuhe,
Strümpfe, Korsetts usw.). Wir kämen bei
der Aufzählung der merkwürdigen Objekte,
die ein Fetischist verehren kann, vom Hun-
dertsten ins Tausendste, wollen aber gleich
am Rande vermerken, daß zum Beispiel
ein Fußball, eine Regenrinne oder die Ak-
tentasche eines Steuerberaters bis jetzt die
wenigsten sexuell erregt haben.
Der Bundesverband deutscher Fetischisten
e. V. forderte dieser Tage auf einer De-
monstration in Bad Schwartau die Normali-
sierung der Preise für Haushaltwaren aller
Art (Bild 1). Bild 2 zeigt uns den Vorsitzen-
den mit seinem langjährigen Begleiter.
stern s
Die Frage an den Experten ®
Professor Dr. Hans Georg Hansen,
Direktor der Kinderklinik
der Medizinischen Akademie Lübeck
Darfman mit vollem Magen haden gehen?
Wir haben Urlaub an der Ostsee
gemacht und hatten in unserer Pen-
sion ein Elternpaar, das jeden Mit-
tag nach dem Essen die Kinder mit
vollem Bauch ins Wasser schickte
und selbst schlafen ging. Das wa-
ren die unruhigsten Kinder, die man
sich vorstellen kann: Sie quengel-
ten, maulten über alles und störten
die Nachtruhe durch Gebrüll, wäh-
rend die sonnige Ruhe der Eltern
um so aufreizender wirkte. Gilt denn
die alte Regel nicht mehr, daß man
mit vollem Magen nicht baden soll,
weil man davon nervös wird? Oder
was sagt die moderne Medizin dazu?
Manfred Großmann,
Hamburg 62, Reeborn 8
Kinderheilkunde, Dr. Hans
Georg Hansen, beantwortete
diese Frage im Gespräch mit
Sternredakteur Günter Dahl.
STERN: Nach dem Essen ruhen
oder tausend Schritte tun — so
haben wir es gelernt, Herr Pro-
fessor Hansen. Ist Schwimmen
oder im Wasser herumtoben
gleichbedeutend mit tausend
Schritten?
HANSEN: Nein. Baden ist ein
weitaus stärkerer Reiz als der
Spaziergang nach dem Mittag-
essen.
STERN: Was wird denn gereizt?
HANSEN: In der relativ kühlen
Nord- oder Ostsee ist die Haut
einem starken Kältereiz ausge-
setzt. Folge davon ist eine Ver-
engung der Hautgefäße. Der
Körper schützt sich auf diese
Weise gegen plötzlichen Wärme-
verlust.
STERN: Was hat das aber mit
dem Essen zu tun?
HANSEN: Die Zusammenhänge
sind wissenschaftlich nicht exakt
bewiesen, aber man kann es sich
so vorstellen: Sobald man etwas
gegessen hat, bekommen Magen
und Darm Arbeit; denn sie müs-
sen die Speisen verdauen. Dabei
werden die Bauchorgane stärker
durchblutet als in nüchternem
Zustand. Zwei Reize treffen also
zusammen und der Kreislauf
wird zweifach belastet.
STERN: Was heißt eigentlich:
Der Kreislauf wird belastet?
HANSEN: Alle unsere Organe
werden, ihrem Bedarf entspre-
chend, vom Kreislauf mit Blut
versorgt. Müssen nun bestimmte
Organe plötzlich mehr leisten,
D: Lübecker Professor für
stern
dann brauchen sie mehr Blut.
Das kann auf Kosten der Durch-
blutung anderer Körperregionen
gehen. Wenn jetzt verschiedene
Organe zu gleicher Zeit einen
Mehrbedarf an Blut signalisie-
ren, dann wird der Kreislauf,
der die Blutverteilung zu regu-
lieren hat, belastet oder schließ-
lich überfordert.
STERN: Man hört oft vom „Se-
kundenherztod“ beim Baden,
also von der Schockwirkung
durch plötzlichen Kältereiz. Ist
diese Gefahr bei vollem Magen
größer?
HANSEN: Sie ist schon deshalb
größer, weil eben zwei Gefah-
renmomente gleichzeitig auftre-
ten. Da es Verbindungen zwi-
schen dem vegetativen Nerven-
system der Haut und dem der
inneren Organe gibt, kann zum
Beispiel ein plötzlicher Kältereiz
der Haut eine plötzliche Veren-
gung der Herzkranzgefäße zur
Folge haben.
STERN: Sie raten also vom Ba-
den nach dem Essen ab?
HANSEN: Ja.
STERN: Auch im geheizten
Swimming-pool oder im Ther-
malbad oder im 25 Grad war-
men Mittelmeer?
HANSEN: Dort ist der Kältereiz
natürlich geringer...
STERN: ...kann man denn bei
25 Grad von Kältereiz sprechen?
HANSEN: Diese Temperatur
liegt immer noch erheblich unter
der normalen Körpertemperatur
von 37 Grad. Aber abgesehen
davon — jedes Bad belastet den
Kreislauf.
STERN: Auch ein Wannenbad?
HANSEN: Ja.
STERN: Dann raten Sie also ab,
mit vollem Magen in die Bade-
wanne zu steigen?
HANSEN: Auch hier wäre es in
jedem Fall sicherer, nicht unmit-
telbar nach dem Essen zu baden.
STERN: Wieviel Zeit sollte zwi-
schen Essen und Baden verge-
hen?
HANSEN: Eine bis zwei Stun-
den.
STERN: Sie sind Kinderarzt. Gibt
es andere Baderegeln, die Eltern
beachten sollen, wenn sie mit
ihren Kindern an die See fahren?
HANSEN: Wenn man nach den
Erfahrungen der ärztlich geleite-
ten Kinderheime an der Nord-
und Ostsee geht, dann heißt die
Regel: Anfangs nur einmal täg-
lich fünf Minuten baden. Später
zweimal täglich bis zu höchstens
zehn Minuten. Ausnahmen be-
stehen an besonders heißen Ta-
gen.
STERN: Aber das ist doch reine
Theorie; dafür brauche ich mit
August-Betrieb in einem Hamburger Freibad: Erst nach zwei bis drei
Stunden erreicht der Körper wieder seine normale Temperatur
meinen Kindern nicht an die See
zu fahren.
HANSEN: Sicher. Doch wir spre-
chen ja hier über das, was die
Balneologie, die Badeheilkunde,
allgemein als gesund erkannthat.
Im übrigen liegt der Wert des
Urlaubs an der See ja keines-
wegs allein im Baden, sondern
zugleich in der differenzierten
Wirkung des Seeklimas und der
sinnvoll ausgenutzten Sonnen-
bestrahlung.
STERN: Warum diese Vorsicht
in den ersten Ferientagen?
HANSEN: Weil die Anpassung
so wichtig ist. Wie entscheidend
Eingewöhnung ist, sehen Sie
daraus, daß sich fast alle Bade-
unfälle — und übrigens auch die
bei Kindern so häufigen Sonnen-
schäden — in den ersten drei Ta-
gen ereignen. Das ist bei kurzen
Aufenthalten, zum Beispiel übers
Wochenende, besonders wichtig
zu wissen.
STERN: Was kann denn passie-
ren, wenn man Kinder ins Was-
ser läßt, so oft und so lange sie
wollen?
HANSEN: Schlafstörungen und
Appetitlosigkeit können die Fol-
ge sein. Die Kinder werden
„quengelig“ und reizbar, als Aus-
druck allgemeiner nervöser Stö-
rungen. Badet man hingegen mit
Sinn und Verstand — und das
gilt für Kinder und Erwachsene
—, dann haben Seebäder einen
ausgezeichneten abhärtenden Ef-
fekt.
STERN: Gibt es eine Minimal-
temperatur, unter der man nicht
baden soll?
HANSEN: Ich würde zumindest
für Kinder die Grenze bei 16
Grad sehen. Natürlich spielt die
Bewegung während des Badens
und danach eine große Rolle.
Beim Baden in der Brandung
zum Beispiel ist die Gefahr der
Auskühlung geringer.
STERN: Demnach bedeutet Ba-
den bei uns in Deutschland so
etwas wie einen Eingriff in den
Organismus?
HANSEN: Ja. Wie schwer wir es
im übrigen haben, den beim Ba-
den erlittenen Temperaturverlust
auszugleichen, sehen Sie an einer
Zahl: Der Körper braucht nach
einem Bad zwei bis drei Stunden,
um seine normalen Temperatur-
verhältnisse wieder zu erreichen.
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Leben,das
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(1.000 Kalorien täglich) von 29 Tagen.
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nichts zu verzichten. Höchstens auf ein paar Fettpölsterchen,
wenn Sie welche haben.
Ssiternlküelbe
FI
))
SOC
“ Iyr NS
Von Ulrich Klever
Für unser feinschmeckerisches
Wohlbefinden ist es genauso wichliy
ein gutes Omelett machen zu könne:
wie eine richtige Tasse Kaffee. Es ısı
auch nicht schwerer, wenn man
das Geheimnis kennt. Mir verriet es
Rudolph Stanish aus New York,
den man den Omelett-König nennt.
Er zeigte mir, wann und wie
man die Pfanne hochnehmen muß,
damit das Omelett gelingt
ören Sie bitte auf mein thode gefunden, narrensichere
Unbeschwert
süssen mit ASSUGRIN
22]stern
Kommando und vergessen
Sie, was Sie bisher gelernt ha-
ben. Ich habe auch meine fran-
zösischen Omelett-Tricks über
den Herd geworfen, weil ich
überzeugt wurde. Ein Mann, der
Jahr für Jahr 30 000 Omeletten
macht und dafür, Party pro Par-
ty, 125 Dollar bekommt („gleich-
gültig, ob es eine Party für 20
oder für 500 Gäste ist“), hat be-
stimmt die bestmögliche Me-
Omeletten zu zaubern. Und es
klappt, wenn man seine Rezepte
befolgt, ein bißchen Übung und
eine Menge Konzentration ge-
hören allerdings auch dazu. In
echt amerikanischer Reader’s-
Digest-Manier ausgedrückt lau-
tet das so: „Verbannen Sie alle
{fremden Gedanken und konzen-
trieren Sie sich auf das Omelett!“
Darf ich vorweg einmal defi-
nieren: Ein Omelett besteht nur
—
. Fr #
|
ee
Me #
RE:
1 u 4 #
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jenen gehören können, die einen Teil des
Geheimnisses kennen. Und wie Sie einen
von 777 Preisen gewinnen können.
Ungewöhnliches wird geschehen. [do]
Seien Sie a ae Legen Sie die
Suppenlöffel griffbereit. [mag]
In Kürze werden Ihnen die guten Guten
Appetit Suppen serviert. [pen] Zu einem Ein-
führungspreis, der eine Attraktion 1. Ranges
ist.
Was sind die Guten Appetit Suppen für
Suppen? [gi] Wer bringt diese Suppen?
Bald wird das Geheimnis vor aller Augen
gelüftet. Wenn Sie nicht so lange warten wol-
len, wenn Sie jetzt schon einen Teil des Ge-
heimnisses kennen möchten, tun Sie folgendes:
Antwort:
Bringen Sie die Wortbruchstücke in den
Kästchen in die richtige Reihenfolge. Ergänzen
Sie mit den Worten, die Sie gefunden haben,
diesen Satz: Guten Appetit Suppen heißen
die neuen.......
Schreiben Sie diesen Satz auf eine Postkarte.
Schicken Sie die Karte an Postfach 4273,
6 Frankfurt. Einsendeschluß: 9. September.
Diese Postkarte kann Ihnen Glück bringen.
Sie können einen von 777 schönen Preisen
gewinnen.
Wir haben getan, was wir konnten, um Ihnen
Appetit zu machen.
Jetzt sind Sie dran.
Teilnahmebedingungen t
Unter allen bis zum 9. September 1968 (Datum des Poststempels) einge-
henden richtigen Lösungen werden unter notarieller Aufsicht 777 Preise
ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden direkt
benachrichtigt.
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FORTSETZUNG
aus Ei und Gewürz plus ein we-
nig Flüssigkeit. Kommt auch nur
ein Löffelchen Mehl dazu, wird
es ein Eierpfannkuchen. Er muß
durchgebacken werden (wegen
dem Mehl), während das Ome-
lett innen noch flaumig weich
sein soll.
Über die Frage „Was ist wich-
tiger: Ei oder Pfanne?“ wollen
wir uns nicht streiten. Als Kü-
chentechniker fange ich mit der
Pfanne an. Wenn Sie Mitglied
der Geheimbruderschaft der
Omeletten-Macher werden wol-
len (Kennwort: Die Pfanne hoch
— aber nur ein bißchen), dann
schaffen Sie sich eine Spezial-
pfanne für Omeletten an, die Sie
zu nichts, aber auch zu wirklich
nichts anderem benutzen. Dann
hält sie ein Leben lang. Sie soll
schwer sein, einen dicken Boden
haben und eine völlig glatte
Oberfläche. Sie kann aus Stahl,
Kupfer oder Aluminium sein,
Bruder Stanish benutzt eine aus
Aluminium. Diese Pfanne wird
nie gespült, sondern nach Ge-
brauch noch warm mit einem
saugfähigen Küchenpapier aus-
gewischt. In der neuen Pfanne
erhitzen wir als erstes eine
Handvoll grobes Salz auf klei-
nem Feuer. Schütteln, bis das
Salz blaßgold geworden ist. In
der Pfanne verreiben. Ausschüt-
ten. Nun einen Teelöffel Butter
erhitzen, bis sie brutzelt. In der
Pfanne verteilen, ausgießen. Die
Pfanne mit einem Papier aus-
putzen. Nun kann omelettiert
werden.
a —
Frische Eier, deutsche Eier
so lautet der Slogan der frisch
gegründeten Dokumentations-
anstalt „Das Frischei“ (auch das
gibt es!). In ihrem Pressedienst
las ich, daß Jahr für Jahr 5,4
Milliarden Eier direkt vom Er-
zeuger zum Verbraucher gelan-
gen und genauso viele Frischeier
auf schnellem Wege über den
Handel rollen. Das freut den
Omeletten-Macher in mir, denn
Omelett-Eier müssen frisch sein.
Confrere Stanish (er gehört
wie ich der Chaine des Rötis-
seurs an) versteht unter frischen
Eiern solche, die 24 Stunden alt
sind. Bekommt er sie nicht, fügt
er pro Ei einen Teelöffel Was-
ser hinzu. Außerdem sollen die
Eier Zimmertemperatur haben.
Und nun wollen wir ihm einmal
auf die Finger schauen.
Das wahre Omeletten-Rezept:
3 frische Eier in eine Schüssel
schlagen. In einer Tasse 3 Tee-
löffel Wasser oder helles Bier
mit '/a Teelöffel Tabasco und
!/ Teelöffel Salz verrühren. Die
Eier so verquirlen, daß beim
Herausnehmen des Quirls ein
langer Faden zieht, das gewürzte
Wasser darunter rühren. Nicht
zu lange quirlen, sonst wird das
Omelett zu fest. Inzwischen ist
die Pfanne heiß geworden, so
daß einige hineingespritzte Was-
sertropfen blitzschnell in ihr
herumsausen. Eine bleistiftdicke
Scheibe Butter von einem Vier-
telpfundpäckchen in die Pfanne
geben, die Pfanne gut damit aus-
fetten. Bevor die Butter braun
wird, die Eimasse schnell hin-
eingießen. Mit der Rückseite ei-
Im nächsten STERN: Die Aktualitäten-Küche
ner Gabel kreisend verrühren,
während man die Pfanne hin
und her bewegt. Beginnt die Ei-
masse zu erstarren, verteilt man
sie in der Pfanne gleichmäßig
und hört mit dem Rühren auf.
Im nächsten Moment (das Ganze
hat knapp eine Minute gedauert)
wird die Masse glänzend: Das
Omelett ist fertig. Nun an der
Stielseite die Pfanne hoch und
das Omelett mit einer Gabel auf
einen heißen Teller rollen. Ser-
vieren.
Merke: Beim Omelett muß
alles bereit sein, die Zutaten, das
Geshirr und die Gäste. Man
kann immer nur ein ÖOmelett
gleichzeitig machen.
Garnierung: Tomaten, Brun-
nenkresse und Spargel. Lieber
das Omelett mit Kräutern, Käse
oder Pilzen bestreuen, als diese
Zutaten in die Eimasse geben.
Die Gefahr des Anhängens wird
sofort ganz groß.
Aus Mr. Stanish’s Omelett-
buch, für dessen Verbreitung
Edward Albee („Wer hat Angst
vor Virginia Woolf?“) sich so
einsetzte, daß es ein Bestseller
wurde (Albee hat durch Stanish
kein Angst vor Omeletten mehr)
pickte ich mir diesen Leckerbis-
sen heraus:
Kaviar-Omelett: Das Omelett
wie gelernt servieren, mit schar-
fem Messer der Länge nach ein-
schneiden und in diesen Schnitt
einen EBlöffel Kaviar (es darf
auch roter sein!) und 2 EBlöffel
sauren Rahm geben. Mit gehack-
tem Dill bestreuen. Ganz an-
dächtig essen.
Für die Auffindung des überall auf der Welt gesuchten
echten Schweizer Emmentalers und seines Landsmannes Greyerzer
wurde eine Belohnung von 5000 DM ausgesetzt. Die Bevölkerung wird
dringend gebeten, sich an der Suche zu beteiligen.
Echter Schweizer
Emmentaler
SWITZERLAND
Schweizer Emmentaler. 80 bis 90 cm groß. 80 bis
100 kg schwer. Kirschgroße Löcher. Mild und nuß-
artig im Geschmack. Besonderes Kennzeichen:
Er trägt auf seinem Laib den roten Stempel
SWITZERLAND.
Immer häufiger werden die beiden in vorverpack-
ten Stücken und in vorverpackten Scheiben ge-
sehen. Besondere Kennzeichen: Rotes Etikett beim
Emmentaler. Blaues Etikett beim Greyerzer.
Echter Schweizer
Greyerzer
SWITZERLAND
Schweizer Greyerzer. Ca. 60 cm groß. 40 bis 45 kg
schwer. Erbsengroße Löcher. Feinwürzig im Ge-
schmack. Besonderes Kennzeichen: Er trägt auf
seinem Laib den roten Stempel SWITZERLAND.
Vorsicht!
Der echte Schweizer Emmentaler wird
häufig mit ähnlich aussehenden, jedoch nicht aus
der Schweiz stammenden Käsen verwechselt!
Helfen Sie mit!
gaben zu machen:
1. Name und Anschrift der Geschäfte, in denen Sie echten
Schweizer Emmentaler, Greyerzer oder beide gefunden
haben.
2. An vielen Geschäften ist ein Schild angebracht: „Wir
führen echten Schweizer Emmentaler SWITZERLAND”.
Darauf steht eine Nummer, die Sie uns bitte auch nennen
wolten. Wenn kein Schild vorhanden ist, genügt die An-
schrift des betreffenden Geschäftes.
3. Benutzen Sie für Ihre Einsendungen die vorgedruck-
ten Teilnahmescheine, die Sie in Ihrem Lebensmittelge-
schäft vorfinden, oder eine 20-Pfennig-Postkarte.
Sie brauchen uns nur folgende An-
4. Jeder Teilnehmer darf pro Geschäft nur eine Karte
einsenden. Zu gewinnen sind: 1x5000DM und 2x2000DM
in bar sowie weitere 297 attraktive Preise. Jeder Teil-
nehmer kann nur einmal gewinnen. Wenn Sie aber das
Pech haben, nichts weiter zu gewinnen als die Bekannt-
schaft mit den beiden Echten, dann haben Sie schon
viel gewonnen, Sie Glückspilz!
Einsendeschluß ist der 12. Oktober 1968
(Datum des Poststempels).
Die Gewinner des Preisausschreibens werden unter Auf-
sicht eines Rechtsanwalts ermittelt. Der Rechtsweg
ist ausgeschlossen.
Schweizerische Käseunion AG, Preisausschreiben, Deutschlandbüro, 8 München 27, Postabholfach
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Soll ich Stalin
eins in die Fresse hauen ?«
FORTSETZUNG VON SEITE 56
fürchterlicher Lehrmeister der Poli-
tik.
Das allereindrucksvollste an ihm
aber war seine unerhörte, diaboli-
sche Geschicklichkeit. Einen größe-
ren Meister in der Kunst der Tak-
tik hat es in der Neuzeit nicht gege-
ben. Die unauffällige, ruhige Fassa-
de, so unschuldsvoll entwaffnend
wie der erste Zug eines Schachwelt-
meisters, war Teil dieser genialen,
beängstigenden taktischen Überle-
genheit.
Kollegen, die ihn öfter sahen als
ich, haben berichtet, daß sie gele-
gentlich auch andere Seiten an ihm
beobachten konnten: das Aufleuch-
ten der gelben Augen in einem An-
fall von Wut und Drohung, wenn
er sich zwischendurch an irgend-
einen unglückseligen Untergebenen
wandte; die teuflische Freude am
Quälen, die bei den großen Diplo-
maten-Essen der Kriegszeit aus den
höhnischen Trinksprüchen klang,
mit denen er seine Untergebenen in
Anwesenheit der Ausländer demü-
tigte, nur um seine Macht über sie
zu zeigen.
Ich selbst habe solche Dinge nicht
erlebt. Als ich ihm zum erstenmal
begegnete, war ich indessen schon
lange genug in Rußland, um einiger-
maßen Bescheid zu wissen. Aber
ich zweifelte während meiner Be-
suche nie einen Augenblick daran,
daß ich einen der bedeutendsten
Männer dieser Erde vor mir hatte —
groß vor allem im Bösen, wenn man
so will: unbarmherzig, schamlos,
gerissen, unendlich gefährlich; und
bei alledem: einen der wahrhaft
Großen unserer Epoche.
Berlin, März 1949
Im März 1949 unternahm ich kurze
Reisen nach Berlin, Frankfurt und
Hamburg, um meine Eindrücke
vom besetzten Deutschland aufzu-
frischen. In Berlin kam ich, natür-
lich mit einem Flugzeug der Luft-
brücke, am Abend des 12. März an.
Durch dunkle, verlassene Straßen
fuhr ich zum Harnack-Haus, das da-
mals ein Club- und Gästehaus der
Amerikaner war. Die Stadt wirkte
tot — ein Gespenst ihrer selbst.
Das hellerleuchtete Harnack-Haus
ragte aus der Dunkelheit wie eine
grelle Spelunke, die in einer schläf-
rigen Provinzstadt zu lange geöff-
net hält. Es war Samstag abend. Mit
den Lichtstrahlen sickerte Tanzmu-
sik aus den Fenstern. Autos park-
ten in langer Reihe auf der Straße,
und die deutschen Chauffeure, die
in der kalten Nachtluft murmelnd
auf- und abstampften, erinnerten
fatal an die pelzvermummten rus-
sischen Kutscher, die anno dazumal
vor den Nachtlokalen von Peters-
burg und Moskau auf ihre Herren
warteten.
Später machte ich einen langen
Spaziergang. Dies war einmal das
vornehme Villenviertel Dahlem. Die
Villen standen stumm, dunkel und
kalt. Wenn Deutsche noch in ihnen
wohnten, so kampierten sie darin
wie einst die Barbaren in den Pa-
lästen von Italien.
In dieser Nacht konnte ich nicht
schlafen.
Die schäbigen Wagen der ersten
Untergrundbahn ratterten über die
nahe Rampe ans Tageslicht, und
am Himmel über dem blockierten
_—
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noch besser, den Besuch unseres beratenden Mitarbeiters!
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Der neue
Großschaden-
Tarif
deckt alle Operations- und
Behandlungskosten bei stationärer
Behandlung in der 1., 2. oder
3. Krankenhaus-Pflegeklasse
Ein 25jähriger Mann zahlt, z. B., 9.80DM
für die Behandlungskosten 2. Klasse monatlich
Ein 45jähriger Mann zahlt dafür monatlich 16.70 DM
Eine Familie (Mann 24, Frau 23,
1 Kind 2 Jahre) zahlt dafür monatlich 34.20DM
Eine Familie (Mann 33, Frau 29, A A
2 Kinder 3 u. 7 Jahre) zahlt dafür monatlich 60 DM
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können Sie durch Tarif S Il als sog.
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Ihren Versicherungsbedarf für die Erstattung
ambulanter Kosten können Sie nach dem be-
währten Summen-System des Tarifes S I in
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> Ir Normalstück
| DM 80
)
...füur alle, die aktiver sind!
Soll ich Stalin
eins in die Fresse hauen ?:
FORTSETZUNG VON SEITE 99
Berlin zeigte sich die Dämmerung
eines grauen, feuchten März-Sonn-
tags.
Am folgenden Nachmittag lud ein
Freund mich in seine Wohnung ein,
wo ich den Westberliner Bürger-
meister Ernst Reuter treffen sollte.
Wir holten Reuter in seinem Haus
am Wannsee ab und fuhren mit
ihm zu meinem Freund nach Dah-
lem. Ich hatte ihn nie zuvor gese-
hen. Er war ein massiger Mann,
glattrasiert, mit hängenden Backen
und den blauen Ringen der Über-
müdung unter den Augen. Er war
gerade erst von einer Sitzung des
Parlamentarischen Rats in Bonn zu-
rückgekehrt.
Wir saßen in der Fensternische
des Wohnzimmers und tranken
Tee. Vor dem Fenster ragten hoch
und kerzengrade einige Kiefern aus
dem Schnee und überwachten un-
ser Gespräch mit düsterer Würde.
Ja, sie hielten die Stellung hier in
Berlin, sagte Reuter. Es sei jetzt die
schlimmste Zeit des Jahres. Die
Versorgung mit frischem Obst und
Gemüse sei auf dem jährlichen Tief-
punkt angelangt. Die Grippe gras-
siere. Aber solange wir Amerikaner
die Entschlossenheit zeigten, zu
bleiben, werde die Moral gut
bleiben.
Westdeutschland? Die Jugend sei
in Ordnung; nur in den Älteren
habe die Nazi-Gesinnung noch ein
Übergewicht. Die Jugend sei skep-
tisch und gegenüber den Führern
der neuen Parteien mißtrauisch. Er
könne ihr daraus keinen Vorwurf
machen. Die Politiker hätten zu lan-
ge in dem Vakuum gelebt, das aus
dem Fehlen von Verantwortung
entstehe. Nur indem man ihnen
Verantwortung übertrage, könnten
sie mit beiden Füßen auf die Erde
kommen. Deshalb sei irgendeine
Art deutscher Regierung nötig, je
eher, desto besser.
Auf keinen Fall aber, sagte Reu-
ter fast bettelnd, sollten wir die
Deutschen wieder bewaffnen. Ich
versicherte ihm, daß wir keine der-
artige Absicht hätten, aber ich
konnte ihn nicht überzeugen.
Es war dunkel geworden. Reuter
ging. Sein Platz wurde von Ameri-
kanern eingenommen, die zum
Abendessen kamen. Mit ihrer An-
kunft ging das Gespräch auf das
übliche Geplauder und Geschwätz
unter Auslandsamerikanern über.
Vergessen waren die Ruinen drau-
Ben, vergessen die zweieinhalb Mil-
lionen Menschen, die in Not und
Unsicherheit in dieser Stadt lebten,
vergessen die großen Flugzeuge,
deren Motoren wir in exakten Ab-
ständen von drei Minuten durch
den Regen brummen hörten.
Ich wunderte mich über die un-
erschütterliche Zähigkeit der gesell-
schaftlichen Umgangsformen von
uns Angelsachsen, und ich stellte
mir verzweifelt die Frage: Wie viele
Katastrophen müssen noch gesche-
hen, wie viele Städte noch zer-
schmettert werden, wieviel schreck-
licher müssen die sichtbaren Bewei-
se für Leid und Grausamkeit auf
Erden werden — bis wir Amerika-
ner aufhören, einander Drinks zu
servieren und ganze Abende lang
über die Preise von Antiquitäten,
den Ärger mit den Dienstboten und
die dürftige Auswahl an Schön-
heitsutensilien in den PX-Läden zu
schwätzen? =
Nr. 35 vom 1. September 1968
B:; heißt der Junge, der aus dem
Waisenhaus fortgelaufen ist. Die
Kinder haben ihn gefunden, und er
sagt ihnen, daß er nach Afrika will.
Dafür braucht er Geld. Die Kinder
überlegen, wie sie ihm helfen kön-
nen. Er erzählt ihnen wunderliche Din-
ge über seine Mutter. Und als er nach
den andern Kindern im Waisenhaus
gefragt wird, antwortet er: „Aber ich
war doch da oben das einzige Kind!“
E' ist ein Spinner!“ sagte Jamp
später zu den anderen. „Oder
glaubt ihr, was er erzählt?“
„Ich weiß nicht“, meinte Hans-
Peter. „Er ist jedenfalls ein un-
angenehmer Bursche.“
Tingi schwieg. Seine Mutter ist
eine russische Prinzessin, dachte
sie. Aber sie hat ihn nicht lieb.
„Wir müssen ihm helfen, daß er
fortkommt“, begann Jamp wieder.
„Wenn er zehn Mark hätte, könnte
er sich tagelang Brötchen kaufen.
Zuerst muß er in die Stadt, und
dann kann er ja Autos anhalten.“
„Klar“, sagte Hans-Peter. „Und
wenn er den großen Hafen erreicht
hat, soll er sehen, wie er ins Schiff
kommt. Ich kann mir nicht vor-
stellen, daß man blinde Passagiere
verhungern läßt.“
Plötzlich erschien ihnen alles
ganz einfach.
„Aber wir haben keine zehn
Mark“, erinnerte da Tingi.
Und schon sah die Sache wieder
anders aus.
„Wo steckt ihr eigentlich immer?“
stern
chen
Kinder haben sternchen gern
sternchen ist das Kind vom stern
fragte Jampus, der vor seinem Haus
GINA RUCK-PAUQUET
Der Junge
saß, um ein wenig Luft zu schnap-
pen. „Man sieht euch ja gar nicht
mehr.“
„Wir sind jetzt oft da hinten“,
antwortete Jamp, und seine Hand
mit der goldenen Trompete —_ recht unbestimmten
Ist Boris ein Spinner?
„Wir wollen nicht stören“, warf
Hans-Peter ein.
„Wieso?“ fragte Jampus. „Was
macht ihr denn?“
„Wir singen“, erklärte Tingi
rasch.
Jampus machte große Augen.
„Oh, dann komme ich aber mal
raus und höre euch zu.“
„Ja“, meinte Jamp. „Aber komm
lieber noch nicht. Wir üben nämlich
erst.“
„Wenn wir die Lieder können,
singen wir sie allen Leuten vor“,
sagte Tingi. „Das soll eine Über-
Der Blitz machte für Sekunden die Nacht hell. Und Tingi sa
im alten Boot mit einer goldenen Trompete ZEICHNUNG: DIETE
raschung sein.“
Hans-Peter trat ihr auf den Fuß.
Aber Jamp hatte einen Einfall.
„Glaubst du“, fragte er seinen
Vater, „daß wir dann Eintritt neh-
men können?“
Jampus lachte.
„Meinetwegen!“ sagte er. „Habt
ihr eigentlich keine Spur von dem
Burschen gefunden, der aus dem
Waisenhaus fortgelaufen ist?“ fiel
es ihm dann ein. „Der Vorsteher
sucht ihn immer noch verzweifelt.“
. „Was ist denn das für ein Junge?“
h Boris fragte Hans-Peter.
R LANGE „Ach“, Jampus streckte seine lan-
Nachdem der Roboter aus der Pyramide Jimmy das Gummipferd Die Amphibienmenschen flüchten, als sie
seinen Auftrag erfüllt hat: den Staudamm das Tosen des herabstürzenden Wassers
zu sprengen, steht sein Mechanismus still. erdacht und aufgezeichnet von Roland Kohlsaat hören. Auf Julio kommt eine Flutwelle zu
Die beiden werden EEE ef Der tote Pharao hat #2
„_—! herumgewirbelt 7 A \ sein Grab also doch X
und vom Sog unter eg noch geschützt.
Wasser gezogen. EU
Aber Jimmy ist wie Ä & ’ &
ein Gummiball. Er
_\, überwindet alle
Strudel. Dann hat
die Brandung die
| Rascher als gedacht ....
| wird Julio von der - \ ; x N FE <
“| Welle erfaßt. Er kann Zr ä Be) Ne Nm I — a8 ee;
| a 4 . Strömung reißt sie Im Dämmerlicht sieht Julio noch einmal die Silhouett
| y gen. immer weiter. der Pyramide. Der tote Pharao hatte endlich gesiegt.
)
ı Dann ist es soweit. In der
. \ Ferne kocht das Wasser. - en a - a ——
Julio und Jimmy waren nun den wilden Wassermassen >| Kirchturmhohe Fontänen Mitten hinein reißt es Julio und Jimmy. Im nächsten
ausgeliefert. Irgendwo mußten die Fluten gegen Felsen < — steigen nach allen Seiten. Augenblick ist nur noch Schaum um sie. Gegen diese
donnern und die beiden unabwendbar zerschmettern. = B=7.55° 1 Das ist die Hölle. Urgewalt ist nicht anzukommen. Fortsetzung folgt
—
stern ı0
Bild mit einer Num-
mer gehört ein Bild
mit einem Buchstaben.
Setze die Bilder richtig zu-
sammen und schreibe die da-
beistehenden Buchstaben in
der Reihenfolge von 1 bis 6
in die Kästchen unten. Zu-
diese Buchstaben das
Lösungswort
Das Lösungswort bezeichnet etwas, das wir für
alle möglichen Arbeiten stets an der Hand haben
Schreibe das Lösungswort auf eine Postkarte und
schicke sie bitte bis zum 16. September 1968 an
das sternchen, 2000 Hamburg 100, „Bilder-Lotto“
Auflösung aus Heft 31: Freude. 1. Preis: Kirsten
Höhne, Bremerhaven. 2. Bernd Kost, Stöckheim.
3. Klaus Rödel, Ismaning. 4. Karin Clever, Krefeld.
Die übrigen Gewinner sind benachrichtigt worden
ZEICHNUNGEN VON HANS JÜRGEN PRESS
ein Germania Hauszelt mit zwei Luft-
matratzen und zwei Schlafsäcken
2. Preis
ein Goldrad-Sportfahrrad
3.-10. Preis
je eine Kodak-Instamatic-Fotoausrüstung
11.-20. Preis
je ein Stabilbaukasten
21.-30. Preis
je ein Schüler-Schreibetui
31.-50. Preis
je ein Buch: „Spiel— das Wissen schafft“
51.-55. Preis
je ein Buch: „Die Abenteuer des Huckle-
berry Finn“
56.-75. Preis
je ein Taschenbuch: „Die Abenteuer der
Schwarzen Hand“
Doch nicht jeder Bürger lacht,
wenn man ihn so sauber macht.
Und der brave schwarze Mann
kommt bei ihnen gratis dran.
Paul und Reinhold zaubern keck
allen alle Flecke weg.
stern
DerJungemitdergoldenen Trompete
gen Beine aus, „er soll nicht ganz
richtig im Kopf sein. Was weiß ich!“
Die Kinder sahen sich bedeu-
tungsvoll an.
„Heute ist Samstag“, erinnerte
Jampus. „Dichterlesung bei Frau
Punkt und Herrn Komma. Wascht
euch die Ohren!“
Dann ging er ins Haus.
„Ich bringe Boris noch Brot und
Wurst“, sagte Hans-Peter. „Er will
draußen im Boot schlafen.“
„Na ja“, meinte Jamp. „Ist ja
schönes Wetter.“
Aber das stimmte nicht ganz.
Noch hing zwar die Sonne wie ein
blutroter Lampion über der Kirch-
turmspitze, aber schon schob sich
eine schwere Wolkenwand vor wie
ein riesiges Maul. Gleich würde es
sie verschlucken.
Um acht trafen sich die Leute bei
Frau Punkt und Herrn Komma.
Dann saßen sie im Halbkreis und
lauschten. Zuerst: las der Herr
Komma eine Abenteuergeschichte.
Sogar Samt und Seide waren ge-
kommen. Sie hockten oben auf dem
Schrank, und genau im spannend-
sten Augenblick warfen sie eine
Blumenvase um. Da lief Jampus
das kalte Wasser in den Kragen,
und die Gärtnerin lachte ihn aus.
Die Frau Punkt las die Glüh-
würmchengeschichte und noch aller-
hand lustige Verse. Einer ging so:
„Ein winzigkleines Känguruh,
Das war entsetzlich eitel.
Es trug vier rote Seidenschuh,
Und füllte seinen Beutel
Mit Blumen kunterbunt.
Dann kam der Winter, und
Das winzigkleine Kängereh,
Das kriegte kalte Zehen.
Es streute Blumen in den Schnee
Und ward nicht mehr gesehen.“
Plötzlich hörte Tingi, daß es in
der Ferne donnerte. Und obschon
sie sich vor nächtlichen Gewittern
noch mehr fürchtete als vor Ge-
spenstern, mußte sie doch immerzu
an Boris denken. Sie konnte ihm
das Treibhaus aufschließen. So
machte sie sich leise durch den
Türspalt davon und rannte in die
Dunkelheit hinaus.
Als sie endlich hinter der Gärt-
nerei atemlos anhielt, hörte sie den
Zauberfisch. Wieder sang er wie
an jenem Abend. Nein, er sang
noch viel, viel schöner. Und sein
Lied erklang vom alten Boot her.
Tingi nahm all ihren Mut zusam-
men und lief weiter.
„Boris!“ rief sie. „Boris!“
Dann, als sie nahe genug heran-
gekommen war, machte der Blitz
für Sekunden die Nacht hell. Und
Tingi sah Boris. Er saß auf dem
Bootsrand und spielte auf einer
goldenen Trompete.
Fortsetzungimnächsten sfernchen
Denn ein echter Schornsteinfeger,
der will schwarz sein wie ein Neger.
Brigitte bringt:
Über
608eite
Lange Mäntel —
kurze Röcke
Jacken im
Pilotenstil
Kostüme und
Mäntel
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und Kord
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Westenanzug
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machen
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Zigeunerstil x Kleider mit passendem Schmuck x Samtkleider
in Grau und Weiß x Schwarze Cocktail- und Abendkleider
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Wenn Sie in der nächsten Saison schick sein möchten,
so schick wie Brigitte, dann kaufen Sie sich dieses Heft.
Bizgpitte
Brigitte
Das große Modeheft überall im Handel
Rendezvous mit wilden Tieren
FORTSETZUNG VON SEITE 39
pranke mit herausgestreckten Kral-
len an meinem Kunstlöwen. Wie ich
nachher feststelle, gibt das vier
kleine Löcher. Die Luft, die heraus-
strömt, riecht nicht gerade gut, denn
wir haben das Tier mit den Abga-
sen des Autos aufgeblasen.
Mein Plastiklöwe schrumpelt
ein, und nach zwölf Minuten zieht
das ganze Löwenrudel uninteres-
siert ab, ohne ihn weiter beschädigt
zu haben. Die Löwen haben also
meinen künstlichen Löwen grund-
sätzlich so behandelt, als ob er ein
richtiger wäre. Nun mag er zwar
solch einer Großkatze ähnlich ge-
sehen haben, ganz bestimmt aber
hat er nicht das mindeste von
Löwengeruc an sich. Freilich Lö-
wen sind in erster Linie Augen-
tiere, auch wenn ihr Geruchsver-
mögen immer noch viel besser ist
als das des Menschen. Wie aber
werden sich Wildtiere verhalten,
die schlecht sehen, dagegen sehr gut
riechen können?
Ich wollte es mit Elefanten pro-
bieren. Seit kurzem bin ich glück-
licher Besitzer einer lebensgroßen
Dickhäuternachbildung. Fast zwei
Jahre lang hatte ich mich in Deutsch-
land bei den einschlägigen Fabri-
kanten um diese Sonderanfertigung
bemüht. Dann endlich erbarmte sich
ANZEIGE
meiner die Nürnberger Gummi- und
Plastikwarenfabrik. Und jetzt lag
das Riesentier kleingefaltet wie der
Geist in der Flasche in einem Kar-
ton hinter meinem Sitz. Ich fuhr zu
Ian Douglas Hamilton.
Hamilton ist ein junger britischer
Biologe, der seit zwei Jahren Ele-
fantenforschungen in den abge-
legenen Teilen des Manyara-Natio-
nalparks in Tansania betreibt. Ein
Nashorn hat schon einmal auf ihm
herumgetrampelt, ein Elefant sei-
nen Wagen durchbohrt, aber trotz-
dem hat er keine Angst vor gro-
den Tieren.
Wir pumpen den Elefanten mit
dem Autoauspuff auf. Zwei Stun-
den dauert das nur, während die
üblichen kleinen elektrischen Pum-
pen dazu 24 Stunden benötigen
würden.
Ian Hamilton stülpt sich die Vor-
derbeine des aufgeblasenen Riesen-
tieres einfach auf die Schultern, und
dann begibt sich dieser ungewöhn-
lich helle Elefant ein wenig zögernd
in den Busch hinein, genau auf eine
Elefantenherde zu. Die wilden
Dickhäuter interessieren sich sicht-
lich für den Neuling. Sie spreizen
die Ohren ab, sie prusten, stellen
die Schwänze auf und kommen im-
mer näher. Dann aber macht einer
Bandscheibenbeschwerden ?
Japaner entdeckten neues Heilmittel!
Der typische Bandscheibenschaden
äußert sich in heftigen Schmerzen,
deutschen Heilmittel
ausgewertet.
nach dem anderen kehrt und ver-
schwindet lautlos im Grünen.
Fünfmal machen wir den gleichen
Versuch — immer mit dem gleichen
Ergebnis. Die Tiere sind interes-
siert, kommen näher, bedrohen den
fremden Elefanten sogar, trauen
der Sache dann aber nicht und lau-
fen davon. Vielleicht liegt es dar-
an, daß unser Luftelefant viel hel-
ler ist als seine Vettern?
Wir suchen ein Schlammloc, in
dem sich Kaffernbüffel und Nashör-
ner zu suhlen pflegen. Es ist zäher,
klebriger,kohlenschwarzerSchlamm,
und er riecht nicht gerade gut. Wir
salben unseren Riesen von der
Rüssel- bis zur Schwanzspitze da-
mit ein; er sieht sofort viel echter
und zünftiger aus.
Den Elefanten
sinkt der Mut
Am nächsten Tag schleppt Hamil-
ton unseren schmutzüberkrusteten
Luftelefanten wieder in den Busch.
Jetzt sind zwei Bullen ernstlich an
ihm interessiert. Sie wollen sich
offenbar sogar mit ihm anlegen,
kommen jetzt viel näher heran, in
keineswegs freundlicher Haltung,
aber im letzten Augenblick schwin-
det auch ihnen der Mut, und sie
rennen schließlich im vollen Lauf
davon. Nie haben wir einen wilden
Elefanten dazu bewegen können,
MALINERT
Nach Einnahme der
unseren nachgemachten auch nur
mit dem Rüssel zu betasten. Sind
Elefanten zu klug — oder zu feige?
Unsere dritte Versuchsreihe gilt
den Nashörnern. Jetzt aber möchte
ich gern die Rollen tauschen: Die
anderen sollen filmen und protokol-
lieren, und ich selbst will mich mit
meinem aufgeblasenen Rhinozeros
unter die wilden wagen. Schließ-
lich muß man sich von Zeit zu Zeit
selbst beweisen, daß man kein
Angsthase ist.
Wir sind fast allein mit den wil-
den Tieren im Ngorongoro, dem mit
dreihundert Quadratkilometern
sechstgrößten Krater der Erde, wo
auf den weiten grünen Flächen mehr
als 25 000 Großtiere leben.
Auf einer kahlen Fläche sehen
wir ein ruhendes Nashorn. Es
schläft, und Nashörner haben einen
gesunden, tiefen Schlaf. Sie können
recht unwillig werden, wenn man
sie plötzlich weckt. Wenn man nicht
im Wagen sitzt, sondern auf zwei
Beinen nur etwas Plastikhaut
mit viel Luft darin vor sich her-
schleppt, benimmt man sich gegen-
über einem Nashorn schon sehr höf-
lich. Deswegen rufe ich es schon aus
großem Abstand an und werfe
Steine in seine Nähe.
Bald hebt das Tier die Ohren,
den Kopf, und steht gemächlich auf.
Es ist ein Bulle, und ich gehe lang-
sam auf ihn zu, halte mich geduckt
hinter dem Rücken meines Kunst-
Befreien Sie sich
von quälenden
die je nach der betroffenen Wirbel-
gegend in den Nacken, die Schultern,
den Rücken oder in das Kreuz aus-
strahlen. Diese Krankheit unserer
Zeit bringt es mit sich, daß heute
schon jeder zweite Berufstätige zwi-
schen 20 und 60 Jahren an den Fol-
gen der Überbelastung seiner Wir-
belsäule leidet.
Japaner entdeckten eine neue, dem
natürlichen Vitamin B nahestehende
Substanz, die besonders in den
Nervenzellen eine schmerzstillende,
heilende Wirkung entfaltet. Die da-
mit gewonnenen internationalen
Erfahrungen wurden in dem neuen
MALINERT-Dragees kommt es da-
her oft schlagartig zum Verschwin-
den der heftigen Schmerzen, selbst
wenn diese schon jahrelang bestan-
den und erfolglos behandelt worden
waren.
Zur direkten Behandlung der be-
fallenen Körperpartien empfiehlt
sich die Anwendung der hochaktiven
MALINERT-Salbe.
Nutzen Sie die modernen Er-
kenntnisse der Wissenschaft, um
mit MALINERT die so peinigen-
den Bandscheibenbeschwerden
und Rückenschmerzen zu beseiti-
gen!
Blähungen!
Blähungen sind ungewöhnlich weit verbrei-
tet. Sie können durch Luftschlucken, ge-
störte Verdauungsvorgänge oder aber durch
Stauungen im Leib entstehen. Die typischen
Beschwerden reichen dabei vom schnüren-
den Herzstechen über drückende Magen-
völle bis zu peinigenden Leibschmerzen und
Spannungen.
Bei den so quälenden Blähungen schafft das
moderne Heilmittel ELUGAN rasche Ab-
hilfe.
Weltweite Untersuchungen zeigten, daß bei
Blähungsbeschwerden die Luft im Leib
nicht in freier Form vorliegt, sondern in
einem trägen Schaumknäuel eingehüllt ist.
Die Gase können deshalb nicht mehr zur
Aufnahme durch die Darmwand gelangen
Kalte Beine - eine Qual!
Der so häufige Steh- und Sitzberuf
trägt vorwiegend die Schuld an der
weiten Verbreitung der Kreislauf-
und Durchblutungsstörungen. Heute
klagt schon jeder zehnte über Herz-
beklemmungen, bleierne Schwere und
Stauungen mit müden, schmerzenden
Beinen. Vielfach stehen auch das lästige
Ameisenkribbeln oder nächtliche Wa-
denkrämpfe im Vordergrund.
Hier hilft VENODRAG oft erstaunlich
schnell.
VENODRAG-Dragees enthalten näm-
lich eine vielbeachtete und weltweit
erfolgreich verwendete Substanz. Unter
deren Einwirkung kommt es zur spür-
baren Anregung der Blutzirkulation,
zur Steigerung der Herzkraft sowie
auffälligen Ausscheidung der an-
gesammelten Körperschlacken. Weiter-
104stern
hin werden die Adern gekräftigt
und mit frischem Sauerstoff versorgt.
Neben den Dragees verwendet man —
vor allem bei den so schmerzhaften
Beinleiden — zusätzlich die VENO-
DRAG-Salbe, die hochwirksam ist,
gleichzeitig aber einen fast kosmeti-
schen Duft besitzt.
Die durch VENODRAG auf breiter
Front aktiv werdenden Heilkräfte
führen zu einem rasch wiederkehren-
den Gefühl der kräftigen Durchblu-
tung und einer geradezu belebenden
Beschwingtheit. Der spürbare thera-
peutische Erfolg beweist, daß die
VENODRACG-Heilmittel die so be-
lastenden Beinleiden und Kreislauf-
störungen von Grund auf beeinflussen.
ab.
schnell
und werden gestaut. Der im ELUGAN ent-
haltene, praktisch unschädliche Wirkstoff
läßt diese schleimigen Blasen -sekunden-
zerfallen. Die freie Luft kann
deshalb wieder durch die Darmzellen auf-
genommen werden oder auf natürlichem
Wege entweichen. Die im ELUGAN zusätz-
lich noch verwendeten Fermente fördern
nachhaltig die Verdauung. Die ELUGAN-
Wirkung äußert sich in einem rasch auf-
tretenden Gefühl der Erleichterung, vor
allem aber in dem Verschwinden des so
lästigen „Aufgeblähtseins“. Auch die durch
die gestauten Gase bedingten Herz- und
Kreislaufbeschwerden klingen kurzfristig
MALINERT - VENODRAG - ELUGAN sind
in allen Apotheken rezeptfrei erhältlich.
nashorns, damit das richtige mich
nicht entdeckt.
Nashörner sehen recht schlecht,
das weiß ich. Wenn etwa ein Bulle
einem Weibchen folgt, geht er nicht
schnurstracks auf sie zu, sondern
schnüffelt sich auch auf offener
Ebene an ihrer gewundenen Spur
entlang. Wegen ihres schlechten
Sehvermögens greifen Nashörner
leicht an. Sie sehen nicht, was sie
da vor sich haben, stürmen auf den
vagen Umriß zu, halten aber mei-
stens kurz davor an oder rennen
dicht daran vorbei. Aber natürlich
weiß man nie ganz sicher, was ein
wildes Nashorn wirklich tun wird.
Der Nashornbulle
ist blind vor Eifersucht
Mein Nashornbulle kommt lang-
sam näher und wird immer erreg-
ter. Das merkt man leicht: Das
Schwänzlein geht hoch, er schnaubt,
hebt und senkt den Kopf, läuft ein
paar Schritte auf mich und mein
Luftnashorn zu, weicht dann wieder
zurück. Er beginnt richtig zu tän-
zeln, genau wie es zwei Nashorn-
bullen tun, die sich unbekannter-
weise treffen. Einer will den ande-
ren einschüchtern, jeder hofft, der
andere werde abdrehen und davon-
laufen. Doch den Gefallen tun wir
unserem Gegner nicht. Er wird
immer mutiger, aber wenn er zu
nahe herankommt, brauche ich nur
mein Rhinozeros etwas anzuheben
und zu bewegen, schon sinkt dem
Angreifer der Mut, und er zieht
sich wieder zurück.
Ich komme mir vor wie ein
Torero in der Arena. Das Tänzel-
spiel mit dem Nashornbullen macht
mir Spaß, und ich vergesse ganz,
daß mich nur Luft und ein bißchen
Plastikhaut von ihm trennen. Ich
richte mich sogar aus meiner ge-
bückten Stellung auf, stehe jetzt
aufrecht hinter meinem Riesenspiel-
zeug, doch das wilde Nashorn
nimmt das nicht wahr. Auch daß
mein Tier gar nicht nach Nashorn
riecht, nimmt er nicht zur Kenntnis.
Er ist viel zu eifersüchtig.
Aber er greift auch nicht ernst-
lich an. Nur einmal berührt sein
Horn den Kopf meines Kunsthorns,
und ich habe schon Ansst, daß er
merkt, wie weich der Schwindel
ist. Aber nichts dergleichen. Ich
hätte noch stundenlang mit dem
wilden Bullen umeinanderherum-
tänzeln können, und da das Spiel
mir allmählich langweilig wird,
ziehe ich mich zu meinem Gefähr-
ten im Wagen zurück. Ich muß
rückwärts gehen und den Kopf
meines Nashorns dem andern immer
zugewandt halten. Würde ich mich
umdrehen, so könnte das der Bulle
als Zeichen der Angst und einer
Niederlage ansehen und mich von
hinten berennen. So aber geht er
erst zu der Stelle, wo ich eben ge-
standen habe, und beschnüffelt
interessiert den Boden. Dann folgt
er langsam meiner Spur, mit der
Nase stets dicht am Boden. Schließ-
lich bleibt er endgültig stehen — und
läßt einen wahren Wasserfall ab,
gerade auf meine Spur. =
3/68 F
MARS SCHOKOLADENVERTRIEB GMBH DÜSSELDORF AT un.
stern|o
ln
unserer Ehe
war was los! »»
Frauen können nicht logisch denken, heißt es immer. Helga von W. muß es können,
recht erfolgreiche sogar. Frauen, die logisch denken können, sind aber nicht weiblich,
von W. ist ganz und gar weiblich. Sie hat ein gutgeratenes Kind, nimmt die Liebe
überhaupt eine fabelhafte Person. Nur
Journalisten heute noch, wenn die vitale
HELGA v. W.: Nun löchern
Sie mich schon zum zweiten-
mal mit der Frage, woran
meine Ehe kaputtgegangen
ist. Erwarten Sie wirklich, daß
ich Ihnen das in drei Worten
erkläre? Seien’s mir net bös,
aber das find’ ich vermessen!
Was weiß man denn selber,
wenn man mitten drin
steckt... Das heißt, ich wüßt’s
schon... Wissen's was?
Wenn Sie mal einen Monat
Zeit haben, und ich hab’ zu-
fällig auch gerade einen Mo-
nat Zeit, dann tun wir uns
zusammen, und ich werd’ ver-
suchen, Ihnen das Ganze aus-
einanderzudröseln, wenn das
langt, ja?
O je! Diese Frau ist ein
Brocken! Sie ist die mider-
borstigste, kritischste, unbe-
quemste von allen Geschie-
denen, die ich bisher inter-
viervt habe. Nach acht Ehejah-
ren in München hatte sie sich
zeitiweilig von ihrem Mann
getrennt („der allerletzte Ver-
such!“), aber das Experiment
schlug fehl, aus der provisori-
schen Trennung wurde eine
endgültige. Jetzt lebt sie also
seit fünf Jahren in Hamburg,
drei davon geschieden. Wir
essen auf dem Süllberg bei
Blankenese zu Abend, in einer
ungestörten Nische mit Blick
auf die unten auf der Elbe
vorbeiziehenden Schiffe.
Helga v. W. trägt ein weißes,
grobgehäkeltes Chanelkostüm
mit blauroter Umrandung; sie
hat breite Schultern, auffal-
lend feingliedrige Hände und
das Gesicht einer nach Nord-
deutschland versprengten Ita-
lienerin, die sich nach Hitze
und starken Farben zurück-
sehnt.
106|stern
Die
geschiedene
Frau
Ein Bericht
von
Eva Windmöller
5. Folge
99 \Venn eine
Ehe zum
Teufel geht,
bleibt die
Schande
an der Frau
hängenge
vielleicht bestünde ihre Ehe mit einem
junge Frau gelegentlich nicht ganz so fa-
STERN: Stellen wir die Frage
anders: Was würden Sie
heute nicht mehr machen,
wenn Sie noch mal von vorn
anfangen könnten?
HELGA v. W.: Ah, ihr Jour-
nalisten seid schrecklich!
Erstens ist das eine ganz
hypothetische Frage, Sie kön-
nen nie mehr von vorn an-
fangen, Gott sei Dank, möcht’
ich sagen. Die berühmte
Wunschvorstellung: Noch mal
zwanzig sein mit der Erfah-
rung von heute? Grauenvol-
ler Gedanke! Nein, nicht für
mich, bitt’ schön! Zweitens
machen Sie doch die gleichen
Fehler immer und immer wie-
der mit gelegentlichen Ab-
wandlungen. Das Uhrwerk da
drinnen können’s net ändern.
Mit zunehmenden Jahren be-
kommen Sie sich vielleicht ein
bisserl besser in die Hand,
das wär ja auch schon was. Es
ist komisch, ich weiß nicht,
warum, aber es ist so: Wenn
in Deutschland eine Ehe zum
Teufel geht, bleibt die Schande
an der Frau hängen. Haben
Sie darüber schon mal nach-
gedacht? All meine Bekann-
ten und Verwandten und so-
gar meine Freunde haben mir
hinterher erklärt: Du hast
versagt. Wahrscheinlich aus
dem Unterbewußtsein her-
aus, eine Frau sollte sich am
Ende doch lieber dreinschik-
ken. Und wenn sie’s nicht ge-
sagt haben, haben sie’s ge-
dacht.
STERN: Und wie denken Sie
selbst darüber?
HELGA v. W.: Ich denk’, daß
ich ganz bestimmt... ha!
Nein, so leicht kriegen’s mi
net! Aber ich will Ihnen was
anderes verraten. Außenste-
hende können immer so wun-
derschön über eine Ehe urtei-
len, hinterher. Das war ja
vorauszusehen, sagen sie und
sind so klug, als hätten sie
einen Spion unterm ehelichen
Kopfkissen gehabt. Dabei
wissen sie nichts, gar nichts!
Die entscheidenden Dinge
zwischen Mann und Frau
spielen sich ohne Zeugen ab.
Bei mir haben sie alle gesagt:
Nach acht Jahren kam eine
Krise, da hat sie ihre Koffer
gepackt, und die Ehe war
zum Teufel. So schaut das
von außen aus. Keiner kommt
auf die Idee, zu sagen: Alle
Achtung, die beiden haben es
immerhin acht Jahre mitein-
ander ausgehalten! Stellen
Sie sich vor, das sind bald
dreitausend Tage und Nächte!
Wo sie es doch bei Gott nicht
leicht miteinander hatten.
STERN: Auf die Gefahr hin,
daß Sie mich für penetrant
halten, aber dieses Gespräch
bleibt ja anonym, wie Sie
wissen. Wieso hatten Sie es
nicht leicht miteinander?
HELGA v. W.: Weil’s bei uns
eine Leidenschaft war bis zum
Schluß. Weil wir uns beide
hundertprozentig reingewor-
fen haben. Da war was los,
kann ich Ihnen sagen, da
hat's geknallt, vom ersten
Tag an. Acht Jahre sind das
Optimum dessen, was eine
Leidenschaft aushält. Wenn
ich sehe, was die Frauenzeit-
schriften uns heute immer
noch an Patentrezepten unter-
jubeln, schüttelt's mich: Ehe
ist Gewöhnung, die Liebe läßt
natürlich nach, Hauptsache,
Sie stellen ihm ein Röschen
vor den Frühstücksteller. —
sie ıst Anwältin, eine
heißt es weiter. Helga
sehr wichtig und ist
„wei Jahre jüngeren
belhaft gewesen wäre
Himmel noch amal, wie kann
man so harmlos sein! Die Be-
ziehung zwischen Mann und
Frau ist noch nie harmlos ge-
wesen, die geht bis an den
Rand der Existenz, jeden-
falls für den, der sich ins
Feuer begibt. Wer natürlich
auf Sparflamme koct, hat
länger was davon. Gehen Sie
mir weg mit diesen Vor-
sichtskrämern! Wir leben im
aufregendsten Jahrhundert
aller Zeiten, die Welt ist voll
von Revolutionen, und aus
der Häkelecke der Ehebera-
tungtönt es immer noch: Zieh’
ein Gartenzäunchen um dich
herum, Männer haben große
Füße, sie achten nicht dar-
auf, wohin sie treten.
Frau v. W. zerlegt mit bemweg-
lichen Händen den Fisch, träu-
felt Zitrone darauf und be-
streut ihn mit Petersilie, be-
vor sie ihn mit Hingabe ver-
speist. Sie spricht über die
Ehe mit dem gleichen Engage-
ment mie Melina Mercouri
über Griechenland, echauf-
fiert sich jedoch nicht im ge-
ringsten dabei. Dies sind ab-
geschlossene Erkenntnisse —
aufgeregt hat sie sich vorher.
Frau v. W. arbeitet für eine
Maklerfirma und reist viel.
Sie bemohnt eine Dreizim-
mermohnung in einer alten
Villa, durch deren vermwilder-
ten Garten ein Alsterarm
fließt. Auf dem Speicher hat
sie teure Lederkoffer aus Rom
stehen, alles selbstverdient.
Geld bedeutet für sie, Stil
zu haben — beziehungsweise,
ihn sich leisten zu können.
STERN: Wer hatte mehr Er-
folg im Beruf, Sie oder Ihr
Mann?
HELGA v. W.: Ah, darauf
_—
NEU RANOL”;
mit Zweiphasenwirkung
Ranol flüssig ist mehr als ein vorbeugen-
des Tonikum - Ranol flüssig istein echtes
Venen-Therapeutikum von hohem Wert
© durch seine neuartige Wirk-
stoffkombination,
© durch die hohe Konzentration
der Wirkstoffe,
© durch das Zweiphasen-System
(Tages- und Nachtform).
Beinleiden entstehen nicht von
heute auf morgen. In der Regel
liegt eine angeborene Venen-
schwäche vor, die sich aber erst
bemerkbar macht, wenn der
Kreislauf besonderen Belastun-
gen ausgesetzt ist. Es stellen sich
Beschwerden ein, wie Schwere-
gefühl in den Beinen, Anschwel-
len von Knöcheln und Beinen,
Kribbeln bis zu ziehenden
Schmerzen usw. Besonders nach
Schwangerschaften machen sich
oft die so lästigen Krampfadern
bemerkbar. Menschen mit diesen
Beschwerden stellen häufig an
sich fest, daß sie schnell ermüden,
oft abgeschlagen und nervös sind
— die bekannten Begleiterschei-
nungen einer vorhandenen Durch-
blutungsstörung.
Ein wirksames Arzneimittel gegen Bein-
leiden muß also in erster Linie die Durch-
blutungsstörung beseitigen und gleich-
zeitig die Venenwände stärken.
fl \
Gesunde Beine durch RANOL
Ranol flüssig tut dies - und noch mehr.
Ranol flüssig
@ verbessert die Herzleistung,
@ steigert die Durchblutung,
© fördert den Rückfluß des
Venen-Blutes,
@ vermindert so den Druck in
den Venen,
@ erhöht die Strömungsge-
schwindigkeit des Blutes,
© senkt die Gerinnungsneigung
des Blutes,
© sorgt für optimale Sauerstoff-
versorgung der Gefäßwände,
® strafft die Venenwände,
@ wirkt schmerzstillend.
Warum Zweiphasen-System ?
Menschen mit Durchblutungs-
störungen fühlen sich am Tage oft
Das Venen-
Therapeutikum
mit hochaktivem
Zweiphasen-System
(Tages- |
“ und Nachtform)
822/1
müde und abgeschlagen; Nervo-
sität und innere Unruhe führen
häufig zu Schlafstörungen, die
Abgeschlagenheit am nächsten
Tag ist umso schlimmer. In die-
sen gestörten Tag-Nacht-Rhyth-
mus der Körperfunktionen greift
Ranol flüssig regulierend ein. Die
Tagesform von Ranol flüssig
wirkt zusätzlich anregend und
leistungssteigernd, die Nachtform
dagegen beruhigend und schlaf-
fördernd.
Ranol flüssig
hat eine spürbare Sofortwirkung
Sofort nach der Einnahme von
Ranol flüssig spüren Sie neue
belebende, pulsierende Kraft
durch die Adern strömen. Frische
und Beschwingtheit lösen das
Gefühl der Mattigkeit ab, ein
deutliches Zeichen dafür, daß das
Blut kräftiger durch die Adern
pulst. Oft schon nach wenigen
Tagen bessert sich das Schwere-
gefühl in den Beinen. Ihre Beine
scheinen leichter zu werden.
Gehen und Stehen werden Ihnen
weniger zu schaffen machen als
zuvor. Die Schmerzen in den
Krampfadern bessern sich, ein
Fortschreiten von neuer Krampf-
adernbildung wird gebremst. Sie
können sich wieder Ihrer Beine
freuen.
Eine Neuheit zur äußeren Behandlung von Beinleiden RANOL-G=L
Die Anwendung von Ranol-Gel wird zur Unterstützung der Behandlung mit Ranol flüs-
sig besonders bei oberflächlichen Krampfadern empfohlen. Ranol-Gel hat eine neuartige
hochwirksame Zusammensetzung, es verbessert die lokale Durchblutung. Ranol-Gel
wirkt außerdem abschwellend und schmerzlindernd. Den spontanen Kühleffekt von
Ranol-Gel werden Sie als besonders angenehm empfinden neben der Tatsache, daß
diese neuartige Einreibung garantiert nicht klebt und nicht fettet.
Beginnen Sie noch heute mit Ihrer Ranol-Kur. Fragen Sie Ihren Apotheker nach Ranol
flüssig und Ranol-Gel und überzeugen Sie sich selbst von der durchgreifenden und
belebenden Wirkung dieser Arzneimittel.
Melusin Arzneimittel GmbH - Düsseldorf
ARZMEIMITTEL
stern |1% A
eelch weiß nicht, ob ich noch einmal heiraten will. Aber ganz
bestimmt willich wieder einen Mann. Jede Frau willeinenMann!ge
wollen Sie hinaus... Nein,
das war bei uns kein Thema.
Dafür waren unsere Berufe
zu verschieden. Ich hab’ zeit-
weise mehr Geld verdient,
wenn Sie das meinen, aber
das besagt überhaupt nichts.
Mein Mann hat zwei Jahre in
Paris als Fotograf gearbeitet,
er ist gar kein deutscher Typ,
auf Reisen hält man ihn
immer für einen Franzosen.
Er ist voller Unruhe und
fängt zu viele Dinge auf ein-
mal an, er war auch nicht
lange fest angestellt. Aber
wenn er sich erst einmal in
eine Sache verbeißt, bringt er
mehr zuwege als ich, er ist
Quartalsarbeiter. Als wir ge-
heiratet haben, war er 23 und
fing gerade an, seine Texte
selber zu schreiben, heute
verdient er mit Schreiben
mehr als mit Fotografieren.
Ich war 25, hatte meine Refe-
rendarzeit hinter mir und war
bereits Mutter eines sechs-
jährigen Sohnes; ich hab’ nach
dem Abitur ein Kind _ ge-
kriegt und den Mann gegen
den Widerstand meiner ge-
samten Familie sitzen lassen,
das einzig Vernünftige, was
ich tun konnte. Man müßte
jungen Leuten bei Strafe ver-
bieten, mit achtzehn den Füh-
rerschein und mit zwanzig
den Trauschein zu machen,
das ist in beiden Fällen glat-
ter Selbstmord!
STERN: Glauben Sie, daß
eine Ehe ein Leben lang gut-
gehen kann?
HELGA v. W.: Das ist wie-
der so eine Frage... Es
kommt ja auf die Ansprüche
an. Je höher man organisiert
ist, je mehr man voneinander
will, desto größer sind die
Angriffsflächen. Ein Feuer
brennt nicht ewig, irgend-
wann erlischt es, und dann
muß jeder für sich wissen, ob
er sich mit der Glut zufrieden-
geben will — [mit ironischem
Lächeln) die wärmt ja mit-
unter auch noch ganz schön.
STERN: Der Kölner Arzt und
ehemalige Universitätsdozent
Dr. Werner Kaufmann, ein
alter Herr von 72, hat kürz-
lich vorgeschlagen, Ehen auf
Zeit zu schließen. Bei jungen
Ehen ist immer die Gefahr,
daß der Mann sich rascher ent-
wickelt und die Frau zurück-
bleibt, oder die Frau entwik-
kelt sich rascher und der
Mann bleibt zurück, oder
beide gehen im gleichen
Schritt, aber in auseinander-
strebende Richtungen. In allen
Fällen sei es besser, Schluß
zu machen, das andere sei
doch „dumpf ertragene Last“
106]B stern
und Heuchelei, nur wenn Kin-
der da wären, solle man bis
zu deren 18. Lebensjahr war-
ten.
HELGA v. W.: Das ist wieder
nix Halbes und nix Ganzes,
a Schmarrn. Leute, die kein
Kind haben, lassen sich so-
wieso leichter scheiden, wenn’s
nicht mehr stimmt. Aber
meist sind doch Kinder da,
und da fängt das Problem
doch erst an! Es ist schlecht
für ein Kind, wenn unglück-
Die
seschiedene
Frau
99 \it
zwanzig den
Trauschein —
das ist
doch glatter
Selbstmord! m
liche Eltern sich nicht schei-
den lassen. Was soll man
machen? Irgend etwas macht
man immer falsch. Meine
Eltern haben mich ins Inter-
nat geschickt, weil ich meine
Schwester tyrannisierte, das
war auch verkehrt, denn ich
hab’ meine Schwester tyran-
nisiert, weil sie mir vorge-
zogen wurde. In Amerika
habe ich Eltern getroffen, die
ihre Kinder mit dem Psycho-
logiebuch in der Hand er-
zogen, und heute nehmen
diese Kinderchen LSD. In
Deutschland hab’ ich Freunde,
die durch den ganzen Nazi-
Schlamassel eigentlich restlos
verkorkst sein müßten, aber
die sind weniger labil als die
Zwanzigjährigen.
STERN: Wie ist Ihr Junge mit
seiner Situation fertig ge-
worden?
HELGA v. W.: Mein Junge ist
heute fast schon ein Mann.
Ich kann’s net wissen, was er
mir später mal vorwerfen
wird. Bis jetzt hat er mir
noch nix vorgeworfen, ich bin
seine Vertrauensperson, er
erzählt mir mehr als Abitu-
rienten ihren Müttern nor-
malerweise erzählen. Aber
manchmal denk’ ich mir, ich
hab’ zwei schwerwiegende
Fehler schon allein dadurch
gemacht, daß ich ihn geboren
habe — erstens ohne amtlich
beglaubigten Vater, und zwei-
tens bin ich keine ideale Mut-
ter, ich müßte ausgeglichener
sein, ich bin ja selbst noch
nicht fertig.
STERN: Haben Sie noch Ver-
bindung zum Vater Ihres
Sohnes?
HELGA v. W.: Nein. Mein
geschiedener Mann ist der
Vater, er hat den Jungen
adoptiert, damit er einen
Namen hat, aber nicht nur
deshalb. Mein Sohn geht im
nächsten Jahr für ein Jahr
nach England, dann will er
Journalist werden, der Alte
kümmert sich finanziell und
beruflich um ihn. Die Leute
glauben immer, man muß mit-
einander bös’ sein, wenn man
geschieden ist, das ist doch
überholt!
STERN: Halten Sie Ehekräche
für gefährlich?
HELGA v. W.: Nicht, wenn
sie explosiv sind, wie sie’s bei
uns waren. Kalte Kräche ja,
die sind der Tod. Ah, wir sind
beide explodiert und waren
kreuzunglücklich, dann haben
wir uns versöhnt und waren
himmelhoch glücklich, alles
immer im Zickzack, dadurch
lernten wir uns kennen und
wußten über einander Be-
scheid. Zum Krach gehört
auch Mut! Es gibt Frauen, die
haben immer Haltung, das ist
verdächtig. Sie wagen nicht,
sich zu äußern, aus Angst, sie
vergeben sich was, und dem
Alten, der sie dann plötzlich
so sehen würde, wie sie wirk-
lich sind, könnte die Erkennt-
nis dämmern: Was für a Biß-
gurn hab’ ich da bloß geheira-
tet! — In den ersten beiden
Jahren meiner Ehe hab’ ich
dreimal in fieberhafter Eile
die Koffer gepackt, den Haus-
türschlüssel auf den Sims ge-
legt und die Milch abbestellt
und bin zu meiner Mutter ge-
fahren. Die hat mich getröstet,
heimlich meinen Mann an-
gerufen und mich am näch-
sten Tag wieder zurück-
geschickt. Einmal hat mein
Mann mich beim Packen über-
rascht und mich gefragt, ob er
mir schon ein Taxi bestellen
solle, da war das ganze Ma-
növer für die Katz.
STERN: Was haben Sie nach
Ihrer Gerichtszeit gemacht?
Wollten Sie eine Anwalts-
praxis aufmachen?
HELGA v. W.: Ich hatte eine
Zeitlang die Idee, ja. Zuerst
hab’ ich bei einem Kollegen
als Sozius gearbeitet, aber
dann fand ich, das sei nicht
gut für meine Ehe. Mein Mann
war freizügig, ich angebun-
den, das gab Spannungen.
Durch einen Vetter bin ich in
eine Maklerfirma hineinge-
kommen, Häuser und Grund-
stücke. Das ist eine ganz gute
Kombination für mich, ich
vertrete die Interessen der
Firma und führe Verhandlun-
gen mit den Kunden, ich be-
kam dadurch mehr Freiheit.
Frau v. W. fährt mit einem
ovalen, mattrosa glänzenden
Zeigefingernagel an den Des-
serts auf der Speisekarte her-
unter. Bei „Birne Helene“ ver-
hält sie. — „Das hat die mei-
sten Kalorien“, sage ich. —
„Dann ist’s grad’ recht für
uns“, lacht sie und scheucht
den Ober mit einer liebens-
mürdigen Bestimmtheit, die
Routine in großen Hotels ver-
rät. Sie ist ein starkes Tier,
undenkbar, daß sie je im Le-
ben resigniert.
STERN: Wollen Sie wieder
heiraten?
HELGA v. W.: Ob ich heira-
ten will, weiß ich nicht. Ganz
bestimmt will ich wieder
einen Mann! Jede Frau will
einen Mann.
STERN: Es sieht nicht so aus.
Nach der ersten umfassenden
Scheidungsumfrage, die das
Film- und Fernsehteam Stro-
bel-Tichawsky kürzlih in
München durchgeführt hat,
will nur ein Drittel der ge-
schiedenen Frauen zwischen
25 und 40 wieder heiraten.
Das zweite Drittel ist un-
schlüssig, die Frauen des letz-
ten Drittels sagen, sie hätten
nun wirklich genug von den
Männern.
HELGA v. W.: Das glaube ich
nicht! Das glaub’ ich keiner
Frau! Wenn eine das behaup-
tet, lügt sie! Oder sie ist
——
8216
y DM eu Verk-Pres
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" Artikel-Nr.
? Aal Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Grossbritannien
Amae Strümpfe von Falke
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Auch in
Schuhmode - created by
99 ie meisten MännersindsensibleralsFrauen. Undauchtreuer gg
dumm und hat aus ihrer ge-
scheiterten Ehe nichts gelernt.
STERN: Was haben Sie dar-
aus gelernt?
HELGA v. W.: Sie machen
mir Spaß! Ich kann ja nun
schleht zugeben, daß ich
dumm bin. Ich bin toleranter
geworden, das hab’ ich aus
meiner Ehe gelernt. Und
außerdem hab’ ich endlich ka-
piert, wenn auch leider zwei
Jahre zu spät, daß Männer
keine normalen Menschen
sind.
STERN: Ein interessanter Ge-
sichtspunkt....
HELGA v. W.: ...jetzt tun
Sie bloß nicht so, als ob Sie
das nicht wüßten!
STERN: Ich weiß es mittler-
weile auch. Eine Freundin
von mir hat mal gesagt: Es
gibt Eskimos in Grönland und
Giraffen im Zoo und Dampf-
lokomotiven und Kranken-
schwestern und Hauskatzen
und noch unzähliges andere,
was sich auf der Welt bewegt.
Und dann gibt es eben auch
Männer. Das sind fremde We-
sen.
HELGA v. W.: Das werde ich
stehlen! Das ist pfundig! Ja,
genau! Mannsbilder sind We-
sen von einem anderen Stern.
Sie denken anders. Dadurch
kommen so blödsinnig viele
Mißverständnisse auf. Ein
Mann denkt geradeaus. Er ist
einfach nicht in der Lage, die
komplizierten Gefühlswin-
dungen, die dem weiblichen
Denken voraufgehen, nachzu-
vollziehen.
STERN: Das macht die Sache
ja so hoffnungslos. Man
glaubt, dieser Mensch muß
doch jetzt begreifen, was man
will, Sie haben es ihm doc
deutlich genug zu verstehen
gegeben. Und dann merken
Sie nach einer Weile, daß er
es nicht einmal ahnt.
HELGA v. W.: Selber schuld,
kann ich nur sagen. Mit feinen
Andeutungen kommen Sie da
nichf weiter. Sie müssen ihm
klipp und klar auseinander-
setzen: Das ist so und so und
so! Am besten, Sie nehmen
noch ein kleines Hämmerchen
und hauen ihm zur Bekräfti-
gung ein paarmal leicht auf
den Kopf, damit er es auch
bestimmt kapiert.
STERN: In der Scheidungs-
umfrage wurden die meisten
Klagen darüber laut, daß
Männer so unsensibel sind.
HELGA v. W.: Also, das ist
nun wieder etwas ganz ande-
res! Da bringen wir aber jetzt
zwei Sachen durcheinander.
Das hat doch mit dem Denk-
prozeß nichts zu tun! Ein
Mann denkt vielleicht ein
bisserl einseitig. Er denkt an
seinen Beruf — bumms aus!
Dann denkt er an seine Frau
— bumms aus! Nie beides zur
gleichen Zeit. Deshalb sind
Männer ja auch einfach un-
fähig, zu Hause anzurufen,
um zu sagen, sie kämen spä-
ter zum Essen heim. Deshalb
Die
geschiedene
Frau
8 UOhne
Leidenschaft
macht mir
die Ehe
einfach
keinen
Spalgg
müssen sie doch nicht unsen-
sibel sein! Sie machen -mich
zum Advocatus diaboli — aber
ich muß jetzt tatsächlich ein-
mal eine Lanze für die Män-
ner brechen. Und wenn alle
Frauen mich für eine Verräte-
rin am eigenen Geschlecht
halten: Ich behaupte es, und
ich habe es in der Praxis im-
mer wieder festgestellt, daß
dreiviertel aller Männer sen-
sibler sind als Frauen! Und
auch treuer!
STERN: Das ist allerdings
eine kühne Behauptung. Wor-
auf stützt sich die?
HELGA v. W.: Auf meine
eigenen Erfahrungen natürlich
nur. Glauben denn Sie, Frauen
seien sensibler?
STERN: Sie haben zumindest
mehr Instinkt von Mutter Na-
tur mitbekommen, mehr Wit-
terung für Störungen und Ge-
fahr.
HELGA v. W.: Sie meinen,
weil sie Kinder kriegen?
STERN: Unter anderem zum
Beispiel. Haben Sie noch nicht
erlebt, daß Männer weit we-
niger als Frauen die Span-
nungen zwischen Menschen in
einem Raum mitbekommen?
Sie merken nur das, was sie
selbst betrifft. Außerdem bin
ich sicher, daß sie nur halb
soviel über uns nachdenken
wie wir über sie.
HELGA v. W.: Warum soll-
ten sie auch. Das wichtigste
für sie ist der Beruf, und für
die Frau immer noc die
Liebe, trotz aller Emanzipa-
tion, da gibt es keine Brücke
zwischen den beiden Welten.
Die wird es auch nie geben.
Glauben Sie, zwei Männer
würden hier beim Essen zu-
sammensitzen wie wir und
über nicht ganz greifbare Pro-
bleme reden, die im Augen-
blick gar nicht aktuell sind?
Die hätten das Thema längst
durch, darauf können Sie sich
verlassen, und würden über
den Fußball oder über den
Job reden. Eigentlich gefällt
mir das ja wieder an den
Mannsbildern. Sie sind auf so
beruhigende Weise praktisch.
STERN: War Ihr Mann das
auch?
HELGA v. W.: Aha, da wären
wir wieder. Was möchten’s
gern wissen — ob er stur war
oder launisch, oder ob er mich
um meine besten Jahre be-
trogen hat? Nein, nein! Ge-
ben Sie’s auf, ich bin ein
schlechtes Beispiel für Sie.
Keiner hat Schuld bei uns, ich
war ganz prima, er war ganz
prima, das ist die Katastro-
phe. Unsere Zeit war eben
abgelaufen. Er ist in eine an-
dere Phase hineingekommen
als ich, er hat ein Mädchen
kennengelernt, das etwas
blaß ist, aber sehr lieb und
sehr rührend. Mir kam sie
immer vor, als habe sie zu
lange in einem Poesiealbum
gelegen. Was soll man da
machen? Sie war so sehr das
Gegenteil von mir, daß es da
gar keinen Zweck hatte, zu
kämpfen. Wir haben uns zeit-
weise getrennt, und dann wa-
ren wir wieder zusammen,
und dann haben die beiden
sich getrennt und waren wie-
der zusammen, es war ziem-
lich enervierend. Übrigens ist
das ein Punkt, wo Männer
gar nicht mehr praktisch den-
ken, sondern plötzlich auf er-
staunliche Weise sentimental
werden. Da kennst du ihn
zehn Jahre, siehst ihn dir an
und denkst: Das darf doch
nicht wahr sein!
STERN: Hat er das Mädchen
geheiratet?
HELGA v. W.: Ich hab’s an-
genommen, aber er hat nicht.
Ich glaub’ auch nicht mehr,
daß noch was draus wird.
Wenn die Bahn frei ist,
schwindet der Reiz. Es gab
Momente, da hab’ ich mir
überlegt, ob ich mich mit mei-
nem geschiedenen Mann wie-
der zusammentun soll. Aber
das ist vorbei. Man steigt nie
zweimal in denselben Fluß.
Er hat es mir nie ausdrücklich
gesagt, aber ich weiß, er hat
von mir erwartet, daß ich
mich ändere. Ich sollte so blei-
ben wie ich bin, aber auch
wieder so sein wie die Kleine,
das wär für ihn ideal. Wir
waren schon anstrengend für-
einander, es wurde Zeit, daß
wir uns erholten.
STERN: Stellen Sie sich Ihre
nächste Ehe gemütlicher vor?
Wenigstens ein bißchen?
HELGA v. W.: Ich fürchte,
das wird mir nicht möglich
sein. Ohne vollen Einsatz
macht mir das Spiel keinen
Spaß. Ich werde sicher wieder
jemanden finden, bei dem es
knallt. Vielleicht geht’s, wenn
man sich dabei ganz gewaltig
unter Kontrolle hat.
STERN: Das ist aber irrsinnig
anstrengend.
HELGA v. W.: Was ist im
Leben nicht anstrengend? Ich
werde alles geben, was ich
hab’. Aber ich werde auch
alles fordern. Eins können Sie
mir glauben: Wer nix fordert,
der kriegt auch nix!
Im nächsten STERN:
Charlotte R., 29,
seit zwei Jahren
geschieden:
»Frauen sindeitel
vor dem Spiegel,
Männer sind es
den ganzen Tag«
® >_ das auf Ihre Haarfarbe
® abgestimmt ist: batist
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SILBENRÄTSEL
a-cho-de-dra-e-e-en—
ge —- gee -i—-ko-la-li- ma —
man — mitt—ne—no-on-—pa-ra
— rak — ral — scho — si — son — te —
te — ti — tur — woch — zi — zo.
Man bilde 10 Wörter, deren 2. und 4.
Buchstaben, beide von oben nach un-
ten gelesen, den Vor- und Zunamen
eines deutschen Dichters (Galgenlie-
der) ergeben.
SUBIGKEIE un een
Kirchengesang
überzuckerte Pille
Schrifttum. anuennnnn AUHEREROENS h
Fluß zur nördl. Adria .....uaaseaesaseeee
Mittelmeerwinde
Wochentag
Zirkusvorführfläche .........
Bluse: mit. Kapuze u...
Verselbständigung. ......eeeeeeeeeeee
RATEN UND RECHNEN
Jedes Karo bedeutet eine Ziffer, glei-
che Ziffern haben gleiche Karos. Durch
Probieren, Nachdenken und Rechnen
ist die Aufgabe durch Aufschreiben der
richtig gefundenen Zahlen an Stelle der
Karos waagerecht und senkrecht lösbar.
Te - WZA- EN
BON: AII-Suid
Ad - SU md
AUFLOSUNGEN AUS HEFT 34
Silbenrätsel: 1. Wunder, 2. Ikarus, 3. Legende,
4. Leutnant, 5. Interim, 6. Andromeda, 7. Mos-
kau, 8. Steinschlag, 9. Obdach, 10. Malaria, 11.
Empirem.
Die ersten und letzten Buchstaben, beide von
oben nach unten gelesen, ergeben: William
Somerset Maugham
Raten und Rechnen: 43 + 1536 = 1579
x 5 _
17x #8 = 816
731 + 32 = 763
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Für Müllers ist Trinidad
ein Vorort von Schweinfurt.
Dank Erdgas und Junkers.
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Ayla
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Mit einer Junkers Gas-Etagen-
zentralheizung gehen Sie beruhigt in den
Winter. Das Wort »Heizenk ist vergessen.
Einmal, am ersten kühlen Tag, ein Hand-
griff und Sie brauchen sich um nichts
mehr zu kümmern. Dank Junkers und
Gas. Das ist die bequeme Art zu heizen.
Denn Gas ist immer da. Es muß nicht ge-
lagert werden und macht keinen
Schmutz (und ein zusätzlicher Kellerraum
za
\ N \
\ \ x
RN)
RN
ist gewonnen). Es wird genau gezählt
und erst nach Verbrauch bezahlt. Seine
Energie wird voll und ganz und absolut
sicher ausgenutzt. Durch den bewährten
Allgasbrenner und die thermoelek-
trische Zündsicherung. Die Geräte sind
sehr kompakt gebaut und daher in jeder
Wohnung leicht einzubauen, auch nach-
träglich. Die ganze Heizstation paßt in eine
kleine Nische oder in einen Wandschrank.
MEN
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Und wenn Sie gleich zwei Probleme
auf einmal lösen wollen: Die Junkers
Kombi-Heiztherme versorgt gleichzeitig
Küche und Bad auch mit heißem Wasser.
Ein Gerät — zwei Funktionen: Heizen
+ Heißwasserbereiten.
Retten auch Sie den Sommer
in den Winter. Ihr erster Schritt dazu:
Sie schicken uns den Coupon.
A4-1
nnd
Gas-Zentral-
heizungsgeräte von
JUNKERS
Mitglied der Bosch-Gruppe
Was den 12M und den 15M erfolgreich machte, haben wir so gelassen,
wie es war.
DenVorderradantrieb.Den großen Kofferraum. Und den großen Innenraum.
An diesen Dingen haben wir nichts finden können, was noch zu ver-
bessern wäre.
Aber an ein paar anderen Dingen.
Innen sicherer.
Die Innenausstattung ist sicherer geworden.
Das Lenkrad ist jetzt dick gepolstert. Und sitzt auf einer kurzen Lenk-
säule mit einem Pralltopf, der sich bei einem Aufprall zusammenschiebt.
Das Armaturenbrett ist jetzt unten und oben dick gepolstert. Und die
flachen Kipphebel sind aus weichem Plastikmaterial.
Auch die Fensterkurbeln haben jetzt einen flachen Griff aus dem gleichen
weichen Plastikmaterial. Und auch die Türöffnungshebel sind flach.
Innen schöner.
Die sichere Innenausstattung sieht jetzt auch besser aus.
Die Sitze und die Innenseiten der Türen sind schicker verkleidet.
_ Der neue 12M un
Die verbesserten Er
Das neue Armaturenbrett hat neue Rundinstrumente.
Und die neuen hübschen Farben innen passen zu den neuen hübschen
Farben außen.
Innen leiser.
Wir haben an den neuen 12M und 15M einiges getan, um sie innen
leiser zu machen.
Besonders am neuen 15M. Wir gaben ihm Türen mit doppelten Wind-
dichtungen. Wir entwickelten neue Gleichlaufgelenke, die die Vorderräder
ohne Vibrationen und also ohne Lärm antreiben.
Und zusätzlich bauten wir noch schallschluckende Materialien im Dach-
himmel und im Motorraum ein.
Eine luxuriösere Luxusausstattung: Der 15M XL.
Noch kein 15M war so luxuriös ausgestattet wie der neue 15M.
Aber wenn Sie's gerne noch luxuriöser hätten, dann können wir Ihnen
ein richtiges Luxusauto anbieten.
Den neuen 15M XL.
Er kommt mit so feinen Dingen wie Ruhesitzen, besserer Polsterung auf
Se
d der neue 15M.
folgreichen von Ford.
allen Plätzen, holzgemasertem Armaturenbrett und holzgemaserter Seiten- Alle diese robusten V-Motoren haben vier Zylinder.
verkleidung, unterschiedlichem Kühlergrill und Heck, zwei Kartentaschen, Die Getriebe aller dieser Motoren in allen diesen Ausführungen können
einem beleuchteten und abschließbaren Handschuhfach, zwei Rückfahr- Sie jetzt auch mit einer Knüppelschaltung schalten, wenn Sie wollen. Sie
leuchten. erhalten dann noch eine Konsole mit einem Ablagefach dazu.
Nach wie vor gibt's den 15M als sportlichen 15M RS. Sind der neue 12M und der neue 15M nicht ein schöner Beweis dafür
Und nach wie vor gibt's den 12M und den 15M als besonders geräumige daß man gute Autos noch besser machen kann?
12M Turnier und 15M Turnier. Und als besonders elegante 12M und 15M XL
Coupes. - \ pr
Noch nie gab’s also beim 12M und beim 15M so viele Ausführungen fi ; \ f = B
zur Auswahl.
Mehr Motoren zur Auswahl.
Noch nie gab’s beim 12M und beim 15M auch so viele Motoren zur
Auswahl.
Den 12M können Sie wie bisher serienmäßig mit einem 1,3 Liter-Motor
(50 PS) bekommen. Aber er ist jetzt auch mit der 1,5 Liter*Maschine (55 PS)
und sogar mit der 1,7 Liter-Maschine (75 PS) zu haben.
Beim 15M und beim 15M XL können Sie unter diesen drei Motoren wählen: Der neue 15M und der neue 12M.
1,5 Liter mit 55 PS. 1,5 Liter mit 65 PS. 1,7 Liter mit 75 PS. Die verbesserten Erfolgreichen von Ford.
Zu ARTE ee een rei
-— y
en ee +
Verlangen Sie nicht einfach ein Autopflege-
mittel. Und auch kein Lackpflegemittel. Erst
te ET TETAHERKEHESICHEIR EL T-
von Johnson. Und dann glossen Sie mal. Mit
GLOSS können Sie Ihr Auto perfekt pflegen.
GLOSS ist echte Vollpflege: Sie reinigen
mit GLOSS. Sie polieren mit GLOSS.
Sie konservieren mit GLOSS - auf
lange Zeit. Ein einziges Mittel. Und
FIRE EUETH EST EM eF TE: Te)
können Sie sich in Ihrem Auto
e n. lachen sehen!
\ GLOSS Vollpflege
300 ccm 6,00 DM
Johnson
7
J
v
F
1
Aus Liebe zum Auto
Johnson
Johnson-Grünol Chemie Werke GmbH,
565 Solingen-Wald, Postfach 420
NESITSSAL-Te
Mit Carnauba-Wa<
yehner Lackreinieun®
nor
erens
e
n®
janz „ds
nafte Konservieru
o Anwendung
u G
sternmotor
Der Männerklatsch
über den Benzinverbrauch
des NSU Ro 80
nimmt groteske Formen an.
An Biertischen ist
von 20 Litern und mehr für
100 Kilometer die Rede.
B. Busch wollte
es genau wissen. Er
untersuchte den
Durst des Wankelmotors
ineinem gründlichen
Verbrauchstest. Das Ergebnis
Benzin, wie man in ihn hinein-
pumpt!“ Dieses Wort stammt
von einem Spezialisten für Zwei-
taktmotore, mit dem ich einmal
über Benzinverbräuche stritt. Wenn
mancher Autofahrer wüßte, wie
wahr dieses Wort ist, würde sein
Auto weniger verbrauchen. Viele
haben kein Fingerspitzengefühl im
Fuß, sie fahren mit der berüchtig-
ten „Bleisohle*. Sie dosieren das
Gas nicht, sie „treten“ es. Dabei
überfüttern sie ihren Motor, ohne
das an Leistung herauszubekom-
men, was sie an Kalorien in ihn
hineindreschen.
Als der Dreizylinder-DKW her-
auskam, brachte dessen Benzin-
durst seine Fahrer fast zur Ver-
zweiflung. Bis sich die Auto Union
entschloß, einen Druckpunkt in das
Gasgestänge einzubauen. Damit
schob sie dem Gasfuß des Fahrers
einen Riegel vor. Der Durst des
Motors sank im gleichen Verhält-
nis, wie sich der Gasfuß nicht
mehr ungewarnt senken konnte.
Das Problem war gelöst.
So leicht läßt es sich beim NSU
Ro 80 mit Wankel-Motor nicht
lösen. Denn sein Durst wird nicht
nur vom Gaspedal, sondern auch
vom Schalthebel der Selektiv-
automatik gesteuert. Vom Getriebe
also, dem ein „schlüpfriger“ hydrau-
lischer Drehmomentwandler vor
die Nase gesetzt wurde, der nur
darauf wartet, Energie zu verzeh-
ren.
F in Automotor verbraucht soviel
Neu entwickelten Automobilen
sagt man gern etwas nach, ohne
auch nur einmal dringesessen zu
haben. Der Männerklatsch über
den Verbrauch des NSU Ro 80
nimmt, von welcher Seite auch
immer genährt, groteske Formen
an. Es ist da von zwanzig Litern
Verbrauch auf hundert Kilometer
die Rede, und die ahnungslosen
Zuhörer wenden sich mit Grausen.
Mein STERN-Testwagen (siehe
Vergleichstest in Heft 6/68) brachte
es auf einen Testverbrauch von
14,9 Liter Normalkraftstoff auf
hundert Kilometer. Wo also liegt
der Hund begraben?
Wankel-Motor, gekoppelt mit
einer Halbautomatik, die man
schalten kann, aber nicht schalten
muß — das ist ein Instrument, auf
ist für viele überraschend
dem man gut und weniger gut
spielen kann, je nach Talent und
gutem Willen. Man beherrscht es
um so eher, je rascher man das
Wort „Selektivautomatik“ vergißt
und das Auto so behandelt, als
sei es lediglich mit einer automati-
schen Kupplung ausgestattet: Kup-
peln entfällt, schalten muß man.
Wer den Ro 80 schaltfaul fährt oder
ihn zu unpassenden Zeiten schaltet,
der nutzt die Kraft schlecht, die
Felix Wankels Kreiskolbenmotor
produziert. Sie bleibt zum Teil im
hydraulischen Wandler stecken,
ohne je die Antriebsräder zu errei-
chen. „Bleisohle“ und „Schaltfäule“
machen jedes Auto, vor allem aber
den Ro 80, zum Säufer.
Ich wollte es genau wissen und
ließ in den Benzinkreislauf eines
Ro 80 einen Meßkanister einbauen,
der im Beifahrerfußraum mitfah-
ren konnte. Während der Fahrt
konnte ich vom Meßkanister auf
den Haupttank umschalten und
umgekehrt. Kilometerzähler und
Tageskilometerzähler hatte ich vor
Antritt der Fahrt geeicht.
Um die nagende Neugier zu be-
friedigen, ging ich zunächst einmal
auf einen 125-km-Rundkurs über
Bundesstraßen mit zahlreichen
Ortsdurchfahrten. Ich. fuhr zügig,
ohne mich überholen zu lassen,
ging auf freier Strecke mehrfach
auf 150 km/st, aber nicht darüber,
schaltete das Getriebe durch, als
wäre es nicht „halbautomatisch“,
ließ in den Ortschaften jedoch den
zweiten Gang stehen, der das Fah-
ren im Stadtverkehr so angenehm
macht, versuchte, mich so zu be-
nehmen, als wäre der Ro 80 mein
eigenes Auto (Testwagen werden
gern „geschrubbt“). Solchermaßen
verbrauchte ich genau 14,0 Liter
Normalkraftstoff auf 100 Kilometer.
Ich gebe zu, das war mir zu wenig.
Ich führte allerlei günstige Um-
stände ins Feld und beschloß, die-
sen Verbrauchswert unter den Tisch
fallen zu lassen.
Am nächsten Tag fuhr ich einen
Kurs durch Österreich, Liechten-
stein und die Schweiz über den
San-Bernardino-Paß und am Lago
Maggiore entlang bis zur italieni-
schen Riviera, führte sauber Buch,
achtete auf meine Kilometerzähler
und meine Tanks und errechnete
am Zielort Alassio bei einem küh-
len Glas, Campari den Verbrauch:
Genau 14,0 Liter. Der Wagen war
mit 200 kg beladen, nämlich mit
Fahrer, Beifahrer und Gepäck.
Das war mir immer noch zu
wenig. Auf der Küstenstraße und
in den Bergen zwischen Savona
und Alessandria legte ich 309 Kilo-
meter zurück und errechnete den
Verbrauch: 13,2 Liter/100 Kilometer.
Ich fuhr auf die Autostrada
Genua-Mailand, drehte genau hin-
ter dem Zahlschalter den Hahn auf
und fuhr bis Mailand einen exak-
ten Schnitt von 150 km/st heraus.
Dabei vermied ich es, schneller als
170 km/st zu fahren, mußte die-
ses Limit aber, so oft es ging, ein-
halten, weil die Behinderungen
durch Lastzug- und Reiseverkehr
erheblich waren. Verbrauch: auf
100 Kilometer 17,0 Liter italienischen
Normalbenzins, das ob seiner er-
staunlich schlechten Qualität (zum
Touristenmenü gesellt sich nun
auch noch das Touristenbenzin) den
Motor zum Klingeln brachte.
Nebenbei bemerkt: Ich brauchte
mich trotz meiner 170-km-Be-
schränkung nicht ein einziges Mal
Serie
Ist der Ro80 ein Säufer?
NEST
So wurde der Spritverbrauch untersucht: Ein Meß-
kanister, der im Beifahrer-Fußraum des
Ro 80 mitfuhr, war in den Benzin-Kreislauf eingebaut
überholen zu lassen und vermißte
den Genuß der möglichen Spitze
von 182 km/st ganz und gar nicht.
Mein Gasfuß blieb um jenen Zenti-
meter hinter dem Pedalanschlag
zurück, die jene zehn bis zwölf
zusätzlichen km/st und jene drei
bis vier unnötigen Liter Mehrver-
brauch für „Bleisohle“ ausmachen.
Der weitere Konsum des Motors
ergab eine beunruhigende Regel-
mäßigkeit von 14 Liter/100 Kilo-
meter, so etwa auf 368 km Schwei-
zer Straßen im Raum zwischen
Bodensee und Zürich. Ergebnis:
Genau14,0Liter — und1,5lÖlpro
1000 km. Durch Mailand hindurch
waren es 15,6, und in Zürich ge-
nügten schon 15,2 Liter auf 100
Kilometer Stadtverkehr.
Wessen NSU Ro 80 es nicht
unter zwanzig Liter tut, der sollte
es einmal wie Francoise Sagan
oder Brigitte Bardot machen:
Schuhe und Strümpfe ausziehen
und die Pedale mit nackter Haut
treten. Vielleicht hilft’s. Für ganz
hoffnungslose Fälle weiß ich auch
ein Rezept: Einen Diesel kaufen!
Der wartet förmlich darauf, daß
man ihn ins Kreuz tritt.
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SEBASTIAN HAFFNERS MEINUNG
Wird George Wallace
Amerikas Adolf Hitler?
Der
dritte Mann
N:: vor kurzem schien es, als
würden die diesjährigen ameri-
kanischen Präsidentenwahlen die
farblosesten seit Jahrzehnten sein.
Jetzt aber fangen sie an, so auf-
regend wie noch nie zu werden, und
zwar auf eine Art, bei der man das
Gruseln lernen kann.
Die beiden großen Parteien hat-
ten es sich diesmal mit dieser Kan-
didatenaufstellung besonders be-
quem gemacht. In der ganzen Welt
hatte es ein fassungsloses Kopf-
schütteln ausgelöst, daß sie in einem
so furchtbar kritischen Augenblick
der amerikanischen Geschichte
nichts Eindrucksvolleres anzubieten
hatten als Nixon und Humphrey —
zwei stark verbraucht wirkende
Routiniers, die sich seit Jahrzehn-
ten in der zweiten Garnitur ihrer
jeweiligen Partei herumtummeln.
„Tricky Dicky“ gegen „Poor Hu-
bert“, daß ein solches Duell nie-
manden von den Sitzen reißen
würde. war vorauszusehen.
Was niemand vorausgesehen hat,
war, daß es einen lachenden Drit-
ten geben würde. Aber das ist ein-
getreten. Die amerikanischen Präsi-
dentenwahlen von 1968 werden
kein Duell sein, sondern ein Drei-
eckskampf. Und wenn es auch
immer noch höchst unwahrschein-
lich ist, daß der dritte Mann selber
zum Präsidenten gewählt werden
könnte: Schon heute wird in Ame-
rika ernsthaft damit gerechnet, daß
er genug Stimmen auf sich ziehen
kann, um beiden „offiziellen“ Kan-
didaten die erforderliche Mehrheit
zu sperren, so daß die Volkswahlen
ergebnislos enden und der nächste
Präsident vom Repräsentantenhaus
gewählt werden muß. Schon heute
ist er zur Schlüsselfigur des Wahl-
kampfes geworden. Schon heute ist
die brennende Frage nicht, ob
Humphrey gegen Nixon gewinnt
oder Nixon gegen Humphrey, son-
dern ob es Wallace gelingt, beiden
den Sieg zu verwehren.
Als George Wallace, der frühere
Gouverneur von Alabama, sich im
Februar selbst zum Präsident-
schaftskandidaten nominierte, nahm
das noch kaum jemand ernst. Solche
Zählkandidaturen wilder Männer
aus dem tiefen Süden hatte es auch
früher schon manchmal gegeben.
Etwas Seriöses war nie daraus ge-
worden. Heute aber sieht es nach
ihren letzten Meinungsumfragen so
aus: Die fünf Staaten des tiefen
Südens sind Wallace schon so gut
wie sicher. Im ganzen Süden liest
sein Stimmendurchschnitt jetzt bei
34 Prozent. Und außerhalb des Sü-
dens ist sein Stimmenanteil zwi-
chen April und Juli von neun auf
sechzehn Prozent gestiegen — und
offenbar weiter in reißendem An-
stieg. Im ganzen würden im Augen-
blick fast zwanzig Prozent aller
Amerikaner Wallace wählen. Sein
Wahlkampf, den er seit Monaten
im ganzen Lande mit Volldampf be-
reibt, gleicht mehr und mehr einem
Triumphzug. Seine Versammlungen
sind überfüllt, sein Publikum ist
‚egeistert bis zur Raserei, und sein
Wahlfonds schwillt von Woche zu
Woche.
Einem Deutschen der älteren Ge-
neration kommen bei den Nachrich-
ten von Wallaces phantastischem
Vormarsch unvermeidlich Erinne-
rungen. Genau so etwas hat sich hier
auch einmal abgespielt: bei den
Reichstagswahlen von 1930, als
ebenfalls ein vorher kaum ernst
genommener Extremist und De-
magoge innerhalb von wenigen
Wochen zur wichtigsten Figur der
deutschen Politik wurde — einfach
durch die Faszination, die er auf die
ständig wachsende Masse ausübte.
Sein Name war Adolf Hitler.
Pi Hitler erinnert Wallace nicht
nur durch die Art seines Erfolges,
sondern auch noch durch manches
andere. Wie Hitler ist er Rassist.
Wie Hitler schwärmt er von Gewalt.
Wie Hitler stammt er aus den Tie-
fen des Volkes und weiß es aus-
zunutzen. Wie Hitler ist er ein Mas-
senredner und Demagoge von un-
gewöhnlicher Begabung und un-
erschöpflicher Energie. Wie Hitler
ist er eine Schimpfpotenz höchsten
Grades — es wimmelt in seinen Re-
den von „Volksvergiftern, Narren
und Verrätern“. Wie Hitler macht
er dabei nicht viel Federlesens:
Johnson und Humphrey und Nixon
und „dieser Sozialist Rockefeller“
und „all die radikalen Kerle aus
New York“: „Es gibt keine Unter-
schiede zwischen diesen Figuren,
was ja jeder Stallarbeiter weiß und
jeder Friseur und jeder Farmer und
jeder Bauarbeiter und jeder Büro-
angestellter und jeder Taxifahrer
— ich weiß, daß sie es alle genau
wissen, denn ich bin selbst Taxi-
fahrer gewesen.“
Wallace ist übrigens auch Teller-
wäscher und Kellner und Fernfahrer
und Aktenbote im Parlament von
Alabama gewesen, ehe er Gouver-
neur dieses Staates wurde — eine
legendäre amerikanische Karriere.
Die hat er Hitler voraus. Auch das
hat er Hitler voraus, daß er offen-
bar schon als Gouverneur die Art
von populärer Tatkraft und Tüch-
tigkeit bewiesen hat, die Hitler erst
als Reichskanzler zeigen konnte —
die Repräsentation eingeschränkt,
Arbeitsplätze geschaffen, Gehälter
erhöht usw. Und wer spricht hier,
Wallace oder Hitler? „Ich werde
notfalls in der Hauptstadt 30 000
Soldaten mit aufgepflanztem Bajo-
nett aufmarschieren lassen, werde
sie im Abstand von wenigen Metern
postieren, und werde sie 365 Tage
im Jahr im Einsatz halten.“ „Laßt
die Polizei dieses Landes ein, zwei
Jahre lang regieren, dann gibt es
keine Unruhen mehr.“ „Wenn so ein
Roter vor meinem Auto Sitzstreik
macht, wird das das letzte Auto
gewesen sein, vor das er sich in sei-
nem Leben gesetzt hat.“ Es ist
genau dieselbe penetrante Mischung
von Spießerbravheit und Sadismus;
und sie weckt genau denselben Lust-
schrei bei den Massen; es ist kein
gewöhnlicher Beifall, was diesem
Höhepunkt Wallacescher Rhetorik
antwortet, es ist ein Lustschrei, und
er klingt auf amerikanisch heute
nicht anders als seinerzeit auf
deutsch.
allace rechnet noch.nnicht damit,
diesmal schon Präsident zu wer-
den. Womit er rechnet — und womit
viele andere Leute schon rechnen —
ist, daß er genugStimmen bekommt,
um zu verhindern, daß einer der
beiden anderen Kandidaten die er-
forderliche absolute Mehrheit im
Wahlmännerkollegium gewinnt.
„Dann“, erklärt er immer wieder
genüßlich, „werden wir uns in einer
Position befinden, in der wir scha-
den können.“ Es wäre noch nicht
die Position Hitlers im Januar 1933.
Aber es wäre die Position Hitlers
nach dem September 1930.
Man wird sehen, ob die amerika-
nische Republik mit Wallace besser
fertig wird als einst die deutsche
Republik mit Hitler. Natürlich sind
ihre verfassungsmäßigen Einrich-
tungen älter und fester eingewur-
zelt. Aber auch Hitler kam legal an
die Macht. Und Amerika ist heute,
wie Deutschland damals, in einer
tiefen Krise, vor der seine Routine-
politiker sich als hilflos erweisen,
und vor der seine alteingewurzel-
ten Einrichtungen es nicht bewahrt
haben. Die Versuchung der Gewalt
ist dieselbe. Die Stimmung breiter
Massen ist ebenfalls dieselbe — eine
Stimmung wütender Ratlosigkeit
und ratloser Wut. Und nun hat sich
auch dort der Mann gefunden, der
diese Wut freisetzt.
Es ist etwas Furchtbares, was in
Gang gesetzt wird, wenn eine solche
Massenstimmung und ein solcher
Mann zusammentreffen; etwas wie
eine Naturkatastrophe, etwas wie
ein Erdbeben. Ist es noch aufzuhal-
ten? Robert Kennedy hätte es viel-
leicht gekonnt. Aber Humphrey und
Nixon?
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Foto: Reportagebild
»Wir haben bewiesen, daß geholfen
Biafra-Hilfe
Der Graf,
der die
Blockade
brach
Ein schwedischer Flieger
riskiert sein Leben,
um den Eingeschlossenen von
Biafra Lebensmittel
und Medikamente zu bringen
werden kann.« Der sch
ih R A
D: viermotorige DC-7 don-
nerte im Tiefflug über den
afrikanischen Busch, zog eine
elegante Schleife über die be-
helfsmäßige Landepiste und lan-
dete im fahlen Licht der Morgen-
dämmerung auf dem letzten
Feldflugplatz von Biafra. Der
Pilot stieg aus dem Cockpit und
schüttelte die schwarzen Hände,
die sich ihm entgegenstreckten:
Der schwedische Graf Carl Gu-
staf von Rosen, 59 Jahre alt,
hatte auf eigene Faust die nige-
rianische Blockade gegen das ab-
trünnige Biafra durchbrochen
und brachte neun Tonnen Medi-
kamente und Lebensmittel mit
— eine Spende der dentschen
Caritas.
Carl Gustaf von Rosen kehrte
als Held nach Stockholm zu-
rück, und startete gleich darauf
erneut. In einem Alter, in dem
andere daran denken, sich zur
\
Ruhe zu setzen, machte der flie-
gende Graf noch einmal Schlag-
zeilen. „Ich bin ein alter Knak-
ker“, sagte er dem STERN, „und
es gibt viele tüchtige junge Pilo-
ten, aber wenn meine Erfahrung
gebraucht wird, bin ich dabei.“
Seine erste Flugerfahrung
machte der Graf kurz nach dem
Ersten Weltkrieg als kleiner
Junge. Damals nahm ihn der
Mann seiner Tante Karin manch-
mal in einem klapprigen Dop-
peldecker mit. Dieser Mann war
ein ehemaliger deutscher Jagd-
flieger, der sich in Schweden als
Zivilpilot verdingt hatte. Er hieß
Hermann Göring und war in
erster Ehe mit der Schwedin Ka-
rin Freiin von Fock verheiratet.
Bei Onkel Hermann entdeckte
der Göring-Neffe seine Flieger-
leidenschaft. Aber als Göring,
der nach dem Tode seiner Frau
Karin 1935 die Berliner Staats-
Foto: POPPER
Deutsche Spende in Biafra
Die Flüge werden fortgesetzt
Foto: TRANS WORLD
Firm t)
wedische Flieger und Göring-Neffe von Rosen, der auf eigene Faust Spenden nach Biafra fliegt. Rechts: ein Kind in Biafra
schauspielerin Emmy Sonne-
mann heiratete, zum zweiten
Mann in Hitlers Staat aufstieg,
verlor sich die Bewunderung. Im
Abessinien-Krieg flog Rosen
erstmals Sanitätstransporte für
die von Mussolini angegriffenen
Äthiopier. Wenig später, als die
mit Hitler verbündeten Russen
in Finnland einfielen, meldete er
sich freiwillig zur finnischen Luft-
waffe und erhielt seine Feuer-
taufe als Kriegsflieger.
Nach Kriegsende baute der
fliegende Schwede für Kaiser
Haile Selassie eine moderne
äthiopische Luftwaffe auf. Zehn
Jahre lang stand Rosen in kaiser-
lichen Diensten. Zum Abschied
schenkte ihm der Negus eine
Kaffeeplantage, die heute von
Rosens ältestem Sohn bewirt-
schaftet wird.
Rosen gedachte, sich das Leben
etwas bequemer zu machen, und
gen kaufen!
„Preise stark herabgesetzt
„Bei Witt
kauf’ ich gern...
weil bei Witt alle Waren so sind,
wie im Katalog abgebildet... ob
ich nun Wäsche bestelle oder
ein Kleid... Witt hält, was er
verspricht... und dann hab’ ich
festgestellt: Witt ist viel jünger
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mit Schwung und Pfiff... und:
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16. Juni 68: FC Bayern Hof (schwarze Hosen) gegen Hertha BSC
Die Verteidiger lagen plötzlich reglos am Boden
wurde Chefpilot der schwedi-
schen Chartergesellschaft,Trans-
air“. 1960 holten ihn die Ver-
einten Nationen noch einmal
nach Afrika: Rosen flog Nach-
schub für die UN-Truppen im
Kongo-Krieg. Seitdem transpor-
tierte der fliegende Graf vor-
nehmlich sonnenhungrige Schwe-
den ans Mittelmeer.
In diesem August, als er selbst
in Portugal Urlaub machte, über-
raschte ihn eine Anfrage der
„Iransair“, ob er einen Caritas-
Transport durch die Biafra-
Blockade bringen könne. Rosen
packte die Badehose ein und flog.
Er holte die Sendung in Frank-
furt ab und kam bis Säo Tome,
der portugiesischen Insel vor der
afrikanischen Küste. „Die Lage
auf Säo Tom&e war skanda-
lös“, berichtet Rosen. „Die Hilfs-
sendungen für Biafra stapelten
sich. Seit über einer Woche war
keine Maschine mehr gestartet.
Die Gruppe internationaler Pilo-
ten, die dort unten aus der Not
Kapital zu schlagen versucht,
hatte Angst vor der nigeriani-
schen Luftabwehr. Das Rote
Kreuz war völlig passiv. Das
sind Beamte, aber keine Leute,
auf die verhungernde Frauen
und Kinder ihre Hoffnungen set-
zen sollten.“
Obwohl Rosen striktes Ver-
bot hatte, in den Kessel einzu-
fliegen, ubwohl weder er noch
seine fünfköpfige Besatzung
gegen das Kriegsrisiko versichert
waren, rollten die Schweden auf
die Startbahn — und schafften es
hin und zurück, einmal, zwei-
mal, mehrmals.
„Was wir eingeflogen haben“,
sagt der Blockadebrecher, „ist
ein Tropfen auf den heißen
Stein, aber wir haben bewiesen,
daß geholfen werden kann, wenn
der Wille dazu besteht.“ Vom
Roten Kreuz bekam der Schwede
einen Rüffel, weil er die „inter-
nationalen Verhandlungen ge-
fährde“. Rosens Arbeitgeber, die
„Iransair“, stellte sich dagegen
hinter ihren Chefpiloten. „Die
Flüge werden fortgesetzt", hieß
es in Stockholm.
Hero Buss
Foto: v. d. Becke
Affären
Immer Ärger
mit Hertha
Die Skandalchronik
des Berliner
Fußballvereins Hertha BSC
ie Spende kam von Axel
Springer persönlich: ein
Scheck über 300000 Mark für
den Berliner Fußballverein Her-
tha BSC, der im Juni wieder in
die Bundesliga aufgestiegen war
und die alte Reichshauptstadt
wenigstens aus der Fußballiso-
lierung befreit hatte. Scherzhaf-
ter Kommentar Springers:
leicht ist das die letzte Geldüber-
gabe, bevor ich enteignet werde.“
Das Berliner Fußballglück hielt
nicht lange. Letzten Montag
fragte Springers „Bild-Zeitung“
in Riesenlettern: „Kam Hertha
nur durch Bestechung in die Bun-
desliga?“ Denn auf einer Sekt-
party im Tennisklub verkündete
Hertha-Präsident Heinz Lohmül-
ler seinem Vereinsanwalt Man-
fred Block, der für den Aufstieg
entscheidende Sieg über den FC
Bayern Hof habe 38000 Mark
Anwalt Block (l.), Chef Lohmüller
Krach nach dem Sekt
„Viel-'
gekostet. Damit seien sieben
Hofer Spieler bestochen worden.
Entrüstet erklärte Block seinen
Austritt aus dem Verein und
alarmierte die Öffentlichkeit.
Block zum STERN: „Ich habe mit
dem Fußball abgeschlossen.“
Vergebens versuchte Hertha-
Präsident Lohmüller die Wogen
der Erregung mit der Behaup-
tung zu glätten, seine Be-
stechungsbeichte sei nur als ein
in Sektlaune gemachter Scherz
zu verstehen.
Inzwischen hat die Kriminal-
polizei (wegen Verdachts der
Bestechung, des Betrugs und
der Untreue) und der Deutsche
Fußball-Bund Ermittlungen auf-
genommen. Erstes Ergebnis: der
Hertha-Bote Lothar Pötschke
war vor dem entscheidenden
Spiel tatsächlich mit 38 000 Mark
nach Hof gefahren. Dieses Geld,
so erklärt er jedoch, sei keines-
falls zur Bestechung der Mann-
schaft gedacht gewesen. Er habe
damit vielmehr den Hofer Spie-
ler Breuer für Berlin einkaufen
sollen. Doch Breuer gibt an, von
einem solchen Angebot nichts zu
wissen.
Energisch bestreiten Brauer
und der Rest der Hofer Mann-
schaft, Gelder aus Berlin bekom-
men zu haben. Der Präsident
vom FC Bayern Hof, Franz An-
ders, erinnert sich jedoch, vor
dem Spiel gegen Hertha habe er
einen Mann aus dem Büro ge-
worfen, der ihm eine große
Geldsumme angeboten habe für
den Fall, daß Hof freiwillig ver-
liere.
Nach dem Spiel muß auch
Franz Anders den Verdacht ge-
habt haben, es könne einiges
nicht mit rechten Dingen zuge-
gangen sein. Nachdem die Ber-
liner das Siegestor geschossen
und zwei Hofer Verteidiger re-
gungslos am Boden gelegen hat-
ten, entfuhr es dem enttäuschten
Präsidenten: „Einige unserer
Spieler wollten heute nicht ge-
winnen. Das war Sabotage am
Verein.“
Hertha ist schon lange eine
skandalumwitterte Fußballdame.
Zahlreiche Fehltritte begründe-
ten ihren schlechten Ruf:
© 1963 soll der damalige Her-
tha-Schatzmeister Günter Herzog
dem Mittelläufer von 1860 Mün-
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»Kriminell waren wir nie«
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chen, Alfons Stemmer, 2000
Mark zugesteckt haben, damit
er so schwach spiele, daß Hertha
viele Tore schießen könne. Stem-
mer spielte erbärmlich schlecht,
Hertha gewann 2:1.
® 1964 wurden die Berliner be-
schuldigt, dem Stürmer Manfred
Rummel (Preußen Münster) 5000
Mark dafür geboten zu haben,
daß er im Spiel Stuttgart-—Mün-
ster eine Verletzung markiere,
um Münsters Abstieg zu besie-
geln und damit Herthas bedroh-
ten Bundesligaplatz zu retten.
@ 1965: Hertha BSC wird wegen
schwerer Verstöße gegen das
Statut (Zahlung zu hoher Ab-
lösesummen und Gehälter) aus
der Bundesliga ausgestoßen. Zur
gleichen Zeit verschwinden aus
der Vereinskasse 192 000 Mark.
® 1965 wird bekannt, daß Her-
tha für. 200000 Mark Eintritts-
karten schwarz gedruckt und
verkauft hatte.
Einer der großen alten Män-
ner des deutschen Fußballs,
Ernst Kuzorra, Kapitän der
Schalker Wundermannschaft aus
den dreißiger Jahren, nennt Her-
thas Skandalchronik schlicht eine
Schweinerei: „Wir Schalker wur-
den damals hart bestraft, nur
weil wir ein paar Piepen erhiel-
ten. Kriminell waren wir nie.“
Kuzorra, der heute in Gelsen-
kirchen ein Tabakwarengeschäft
betreibt, spielt damit auf den
größten Skandal in der deut-
schen Fußballgeschichte an. 1930
schloß der Westdeutsche Spiel-
verband die gesamte Schalker
Mannschaft für ein Jahr aus. Der
Bann traf so berühmte Kicker
wie Szepan, Kuzorra, Tibulski.
Der auf reinen Amateursport
bedachte Verband hatte aus
Schalkes doppelter Buchführung
herausgelesen, daß die Stars
gleich Berufsspielern mit Spesen,
Löhnen und kleinen Geschenken
gespickt worden waren. Schalkes
Kassierer Wilhelm Nier, der als
Hauptsünder angeklagt war,
konnte den Vorwurf nicht ver-
winden. Er ertränkte sich im
Rhein-Herne- Kanal.
Hans Werner
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2
Gesellschaft
Kuß und
Schluß
Gunter Sachs will sich
von Brigitte Bardot doch nicht
scheiden lassen
itder Ausdauer eines Fichtel
& Sachs-Motors dementierte
Gunter Sachs (35) Mitte August,
was er Anfang August selber in
die Welt setzen half: Gerüchte
über eine bevorstehende Schei-
dung von seiner Ehefrau Brigitte
Bardot (33), die sich in St.-Tropez
»Ein Kuß ist noch kein Scheidungsgrund.« Brigitte Bardot mit dem Sachs-Nebenbuhler »Gigi« Rizzi
mit entblößtem Oberkörper dem
italienischen Reederssohn „Gigi“
Rizzi zum Kusse darbot (STERN
33/68).
„Ein Kuß ist noch kein Schei-
dungsgrund“, bedeutete Sachs
vorletzte Woche in seinem Haus
am Genfer See dem italienischen
Journalisten Romano Pizzigoni.
Man müsse bedenken, daß seine
Frau von früh bis spät von sol-
chen Typen umlagert sei, und
nur Journalisten kämen auf die
absurde Idee, das in Verbindung
mit einer Scheidung zu bringen.
Scheidungsabsichten hatte
Sachs allerdings wenige Tage zu-
vor selber wissen lassen. Am
Strand von Kampen auf Sylt, bei
Buhne 16, plauderte er vor der
Sternredakteurin FlorentinePabst
Kopfschmerz weg
mit Leichtigkeit -
Alle Welt weiß:
Ss
Fo
in Gegenwart einer Freundin
zwischen 13.30 Uhr und 14.20 Uhr
am 4. August unbekümmert aus:
„Was heißt denn schon Schei-
dung? Ein unwichtiger Gerichts-
termin ohne viel Rummel.“ In-
zwischen dementierte Gunter
Sachs allerdings, auch das ge-
sagt zu haben.
Auch die BB nahm eine Kor-
rektur vor: Sie trennte sich kurz-
fristig von dem Sachs-Neben-
buhler „Gigi“ Rizzi, der plötz-
lich eime wichtige Geschäfts-
reise nach Italien unternehmen
mußte.
Ob das die Sachs-Ehe kitten
kann, bleibt fraglich. Freunde
der BB ließen die Zeitung „Fran-
ce-Soir“ wissen: „Eine Rückkehr
zu Gunter ist ausgeschlossen.“
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12|stern
Foto: APIS
Attentat
Die
willkommene
Bombe
Der griechische
Regierungschef wird
verdächtigt, den Anschlag auf
sich bestellt zu haben
E: war 7 Uhr 40. Gerade pas-
sierte der griechische Minister-
präsident Georgios Papadopoulos
die Küstenstraße von Kap Sou-
nion nach Athen in Höhe des
Kilometersteins 31. Da explo-
dierte hinter seiner Limousine
eine Bombe. Doch die Spreng-
stoffladung verfehlte ihr Ziel:
Der Chef der Militärregierung
und die ihn begleitenden Sicher-
Offizielles Pressefoto vom Attentatsort
Um 7 Uhr 40 explodierte eine Pulverkaffeebüchse voll Dynamit
dersprüche auf, Offiziell heißt es:
Nach der Explosion verfolg-
ten zwei Leibwächter einen
Mann in Badehose, der von der
Straße weg zum Strand flüchtete.
Von hoher See näherte sich dem
Verdächtigen ein Boot, das aber
wegen der vielen Badegäste das
Ufer nicht erreichen konnte. Der
Flüchtende wurde festgenommen.
Die Geheimpolizei gab an, es
handle sich um den 30jährigen
Leutnant Georgios Panagoulis,
einen „von faschistischen Reak-
tionären bezahlten Meuchelmör-
der“. Die Leibesvisitation des —
fast nackten — Mannes habe
nämlich 13 000 Drachmen (etwa
1700 Mark) zu Tage gefördert.
Georgios Panagoulis habe auch
schon gestanden, nicht nur das
heitsbeamten blieben unverletzt.
Dankbar feiert Papadopoulos
seitdem seine Rettung als einen
Beweis göttlicher Vorsehung.
Gegner des Regimes allerdings
glauben, daß weniger die himm-
lischen Mächte als die durchaus
irdischen der Militärregierung die
ganze Bombengeschichte samt
ihrem wundersamen Ausgang
vorgesehen haben.
Zumindest weist die amtliche
Attentatsdarstellung einige Wi-
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Attentat verübt, sondern noch
weitere 15 Sprengkörper auf der
Küstenstraße gelegt zu haben.
Die Darstellung der Sicher-
heitsbeamten schienen auf den
ersten Blick glaubwürdig: Geor-
gios Panagoulis, Offizier einer
Sondereinheit, galt als Spezia-
list für die Fachgebiete „Unter-
wassersprengungen“ und „Über-
leben und Entkommen“. Außer-
dem war er schon vor Monaten
desertiert, hatte sich nach seiner
Verhaftung durch den griechi-
schen Geheimdienst in Israel
von einem Schiff vor der grie-
chischen Insel Ägina wieder in
die Freiheit abgesetzt und wurde
seitdem offiziell als gefährlicher
Widerständler gesucht.
Doch dann kamen Zweifel auf:
® Der Sprengstoffanschlag war
so dilettantisch ausgeführt, daß
nur eine von zwei Pulverkaffee-
büchsen voll Dynamit in die Luft
geflogen war. Ein Sprengfach-
mann wie Panagoulis hätte ganze
Arbeit geleistet.
® Fotos vom Tatort zeigten, daß
die Küste an dieser Stelle sehr
felsig ist. Es war unwahrschein-
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lich, daß gerade hier und ausge-
rechnet zu dieser frühen Mor-
genstunde so viele Badegäste im
Wasser waren, daß das angeb-
liche Boot mit Komplicen des
Attentäters nicht landen konnte.
® Wenn aber tatsächlich ein Boot
zur Stelle war, warum trug dann
der nur mit Badehose bekleidete
Attentäter 13 000 Drachmen mit
sich herum, die er sicherer im
Schiff hätte deponieren können?
Die Vermutung lag nahe, daß
die Militärregierung sich ihr
Attentat selber bestellt hatte, um
erneut mit gutem Grund gegen
unliebsame Gegner des Regimes
vorgehen zu können. Die Ver-
mutung wurde zum Verdacht:
® In Rom erklärte der geflüch-
tete griechische Student Eusta-
chios Panagoulis, er glaube nicht,
daß es sich bei dem angeblichen
Attentäter um seinen Bruder
Georgios handle. Eustachios
Panagoulis: „Von Freunden, die
aus Griechenland herausgekom-
men sind, weiß ich mit an Sicher-
heit grenzender Wahrscheinlich-
keit, daß mein Bruder schon seit
Monaten verhaftet ist und nicht
erst seit dem Attentat. Er sitzt
im Hauptquartier der Geheim-
polizei in Dionysos und wird
von 20 Männern gefoltert.“
© Die griechische Geheimpolizei
korrigierte prompt ihre Dar-
stellung und erklärte, es handle
sich bei dem Verhafteten in
der Tat nicht um den 30jäh-
rigen Leutnant Georgios Pana-
goulis, sondern um dessen ein
Jahr jüngeren Bruder Alex-
andros. Dieser habe sich als
Georgios ausgegeben, dem er
täuschend ähnlich sehe. Damit
sei der Verhaftete auch kein
Faschist, sondern ein ehemaliger
Funktionär der verbotenen links-
gerichteten Zentrumsunion. War-
um Alexandros („Alekos“) Pana-
goulis, der nach Angaben seines
Bruders Eustachios ebenfalls
schon lange vor dem Attentat
verhaftet worden sein muß, sich
für Georgios ausgegeben haben
soll, vermochten die Geheimpoli-
zisten nicht schlüssig zu erklären.
Wer auch immer die Bombe ge-
legt hat — sie war der Militär-
regierung in Athen sehr will-
kommen: Sie gab den Anlaß für
Massenverhaftungen und einen
groß angelegten Propaganda-
rummel für Ministerpräsident
Papadopoulos. Die griechischen
Zeitungen waren voll von Glück-
wunschtelegrammen für den Re-
gierungschef. Prominenteste Gra-
tulanten: der amerikanische Bot-
schafter in Athen, Phillips Talbot,
und König Konstantin, der im
Dezember 1967 vor Papadopoulos
nach Rom geflüchtet war.
Und auch der Grundstein für
eine Märtyrerlegende der regie-
renden Militärs fiel bei dem an-
geblichen Anschlag ab: Der Athe-
ner Gemüsehändler Georgis
Tsokas rief seine Landsleute zu
Spenden auf, um am Attentats-
ort eine Gedenkkapelle zu er-
richten. Sein Wunsch: Jeder
Grieche soll dort später Gott für
die wunderbare Rettung des
Wohltäters der Nation, Papado-
poulos, danken können.
Landwirtschaft
Auf Deubel
komm 0raus!
Bonn zahlt 80 Millionen Mark
für Obst und Gemüse,
das in EWG-Ländern auf
den Müll wandert
n Belgien kippten Bauern hun-
derttausende Köpfe Blumenkohl
auf den Müll, übergossen sie mit
Benzin und steckten sie in Brand.
Für jeden verfeuerten Kohlkopf
kassierten sie bis zu 40 Pfennig.
In Südfrankreich und Italien
schütteten Bauern 250000 Ton-
nen Pfirsiche und ebenso viele
Tonnen Äpfel in Schluchten, zer-
malmten sie mit Treckern oder
warfen sie den Schweinen zum
Fraß vor. Für jedes vernichtete
oder verfütterte Kilo Obst sack-
ten sie bis zu 45 Pfennig ein.
Auf Sizilien walzten Bauern
mit Planierraupen tausende Ton-
nen Apfelsinen zu Brei. Für je-
des Kilo zermanschte Orangen
steckten sie bis zu 40 Pfennig ein.
Die skandalösen Lebensmittel-
vernichtungen geschahen auf Ge-
heiß der EWG und auf Kosten
der Steuerzahler. Brüssels Agrar-
politiker nennen es freilich vor-
nehmer Intervention, was der
Duden mit „(wirtschaftliche) Ein-
mischung eines Staates in die
Verhältnisse eines anderen“
übersetzt. Um die Erzeuger-
preise stabil, das heißt möglichst
hoch zu halten, garantiert die
EWG den Bauern einen Mindest-
preis. Sie kauft überschüssige
Ware auf, wenn der Marktpreis
unter den Garantiepreis sinkt.
Weil die EWG-Kommission aber
selbst nicht weiß, wohin mit den
Obst- und Gemüsebergen, ge-
stattet sie den Erzeugern, den
Überschuß „aus dem Markt zu
nehmen“ — zu vernichten. So
wird die Preisgarantie zur staat-
lichen Vernichtungsprämie.
240 Millionen Mark kostet die
europäischen Steuerzahler in
diesem Jahr die Obst- und Ge-
müsevernichtung, 80 Millionen
davon müssen die Bundesbürger
aufbringen. Den Löwenanteil
(160 Millionen) kassieren die
italienischen Bauern. Leer dage-
gen gehen die deutschen Land-
wirte aus. Der Grund: Die Bun-
desregierung ist gegen die Ver-
nichtung. Weil aber alle anderen
EWG-Partner dafür gestimmt
haben, zahlt auch Bonn seinen
Anteil in die Vernichtungskasse
und trägt somit dazu bei, daß
holländische, belgische, französi-
sche und italienische Bauern für
den Müll pflanzen und ernten.
Brüssel subventioniert die Be-
quemlichkeit und den Betrug:
Die EWG-Marktordnung - nimmt
den Erzeugern einen wichtigen
Teil des Unternehmerrisikos ab.
Preisgarantien und zusätzliche
nationale Anbau-Zuschüsse ver-
führen die Bauern dazu, über den
Bedarf hinaus und an ihm vorbei
zu produzieren. Unrentable Obst-
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anlagen werden weiterbetrieben,
kaum gefragte Sorten weiter an-
gebaut und eher ein Hektar Blu-
menkohl mehr als einer weniger
angepflanzt. Diplom-Volkswirt
Thomas Schlier von der Arbeits-
gemeinschaft der Verbraucher-
verbände in Bonn: „In Frank-
reich und Italien produzieren die
Bauern auf Deubel komm raus.“
Die Vernichtungsprämien ver-
locken ferner dazu, die Interven-
tionsbestimmungen großzügig
auszulegen, sich um den Verkauf
kaum zu kümmern und krimi-
nelle Praktiken anzuwenden.
Diplom-Volkswirt Schlier: „In
allen bisher bekannten Fällen
wurden Früchte lange vor einer
echten Absatzkrise vernichtet.
Während die Erzeuger einen Teil
ihrer Ernte steuerbegünstigt zer-
störten, lagen die Preise für Han-
del und Verbraucher noch nor-
mal und teilweise überdurch-
schnittlich hoch. Die Märkte in
den Hauptverbrauchsgebieten
waren noch nicht überlastet.“
So erbot sich der Bremer
Fruchthof, größte Fruchtverwer-
tungs-Gesellschaft Europas, grö-
Bere Obst- und Gemüseüber-
schüsse abzunehmen. Die EWG-
Kommission antwortetenach sie-
ben Wochen: „Wir sind nicht zu-
ständig.“ Großhändler aus dem
Ruhrgebiet wollten mehr und bil-
ligeren Blumenkohl aus Belgien
beziehen. Doch die Erzeuger kas-
sierten lieber aus der EWG-Kas-
se und kippten den Kohl auf den
.Müll. Auf Sizilien leitet gar die
Mafia, die den Obst- und Ge-
müsehandel auf der Insel weit-
gehend kontrolliert, die Vernich-
> te
a
sern der EWG-Länder. Um die
Berge abzubauen, sollen Weizen,
Zucker und Butter auf Kosten
der Steuerzahler unter anderem
zu Viehfutter verwandelt werden.
Vorschläge, die Überschüsse
an leichtverderblichen Waren wie
Obst, Gemüse und Butter nach
Biafra oder in andere Hunger-
gebiete der Welt zu schicken,
scheitern an den Transport-
schwierigkeiten und zu hohen
Kosten. Aber: Bonn und Brüssel
müssen dafür sorgen, daß es gar
Zitat der Woche
Das Kölner Boulevard-
blatt »Express« veröffent-
lichte in seiner Ausgabe
vom 10. August 1968 fol-
gende Anzeige:
»Bisher glückliches, leb-
haftes junges Ehepaar in
Mansardenwohnung sucht
auf Grund der neuen En-
zyklika dringend billigen,
gebrauchten Fernsehappa-
rat.«
nicht erst zu solchen Überschüs-
sen und Vernichtungsaktionen
kommt.
Die Arbeitsgemeinschaft der
Verbraucherverbände: „Die Sub-
ventionen müssen gekürzt und
besser verteilt, Anbau und Ver-
kauf besser geplant und die Prei-
se gesenkt werden.“ Der Deut-
sche Bauernverband: „Auch wir
sind gegen das Gießkannenprin-
zip. Subventionen sollten nur
solche Produktionszweige erhal-
Apfelsinenvernichtung in Sizilien
Für jedes Kilo Müll bis zu 40 Pfennig von der EWG
tungsaktionen. Sie erklärte unter
anderem gute zu verdorbener
Ware und ließ sie samt Kisten
„aus dem Markt nehmen“. Für
Ausschuß zahlt die EWG eben-
falls Entschädigungen.
Doch nicht nur Gemüse und
Obst, auch Weizen-, Zucker- und
Butterberge wachsen den Euro-
päern über den Kopf. Die Bilanz:
Überschüsse von acht Millionen
Tonnen Weizen in diesem Jahr,
1,1 Millionen Tonnen Zucker und
300 000 Tonnen Butter lagern in
Vorratskammern und Kühlhäu-
ten, die es wirklich nötig haben.
Der Anbau sollte auf nationaler
Ebene gedrosselt werden. Das
ist in erster Linie ein EWG-
Problem.“
Daß einiges faul ist im EWG-
System, sieht man inzwischen —
viel zu spät — auch in Brüssel
ein. Unter dem Druck heftiger
Proteste gegen die Vernichtungs-
aktionen dieses Sommers will
die EWG-Kommission im Herbst
die Preisgarantien für Obst und
Gemüse „überprüfen“.
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Tote
Ein Düsseldorfer Juwelier
schaffte sich einen
Sportwagen an, den er nicht
beherrschen konnte
E inen Urlaub konnte sich der
Schuhmachermeister Jergnicht
leisten. So wollte er seiner Fami-
lie wenigstens einen schönen Tag
machen, fuhr mit Frau und vier
Kindern an den Bodensee und
nahm auch noch die kleine Nichte
mit. Doch ehe es Abend wurde,
war von ihnen nur noch- der
Jüngste am Leben. Ein anderes
Auto war ihnen entgegengekom-
men.
Der in dem andern Auto war
Juwelier und konnte sich fast
alles leisten. So nahm er noch
drei Leute mit zu seiner Spritz-
tour, die zur Fahrt in die Ewig-
keit wurde. Er hatte einen win-
zigen Moment vergessen, daß
sein Fuß auf dem Gashebel eines
Rennwagens stand.
Denn erst einen Tag hatte der
32jährigee Düsseldorfer Gold-
schmied Hans Huch seinen neuen
215 Stundenkilometer schnellen
ISO Rivolta S4 ausprobiert. Viel
zu wenig, um die 304 PS des
italienischen Sportwagens zu be-
“
At Jerg (43)
u
Maria Jerg (37)
Tod beim Ausflug zur Insel Mainau
12|stern
Dittmar Jerg (12)
PR ER
Sportwagen ISO Rivolta S 4, 8 Zylinder, 215 Spitze, 50 000 Mark
»Er war ein schneidiger Fahrer und überholte millimeterscharf«
zwei hübschen Serviererinnen,
der 25jährigen Erika Henz und
der 20jährigen Heidi Caspelherr,
von Wasserburg die Bodensee-
straße nach Meersburg gebraust.
Die Leute in dem anderen Wa-
gen waren ganz das Gegenteil:
sparsame Schuhmachersleute, der
43jährige Josef Jerg und seine
Frau Maria, die unter großen
herrschen. ‚Aber er war ein
„schneidiger Autofahrer“, wie
ihn seine Tante nennt, ein spen-
dabler Gast in allen Restaurants,
ein Freund schöner Mädchen, ein
Mann mit 20000 Mark in der
Tasche. „Wir wollen noch schnell
in die Bar zischen“, hatte er sei-
nem Freund „Bubi“ Roesgen ge-
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persönlichen Opfern ein Geschäft
in Uttenweiler bei Biberach auf-
gebaut hatten. Ihr Geld reichte
gerade zu einem Tagesausflug
mit dem Opel Caravan, und die
vier Kinder zwischen sechs und
zwölf Jahren waren begeistert
von der Fahrt, vom Bodensee
und davon, daß in Friedrichs-
hafen ihre vierzehnjährige Cou-
sine Angelika zu ihnen stieg.
Höhepunkt war der Besuch auf
der Insel Mainau, das Schönste,
was die Kinder in ihrem Leben
zu sehen bekamen, und das
letzte. Denn als sie fröhlich von
dort nach Friedrichshafen zu-
rückfuhren, kam ihnen der
Düsseldorfer Juwelier entgegen.
Er überholte einen Mercedes
2505, in dem der Pfullinger Zahn-
arzt Eberhard Dalm saß. Dalm
erinnert sich: „Ich hatte gerade
einen Lastwagen überholt, da
schoß ein Sportwagen an mir
vorbei mit mindestens 150 Stun-
denkilometern. Etwa 600 Meter
vor mir geriet der Wagen an
einer Kuppe ins . Schleudern,
schwebte in der Luft und fuhr
in den entgegenkommenden
Caravan. Ich habe dann all die
Kinder aus dem Kombi geholt.
Sie stöhnten furchtbar, waren
eingeklemmt, überall lagen
Fleischfetzen. Als ich in die
Reste des Sportwagens sah,
wußte ich: Da ist nichts mehr zu
machen. Nur einer war heraus-
geschleudert, Herr Roesgen,
schwer verletzt. Für das sechs-
jährige Bübchen, den Wolfgang
Terg, werde ich sorgen, wenn er
davonkommt.“
Ob er aber davonkommt, mit
‚P I |
+, Fy .
7 2 5
|
Erika Henz (25) Heidi Caspelherr (20)
Tod bei der Spritztour in die Bar
[ofo23 .Zo\
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SCHWAB
VERSAND
645 Hanau, Postfach 481
Abt. 156
seinem verletzten Gehirn und
den Knochenbrüchen, wissen die
Ärzte nicht.
Neun Menschen starben bei
dem Zusammenstoß, auch der
schnelle Fahrer Hans Huch. Er
muß vor der Kuppe und beim
Anblick des entgegenkommen-
den Wagens einen Fehler ge-
macht haben, der typisch ist für
die „Umsteiger“ von Durch-
schnittsautos auf Renner: Durch
Gasgeben wie durch Bremsen
können die Hinterräder durch-
drehen und den Wagen sofort
zum Schleudern bringen.
Der Autotester B. Busch for-
dert daher: „Wer auf einen stark
motorisierten Wagen umsteigt,
lebt solange gefährlich, bis er
sich ganz an die Kraft dieses
Autos herangetastet hat. Manche
kaufen sich auf Grund ihres Gel-
des einen Wagen, den sie auf
u
Verletzter Wolfgang Jerg (6)
Von der sechsköpfigen
Familie blieb
nur ein Kind übrig
Grund ihrer Fähigkeiten gar
nicht beherrschen können. Sol-
che ‚Umsteiger‘ sollten zuerst im-
mer allein fahren, um sich nicht
durch andere ablenken oder zum
Rasen verleiten zu lassen. Denn
diese Wagen lenken sich nicht
nur mit dem Lenkrad, sondern
ebenso mit dem Gaspedal. Das
Vernünftigste wäre eine Sonder-
prüfung und ein Zusatzführer-
schein für schnelle Wagen.“
Doch der Todesmann aus Düs-
seldorf war vom Schnelligkeits-
rausch besessen. „Er überholte
immer millimeterscharf“, sagte
seine Tante, „da konnte man
eine Zeitung dazwischenlegen.“
Dazu reichte es auf der Boden-
seestraße nicht mehr.
Verantwortlich für: BON(N)BONS, KA-
RIKATUREN, FRITZ WOLF, VIERTES
PROGRAMM, LEXIKON DER EROTIK,
STERNCHEN, AMADEUS: Erhard Kort-
mann; LESERBRIEFE, ERLAUBT -—
VERBOTEN — STRAFBAR, „SEBA-
STIAN HAFFNER“, BERICHT AUS
BONN: Gerhard Gründler; PERSONA-
LIEN: Inga Thomsen; LIEBER STERN-
LESER: Henri Nannen; PRAG: Egon
Vacek; BARNARD: Günter Dahl;
GRZIMEK, EXPERTEN-FRAGE: Gün-
ther Schwarberg; ALAIN DELON:
Wilfried Achterfeld; FANTAZZINI:
Wilfried Ahrens; KENNAN: Wolf
Schneider; JOURNAL: Pitt Severin;
HOROSKOP, RÄTSEL: Peter Kahl;
STERN-KÜCHE: Ulrich Klever; GE-
SCHIEDENE FRAU: Horst Treuke;
AUTOTEST: Hans Werer; DIESE
WOCHE, BIERMANN: Winfried Maaß;
ROMAN: Dr. Doralies Hüttner; BILDER:
Günther Beukert. Alle in Hamburg.
FORTSETZUNG VON SEITE 24
einer auf die Hupe eines Sperrfahr-
zeugs, worauf alle übrigen Hupen
der Lastwagen und Autobusse in
Tätigkeit gesetzt werden, so dab
die Straße von einem ohrenbetäu-
benden, die Menge aufputschenden
Lärm erfüllt ist.
Die Panzer rühren sich nicht von
der Stelle, doch von den rückwärti-
gen Fahrzeugen steigen jetzt die
Soldaten ab, nehmen die Maschinen-
pistolen senkrecht vor die Brust,
stecken mit beinahe gemütlichen
Bewegungen die blanken Bajonette
auf die Schnellfeuergewehre und
beginnen, in die Menge hineinzu-
marschieren. Als diese nicht Platz
macht, knallen die ersten scharfen
Salven in den Himmel.
Von diesem Augenblick an ist die
Straße vom Lärm der Schnellfeuer-
waffen erfüllt, Während die Schüsse
zuerst noch zufällig in den oberen
Stockwerken der Häuser einschla-
gen, ändern die Russen, als ihnen
weiterhin nicht Platz gemacht wird,
ihre Taktik und schießen gezielt in
die oberen Fenster. Die Scherben
regnen auf die Menge herab, doch
auch das hat nicht den beabsichtig-
ten Effekt. Die Straße wird nicht
geräumt.
Um das Rundfunkhaus konzen-
trierten sich in den nächsten zwei
Stunden die militärischen Aktionen,
die man allerdings nicht Kämpfe
nennen kann. Sie gipfeln darin, daß
zwei Panzer in Brand gesetzt wer-
den. Der eine fährt noch, während
bereits die Flammen zwischen den
Ketten herausschlagen.
Ein junger Mensch öffnet den
Tankverschluß eines Munitionswa-
gens und hält ein brennendes Pa-
pier darüber. Mit einer ungeheuren
Stichflamme explodiert sowohl das
Benzin als auch die Munition, und
es ist ein Wunder, daß es dabei
keine Toten gibt.
Die nächsten Häuser auf bei-
den Straßenseiten und sogar die
Bäume beginnen zu brennen. Sie
brennen noch am späten Nachmit-
tag. Da aber hat sich die Szene
völlig gewandelt. Die Panzer sind
um das Rundfunkgebäude ver-
schwunden, die Fahrzeuge der Pan-
zersperren zu Skeletten verbrannt.
Die Straße ist bedeckt mit einer
glitschigen Schicht aus Benzin, Ol
und Wasser. Längs der Häuser lie-
gen fußhoch Glasscherben. Die
Drähte der Straßenbahnlinie hän-
gen herab. Die Fenster der meisten
umliegenden Häuser sind zerstört,
und aus den oberen Stockwerken
qualmt es noch.
In dem trostlosen, nach Brand
und Pulverdampf riechenden Kriegs-
milieu, aus dem die eigentlichen
Urheber, nämlich die Sowjets, ver-
schwunden sind, entwickelt die Ju-
gend von Prag eine Art von Volks-
fest. Tausende von Mädchen und
Jungens wandern auf und ab und
schauen sich den Schaden an, als
beträfe sie das alles gar nicht.
Vom untersten Balkon des Rund-
funkgebäudes, dessen Türen ver-
schlossen sind und das im Inneren
von den Sowjets besetzt ist, spricht
ein junger Rundfunksprecher im
bunten Hemd über die Ereignisse
zur Menge, und zwar ganz im Sinne
Das Drama von Prag
der Regierung, die lahmzulegen die
Sowjets und ihre Verbündeten ein-
marschiert sind.
Unweit des Rundfunkgebäudes
sind in einem schwerbeschädigten
Auto Listen ausgelegt, in die sich
alle eintragen sollen, die hinter
Duböek stehen. Ein Mann legt die
Hände an den Mund und schreit
in die Menge, alle mögen kommen
und unterzeichnen. Seiner Auffor-
derung folgen viele.
Ich frage, ob hier jemand deutsch
versteht. Es meldet sich jemand, mit
dem ich ins Gespräch komme. Ne-
ben ihm steht ein Einarmiger in
einem braunen Anzug, der eine
ganze Weile stumm bleibt, bis er
schließlich in akzentfreiem Deutsch
sagt: „Ich spreche auch deutsch.“
Ich frage ihn, woher er kommt, und
er sagt, er schäme sich, es zu sagen.
Er kommt aus der DDR und sagt:
„Ich bin hier eingeladen, aber unser
Militär nicht. Wir haben hier nichts
verloren.“
In diesem Augenblick trifft aus
einer Seitenstraße ein Transporter
ein, der drei Särge geladen hat. Der
Wagen hält an einer Stelle, wo
schon seit einer Stunde ein junger
Mensch mit einer Fahne wie ein
Denkmal steht. Hier hat es am
Morgen einen Toten gegeben.
Bevor noch die Menge sieht, daß
die Särge in dem Transporter leer
sind, erscheinen vier vollbesetze
Wagen der Sowjets, die in Richtung
Altstadt fahren: Das Zusammen-
treffen der Särge und der Russen
bewirkt, daß sich die Jahrmarkt-
stimmung augenblicklich in das Ge-
genteil verkehrt. Die Menge rottet
sich zusammen, so daß die Wagen
fast zum Stehen kommen. Die Leute
spucken auf die Fahrzeuge. Der Ruf,
den ich schon den ganzen Tag ge-
hört habe: „Ihr Faschisten“, ertönt
von neuem aus hundert Kehlen,
und wieder tun die Sowjets so, als
hören sie nur „Spazieren“. Sie neh-
men keine Notiz von dem Lärm,
dem Pfeifen und dem Gebrüll, das
sich um sie erhebt, und fahren nun
mit gemäßigtem Tempo weiter.
Abseits in einer Nebenstraße
steht ein ausgebrannter Panzer, auf
den sind mit roter Farbe zwei große
Hakenkreuze gemalt. Als ich dort
stehe und eine Notiz mache, nimmt
mir ein Tscheche das Blatt aus der
Hand, erbittet sich auch den Stift
und schreibt auf mein Papier 1939,
dahinter malt er ein Hakenkreuz,
und 1968, und dahinter malt er ein
zweites Hakenkreuz.
Der Tag ist schon fast zur Neige,
als ich noch einmal zum Gebäude
des Zentralkomitees in der Nähe des
Moldau-Ufers zurückkehre. Das Haus
ist seit dem frühen Morgen von
einer dichten Kette von Panzern
wie mit einem stählernen Zaun um-
geben. Während am Morgen die
Sowjets nicht erlaubten, sich den
Panzern zu nähern, kann die Bevöl-
kerung sich jetzt unmittelbar bis an
die Sperre vorbewegen. Dort auf
dem Bürgersteig gab es am frühen
Vormittag drei Tote: Ein Mädchen
wurde von einem Panzer überfah-
ren, und zwei junge Männer wur-
den von Fallschirmjägern erschos-
sen. Die Stellen sind durch grüne
Zweige und kleine tschechoslowa-
kische Fahnen markiert.
Gegen achtzehn Uhr nähert sich
den Mahnmalen in tiefem Schwei-
gen ein Zug von etwa sechzig jun-
gen Menschen, denen eine blutge-
tränkte tschechoslowakische Fahne
vorangetragen wird. Sie machen erst
Halt. als sie unmittelbar unter den
Rohren der Panzer angelangt sind,
dann singen sie halblaut und im
Rhythmus eines Trauermarsches die
Internationale. Die achthundert Sol-
daten auf den Panzern und unter
den Bäumen des Moldau-Ufers blik-
ken stumm auf diese Demonstration.
Der Versuch von einigen Jungen,
mit ihnen ins Gespräch zu kommen,
mißlinst.
Aus einem der Fenster des Zen-
tralkomitees, hinter denen sich das
Büro Dubt&eks befand, blicken die
Gesichter von sowjetischen Fall-
schirmjägern unter ihren Kappen
herab.
Amadeus Deutscher Marschtritt dröhnt durch Prag,
Deutscher Sieg vom alten Schlag:
Friedenstöne überall —
dann folgt nachts ein Überfall.
Hitler gestern, Ulbricht heute,
es ist stets die gleiche Meute:
Bruderkuß mit den Genossen —
dann wird hinterrücks geschossen.
Gegen „Friedensstörer“ hetzen
und den Frieden selbst verletzen,
Freiheit fordern für die Schwachen —
selbst sich zum Diktator machen.
Amadeus konstatiert:
Wer jetzt gegen Prag marschiert,
wird auch zu gegeb’nen Zeiten
andre Grenzen überschreiten!
ECKART HACHFELD
stern
Eine richtige Nassrasur kommt immer an.
Bei richtigen Männern, die auf eine
moderne, gründliche, gepflegte Rasur
Wert legen. Und bei Frauen,
A die auf gepflegte Männer Wert legen.
2 Deshalb gibt's von Kaloderma
x Rasiercreme, Rasierseife, Rasierschaum
und Rasierwasser — für Männer,
die’ s nass mögen.
Für jeden Tag. Für richtige Männer.
Ein nasser Spass.
Kaloderma . L =
STERN BERICHTET AUS BON N
Sportkontakte
Haydn
in Güstrow
DDR ehrt Sportsieger aus
der Bundesrepublik
mit dem Deutschlandlied
Sechsmal erklang vor wenigen
Tagen im Stadion der DDR-
Stadt Güstrow das Deutsch-
landlied. Es erklang zu Ehren
von sechs westdeutschen Sport-
anglern, die bei den Weltmei-
sterschaften in Güstrow die
meisten Titel gewannen. „Wir
waren völlig platt“, berichtet
ein Teilnehmer aus der Bun-
desrepublik, „und staunten
am meisten darüber, wie flüs-
sig die Volksmarine-Kapelle
die Haydn-Hymne spielte.“
In Güstrow haben keineswegs
untergeordnete Sportfunktio-
gespannt werden, Kontakte
zwischen Sportlern aus beiden
Teilen Deutschlands im Kitt-
chen enden zu lassen.
Nur ein Trick des nordrhein-
westfälischen Innenministers
Willi Weyer machte es mög-
lich, daß ostdeutsche Sportbe-
sucher in der Bundesrepublik
das Zeichen DDR auf Trikots
und Transparenten zeigen dür-
fen. Als im vergangenen Jahr
die DDR-Kanuten zu den Eu-
ropameisterschaften in Duis-
burg mit Hammer und Zirkel
anrückten und ihre drei Buch-
staben sogar auf einem Schild
vorneweg trugen, empfahl
Weyer seinen Polizisten, „ein-
fach nicht hinzuschauen“.
Die starre Haltung der Bun-
desregierung treibt den west-
deutschen Sport in eine ge-
fährliche Isolierung. Um Ärger
mit den Deutschen zu vermei-
den, weigern sich immer mehr
internationale Verbände, Mei-
sterschaften an die Bundesre-
publik zu vergeben. So verlor
näre gegen Ostberliner Richt-
linien verstoßen. Vor drei Jah-
ren, als der Ludwigshafener
Amateurboxer Hans Freistadt
in Ostberlin Europameister
wurde, spielten DDR-Militär-
musiker für ihn ebenfalls das
Deutschlandlied. Und als die
schwarzrotgoldene Bundesflag-
ge gehißt wurde, spendeten
die Ostberliner Beifall.
Was drüben möglich ist, darf
in der Bundesrepublik nicht
geschehen. Zwei Drittel aller
Bundesdeutschen sind nach ei-
ner Umfrage zwar der Mei-
nung, man solle DDR-Mann-
schaften bei internationalen
Sportereignissen in der Bun-
desrepublik ruhig mit ihrer
Flagge und ihrer Hymne auf-
treten lassen. Und Bundesmi-
nister Herbert Wehner erklär-
te, diese Symbole, in unseren
Stadien dargeboten, hätten
nichts mit Anerkennung der
DDR zu tun. Aber die Bundes-
regierung verbietet nach wie
vor Fahne und Hymne der
DDR. Unser politisches Straf-
recht könnte sogar dafür ein-
»...und die Siegerehrung nimmt jetzt ein Vertreter des Innenministers vor!«
Köln die Boxeuropameister-
schaften 1969 an Bukarest,
weil die Stadt Köln, die schon
15000 Mark in die Vorberei-
tungen investiert hatte, nicht
garantieren konnte, daß Euro-
pameister aus der DDR mit
ihrer Flagge und Hymne ge-
ehrt würden.
Dabei hat der Bonner Eier-
tanz vor Ulbrichts Symbolen
nur wenig Zukunft. Spätestens
1972, wenn auch die DDR
zu den Olympischen Spielen
nach München kommt, werden
die Sportler von drüben hier
bei uns ihre Fahnen aufstellen
und ihre Hymne hören. Letzte
Bonner Hoffnungen hat vor
kurzem der Präsident des In-
ternationalen Olympischen Ko-
mitees, Avery Brundage, zer-
stört. Vor der Presse in Chi-
cago sagte er: „Ich glaube, in
Mexiko werden die beiden
deutschen Mannschaften zum
letztenmal mit einer Flagge
(schwarzrotgold mit den fünf
Ringen) und einer Hymne
(Beethoven) auftreten.
Welche abenteuerlichen Aus-
wege einige Bonner Politiker
immer noch suchen, verriet die
angesehene Züricher Zeitung
„Sport“: „Prinz Konstantin
von Bayern, Bundestagsmit-
glied der CSU, hat gesprächs-
weise die Ansicht geäußert,
man könne 1972 entweder die
ganze Stadt München oder we-
nigstens die olympischen Wett-
kampfstätten während der
Dauer der Spiele zum exterri-
torialen Gebiet erklären, also
Diplomatie
Rückzug
vom Balkan
Blachstein ist zu krank
für Belgrad, aber
fit für den Wahlkampf
Seine Gesundheit kapituliert
vor dem Balkan-Klima. Den
Wahlkampfstrapazen für ein
Bundestagsmandat fühlt er sich
dennoch gewachsen. Peter
Blachstein (57), der Bonner
Botschafter in Jugoslawien,
gibt seinem Freund und Dienst-
herrn Willy Brandt Rätsel auf
und liefert den Außenminister
dazu noch der Schadenfreude
seiner Gegner aus.
Nach 72 Tagen Amts- und
nur 18 Tagen Arbeitszeit
überraschte der zum Diploma-
ten ernannte Abgeordnete sei-
ne Vorgesetzten mit der An-
kündigung, er wolle seinen
Posten aufgeben und 1969
wieder für den Bundestag
kandidieren.
Mit dem „vier Monate dau-
ernden tropischen Sommer in
Belgrad“ rechtfertigte er sei-
nen Entschluß. Seine Partei-
freunde in Bonn waren ver-
wirrt. Denn ehe Blachstein für
Belgrad zusagte, hatte er sich
— im Frühjahr — Bedenkzeit
für ärztliche Konsultation er-
beten. Seit KZ- und Gefängnis-
haft vor 35 Jahren mit nachfol-
gender Emigration ist er mit
Herz-, Lungen- und Leberlei-
den schwer belastet. Aber der
Befund war günstig. Blachstein
erzählte, daß ihm die Ärzte
sogar geraten hätten, von
Rhein und Elbe an Save und
Donau umzuziehen.
Selbst die Tatsache, daß die
mittlere Juli-Temperatur dort
mit 22 bis 24 Grad um fünf bis
sechs Grad höher als in Bonn
liegt, blieb unbeachtet.
Der Botschafter, der am 6.
Juni auf Titos Sommersitz Brio-
ni sein Beglaubigungsschrei-
ben überreichte, erlebte gera-
de noch die Jugoslawien-Visite
seines Ministers vom 12. bis
15. Juni. Eine Woche danach
gab er auf, kam nach Ham-
burg und legte sich in eine
Klinik. Auf den west-östlichen
Cocktail-Partys in Belgrad
praktiziert seitdem wieder die
robuste DDR-Gesandte Lore
aus der Bundesrepublik aus-
klammern. Die Souveränität
könnten entweder der Münch-
ner Oberbürgermeister oder
— noch besser — der Präsident
des IOC ausüben. Zweck der
Übung: Vermeidung von po-
litischen Peinlichkeiten gegen-
über Ostdeutschland.“
Noch immer liegen gesamt-
deutsche Illusionen mit dem
olympischen Ehrgeiz im Wett-
streit. Hans Werner
Staimer (62) deutsche Allein-
vertretung.
Voller Schadenfreude ver-
folgen Brandts Gegner in der
CDU/CSU die Blachstein-
Affäre. Sie empfinden späte
Genugtuung dafür, daß sie im
Frühjahr ohnmächtig zusehen
mußten, wie der ungeliebte
Außenminister einen profi-
lierten Parteimann zu Tito
schickte. Brandt konnte damit
der CDU/CSU heimzahlen,
daß sie ihn zuvor durch ein
Veto des Kanzlers hatte daran
hindern lassen, den — inzwi-
schen zum Holland-Botschaf-
ter avancierten — Legationsrat
Hans Arnold nach Belgrad zu
entsenden. Heute heißt es bei
der CDU/CSU: Wer zuletzt
lacht, lacht am besten.
Die Lösung des Rätsels
Blachstein muß Willy Brandt
in Hamburg suchen: Den
Marschbefehl für Belgrad
schon in der Tasche, ließ sich
der diplomatische Außenseiter
noch in den SPD-Landesvor-
stand wählen. Und im SPD-
Kreisvorstand von Hamburg-
Eimsbüttel zündete Blachstein
die Bombe, indem er den Ge-
nossen seine Bewerbung für
eine Bundestagskandidatur mit
dem Hinweis auf seinen baldi-
gen Rückzug vom Balkan
schmackhaft zu machen suchte.
Aber der Hamburger SPD-
Landesvorsitzende Paul Never-
mann ist skeptisch: „Ich glau-
72 Tage nach Übergabe des Beglaubigungs-
schreibens arı Tito verlor Blachstein die Lust
be nicht, daß nach diesen Vor-
fällen seine Wahl sicher ist.“
Über die Stimmung innerhalb
der SPD wurde Blachstein von
einem Mitglied des Hambur-
ger Landesvorstandes unter-
richtet: „Eine einzige Blamage
für Dich und die Partei.“
Peter Stähle
stern
sieh fern Lell mit stern
| gaaıye 30. August
1. PROGRAMM
REGIONALSENDUNGEN
2.PROGRAMM
So gern die Familie Pentecost
die Kinder von Mays tödlich
verunglücktem Bruder auch
aufgenommen hat, allmählich
wird es problematisch für alle.
Jenny, 17, schwärmt hem-
mungslos für denerfolgreichen
Schriftsteller Jocelyn. Emma, 6,
verfolgt hemmungslos den
siebenjährigen Gaylord mit
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/ Bayerisch. Rdf.: 18.30 Ich armes wel- 17.40 Reisewetter
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.) sches Teufli. 19.05 Nachrichten und ak- ihrer S ielwut Und David 16
10.00 Tagesschau. 10.20 Sie 67. Skizzen zu einem Por- tuelle Viertelstunde. 19.25 Abendschau 17.45 Nachrichten und Wetterbericht h di $ ö L ® ö 2 h ?
trät der modernen Frau: Dr. Hildegard Hamm-Brü- Hessisch. Rdf.: 18.10 Porträt einer r , t die neewonnneiıt, nachts
cher. 11.05 Naysrgraons, Schlager, die keine wurden. | Stadt. Michelstadt. 18.40 Das Sand- | 17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend a : je) h Ms ö ”
Mit Corry Brokken, Bibi Johns, Lolita, Rex Gildo u. a. männchen. Margot und der kleine Mo- ; 2 5 en. a at
Regie: Rainer Bertram, 12.00 Das aktuelle Magazin ritz. 18.50 Die Hessenschau. 19.10 Graf 18.15 Die Sport-Information SPAZIENERZUGE R BE e Y &
- | Yoster gibt sich die Ehre. Big Bull's Dreißig Minuten rund um den Sport Anest. Denn seit eınıger Zeit
16.25 Tagesschau (außer Bayern) Ende. 19.50 Heute in Hessen ; ‚Do . 5 “
" 8 R Y NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom 18.50 Er und sie treibt ein Unhold nachts sein
16.30 Internationale R w Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sandmänn- . . ® A
SE chen. Margot und der kleine Moritz, „Paula groß in Fahrt“ Unwesen. Zwei Kinder sind
5 19.00 Berichte vom Tage. 19.26 Land- Von Leonhard Stern und Arnie Rosen :
Bericht vom 5. Renntag in Iffezheim arzt Dr. Brock. Feueralarm ART uns ara sun danken te Paula Pröntiss bereits überfallen worden.
= Saarländ. Rdf.: 18.05 Der kleine Vaga- Dick Richard Benjamin
17.00 Jugendmagazin bund. 18.30 Der kleine Schauspielfüh- Penopolia NIPREFNKARISEDIEN IE: Wolfe Barzelle Henry, Gaylords Freund, und
be 5 . , rer, 18,40 Sandmännchen, 18.45 Unser Oskar North ...seenuns senans» Jack Cassidy ein Mädchen —ın derselben
„Zeltlager international“ heißt der deut- Sohn Nicki. Spaghetti, Spaghetti. 19.20 Aus 13 Episoden besteht diese neue Un h, q id - d
sche Beitrag zum Jugendmagazin. 85 bel- Prisma. 19.35 Der aktuelle Bericht ea oben 5 a tie A Ei z cht in er Davı wıeder
gische, englische, kanadische und deutsche | SFB: 18.05 Rocambole. Abenteuerfilm. a Bin yon a Na 2 ;
Kinder verleben in einem Jugendzeltlager 18.30 Der Zeitungsverkäufer. Fernsch- ; Me Y . fie n ‚itet 1 ey unterwegs war. In May steigt
in der Lüneburger Heide ihre Ferien spiel. 19.05 Sandmännchen. 19.23 Wet- 21 em LOTK. ET ‚arbeite a s 2ICc Tl i k
terbericht. 19.25 Abendschau Comic strips, sie beim. Touristen-Hilfs- ein schrecklicher Verdacht hoch
17.15 Jugend diskutiert über aktuelle Politik | südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Drei Sterne. werk auf dem Flugplatz. Bemerkenswert
Das Gespräch mit Berufstätigen und Schülern | Die Pompadour und die Kochkunst an dieser Ehe ist, daß hier zwei Tempe-
leitet Robert E. Lembke ei h 18.40 eg Baden- ramente aufeinandertreffen, die nicht all-
ürttemberg (Mainz: Blick ins Land). täglich sind. — Regie: Leonhard Stern
17.55 Programmvorschau 19.10 Sandmännchen. Die kleine Lok. en 2
, 19.20 Der Vater und sein Sohn. Die 19.27 Der Wetterbericht
18.00 Tagesschau (außer Bayern) Landpartie, 19.54 Nachrichten
ö WDR: 18,05 Das Betihupferl. Es war 19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages
20.00 Tagesschau und Wetterbericht einmal ..... ein Tönchen. 18.10 Lieder me
Reisewetterbericht zum Wochenende der Völker. Albaner in Sizilien. 18.25 | 20.00 Das Kriminalmuseum
, Guten Abend! 18.30 Hier und Heute. R R ;
20.15 Monitor — Berichte zur Zeit en Er leihen Methoden des Der Scheck m späten Vormittag ging Joce-
'ranz Josef Wanninger. Der Barhok- Pen Ns Su Be 5 :
2 S I und die vierte Runde ker. 19.40 Lieder der Fischer. Ein klei- Nach Unterlagen der Kriminalpolizei frei lyn ins Dorf. Die Leute waren
1.00 „Au nes griechisches Feuilleton gestaltet 2 " in hellster Aufregung. Das überfal-
Aus der Kriminalserie „Simon Templar“ Von Maria Matray un nswald Krüger l Kind jeb hre al i
2 „ ene ind war sieben Jahre alt, ein
Mit Roger Moore als Simon Templar, Walter 3 PROGRAMM Andreas Bechmer ........ Günther Ungeheuer hnehin höchst mr I i ade
Brown, Tony Wright, Meredith Edwards u. a. ” Margot Bechmer .............: Renate Grosser ohnehin hochst nervoses, eMP :
x u ey R WDR Den: Dietel rc. nn sames Mädchen; es lag nun mit
en! “ ar ' 1 b. Eberhard Wendhausen .......... eter Pasetti \ on e)
Pr 1 19.00 Neuigkeiten ünd Ankündigungen Dr. Werner Grothe ........nnc0e: Rolf Wanka schweren Prellungen und einem
. 19.05 Sandmännchen Liane Hielscher, Fritz Strassner, end eo Nervenschock im Krankenhaus.
{u IR ’ a Beckhaus, Hans-Dieter Asner, Rudo chünd- M 5 .
\ ; 19,10 en aus Nordrhein ler, Walter Sedlmayr u. a. Die Frauen standen erregt, in
x 5 a 19.15 Hierzulande — Heutzutage _— ohnmächtigem Zorn vor den Haus-
/ 19.45 Für und Wider I, türen, maßlos erbittert, daß so et-
19.50 Für Gastarbeiter aus Italien | aa 4; ;
was in ihrer Gegend geschehen
20.00 Tagesschau und Wetterbericht \ k 1, 2 Di R er RBSN t
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt Konnte. wule, EINE eine h u; ng
20.30 Exakte Wissenschaft Chemie sie. „Davon kann sie glatt über-
Von und mit Armin Weiß schnappen.“ Sie sagten es immer
2. Grundreaktionen der Chemie wieder
21.00 Die Zimmerwirti I pie
= a Die Männer standen vor den Hof-
n ß Fernsehspiel nach Jacques Audi- m B ß ß
Tony Wright, Roger Moore und Jean Au- berti türen, blinzelten in die Sonne und
a ——_—_—_ Sonne a Meraar Cirque a, Mimsee lüpften mit einem Finger die Müt-
macht sich Sorgen um ihren Verlobten rista ..... FERERLERE edi Mare j Da: © 4 5 - “ er
Steve, der demnächst zum Meisterschafts- Monsieur Tienne .. K.M. Vogler Sell. „Es ist nicht an ‚glauben ‚sag
kampf gegen den Australier Johnnie An- Monsieur CirquS .... W. Jokisch ten sie. „Sich ‚an einem Kind zu
gel antreten soll, Boxerisch ist er diesem Jürgen Arndt, Walter Ladengast, vergreifen! Es ist nicht zu fassen.“
Gosner über] ber C : iR, daß Helmut Brasch, Götz Olaf Rausch, RS A .
a Profing nicht 1 onnie a daf W. Lieven und R. Behrend Sie sagten es immer wieder, ver-
es 8 nt ımmer sauber zu- Musik: Hans Martin Majewski zwreife Ü | ]
geht. In ihrer Angst bittet sie Simon Regie: Ludwig Cremer . Die Geschäfte des Kaufmannes Bechmer zweifelt bemüht, diesen dunklen
Templar um Hilfe. Ein Ausscheidungs- | 22.30 Nachrichten scheinen zu florieren. Aber die Lage sei- Fleck, der da aul ihr Gemeinwesen
amp! Wylechen ne en ans nr 22.35 Claude Debussy: „Soiree dans ner „DaR ee nicht 2 u wie €: gefallen war, fortzuwischen.
ca und dem Australier scheint ihren Ver- Grenade“ aus „Estampes“ vorgibt. Das Darlehen eines Kunden mujs nd 7 1 u i
dacht zu bestätigen, denn in der vierten Es spielt Ludwig Hoffmann kurzfristig zurückgezahlt werden. Dem Einige waren weniger aufgeregt
Runde bleibt der Boxer aus Jamaika tot Gläubiger wurde zwar ein Warenlager als und vertraten ihre eigene Auffas-
im Ring liegen... Regie: Leslie Norman Pauns an Als dieser es La- sung. Sie nahmen das Böse als nun
»r überprüft, wird er mißtrauisch. In- : a u ..
21.50 Tagesschau, Kommentar, Wetter Ps Ana ac an einmal gegeben hin, aber sie wür-
Reisewetterbericht zum Wochenende Vorbereitungen für eine Geschäftsreise. den nun aufpassen. Und wenn
P = Foto: Peter Pasetti (links) und Günther ihnen dieser Bursche in die Finger
22.10 Die Hochzeitsnacht (wdhl.) Ungeheuer (rechts). Regie: Helmut Ashley fiele, dann würde ihn die Polizei,
a Re ii Anschl. Kurznachrichten wenn er ihr überantwortet würde,
olfgang ahl, Kurt Rackelmann, illi Rose, IC £ j
Bruni Löbel, Irmela Goctzen, R. Behrend u. a. 21.00 Manfred Hausmann a a rn b
Das Fernsehspiel des zur Zeit in den Zum 70. Geburtstag des Dichters nr ıc n © ken a. 3 kfck.
USA lebenden 36jährigen Autors Gert 0 scheulich, ehrlich ’ sagte das alleK-
Hofmann („Der Bürgermeister“) berichtet 21.3 1 von 724 . tierte junge Ding im Tabakladen.
von der friedlichen Hochzeitsfeier eines Die Aktion Sorgenkind stellt vor: „Also wirklich. da muß man ja da-
jungen, gutbürgerlichen Paares, die durch Rehabilitationszentrum Siegerland it noch laß 4 im: Bett um-
einen ehemaligen Kriegskamer’ ien des - ut TEenNen, Ca TRAl N
Brautvaters gestört wird. Als der Milita- 21.45 Ella Fitzgerald 1968 gebracht wird.
er 2 m, Gaatnich: ar ae an „Lady des Jazz“ auf Deutschland-Tournee Dieser Mr. Pentecost war ein fei-
Anner ‚Sieht Dan! Selten; ISMIESSSEScHim- Es spielt das Tee-Carson-Trio ner Herr, ihm gegenüber konnte
ten anstecken lassen, benehmen sis sich Ausschnitte eines öffentlichen Konzertes in der hie vom Bett sprechen, ohne
im Rausch ihrer Erinnerung mie siegrei- Dsutschlandkalle Berlin inan TuNIE: v prechen, 0
che Soldaten in einer beschlagnahmten eine anzügliche Antwort oder einen
Wohnung. — Regie: Ludwig Cremer Rainer Behrend, Kurt Rackelmann und | 22.45 Heute. Wetter, Themen des Tages schiefen Blick zu riskieren wie bei
Wolfgang Wahl in „Die Hochzeitsnacht“ : u
23.15 Tagesschau (um 22.10 im I. Programm) Anschl. Reisewetter vielen anderen.
„Ja.“ Jocelyn steckte das Wech-
selgeld ein. „Und das schlimmste
ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10
11.00 Programm für Schichtarbeiter.
18.30 Nachrichten. 18.35 Österreich-
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der
Kamera... 19.58 Wettervorhersage,
0ST-PROGRAMM kKanäte 3-6, 11
15.20 Medizin nach Noten. 15.30 Bunte
Mischung. 16.30 Kurbelwellen-Ferien-
SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10
14.10 Schulfernsehen. — 18.55 Tages-
schau. 19.00 Die Antenne. 19.25 Der
ist, daß es jeder von uns sein könn-
te. Jeder — auch ich, Miß Bates.“
Pfiff, —_ en, ehe Ein am ar Geheimauftrag En obs er das Sn Fräulein en TE .. BEIDE: „Ach, aber doch nicht Sie, Mr.
Ferienende. 18.10 Brandzeichen M. | Drake. Abenteuerserie. 19.27 Sport. | und der Löwe. Fernsehfilm. 20.00 | Filmserie. 21.25 Das Gericht tagt... gr ‘ n
Pferdezucht in Mecklenburg. 19.25 | 19.45 Zeit im Bild. 20.15 Einmal noch | Tagesschau. 20.20 Das Experiment. | Filmserie. 21.50 Catch Pentecost.“ Sie kicherte nervös.
Wetter. 19.30 Aktuelle Kamera. 20.00
Prinz, der Soldat. 20.35 Der gefilmte
Brehm. 1.35 Aktuelle Kamera. 21.55
Wolf unter Wölfen (4)
die Heimat seh’n. Spielfilm mit Ru-
dolf Lenz, Anita Gutwell u. a. 21.50
Bitte legen Sie ab! Ein Prominen-
tenporträt. 22.50 Zeit im Bild
Von Gerd Oelschlegel. 21.50 Tages-
schau. 22.00 My name is Barbra. 50
Minuten mit dem teuersten Showstar
der Welt: Barbra Streisand
„Warum nicht?“ sagte er scharf.
Konnte man wirklich so borniert
sein?
1320|sfern
ERIC « MALPASS
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|
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"Wenn suß
das ‘Mondlicht
au; den’Hugeln
schlajt
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—
May beobachtete ihren Mann und Jenny. Ich werde sie im Auge behalten müssen, dachte sie
„Nein, wirklich — Mr, Pentecost!
Sie sind doch ein Gentleman.“
„Wenn er nicht gerade kleine
Kinder überfällt, ist dieser Mann
vielleicht auch einer“, sagte Jocelyn
müde. Manchmal war er deprimiert
über die Untiefen und Abgründe
des menschlichen Geistes. Wenn
wir doch alle nur ein bißchen ein-
facher und geradliniger sein könn-
ten, dachte er, als er den Laden
verließ. Nein, also wirklich! dachte
Miß Bates und überlegte einen Mo-
ment, ob das eben ein Geständnis
gewesen sei, oder ob Mr. Pentecost
sich nur einen kleinen Scherz er-
laubt habe. Nachdem sie kurz ihr
Spatzenhirn bemüht hatte, ent-
schied sie sich für das letztere.
Der Schlachter machte es sich ein-
facher. „Weiß Gott, den möchte ich
nur fünf Minuten in die Finger krie-
gen“, sagte er und hieb wütend
auf eine Lammkeule ein.
„Ja“, sagte Jocelyn. Als ob das
dem armen verschreckten Wesen
helfen würde, das jetzt im Kran-
kenhaus lag, den Unhold noch vor
Illustrationen: Dieter Lange
Augen, einen erbärmlichen verwirr-
ten Nachtwanderer oder einen
lasterhaften, verabscheuungswürdi-
gen Rohling? Wie mußte man ihn
sich vorstellen? Wie sollte man mit
ihm verfahren? Verdiente er eine
rasche harte Verurteilung oder Pfle-
ge und Mitleid? Jocelyn wußte es
nicht. Es war eine der vielen Fra-
gen, die der Durchschnittsbürger so
einfach zu beantworten fand, und
die Jocelyn so kompliziert schien.
Bedrückt kam er heim und dachte
darüber nach, daß vermutlich die
gefährlichste aller menschlichen
Schwächen nicht Haß oder Zorn
oder Machtgier war, sondern die
ganz gewöhnliche alltägliche Dumm-
heit ehrbarer Leute.
May kam ihm im Hausflur ent-
gegen. „Verzeih, daß ich mich vor-
hin so angestellt habe, Liebling.“
„Aber ich bitte dich!“ Er lächelte
sie freundlich an.
„Ich wollte, wir könnten ein
Weilchen wegfahren“, sagte sie.
„Und sie alle mitnehmen — nur
weg von hier.“
Er sah sie nachdenklich an und
ärgerte sich, daß er nicht selbst dar-
auf gekommen war. Die arme May!
Erst der Schock über den Tod des
Bruders, dann die Belastung mit
seinen Kindern und nun auch noch
diese schreckliche Geschichte, die
sie alle bedrohte. „Warum nicht?“
sagte er. „Ein paar Tage an der
See würden uns allen guttun. Und
die Kinder wären begeistert.“
W. sich jedoch herausstellte,
waren ein paar Tage an der See
zu dieser Jahreszeit nicht zu reali-
sieren. Jocelyn machte sich mit
einem Hotelführer und dem Telefon
ans Werk. Doch seine bescheidene
Anfrage, ob man einen älteren
Herrn, ein Ehepaar, zwei Teenager
verschiedenen Geschlechts und drei
kleine Kinder unterbringen könne,
wurde von den Hoteliers entweder
mit Befremden aufgenommen oder
mit glattem Hohngelächter beant-
wortet. May und Jocelyn sahen ein,
daß sie mit einem einzigen Tag an
der See zufrieden sein mußten.
„Durch halb England fahren, nur
um einen Blick aufs Meer zu wer-
fen?“ fragte Großvater. „Ihr seid
ja verrückt.“
„Du kommst mit,
vater“, sagte May.
„Ich? Blödsinn. Ich hasse das
Meer. Es ist kalt und grau und
unfreundlich.“
„Die Seeluft wird dir guttun.“
„Seeluft hat noch keinem gutge-
tan. Das sagt einem doch der ge-
sunde Menschenverstand. Sie greift
die Lunge an.“
„Hör mal, Schwiegervater“, sagte
May. „Willst du mich wirklich
zwingen, dir vorher extra ein Mit-
tagessen zu kochen, bevor wir fah-
ren? Das ist mein Jahresurlaub.
Schriftsteller können sich keine
zwei Wochen in St.-Tropez erlau-
ben.“
„Dann wird's allerhöchste Zeit,
daß er einen anständigen Beruf er-
greift“, brummte der Alte. Aber er
gab nach. „Du kriegst mich immer
rum, May. Weil du auf meine Gut-
mütigkeit spekulierst.“
„Unsinn. Die besitzt du ja gar
nicht“, sagte sie übermütig.
Gaylord nahm diese Nachricht
gleichgültig hin. Emma würde ja
auch mitkommen, dieser Mühlstein
um seinen Hals! Da konnte er eben-
sogut daheimbleiben und hier lei-
den, als hundert Meilen weit fah-
ren, um dort das gleiche durch-
zumachen. Aber dann hatte er einen
großartigen Einfall.
Von sozialen und ökonomischen
Unterschieden hatte Gaylord nur
sehr vage Vorstellungen. Aber er
wußte, daß Henry Bartletts Mutter
Witwe war, und er bedauerte
Henry manchmal, weil dieser aus
unerfindlichen Gründen immer ab-
seits zu stehen schien und traurig
zuschaute, während Gaylord, ohne
zu wissen, warum und wieso, im-
Schwieger-
stern |:
SONNABEN D 31. August
1. PROGRAMM
REGIONALSENDUNGEN
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10.00 Tagesschau. 10.20 Crumbles letzte Chance, Fern-
sehspiel von Leo Lehman. Mit Rudolf Platte, Hilde
Volk, Dieter Henkel, Lis Verhoeven u. a. Regie: Erik
Ode. 12.00 Das aktuelle Magazin
14.25
14.30 Heute spielen wir Kasperletheater
Ein Puppenspiel von Johanna Schüppel
Babbitt’s Erben 1968
Filmfeuilleton über die Amerikaner
Von Andre H. Carbe
Koch-Glub
Bewährte Hobbyköche der Bruderschaft
Marmite zeigen Rezepte, die sie aus dem
Urlaub mitgebracht haben
Leitung der Sendung: Horst Scharfenberg
Als die Bilder laufen lernten
Abenteurer und Komiker
Mit Bob Monkhouse
Beat-Cluk — Show für Teens und Twens
Regie: Michael Leckebusch
1z.coo Vom Wohnen der Deutschen
Menschen und ihre vier Wände
Ein Bericht von Ulrich Conrads und
Manfred Durniok
Der Film gibt einen Querschnitt durch das
Möbelangebot deutscher Einrichtungshäu-
ser, gibt Hinweise auf die Art der Käu-
ferbeeinflussung und läßt Fachleute über
die stilistischen Bemühungen der Möbel-
produzenten zu Wort kommen
17.45 Die Sportschau — Aktuelles vom Tage
20.00 Tagesschau und Wetterbericht
0.15 Baden-Badener Roulette
Mit Hildegard Knef, Alice und Ellen Kessler,
Milva, Olivera Vuco, Raphael, Tino Rossi,
Boris Rubaschkin, Günther Schramm, Giuseppe
di Stefano, dem Botho-Lucas-Chor und den
Herbert Dancers. Choreographie: Herbert Schu-
bert. Es spielt das Tanzorchester des Südwest-
funks unter der Leitung von Rolf-Hans Müller.
Manuskript: Wolfgang Franke
5
Tagesschau (außer Bayern)
15-00
15.30
16.00
16.30
Hildegard Knef ist Gast in dieser Direkt-
sendung aus Baden-Baden. Durch das Pro-
gramm führt der Schauspieler Günther
Schramm. Die Regie führt Dieter Pröttel
21.45 Ziehung der Lottozahlen (IN FARBE)
21.50 Tagesschau. Wetter, Wort zum Sonntag
22.10 Grüne Herzen
Mit Gerhard Zimmermann, Erick Penet, Marise
Maire, Frangoise Bonneau u. a.
(Für Jugendliche nicht geeignet)
Um entmwurzelte Jugendliche in einer In-
dustriestadt geht es in dem französischen
Spielf:Im aus dem Jahre 1966, der mit Lai-
endarstellern gedreht wurde. Zwei junge
Leute, werden auf Bemährung aus dem
Geföngnis entlassen. Sie kehren zurück
in c!e Pariser Arbeitervorstadt Nanterre.
In {en Familien finden sie keinen Halt,
ihre Freunde drücken sich vor geregelter
Arbeit. Die Gesellschaft unternimmt so
gu! wie nichts, den gefährdeten jungen
Manschen zu helfen. Regie: E. Luntz
23.45 Tagesschau
0ST-PROGRAMM Kanäle 3-6, 11
14.00 Nachrichten, 14.05 1-2-3. Musi-
kalisches Feuilleton. 15.00 Die Spur
führt zum Teufelszahn. 16.30 Jugend-
basar, 17.30 Nachrichten. 17.35 Sport
aktuell. 19.00 Tele-BZ. 19.25 Wetter.
19.30 Aktuelle Kamera. 20.00 15 Jahre
Schlagerrevue. 21,50 Gefahr an mei-
ner Seite. Kriminalfilm. 22.50 Aktu-
elle Kamera. 23.10 Sport
Direktübertragung
18.30 Nachrichten.
Baden-Badener
tungssendung.
12]stern
14.30 Internationales
zu Woche. 19.00 Familie Feuerstein.
19.27 Sport. 19.45 Zeit im Bild. 20.15
Roulette,
21.45
22.15 Zeit im Bild. 22.25 Der Speer
der Rache, Wildwestfilm
Bayerisch. Rdf.: 14.10 Panorama Ita-
liano. Eine Sendung für Italiener in
Deutschland. 18.30 Der politische Wo-
chenkommentar. 18.45 Der kleine Vaga-
bund, Der Angeklagte. 19.15 Aktuelles
am Samstag. 19.30 Abendschau
Hessisch. Rdf.: 18.30 Musik und gute
Laune. Brasiliana Revue, 18.50 Die
Hessenschau. 19.10 Lieber Onkel Bill
(IN FARBE). Er liebt mich, er liebt
mich nicht. 19.50 In dieser Woche
NDR u. Bremen: 18.30 Das Gasthaus
zum Einhorn. Das Schlachtfest. 19.00
Berichte vom Tage. 19.15 Die aktuelle
Schaubude (IN FARBE). Unterhaltungs-
sendung der Nordschau
Saarländ. Rdf.: 18.30 Über so was
macht man keine Witze. 18.35 Sand-
männchen. 18.40 Völlig falsche Vorstel-
lungen, Eine Variete-Schau mit inter-
nationalen Künstlern. 19.20 Prisma.
19.35 Der aktuelle Bericht
SFB: 9.00 Zeugen der Zeit: Hans Habe.
13.00 Zu Gast bei unseren Gästen:
Frankreich. 18.30 Die Abenteuer der
Seaspray (IN FARBE). Das Geheimnis
der Insel. 19.05 Sandmännchen (IN
FARBE). 19.15 Blick in die Presse. 19.23
Wetterbericht. 19.25 Abendschau
Südd, Rdf. u. SWF: 18,30 Hucky und
seine Freunde. Zauberkünstler Jinks
(wdhl,). 18,40 Abendschau Baden-
Württemberg (Mainz: Blick ins Land).
19.10 Sandmännchen (IN FARBE). Wir
sind drei, 19.20 Lieber Onkel Bill (IN
FARBE). Muttersprache, 19.54 Nach-
richten
WDR: 14.00 Die Woche — Hier und
Heute. 18.30 Guten Abend! 18,35 Hier
und Heute. 19.10 Mona (IN FARBE).
Der Tyrann. 19,40 Intermezzo im Mo-
nat September (IN FARBE), Von und
mit Erika Sklorz
3.PROGRAMM
WDR
Neuigkeiten und Ankündigungen
Sandmännchen
Nachrichten aus Nordrhein-
Westfalen
Hierzulande*— Heutzutage
Prisma des Westens/Sport
Gott und die Welt
Tagesschau und Wetterbericht
Extempore — Unvorhergesehenes
The Roaring Twenties
Spielfilm, USA 1939
Regie: Raoul Walsh
Mit James Cagney, Humphrey
Bogart, Priscilla Lane u. a.
Nachrichten und Sportergebnisse
Peter Rühmkorf liest das Ge-
dicht „Aussiht auf Wandlung“
19.00
19.05
19.10
19.15
19.45
20.00
20.15
21.00
22.40
22.45
aus „Kunststücke*
Zur Gattung der Revuefilme gehört der
amerikanische Streifen „Es tanzt die
Göttin“, in dem Rita Hayworth und
Gene Kelly die Hauptrollen spielen
(um 23.15 im II. Programm)
Tennisturnier. | 16.00
aus Pörtschach.
18.35 Von Woche
Jazz.
fibel. 18.36
Unterhal-
Sportjournal. | Großer
Ring mit
14.30
14.58
15.00
15.25
15.55
16.20
17.55
18.00
18.30
18.50
19.27
19.30
20.00
21.40
21.50
23.10
23.15
ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 I SCHWEIZ Kanäle 2,3,7,10
16.45 Jugendfernsehen.
17.30 Russisch (8). 18.00 Kleine Tier-
Im Brennpunkt.
Tagesschau. 19.00 Flipper. 19.30 Völ-
ker und Kulturen des Altertums. Die
Etrusker (3). 20.00 Tagesschau. 20.20
Außenschleife.
Fernsehspiel. 21.50 Tagesschau. 22.00
S.T. und das große Spiel
2.PROGRAMM
Programmvorschau
Anschl. Beispiele guter Taten
Kurznachrichten
Fahrten ins Abenteuer (Wdhl.)
Unternehmen Tahiti
Hallo, Freunde!
Zoo-Direktor Heinz Georg Klös zu Gast im
Berliner Jugendstudio
Der Texaner — „Der Kassenraub“
Western-Serie mit Rory Calhoun
Deutsche Schwimm-Meisterschaften
Übertragung aus der Schöneberger
Schwimmhalle in Berlin
Reporter: Harry Valerien
Nachrichten und Wetterbericht
Samstags um sechs — Informationen und
Meinungen aus den Bundesländern
Neues vom Film
Kinobummel am Wochenende
Televisitation
„Spiele am Kamin“
Von und mit Peter Frankenfeld
Mit Lonny Kellner, Bibi Johns, Ursula Noack,
Helmut Ashley und Ernst Maria Lang. Regie:
Thomas Land
Der Wetterbericht
Heute, Nachrichten, Chronik der Woche
Der Zerrissene
Posse mit Gesang von Johann Nestroy
Herr von Lips zer ccnnnes nun san Josef Meinrad
SHÜNGE +00 ur ne ya na Johannes Neuhauser
SPOINET sanken Tonio Riedl
Wixer au. Era en ach ae Peter Kreuziger
Madame Schleyer .............. Martha Marbo
Franz Muxeneder, Eduard Fuchs, Elfriede Ram-
happ, Walter Varndal, Günther Lass, Adolf
Karl, Franz Saal, Erwin Höfler und N. Blafard
Herr von Lips hat keine Freude mehr am
Leben. Sein Reichtum hat ihm die Erfül-
lung aller Wünsche gestattet, und nun ha-
dert er mit sich und der Welt, die ihm
nichts mehr zu bieten vermag. In seiner
Sucht nach Neuem und Unbekanntem
schwört der Junggeselle Lips seinen Freun-
den, er werde das erste weibliche Wesen
heiraten, das ihm begegnet Foto:
Elfriede Ramhapp und Franz Muxeneder.
Inszenierung: Josef Meinrad
Anschl. Kurznachrichten
Der Kommentar (Dr. Klaus Scholder)
Aus der Schwimmhalle in Berlin-Schöneberg:
Das aktuelle Sport-Studio
Berichte, Interviews, Ziehung der Olympia-
Lotterie, Lottozahlen, „Großes Los“
Nachrichten und Wetterbericht
Es tanzt die Göttin
Amerikanischer Spielfilm (1944)
Mit Rita Hayworth, Gene Kelly, Lee Bowman,
Phil Silvers, Jinx Falkenburg, Leslie Brooks,
Eve Arden, Otto Kruger und Curt Bois. Regie:
Charles Vidor
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der
Kamera... 19.58 Wettervorhersage.
20.00 Tagesschau. 20.20 Der Graf von
Monte Christo (Le comte de Monte-
Cristo). Sp....!m f1. Teil} von Ro-
bert Vernay. Mit Jean Marais, L.
Amanda und R. Pigaut in den Haupt-
rollen. 21.40 Ultraman. Filmserie
18,55
mer dazugehörte. Es war höchst
unwahrscheinlich, daß Henrys Mut-
ter es sich erlauben konnte, mit
ihm an die See zu fahren. Folg-
lich wäre es doch wirklich nett,
wenn er Henry auffordern würde,
mit ihnen zu kommen.
„Könnten wir Henry nicht mit-
nehmen?" fragte er.
Zuerst stutzte Mummi. Es war
überhaupt nicht Gaylords Art, sich
freiwillig mit Spielkameraden zu
umgeben. Dann kam ihr die Er-
leuchtung. „Ach so, du kleiner Op-
portunist“, sagte sie.
„Was ist ein Opportunist?“
„Jemand, der seinem Freund Em-
ma aufhalst.“
Gaylord war tief gekränkt. „Des-
halb wollte ich Henry nicht dabei
haben. Ich wollte Henry einladen,
weil seine Mutter es sich nicht
leisten kann, mit ihm ans Meer zu
fahren.“ Also so was! Er mußte ja
zugeben, daß seine Beweggründe
nicht immer schlicht und geradlinig
waren, aber wenn sie es schon ein-
mal waren, dann hätte er auch gern
Anerkennung dafür gefunden.
May schaute ihn immer noch
amüsiert an. „Natürlich kann er
mitkommen, Liebling. Und es ist
sehr lieb von dir, daß du daran
gedacht hast, ihn einzuladen. Wenn
er dir obendrein auch die lästige
Emma noch etwas abnimmt, dann
bist du ja fein raus.“
J.. hätte ein Pfennig auf Gay-
lords Unterlippe Platz gefunden.
„Daran habe ich überhaupt nicht
gedacht“, sagte er verdrossen. Doch
trotz seiner Entrüstung mußte er
zugeben, daß Mummi hier nicht so
ganz unrecht hatte. Etwas ganz und
gar Selbstloses zu tun, ohne sich
einen persönlichen Vorteil zu er-
hoffen und dadurch nicht nur dem
Freund eine Wohltat zu erweisen,
sondern auch noch eine nicht zu
verachtende Belohnung nachgewor-
fen zu kriegen — das schien Gaylord
ein glänzendes Beispiel dafür, wie
es im Leben zugehen sollte und
tatsächlich nur so selten zuging.
Seine Laune wurde zusehends hei-
terer.
Er trabte voller Eifer los. Henry
war im Garten. „Ich gieße meine
Eiche“, sagte Henry.
Gaylord betrachtete die schwarze
schlammige Erde. Da war nichts zu
sehen. „Ist sie noch nicht raus?“
„Nein.“ Henry nahm einen Stock
und zog Furchen in den Boden,
damit das Wasser abfließen konn-
te. Das schmutzige Wasser floß
hinein, ein paar Zentimeter nur,
dann blieb es stehen. Gaylord fand,
es sei Zeit, vom Grund seines Be-
suches zu sprechen. Er mußte es
natürlich taktvoll machen.
„Fährst du dieses Jahr an die
See?“ begann er vorsichtig.
Henry schaute ihn mit runden,
ernsten Augen an. Dann buddelte
er weiter. „Nein“, sagte er.
Gaylords Herz quoll über vor
Mitleid. „Am Meer ist es nicht im-
mer schön“, sagte er. „Manchmal
regnet es auch.“
„Ja“, sagte Henry.
„Manchmal gibt es auch Sturm-
flut, und dann ertrinken die Leu-
te“, sagte Gaylord,
Henry buddelte weiter. „Wir fah-
ren am Mittwoch — für einen Tag
nur“, sagte Gaylord sanft.
Henry buddelte immer noch.
„Mummi sagt, du könntest mit-
ERIC « MALPASS
"Wenn suß
das
Mondlicht
auf den’Hugeln
Schlajt
Sie fuhren alle miteinander ans Meer.
Auf dem Rücksitz saßen
Gaylord und Emma. Nach ein paar
Meilen sagte Emma: »Wenn
wir nicht bald halten, platze ich!«
kommen, wenn du Lust hast.“
Henry hörte auf zu buddeln. Seine
Augen, durch die runden Birillen-
gläser noch größer als in Wirk-
lichkeit, richteten sich starr auf das
Gesicht seines Freundes. „Du...
du meinst... ich soll mit?“ stotterte
er.
„Jar“
Stille. „Ich kann nicht“, sagte
Henry. Er machte ein Gesicht, als
würde er gleich heulen. Auch Gay-
lord hätte fast geheult. „Wir fahren
morgen nach Österreich.“
„Liegt das am Meer?“
„Nein“, sagte Henry. „Das ist
ein Land, und da gibt's kein Meer.
Ringsum liegen bloß andere Län-
der.“
Na, das schien ja ein armseliger
Platz für die Sommerferien zu sein.
Doch Gaylord war viel zu taktvoll,
um es auszusprechen; wahrschein-
lich war es das Äußerste, was Hen-
rys Mutter sich leisten konnte. Ein
Land ohne Meer und Küste — das
mußte ja wohl so ziemlich das bil-
ligste sein, wo man hinfahren konn-
te, nicht wahr?
„Na“, fragte Mummi, „fährt er
mit uns?“
„Nein“, sagte Gaylord traurig.
„Er wäre gern mitgekommen. Aber
er kann nicht. Seine Mummi nimmt
ihn morgen mit nach Österreich.“
Er lehnte sich an seine Mutter,
lehnte den Kopf an ihre Seite und
schaute zu ihr auf. Dann sagte er
sehr vertraulich und mit ungeheu-
rem Mitgefühl: „Ich glaube, das ist
alles, was seine Mutter sich leisten
kann.“
M. war eine hochintelligente
Frau, aber die Bildung hatte Lücken,
und sie wäre die letzte gewesen,
das abzustreiten.
Astronomie zum Beispiel. May
konnte nie behalten, ob sich nun
die Sonne um den Mond drehte
oder umgekehrt, und was das
Schlimmste war: sie konnte nicht
einsehen, wieso das wichtig sein
sollte. Die Sonne ging jeden Mor-
gen auf und ging unter zur Schlafens-
zeit. Ihr Leben war säuberlich in
Tage und Monate und Jahre auf-
geteilt, und ob diese Einteilung von
den Astronomen oder dem Allmäch-
tigen stammte, das wußte sie nicht
zu sagen. Was schert mich, wie das
nun genau funktioniert, dachte sie.
Genaugenommen gab es nur
einen Punkt im kosmischen Zeit-
plan, der sie wirklich irritierte, und
- das war eine vom Menschen er-
sonne Tücke, die sogenannte „Eng-
lische Sommerzeit“. Es empörte sie
maßlos, daß man sie jeden April
um eine Stunde Schlaf betrog, und
keiner konnte sie davon überzeu-
gen, daß sie ihr im Oktober zurück-
erstattet wurde. Mehr noch, sie
hatte das unbehagliche Gefühl, daß
sie zwischen April und Oktober
jede Nacht eine Stunde Schlaf ein-
büßte, wiewohl es ihr nie gelungen
war, sich selbst oder gar anderen
Leuten dies mathematisch überzeu-
gend nachzuweisen.
Eine andere von Mays Lücken
war die Navigation. Wenn man
nach Norden reiste, ging es ja noch.
Aber wenn man nach Süden fuhr,
mußte man — so wies sie mit zwin-
gender Logik nach — die Karte um-
gekehrt halten, weil sonst die Sei-
tenstraßen in falscher Richtung ab-
zweigten.
An diesem Morgen ging es jedoch
in Richtung Osten. Jocelyn saß am
Steuer, neben ihm Jenny — kühl,
frisch und köstlich duftend, und da-
neben Großvater mit dem Straßen-
atlas. Auf dem Rücksitz saß Mum-
mi, entspannt und heiter, neben ihr
David mit verschlossener Miene,
Gaylord und Emma, hinter ihnen
schlief Amanda in der Tragetasche.
Nach ein paar Meilen sagte Joce-
lyn: „Von jetzt ab kenne ich den
Weg nicht mehr.“
Großvater schlug den Straßen-
atlas auf und wühlte in seiner
Jackentasche. „Verflucht“, sagte er.
„Ich habe die falsche Brille ein-
gesteckt.“ Er spähte blinzelnd auf
die Karte. „Ich kann nichts er-
kennen. Kannst du Karten lesen,
Jenny?“
„Nein, leider nicht, Onkel John.“
Er drehte sich schwerfällig um
und drückte seiner Schwiegertoch-
ter den Atlas in die Hand. „Da,
May, dann eben du.“ Worauf er
sofort einschlief.
Eine Stunde später erwachte er,
erfrischt und kampfgestärkt. Mit
grimmiger Miene schaute er sich
um. „Ich dachte, wir wollten zur
Ostküste“, knurrte er.
„Da fahren wir ja’ auch hin“,
sagte May.
„Dann muß ich mich fragen, war-
um wir dann um acht Uhr morgens
unseren Schatten vor uns haben?“
Wenn sich vor den Vorderrädern
jäh ein tiefer Abgrund aufgetan
hätte, hätte Mays Entsetzen nicht
größer sein können. Zumal sie keine
blasse Ahnung hatte, worauf er
überhaupt hinauswollte. „Was in
aller Welt hat denn das damit zu
tun?“ fragte sie.
„Guter Gott, Weib, und ob das
etwas damit zu tun hat. Wo geht
denn wohl die Sonne auf?“
„Über dem Henkerswald — im all-
gemeinen“, sagte May verzweifelt.
Der Alte schnaubte entnervt. „In
welcher Himmelsrichtung.“
„Im Osten“, sagte May beleidigt.
Das war nicht fair. Sie hätte nie
gedacht, daß zwischen ihren beiden
wunden Punkten, dem Kartenlesen
und der Astronomie, eine Bezie-
hung bestehen könnte.
„Im Osten“, wiederholte der Alte
bissig. „Richtig. Wir haben immer
noch Morgen. Darum steht die
Sonne immer noch im Osten. Folg-
lich müßte sie vor uns stehen, wenn
wir nach Osten fahren. Statt dessen
steht sie direkt hinter uns“, sagte
er hochbefriedigt.
May war selten so wütend ge-
wesen. Männer konnten wirklich
zu pedantisch sein! Aber sie be-
herrschte sich noch, während sie
sich eilig vergewisserte, was die
Landkarte dazu sagte. Dann erklärte
sie hoheitsvoll: „Ich richte mich
weder nach dem Polarstern noch
nach dem Moos an Baumstämmen,
„Der Contergan-Prozeß soll
etwa 2 Jahre dauern”
Erst nach dem Urteil können Schadenersatz-
ansprüche eingeklagt werden.
(Hamburger Abendblatt 25.5.68)
Wir brauchen
Ihre Hilfe jetzt!
Ute und Klaus sind zwei der über fünf-
tausend Kinder, die mit verstümmelten Ar-
men oder Beinen zur Welt gekommen sind.
Viele von ihnen sind mehrfach geschädigt.
Sie alle sind hilfsbedürftig.
Daskostet viele Millionen. Eltern und Staat
schaffen es nicht allein. Die Stiftung Delphin
wendet sich daher mit diesem Aufruf an
alle Menschen, denen eine gütige Fügung
gesunde Glieder schenkte: Helfen Sie uns
diesen Kindern helfen!
Jede Mark nützt! Überweisen Sie bitte
Ihre Spende auf eines dieser Konten der Stif-
tung Delphin: Postscheck Hamburg 300 104
oder Commerzbank Hamburg 10/99001.
Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.
ER
E
D 2
Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. med. R. Bernbeck, Prof. Dr. med. G. Hauberg,
Prof. Dr. G. Hesse, Prof. Dr. Dr. h. c. W, Lenz, Prof. Dr.
K. Mündnich, Prof. Dr. E. Schomburg, Dr. H. Strasser.
Stiftung Delphin
Hamburg 13, Mittelweg 99
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1. PROGRAMM
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10.00 Tagesschau. 10.20 Die Straße der Piloten. Die
abenteuerliche Geschichte der Luftfahrt (2). Von und
mit C. C, Bergius
11.00
11.30
12.00
12.45
13.15
14.30
15.05
15.40
16.15
17.00
18.30
19.00
19.30
20.00
20.15
22.45
--0ST-PROGRAMM Kanäte 3-6, 11
14,00 Zu Besuch
14,30 Wünsch dir was! 15.25 Nach-
richten. 15.30 Die Geschichte der Si-
mone Machard. Von Bertolt Brecht.
17.45 Nachrichten. 18.00 Sport aktuell.
19.30 Aktueile Kamera. 20.00 Erlese- | aus
nes. Spielszenen. 21.35 L. B. J. und
Boys.
trachtung. 22.05 Nachrichten
seine
Programmvorschau
Mitten in dieser Welt
Ein Film zum 82. Deutschen Katholikentag
Von Erich Kock und Bodo Ulrich
Internationaler Frühschoppen
Wochenspiegel — Ereignisse der Woche
Magazin der Woche - Regionalumschau
Ratereise um die Welt
Trollfrau Gilitrutt (Kinderstunde)
Fernfahrer — „Die Kontrolle“
Die Orchidee
Eine Aristokratin wird bürgerlich
Turf und Tradition
Iffezheimer Impressionen vom vorletzten Renn-
tag der Galopprennwoche mit der Übertragung
des „Großen Preises von Baden-Baden“
Diese Sendung — direkt ausgestrahlt —
berichtet über den Verlauf des wichtigsten
Rennens der Iffezheimer Woche, des mit
150000 Mark dotierten „Großen Preises
von Baden-Baden“. Für die Fans wird das
Rennen unmittelbar darauf in Form einer
Aufzeichnung wiederholt
Keine Wahl ohne Qual
Gecil Parker, A. E. Matthews, David Tomlin-
son, Lana Morris, Helen Backlin u. a.
Die englische Filmkomödie aus dem Jahre
1949 macht sich mit typisch englischem
Humor über die Marotten angestaubter
Aristokraten und. die Eskapaden allzu
cleverer Politiker lustig. — Seit Oliver
Crommell hat stets ein Pym im eng-
lischen Parlament gesessen. Solche Tra-
dition verpflichtet. Deshalb sieht sich der
junge Viscount Pym im Jahre 1945 ge-
zwungen, bei den Wahlen für das Unter-
haus zu kandidieren, obwohl er keinen
politischen Ehrgeiz hat. Seine Niederlage
gegen den Labour-Konkurrenten ent-
täuscht seine Verlobte und empört den
traditionsbewußten Butler der aristokra-
tischen Familie ...
Die Sportschau — Auf der Tribüne
Weltspiegel - Korrespondenten berichten
Die Sportschau — Berichte, Informationen
Tagesschau und Wetterbericht
über den Gehorsam
Szenen aus Deutschland, wo die Unter-
werfung des eigenen Willens unter einen
fremden als Tugend gilt
Autoren: Claus Hubalek und Egon Monk
Schauspieler: Das Ensemble des Deutschen
Schauspielhauses
Musik: Hans Koller
Musiker: Das Jazz-Sextett des Deutschen
Schauspielhauses
Claus Hubalek und Egon Monk schrieben
zur Eröffnung der neuen Spielzeit des
Deutschen Schauspielhauses Hamburg ein
Stück, das am 1. September uraufgeführt
wird, In Szenen, Liedern und Dialogen,
in Form von Berichten und durch die
Montage historischer und gegenmwärtiger
Beispiele stellen sie die Fähigkeit der
Deutschen dar, besonders bedingungslos
und, wenn es gefordert wird, auch blind
gehorsem zu sein. Die Autoren erzählen
die Lebensgeschichten von sieben recht-
schaffenen und anständigen Leuten. Zu
Anfang des Jahrhunderts geboren, von
Kindheit an zum Gehorsam erzogen, un-
terwarfen sie sich zweimal in ihrem Le-
ben Obrigkeiten, die sie in Katastrophen
führten. Sind sich die sieben heute, am
Ende ihres Lebens, eines schuldhaften
Verhaltens bewußt?
Anschließend gegen 22.15:
Diskussion im Fernsehstudio Hamburg-Lokstedt
Tagesschau und Wetterbericht
im Märchenland. | 14.00
Schaukelpferd.
Wien (2).
Dokumentarische Be-
134]|stern
ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10
Internationales
(Pörtschach). 17.00 Das wunderbare
17.25 Kontakt.
Aus der Geschichte des Motorrenn-
sports. 18.25 Toutou. 18.30 Ein Lied
19.00 Zeit im
19.30 Sport. 20.15 Jegor Bulytschow
und andere. Schauspiel von Maxim
Gorki. 21.40 Zeit im Bild
SONNTAG 1. September
3. PROGRAMM
WDR
19.00 Neuigkeiten und Ankündigungen
19,05 Sandmännchen
19,10 Nachrichten aus Nordrhein-
Westfalen und Sportergebnisse
19.15 Gotik im Niemandsland
Ein Bericht über die Deutschen
in der Zips
Von Sven Schürenberg
Der geistige und weltliche Mittelpunkt
der selbständigen Zips im Mittelalter
waren die Bischofskirche St. Martin
und (im Hintergrund) die Zipser Burg
— die größte in Mitteleuropa
19,45 Journal für Gärtner
20.00 Tagesschau und Wetterbericht
20.15 1. John Alboks New York
USA 1966
Regie: Gordon Hyatt
2. Salut les Cubains
Frankreich 1963
Regie: Agnes Varda
21.05 Söhne und Töchter
Sons and Daughters —
Days of Protest
In dieser Dokumentation über
eine Protestaktion amerikanischer
Studenten gegen die Verschif-
fung von Soldaten nach Vietnam
am 15. und 16. Oktober 1965 die-
nen filmische Ein- und Rückblen-
den vom grausamen Krieg dazu,
das Eingreifen der Studenten mo-
ralisch zu rechtfertigen und den
Regierungskurs zu verurteilen.
Die Demonstranten von 1965 ver-
anstalteten keine allgemeine Pro-
testkundgebung gegen die Ge-
sellschaft im Sinne späterer Stu-
dentenunruhen, Sie sind diszi-
pliniert, lehnen bei ihren Aktio-
nen Gewalt ab und verstehen
sich als „Retter der amerikani-
schen Demokratie", also durch-
aus innerhalb des Systems
22,20 Nachrichten und Sportergebnisse
22.25 Kurt Ihlenfeld liest die unver-
öffentlichte Reflexion „Ansichts-
karten“
Pannen
Als Fremdenführerin betätigt sich Für-
stin Gracia Patricia in der Sendung
„Die Star-Show“, die um 20.00 Uhr im
Zweiten Programm zu sehen ist. Sie
führt die Zuschauer u. a. ins Spielka-
sino und begleitet sie zur Autopiste,
wo der englische Komiker Terry Tho-
mas seine Späße treibt. Hier ein Sze-
nenbild mit Mitgliedern des Balletts
David Winters. Regie: Michael Pfleghar
Tennisturnier
17.55 | Ivanhoe, 17,55
Bild, | schau. 20.15
SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10
17.00 Briefmarkenecke. 17.10 St. Tro-
pez — eine ganz schräge Sache. 17.30
Nachrichten.
Sportresultate. 18.45 Tatsachen und
Meinungen. 19.30 Sport. 20.00 Tages-
Taxichauffeur
Spielfilm. 21.45 Werner Kaegi: Con-
certo für Jazzquartett und Streicher
(wahl.). 22.00 Nachrichten
2.PROGRAMM
11.30 Programmvorschau
Anschl. Beispiele guter Taten
12.00 Cordialmente dall’Italia — Unterhalt-
same Sendung für Italiener und Deutsche
12.45 Drehscheibe — Auswahl zum Sonntag
13.40 Abenteuer auf Malta (1. Teil, Wdhl.)
Mit Mary Lu Ripard, Aidan Mompalao de Piro,
Mario Debono, Vanni Riolo, Guido Haliba, Jo
Mompalao de Piro, Charles Thake u. a. Regie:
Lothar Michael Schmitt
14.10 Flipper — „Das Mädchen Janie“
Mit Brian Kelly, Luke Halpin, Tommy Norden,
Susan Abbot u. a.
Regie: Ricou Browning
14.0 Flucht vor den Pflichten
Über den deutschen Jugendtourismus be-
richtet Otto Wilfert
15.10 Nachrichten und Wetterbericht
15.15 Von Land zu Land
Spanisches Selbstporträt
15.45 Deutsche Schwimm-Meisterschaften
Übertragung aus der Schöneberger
Schwimmhalle in Berlin
17.25 Bonanza — „Die Schlammschlacht“
[Farbe | Fernsehfilm von Wally George
Regie: R. G. Springsteen
18.15 Nachrichten, Wetter, Sport
18.30
19.00
Pfarrer Sommerauer antwortet
Die Sport-Reportage
Berichte — Nachrichten — Totozahlen
Wetterbericht und Nachrichten
Bonner Perspektiven — Informationen
und Meinungen aus der Bundeshauptstadt
Die Star-Show
Fürstin Gracia Patricia präsentiert: Gilbert
Böcaud, Frangoise Hardy, Terry Thomas, die
19.27
19.40
20.00
David-Winters-Dancers. Regie: M. Pfleghar
2055 Das Balalaika-Orchester
Ossipow
Russische Musik mit den Solisten Ludmilla
Sykina, Valentina Levko, Iwan Petrow, Lily
Nowgorodova, Yury Mironow. Regie: K. Ulrich
TUR TORRENT:
Lily Nomwgorodova und Yuri Mironow (Fo-
to), Solisten des Moisejemw-Ensembles,
maren bei der Deutschland-Tournee des
Balalaika-Orchesters Ossipow mit dabei
Die dritte Chance
Ursprung und Wirklichkeit unserer Verfassung
Ein Gespräch unter Beteiligten am 20. Jahres-
tag. Leitung; Gerd Schroers
Nachrichten und Wetterbericht
Impulse
Zwei Jahre vergeblich zur Schule?
Von Klaus Alfred Meyer
Jeder Gymnasiast geht zwei Jahre lang
vergeblich zur Schule, weil im Durchschnitt
jede vierte Unterrichtsstunde ausfällt.
Diese Rechnung macht Ministerialdirigent
Dr. Heinrich Schöne, Planungschef im
rheinland-pfälzischen Kultusministerium,
auf, Schönes Überlegungen haben das
ZDF veranlaßt, die Unterrichtssituation
an mehreren ausgewählten Gymnasien
in der Bundesrepublik zu beobachten,
und zwar beim Beginn des neuen Schul-
jahres
21.40
22.25
22.30
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm, 19.53 Vor der
Kamera. 19,58 Wettervorhersage.
18.00 | 20.00 Nachrichten und Sport. 20.10
Der Graf von Monte Christo (Le
comte de
Monte-Cristo). Spielfilm
Bänz. | (2. Teil) von Robert Vernay. Mit
Jean Marais, L. Amanda und R. Pi-
gaut in den Hauptrollen, 21.40 Train
Bleu. Filmserie
FORTSETZUNG VON SEITE 133
sondern nach der offiziellen Stra-
Benkarte. Und danach befinden wir
uns auf der A 47, die nach Norwich
und an die Ostküste führt.“
„In der einen Richtung“, sagte
Großvater sarkastisch. „Und was
ist mit der anderen?“
May sah auf der Karte nach.
„Willst du etwa behaupten, ich hätte
uns nach Birmingham dirigiert?“
„Ja, genau das.“
„Ist dir schlecht, Gaylord?“ fragte
Emma.
„'türlich nicht“, sagte Gaylord.
„Gaylord ist schlecht“, sagte Em-
ma, und sogleich stimmte sie nach
einer ihr bekannten Melodie ein
herzzerreißendes Lied an: „Ups! So
rülpst das Frühstücksbrot. Ups!
rülpst der Kakao“, sang sie ver-
gnügt.
„Ruhe!“ brüllte Großvater, Emma
verstummte.
$. brausten an einem Straßen-
schild vorbei. „Birmingham, zehn
Meilen“, sagte Gaylord.
„Jocelyn! Halt! Umdrehen, ehe es
zu spät ist!“ befahl sein Vater.
„Halt dich um Himmels willen aus
den Einbahnstraßen raus, sonst fah-
ren wir stundenlang im Kreis her-
um wie die Ratten im Käfig.“
„Mußt du denn immer gleich so
grob werden“, sagte May. Sie hatte
großen Respekt vor dem alten
Mann. Aber morgens war er manch-
mal wie vom Teufel besessen.
„Zum Teufel, was soll ich denn
machen? Hier ist doch Wendever-
bot“, sagte Jocelyn gereizt.
„Wenn wir nicht bald halten,
platze ich“, sagte Emma.
Jenny war entsetzt. „Emma!“
Und der Alte schnaubte: „Viel-
leicht sagt jemand der jungen Dame,
daß sie sich hier nicht im Omnibus
nach Blackpool befindet, sondern
unter zivilisierten Menschen, und
daß sie sich gefälligst um eine ent-
sprechende Contenance bemühen
möchte.“
„Was ist Contenance?“ fragte
Gaylord.
„Ich habe doch bloß gesagt...“,
fing Emma an,
„Eben, eben“, schnappte der Alte.
Einen Augenblick später kamen
sie an einem Schild vorbei mit der
Aufschrift „Nächster Parkplatz 500
Meter.“
Paps verlangsamte das Tempo,
scherte in den Parkplatz ein und
hielt. Vier Türen wurden gleich-
zeitig aufgerissen. Emma schoß in
die Büsche. May sagte mit erzwun-
gener Heiterkeit: „Nun, wer möchte
einen Kaffee?“
Großvater sagte im Tone der
Entrüstung: „Kaffee? Ja, gib du de-
nen nur noch Kaffee, dann können
wir alle fünf Minuten anhalten.“
May schraubte den Deckel von
der Thermosflasche ab und goß
ein. Großvater zuckte die Achseln.
„Schön, aber ich hab’ dich gewarnt.“
Trotzdem nahm er eine Tasse. „Aus
der Thermosflasche schmeckt er nie
anständig“, brummte er.
„Entschuldige“, sagte May spitz.
„Ich hätte natürlich die Bohnen
und die Kaffeemühle und die Kaf-
feemaschine und das Wedgewood-
service mitbringen sollen.“
Der Alte musterte sie kühl. „Wohl
ein bißchen gereizt heute morgen,
was, May?“ Er ging zu Jocelyn
Heißseliebt und
kali
1 seirunken
Doornkaat,
Deutschlands meistgetrunkener Klarer.
Doornkaat,
. nur in der grünen Vierkantflasche.
Über 160 Jahre im Familienbesitz.
1. PROGRAMM
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10,00 Tagesschau. 10,20 Die Sportschau, 10.50 Drei Ta-
ge Berlin — und Hochzeit inbegriffen. Hinweise von
Gerda Harnack für Berlin-Besucher. 11.20... . und die
Seine ist wie ein Mädchen. Filmbericht von Georg
Bense. 12.00 Das aktuelle Magazin
16.40 Tagesschau (außer Bayern)
16.45 Japanische Teekessel
17.00 Blütenpracht, die nie verwelkt
Jutta Lammer zeigt, wie man Strohblumen
präpariert
17.15 Meine Wohnung
Heitere Umzugsgeschichte aus Jugoslawien
17.30 Behaglich wohnen muß nicht teuer sein
Mit Marianne Vos
Saison-Sessel sollten sie haben
18.00 Tagesschau (außer Bayern)
20.00 Tagesschau und Wetterbericht
20.15 Report München - Filmberichte zu
Nachrichten von gestern und morgen
21.00 Alles oder nichts
Fragespiel mit Erich Helmensdorfer
Spitzenkandidatin in der heutigen Sen-
dung wird die Hamburger Buchhändlerin
Eva Maria Bertrum sein. Zu ihrem Wis-
sensgebiet „Venedig“ will sie die 4000-
Mark-Frage beantworten. Um 1000 DM
geht es für den Regierungsinspektor
a.D. Karl Langer aus Mainz, dessen
Hobby der „Allgemeine Betriebsdienst
der Deutschen Bundesbahn“ ist, um 2000
DM für den Kakteen-Fachmann Dipl.-Ing.
Heinz Mindt aus Niederrodenbach bei
Frankfurt. Die Hausfrau Lieselotte Möh-
rer aus Gmünd/Eifel wird über Michel-
angelo befragt werden
21.45 Der Beginn (war.
Ein Fernsehfilm von Günter Herburger
und Peter Lilienthal
RIGE sn een Kim Parnass
Vater susanne na Joachim Wichmann
Mütter 2.0, 20a Eva Brumby
Tante wanna sera. Ursula Alexa
Untermieter . Martin Brandt
DuBla aan nn Dunja Rajter
Rolf Zacher, Verena Buss, Ingrid Oppermann,
Günter Graf-Weisköppel, Günter Hoffmann,
Giesbert Münster, Karl-Heinz Tischendorf,
Jean-Frangois Le Moign, Fritz L. Büttner, Jule
Hammer, Felicitas Huesmann und die Beat-
Band „Boo & The Boo Boo's“
Die Autoren wollen in diesem Fernseh-
film untersuchen, ob sich die heutige Ju-
gend noch so leicht manipulieren läßt wie
eine frühere Generation. Im Mittelpunkt
dieses „realistischen bis utopischen Ju-
gendbildes“ steht der junge Rick, der von
einer längeren Auslandsreise nach Berlin
zurückkommt. Die Zeit zwischen Schulent-
lassung und Arbeitsbeginn hater benützt,
um per Anhalter um die Welt zu rei-
sen, Er hat zwar eine Lehrstelle bei
einem Elektrowerk, kann sich aber nicht
entschließen, die Arbeit anzutreten...
Hier ein Szenenfoto mit Kim Parnass und
Dunja Rajter (Bildmitte). Die Regie führt
Peter Lilienthal
23.00 Tagesschau, Kommentar, Wetter
INETETTT WERFEN De)
15.25 Medizin nach Noten. 15.35 Eng-
lisch (1). 16.00 Tele-BZ. 17.00 Nach-
richten, 17.05 Sie wissen, was Liebe
ist. Fernsehfilm. 18.00 Hanoi, Diens-
19.00 Der nächste
bitte... 19.25 Wetter, 19,30 Aktu-
elle Kamera, 20.00 Die Dreizebn. So-
wjetischer Spielfilm, 21.55 An der
Küste von Murmansk. 22.15 Aktuelles
tag, der 13.
nettes“
136) stern
ÖSTERREICH Kanäle 2, 4-8, 10
18.00 Jean et Helen&. Französisch.
18.20 Toutou. 18.25 Nachrichten. 18.30
Österreich-Bild. 19.00 Verliebt in eine
Hexe. 19.45 Zeit im Bild. 20.15 Post-
fach 7000. 21.15 Telesport am Mon-
tag. 22.15 Zeit im Bild. 22.25 The
World of Charlie Drake. Mit Charlie
Drake, Henry McGee und „The Ro-
MONTAG 2. September
REGIONALSENDUNGEN
Bayerisch. Rdf.: 18.30 Mussa, der
Tuareg (IN FARBE). Blutfehde mit
Kell und {rasur. 19.05 Nachrichten, ak-
tuelle Viertelstunde. 19.25 Abendschau
Hessisch. Rdf.: 18.10 Des Königs Vaga-
bund. Die Nachtigall. 18.40 Das Sand-
männchen. Jan als Reporter. 18.50 Die
Hessenschau. 19.10 Der Western-Held
{IN FARBE). Das Comeback. 19.50
Heute in Hessen
NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom
Tage. 18.19 Die Sportschau der Nord-
schau. 18.53 Sandmännchen. Jan als
Reporter. 19,00 Berichte vom Tage.
19.26 Privatdetektivin Honey West. Ge-
fälschte Millionen
Saarländ. Rdf.: Warten auf Dodo
(wahl.). 18.30 Erfindungen. 18.40 Sand-
männchen. 18.45 Riesenstadt Ruhrge-
biet. Die Nacht. Dokumentation. 19.20
Notizen vom Wochenende. 19.35 Sport
SFB: 18.05 Der kleine Vagabund. Das
geheimnisvolle Haus, 18.30 Polizeifunk
ruft... (IN FARBE). Empfang in Ja-
pan. 19.05 Sandmännchen (IN FARBE).
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter-
bericht. 19.25 Abendschau
Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Jörg Preda.
Wochenende in Dakar (Wdhl.). 18.40
Abendschau Baden-Württemberg
(Mainz: Blick ins Land). 19,10 Sand-
männchen. Kinderlieder. 19.20 Landarzt
Dr. Brock. Das Findelkind. 19.54 Nach-
richten
WDR: 18.05 Simsalabim (IN FARBE).
Kiste- und Sacktrick. 18.10 Theo Lingen
präsentiert ... aus Hollywoods lusti-
gen Tagen (IN FARBE). Der Liebe
Ohnmacht. 18.25 Guten Abend! 18.30
Hier und Heute. 19.10 Weltreisen und
Abentever (IN FARBE). Treffpunkt
New York. Fiesta Mexicana. 19,40 Dr.
Kildare (IN FARBE). Väter und Töch-
ter. 19.45 Wochenvorschau (IN FARBE).
Von und mit Klaus-Dieter Pittrich
3.PROGRAMM.
WDR
19,00 Neuigkeiten und Ankündigungen
19.05 Sandmännchen
19.10 Nachrichtenaus Nordrhein-
Westfalen
19.15 Hierzulande — Heutzutage
Prisma des Westens
Almanach der Woche
19.45 Für und Wider
19.50 Für Gastarbeiter aus Italien
20.00 Tagesschau und Wetterbericht
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt
20.30 Geographische Streifzüge
Von Günter Brinkmann
12, Bodensee
21,00 Nachrichten
21.05 Christian Cannabich:
1. Satz (Allegro non tanto)
aus der Symphonia Concertante
Es spielt das Kurpfälzische
Kammerorchester
Leitung: Wolfgang Hofmann
Rolf Zacher, Verena Buss, Kim Parnass
und Dunja Rajter in dem Fernsehfilm
„Der Beginn“ (um 21.45 Uhr im I. Pro-
gramm)
19.25 Sportecho.
Diskussion
NHL ATATENFIT IE Be Au)
18,55 Tagesschau. 19.00 Die Antenne.
20.00 Tagesschau,
20.20 Für junge Leute: Hits ä Go Go
(IN FARBE). 21.10 Forum 68. Eine
Auseinandersetzung mit Zeitproble-
men, die von der Öffentlichkeit zur
gestellt
sprächsleiter: Dr. A. E. Hohler. 22.10
Tagesschau. 22,20 Russisch (8, Wdhl.).
2.PROGRAMM
17.45 Nachrichten und Wetterbericht
17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend
18.15 Das verlassene Dorf - „Im Stich gelassen“
Nur Balthasar weiß, wo man mirklich
Wasser in Foncouverte finden kann. Doch
er lebt noch immer mit Blanchette abseits
von den neuen Siedlern. So bleibt nichts
anderes übrig, als in Avignon um Mit-
hilfe der Behörden zu bitten. Doch man
vertröstet die Dorfbewohner. Inzwischen
aber trocknet der Fluß vollständig aus,
Foncouverte ist endgültig ohne Wasser. —
Die Regie führt Robert Guez
Twens im Rhythmus
Manuela und die Sieger der
Chance“ 1967
Heidi Berndt, Kris Kruse, Sandra und Sharon
und „Die Anderen“. Regie: Vladimir Sis
18.50
„Show-
Sie singen Folklore: Sandra und Sharon
19.27 Der Wetterbericht
19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages
20.00 Tagebuch — Aus der katholischen Kirche
Gesundheitsmagazin PRAXIS
Mit einem Bericht von Sigrid Schenken-
berger: „Gesundheit über den Wolken“
Anschl. Kurznachrichten
20.15
21.00
Der besondere Film
Atalante
Mit Dita Parlo, Jean Daste, Michel Simon,
Louis Lefebvre u. a.
"
Dieser französische Spielfilm wurde 1934
gedreht. In einem kleinen Dorf am Fluß
hat Jean, der Schiffsführer der „Atalante“,
seine Juliette geheiratet. Die junge Frau
folgt ihm auf das Schiff und lebt dort mit
ihrem Mann und in der Gesellschaft eines
Schiffsjungen und des schrulligen „Vater
Jules“. Aber bald leidet sie unter der Ein-
tönigkeit ihres Lebens. Als ein fliegender
Händler ihr die Schönheiten von Paris in
den leuchtendsten Farben geschildert hat,
verläßt Juliette heimlich das Schiff, das
gerade in der Nähe von Paris vor Anker
liegt, um einmal durch die Straßen der
Großstadt zu bummeln . . . Foto: Dita
Parlo und Jean Daste. Regie: Jean Vigo
Anschl. Ratschlag für Kinogänger
Fünf Minuten Filmkritik
22.25 Heute. Nachrichten, Themen des Tages
22.45 Philosophie im Zeitalter
der Wissenschaft
Eine Diskussion aus Anlaß des 14. Internatio-
nalen Kongresses für Philosophie in Wien
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm. 19,53 Vor der
Kamera... 19.58 Wettervorhersage.
20.00 Tagesschau. 20.20 La cible vi-
vante (The Great Gabbo). Spielfilm
mit Erich von Stroheim, N. B. Hu-
gues und Don Dureya. 21.50 Heirats-
institut. Ein Film aus der Serie „Im
Namen des Gesetzes"
werden. Ge-
FORTSETZUNG VON SEITE 134
und redete ernsthaft auf ihn ein.
May schnappte ein paar Worte auf:
„überarbeitet“, „tut zuviel", „zart
behandeln“, und zu ihrem unbe-
schreiblichen Entsetzen auch noch
„in ihrem Alter“. Sie wollte gerade
loslegen und ein paar Breitseiten
in alle Richtungen abfeuern, als
Amanda aufwachte und ihre Auf-
merksamkeit beanspruchte. Und
dann kam Emma wieder und strahl-
te sie alle an. „Jetzt geht's mir wie-
der besser“, verkündete sie ver-
gnügt.
Schließlich konnten sie weiter-
fahren. Großvater, seiner eigenen
Mahnung eingedenk, daß man May
nachsichtig behandeln müsse, sagte
zu seiner Schwiegertochter: „Richte
dich nur einfach nach der Sonne,
May, dann kann nichts schief-
gehen. Kümmere dich gar nicht um
Straßennummern und Schilder.“
„Ja“, antwortete May und hielt
sich gehorsam an seinen Rat.
Gegen Mittag hatten sie die Ost-
küste gefunden. May war mit sich
zufrieden. „Seht ihr! Ich hab’s ge-
schafft“, sagte sie stolz.
Großvater schnaubte. „Wenn du
auf einer Insel lange genug nach
Osten fährst, kannst du das Meer
ja wohl kaum verfehlen.“ Dagegen
war freilich nichts zu sagen. Groß-
vater war heute nicht gerade leut-
selig gestimmt.
M.:--.: erstreckte sich der
glatte, feste Sand, jungfräulicher
Sand, aus dem man Burgen bauen
konnte und Kanäle, in die man das
salzige Seewasser ableiten konnte.
Und Sonne im Überfluß! Sonne, die
auf die salzbesprühten Glieder und
den trägen Ozean herniederbrannte.
Und eine leichte Brise wehte.
Gaylord wußte sich vor all dem
Reichtum nicht zu lassen. Es gab
mehr Sand, als man je in Burgen
verwandeln konnte. So viele Dü-
nen, die sofort erforscht werden
mußten. Aber zu seinem Schrecken
sah er, daß Mummi schon wieder
dabei war, alles nach bewährtem
Muster zu organisieren. Sie breitete
ein Tischtuch auf dem Sand aus,
öffnete Dosen, bestrich Brötchen.
Als ob auch nur irgendeiner jetzt
Lust hätte, Zeit ans Essen zu ver-
schwenden. Essen konnte man je-
den Tag zu Hause.
„Kann ich ins Wasser gehen,
Mummi?“
„Erst wird gegessen, Liebling.“
„Aber du sagst doch immer, daß
man erst zwei Stunden nach dem
Essen baden darf.“
„Ja, das ist richtig.“
„Dann kann ich jetzt also gehen?“
May hatte zwar nicht ausdrück-
lich ja gesagt, aber auch ganz ge-
wiß nicht nein. Gaylord sprang da-
von und lief selig den einsamen
Strand entlang. Der Sand war kühl
und feucht unter seinen Füßen, die
Sonne brannte heiß auf seiner
nackten Haut, und er rannte dem
Wasser entgegen.
Er war erleichtert, als er merkte,
daß Emma ihm nicht folgte. Naß
werden gehörte wohl nicht in ihren
Spielplan.
Der alte Pentecost besorgte sich
einen Liegestuhl, die Times und
eine Zigarre und versuchte, so gut
das am offenen Meer möglich war,
sich seine gewohnte Gemütlichkeit
zu schaffen. Doch schon schleppte
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die man nicht verg
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1. PROGRAMM
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch. Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10.00 Tagesschau. 10.20 Sie 67. Skizzen zu einem Por-
trät der modernen Frau: Rita Tushingham. 11.05 Skiz-
zen und Notizen. Zur Orientierung für junge Leute.
12.00 Das aktuelle Magazin
16.40
16.45
17.05
18.00
20.00
20.15
21.00
Tagesschau (außer Bayern)
Feuer! — Feuer!
Puppenfilm (Kinderstunde)
Die Kinder von Dlolon
Japanischer Spielfilm (Kinderstunde)
Tagesschau (außer Bayern)
Tagesschau und Wetterbericht
Mode und Musik
Ein Film von Antonia Hilke über die neue
Pariser Wintermode 68/69
Mit Alice und Ellen Kessler, William Milie,
Ina Balke, Britta Bauer, Nicole de la Marge
und Ingrid Ruh; dazu Variet& mit Gerard Se-
thy, Jonathan und Andre Valardy. Choreogra-
phie: William Milie
Das Film-Festival
EI Die eine und die andere
22.45
15.20 Medizin nach Noten. 15.30 Ju-
gendbasar. 16.30 Kinder spielen für
Kinder. 17.00 Nachrichten, 17.05 Wenn
Musik
19.00 Hauptfilm läuft. 19.25 Wetter.
Aktuelle
Staatsanwalt hat das Wort. 21.30 Die
Zeitgeschichte und der Zufall. 22.00
Aktuelle Kamera
19.30
Mit Malka Ribovska, Philippe Noiret, Marc
Cassot, Christian Alers u. a.
Dieser französische Spielfilm entstand
1967. Die Heldin ist die dreißigjährige
Schauspielerin Anne, die seit Jahren mit
dem älteren Fotografen Julien zusammen-
lebt. Anne erlebt in dem Film ein bana-
les und dennoch heroisches Abenteuer,
als sie versucht, über den eigenen Schat-
ten zu springen. Den äußeren Anstoß
dazu gibt eine kurze Begegnung mit ihrer
Schwester; sie weckt in der Schauspiele-
rin den Wunsch, der Schwester ähnlich zu
werden und sich auf diese Weise von den
unbefriedigenden Gewohnheiten ihres bis-
herigen Lebens zu lösen. Unsere Fotos
zeigen die Hauptdarstellerin Malka Ri-
bovska (im unteren Bild mit Philippe Noi-
ret). Die Regie führt Rene Allio
Tagesschau, Kommentar, Wetter
für Anfänger.
Nachrichten.
erklingt. 18.05 Englisch (32).
Kamera. 20.00 Der
stern
DIENSTAG 3. September
REGIONALSENDUNGEN
18.00 Walter and Connie.
18.20
18.30 Neues aus der
Landwirtschaft. 19.00 Die Abenteuer
des Hiram Holiday.
Bild. 20.15 Diese unsere Welt. Film-
berichte zum Weltgeschehen.
Eine reine Haut.
Rhys Adrian. 22.10 Zeit im Bild
Bayerisch. Rdf.: 18.30 Graf Yoster gibt
sich die Ehre. Fair play, Herr Mar-
quis! 19.05 Nachrichten und aktuelle
Viertelstunde. 19.25 Abendschau
Hessisch. Rdf.: 18.10 Kommissar Frey-
tag. Hundert Limousinen. 18.40 Das
Sandmännchen. Tiere im Winter. 18.50
Die Hessenschau. 19,10 Verliebt in eine
Hexe. Sag’ die Wahrheit! 19.50 Heute
in Hessen
NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom
Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sand-
männchen. Tierfilme, 19.00 Berichte
vom Tage, 19.26 Ferien in Lipizza. Der
Preis von Sava
Saarländ. Rdf.: 18.05 Das Gasthaus
zum Einhorn. Ein Affentheater. 18.30
Zu Gast im Studio. 18.40 Sandmänn-
chen. 18.45 Ein Fall für Robin Scott.
R. S. in Philadelphia. 19.20 Prisma.
19.35 Der aktuelle Bericht
SFB: 18.05 Aus der christlichen Welt,
18.20 Felix, der Kater. Felix und das
Golfspiel. 18.30 Wohin der Wind uns
weht. Äthiopien. 19.05 Sandmännchen.
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter-
bericht. 19.25 Abendschau
Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Gefährliche
Experimente. Die Angst-Barriere. 18.40
Abendschau Baden-Württemberg
(Mainz: Blick ins Land). 19.10 Sand-
männchen. Ritter Kunibert und Hei-
ner. 19.20 Meine Freunde und ic.
Spiel mit Musik. 19.54 Nachrichten
WDR: 18.05 Keine Angst vor kleinen
Spielen. Medizin aus Singapur, Das
Geschäft mit Chao Chung. 18.25 Guten
Abend! 18.30 Hier und Heute. 19.10
Heiterer Feierabend. Lieblinge unse-
rer Eltern. Friedrich Kayssler/Maria
Koppenhöfer. 19.40 Sendung und Echo.
Von und mit Gisela Claudius
3.PROGRAMM
WDR
Arbeit, gesucht — geboten
Informationen zur Arbeitsmarkt-
lage in Nordrhein-Westfalen
Neuigkeiten und Ankündigungen
Sandmännchen
Nachrichten Aus Nordrhein-
Westfalen
Hierzulande — Heutzutage
Prisma des Westens
Für und Wider
Für griechische Gastarbeiter
Tagesschau und Wetterbericht
Zum Tage -- Prisma der Welt
Französische Literatur auf
dem Weg in die Moderne
3. Andre Malraux
Nachrichten
Guillaume Costeley:
„Allons gay, bergeres“
Es singt das Deller Consort
Tanzend werden Alice und Ellen Kess-
ler neue Modelle der Pariser Mode-
häuser vorführen. Sie sind in der Sen-
dung „Mode und Musik“ um 20.15 Uhr
im Ersten Programm zu sehen
Englisch
Toutou. 18.25
19.45 Zeit im
21.00
Fernsehspiel von | Schweikart, 22.25
Tagesschau
17.45
17.50
18.15
2.PROGRAMM
Nachrichten und Wetterbericht
Drehscheibe — Magazin zum Feierabend
Alles unter einem Dach
„Die Kriegslist“
Von Claude Choublon und J. C. Tacchella
TACAUBE: canon ageraeinieieee Daniel Ceccaldi
EBther 20: une ng dan ag Claire Maurier
Honorine ....escreren0: Madeleine Clervanne
Claudie ..... . Christine Simon
Pascal =. user Jacques Balantin
Regie: Joseph Drimal
1850 Die Globetrotter
„Kein Spaß mit Bären“
Von Radu Anagnoste, Claude Boissol und
Jacques Remy
PietTe ı.sorcuneennne ren nn nenn Yves Renier
BOD sauna Edward Meeks
Von Edinburgh kommend, landen Bob und
Pierre in Bukarest. Dort treffen sie Nancy
wieder, die amerikanische Millionärstoch-
ter, die sie in Istanbul kennengelernt
hatten. Das junge Mädchen ist mit sei-
nem Verlobten auf Einladung eines Jagd-
clubs in Rumänien. Bob und Pierre schlie-
ßen sich der Jagdgruppe an... Regie:
Claude Boissol
19.27 Der Wetterbericht
19.30 Heute. Nachrichten, Themen des Tages
20.00 Der Sport-Spiegel
Zur Diskussion: Sport in der Sowjetunion
Gesprächsleitung: Harry Valerien
20.30 Das Prayer Ahenteuer
21.00
21.50
22.20
Heinz Metlitzky berichtet über die Entwick-
lung in der Tschechoslowakei
Wird die Tschechoslowakei der erste
freiheitlich orientierte kommunistische
Staat Europas sein, oder bleibt der Pra-
ger Ausflug in die sozialistische Demokra-
tie nur ein episodenhaftes Abenteuer?
Ein außerordentlicher Parteitag der tsche-
chischen und slowakischen Kommunisten,
der am 9. September beginnt, wird darauf
Antwort geben. Mit der Situation vor
dem Parteikongreß beschäftigt sich der
Bericht
Anschl. Kurznachrichten
Tennis-Schläger und Kanonen
„Schachmatt, Senior Collisi!“
Kriminalfilm von Bill Ballinger
Alexander Scott ....,errreresonneren Bill Cosby
Kelly Robinson Robert Culp
Dean Sherman ...c.cocsseuerenennn Alf Kjellin
Tilde Ulla Stromstedt
Coly Collisi Nehemiah Persoff
(Für Jugendliche nicht geeignet)
Der berüchtigte amerikanische Gangster
Coly Collisi, der aus den USA ausgemwie-
sen murde, hat sich in Rom niedergelas-
sen. Es ist ihm gelungen, einen amerika-
nischen Diplomaten zu erpressen, Scott
und Robinson gelingt es, sich als „Leib-
mache“ bei Collisi anheuern zu lassen...
Foto: Bill Cosby, einer der beiden Haupt-
darsteller, mit seiner Familie. — Die Regie
führt Alf Kjellin
Aspekte — Informationen und Meinun-
gen aus dem Kulturleben
Heute. Wetter, Themen des Tages
OST-PROGRAMM Kanäle 3-6,11 | ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 SCHWEIZ Kanäle 2, 3, 7, 10 LUXEMBURG Kanal 7
9.15 Schulfernsehen. — 18.55 Tages-
schau. 19.00 Die Antenne, 19.25 Ver-
liebt in eine Hexe. 20.00 Tagesschau.
20.20 Abc der modernen Ernährung
(1). Die Nährstoffe. 20.45 Musik. Von
Frank Wedekind. Ein Sittengemälde
in vier Bildern. Inszenierung: Hans
Lesezeichen. 22.30
19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der
Kamera... 19.58 Wettervorhersage.
20.00 Tagesschau. 20.20 Scenes de
menage. Spielfilm mit Marie Daems,
Sophie Desmarets, Frangois P6rier
und Marthe Mercadier. 21.40 Bel-
phegor. Filmserie
FORTSETZUNG VON SEITE 136
eine kleine, dicke Person eifrig
einen Liegestuhl an seine Seite und
ließ sich hineinplumpsen.
„Steht was von den Mördern in
der Zeitung?“ fragte Emma hoff-
nungsvoll.
„Nicht, daß ich wüßte“, sagte er.
Er hatte den Börsenbericht vor sich
und überdies ja auch seine Lese-
brille nicht dabei.
„Vielleicht steht auf den anderen
Seiten was“, sagte Emma.
„Kann sein. Aber zufällig lese
ich nun mal gerade diese Seite.“
Großvater war äußerst ungesellig.
Aber bloße Ungeselligkeit ver-
mochte Emma nicht zu vertreiben.
Sie wippte in ihrem Stuhl gemütlich,
hin und her und rieb sich den rech-
ten Fuß. „Da war doch mal einer,
der hat die Frau in Stücke gehackt
und die Teile...“
Großvater ließ die Zeitung sin-
ken und blickte Emma beträchtlich
angewidert an. „Und da denkt man
immer, Gaylord sei die größte Ka-
tastrophe, die einen alten Mann
heimsuchen kann.“
Emma dachte nach. „Meinst du,
du kannst mich nicht leiden?“ fragte
sie.
„Das ist nicht deine Schuld“, sagte
Großvater. „Das liest an der Un-
vereinbarkeit der Temperamente.“
„Gaylord mag mich auch nicht
besonders“, sagte Emma. „Eine
ganze Menge Leute mögen mich
nicht besonders. Meinst du, das
ändert sich, wenn ich mal groß bin?“
„Das bezweifle ich stark“, sagte
Großvater.
„Ich auch“, sagte Emma. Sie
schaute zu Jocelyn und Jenny hin-
über, die in ein Gespräch vertieft
waren. „Ich glaube, Jenny ist in
Onkel Jocelyn verliebt“, sagte sie.
Großvater war unbeschreiblich
schockiert. „Sei nicht albern, Kind.
Sie ist seine Nichte.“
„Nichten und Onkels können sich
doch verlieben, oder nicht?“
„Ganz gewiß nicht.“
„Na, ich finde aber, es sieht so
aus“, sagte Emma. Sie stand auf
und machte sich auf die Suche nach
Gaylord.
Oase fand Großvater
auch, daß es so aussah. Er würde
Jocelyn gehörig die Meinung sagen.
Jocelyn war nie fähig gewesen, über
seine eigene Nasenspitze hinaus-
zusehen...
Doch Jocelyn war sehr wohl im-
stande, darüber hinauszusehen. Vor
seiner Nase lag nämlich ein sehr
hübsches Mädchen in einem verfüh-
rerischen Bikini. Ein hübsches Mäd-
chen, dessen sonst so trauriges,
nachdenkliches Gesicht nun auf-
blühte und mit der Sonne um die
Wette lachte. Ein. hübsches Mäd-
chen, das obendrein genau die rich-
tigen Dinge zu sagen wußte.
„Um ein Schriftsteller zu sein,
mußt du doch ein großes Einfüh-
lungsvermögen haben“, sagte sie
soeben. „Sicher fühlst du alles in-
tensiver als andere Menschen.“
„Das glaube ich nicht“, sagte er
und lächelte ihr zu. „Ich glaube, ich
fühle überhaupt nicht viel. Ich bin
kalt wie ein Fisch, Jenny.“
„Das glaube ich dir nicht“, sagte
Jenny.
Großvater und Emma waren
nicht die einzigen, die sie beobach-
teten. May dachte: Ich werde die
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16.40
16.45
17.05
18.00
20.00
20.15
21.05
22.20
22.40
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15.30 Die Umschau. 16,00 Musik aus
Indien. 16,30 Theo Doll. 17.00 Nach-
richten. 17.05 Der Himmel ist ohne
Gitter.
Treffpunkt
Kamera. 20.00 Rote Bergsteiger. 20.25
21.30 Sozialismus und Talente. 22.00
Aktuelle Kamera
1. PROGRAMM
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch, Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10.00 Tagesschau. 10.20 Carl Schurz. Revolutionär und
Staatsmann
von Hans Wiese. Mit Udo Vioff, Christian Rode, Man-
ired Heidmann u. a. Regie: Rudolf Nussgruber. 11.50
Prozessieren. Jugoslawischer Kurzfilm von Dragoslav
Lazic. 12.00 Das aktuelle Magazin
in zwei Kontinenten. Dokumentarspiel
Tagesschau (außer Bayern)
Bilder aus Taiwan
Der-aus-dem-Dschungel-kam
Fernsehspiel von Herbert Plate
A
In Indien spielt dieses Stück. Es zeigt,
welche Probleme die aufgeklärten Vertre-
ter einer neuen Lebensform bei ihrem
Kampf gegen tief verwurzelte Vorurteile
in der dörflichen Welt haben. Zwei Ver-
treter der fortschrittlichen Denkweise,
„Der-aus-dem-Dschungel-kam“ und der
Pandit Shergang, bemühen sich um die
Aufklärung der Bauern in einem indi-
schen Dorf, Gegen sie arbeitet eine kon-
servative Gruppe von Besitzenden, die
bisher alle Macht im Dorf besaß und die
Bauern ausbeutete... Hier ein Szenen-
bild mit Ingeborg Rinke und Gundolf
Willer
Tagesschau (außer Bayern)
Tagesschau und Wetterbericht
Neue Stadt an der Oder
Stalinstadt — Eisenhüttenstadt
Ein Beitrag von Jost von Morr
Aus der Reihe „Ost und West“
Spiel ohne Grenzen
Das internationale Städteturnier zwischen
Belgien, Frankreich, Großbritannien, Ita-
Jien, der Schweiz und Deutschland
6. Runde in Schwäbisch Hall/Deutschland
Spielleiter: Camillo Felgen
Regie: Günther Hassert
Tagesschau, Kommentar, Wetter
Fortissimo vor Mexiko
Vorbereitung auf die Olympischen Sommer-
spiele
Ein Fernsehteam beobachtete sechs der
aussichtsreichsten deutschen Olvympia-
kämpfer bei ihren Vorbereitungen und
Wettkämpfen in St. Moritz, Hannover,
Münster, Kassel, Lahr und an der Nord-
see: Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bend-
lin, Diskus-Weltrekordlerin Liesel Wester-
mann, die Fünfkämpferin Heide Rosen-
dahl, den Deutschen Meister im Hammer-
werfen, Ume Beyer, und die Mittelstrek-
kenläufer Franz-Josef Kemper und Bodo
Tümmler
17.00 Kasperl
Spielfilm. 18.45 Wetter, 19.00
Leipzig. 19.30 Aktuelle
gendmagazin.
Schwabes Rumpelkammer.
1a|stern
MITTWOCH
REGIONALSENDUNGEN
ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10
11,00 Programm für Schichtarbeiter.
bei der Blumenfee.
17.40 Kleine Zeichenkunde. 18.05 Ju-
18.20
Nachrichten. 18.30 Kultur — aktuell.
19.45 Zeit im Bild. 20.15 Das Bild des
Dorian Gray. Spielfilm. 22.00 X mi-
nus 32, Utopien, Analysen und Pro-
gnosen. 23.00 Zeit im Bild
Bayerisch. Rdf,: 18.30 Gertrud Stra-
nitzki. Kinderkrankheiten. 19.05 Nach-
richten und aktuelle Viertelstunde.
19.25 Abendschau
Hessisch. Rdf.: 18.10 Kaffee mit Mu-
sik. Eine musikalische Unterhaltung.
18.40 Das Sandmännchen (IN FARBE).
Toutou. Die Verstimmung. 18.50 Die
Hessenschau. 19.10 Polizeifunk ruft...
(IN FARBE). 19,50 Heute in Hessen
NDR u. Bremen: 18.05 Berichte vom
Tage. 18.19 Nordschau. 18.53 Sand-
männchen (IN FARBE). Toutou. Die
Verstimmung, 19.00 Berichte vom Tage.
19.26 Katy (IN FARBE). Camping will
gelernt sein
Saarländ. Rdf.: 18.05 Ausgerechnet
Zimmer 13. 18.30 Jugend musiziert.
18.40 Sandmännchen (IN FARBE). 18.45
Sie schreiben mit (IN FARBE). Meiers
machen Camping. 19.20 Prisma. 19.35
Der aktuelle Bericht
SFB: 18.05 Die Abenteuer des Bob
Moran. Verschwörung in Versailles.
18.30 Michel Vaillant. Der Große Preis
von Monaco. 19.05 Sandmännchen.
19.15 Blick in die Presse. 19.23 Wetter-
bericht. 19.25 Abendschau
Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Verliebt in
eine Hexe. Der Millionenauftrag. 18.40
Abendschau Baden-Württemberg
(Mainz: Blick ins Land). 19.10 Sand-
männchen (IN FARBE). Beppo und
Peppi. 19.20 Die Abenteuer der Sea-
spray (IN FARBE). Die Insel des zor-
nigen Gottes. 19.45 Nachrichten
WDR: 18.05 Gesichter und Landschaf-
ten. Lieben Sie Kishon? Besuchszeit
Montag und Donnerstag (Wdhl.). 18.10
Auf dem Weg zum Golf von Siam.
18.25 Guten Abend! 18.30 Hier und
Heute. 19.10 Gefährliche Experimente.
Gefangene der Stratosphäre, 19,40 Von
Göteborg bis Genua, Schmuggel lohnt
nicht mehr
3.PROGRAMM
WDR
19.00 Neuigkeiten und Ankündigungen
19.10 Nachrichten aus Nordrhein-
Westfalen
19.15 Hierzulande — Heutzutage
19.45 Für und Wider
19.50 Für Gastarbeiter aus Spanien
20.00 Tagesschau und Wetterbericht
20.15 Zum Tage — Prisma der Welt
20.30 Der verlorene Frieden
1918-1933
23. Ende der Weimarer Demo-
kratie — Scheitern des Völker-
bundes — Weltwirtschaftskrise
21.00 Nachrichten
21.05 Frederic Chopin: 3. Satz (Largo)
aus der Sonate g-Moll, op. 65,
für Violoncello und Klavier
pi dee a EN
———————————— 0
Hammerwerfer Uwe Beyer aus Kiel —
wird er an den Olympischen Sommer-
spielen in Mexiko teilnehmen und
dort — wie in Tokio — eine Medaille
erkämpfen? (Zur Sendung „Fortissimo
vor Mexiko“, 22.40 Uhr, I. Programm)
Toutou. 18.25
17.00 Kinderstunde:
reise. — Der Wunderspiegel (Wdhl.).
— Kindernachrichten.
Tagesschau. 19.00 Die Antenne. 19,25
Katy. 20.00 Tagesschau. 20.20 Rund-
schau. 21.05 Spiel ohne Grenzen. In-
ternationales Städteturnier. 6. Wett-
kampf in Schwäbisch-Hall. (Deutsch-
land). 22.20 Tagesschau
17.45
17.50
18.15
18.50
19.27
19.30
20.00
21.00
NHLKLLSVATETEIC WR BA
Tobi's Ferien-
— Poly. 18.55
4. September
2.PROGRAMM
Nachrichten und Wetterbericht
Drehscheibe — Magazin zum Feierabend
Lassie — „Der Lockvogel“
Regie: Earl Bellamy
Kein Fall für FBl
„Kurzschluß*
Von Lawrence Mascott
Captain Matt Holbrook
Sergeant Chris Ballard ...
Lieutenant John Russo Tige Andrews
Lieutenant Otto Lindstrom .... Russel Thorson
Lisa-Bonnay . u.wasseun nern Ursula Thiess
Alles ist bis ins einzelne geplant: Im
Schutz der Dunkelheit soll ein Tresor aus-
geraubt werden. Zu diesem Zweck verübt
die Diebesbande einen Anschlag auf das
Elektrizitätswerk, Aber die Verbrecher
haben ihre Rechnung ohne Captain Matt
Holbrook gemacht... Regie: Lewis Allen
Der Wetterbericht
Heute. Nachrichten, Themen des Tages
Welt der Melodie
Musikalische Abendunterhaltung
Mit Shmuel Rodensky, Dany Mann, Ellen Frie-
se, Grit van Hoog, Peter Lagger, Rene Kollo,
Guy Mardel, Helli Pagel und den Herbert Dan-
cers. Conference: Lotti Ohnesorge. Choreogra-
phie: Herbert F. Schubert. Regie: Thomas Land
Anschl. Kurznachrichten
Wo man sich trifft
Fernsehspiel von Bengt Bratt
NER FETTE IS TIER Karin Hübner
Heinz Peter Scholz
Christiane Krüger
ee Paul Neuhaus
Rolf Zacher
Axel Scholtz
Robert Taylor
. Mark Goddard
WELLE u. wen ee Herbert A. Knippenberg
Kellnerin .. Heidrun Kussin
BAHR. rien wenn Peter Schiff
Rentner 4.00.00 000 wen Konrad Thoms
Die Kneipe an der Ecke ist ihr Zufluchts-
ort. Die verschiedenen Stammgäste haben
etwas Gemeinsames: Sie trinken, um ihre
Einsamkeit zu vergessen, sitzen zusam-
men, um vielleicht doch einmal einen
Freund zu geminnen. Dieses Alleinsein
ist es auch, was den 40jährigen Thiel ver-
anlaßt, drei ihm kaum Bekannte am Ende
eines tristen Abends noch in seine Woh-
nung einzuladen: die 30jährige Elsa und
das noch jüngere Pärchen Marion und
Fred. Die Party endet aber nicht so, wie
Thiel es erhoffte... Foto: Karin Hübner
und Christiane Krüger, die älteste Toch-
ter Hardy Krügers. Regie: Thomas Fantl
Heute. Wetter, Themen des Tages
Theater im Gespräch
„Zukunft des Balletts“
Es diskutieren: Professor Boris Blacher, Lothar
Höfgen, Professor Kurt Joos und Horst Koeg-
ler, Diskussionsleitung: Dr. C. H. Drese
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der
Kamera ... 19.58 Wettervorhersage.
20.00 Tagesschau. 20.20 Terreur des
Barbares (Il terrore dei Barbari).
Spielfilm mit S. Reeves, C. Alonso
und G. Rubini. 22.00 Die lustigen
Schiffbrüchigen. Filmserie
FORTSETZUNG VON SEITE 138
junge Dame im Auge behalten müs-
sen. Mir gegenüber ist sie so still
und brav. Aber wenn sie sich mit
Jocelyn unterhält, ist sie wie um-
gewandelt. Und sie weiß genau,
was Männer mögen. Dick aufgetra-
gene Schmeicheleien; bewundernde
Blicke und so viel weibliches Ge-
schütz, daß man damit ein Schlacht-
schiff versenken könnte. Ich wette,
mein alter Jocelyn kommt sich vor
wie eine Mischung aus Dostojewski
und dem schlimmen Lord Byron,
Ein bißchen spitz rief sie: „Könn-
test du vielleicht herüberkommen
und mir helfen, Jenny?“
„Natürlich, Tante May.“ Sie
schenkte Jocelyn ein rasches ver-
stohlenes Lächeln und ging hinüber.
Gaylord tauchte aus den Wellen
auf und sah seine Kusine vor sich
stehen. „Ich bin bis zum Horizont
hinausgeschwommen“, prahlte er.
„Bist du nicht“, sagte Emma. „Ich
hätte dich greifen können, ohne daß
mir die Füße naß geworden wären.“
„Wetten, daß nicht“, sagte Gay-
lord hitzig. Aber er war deprimiert.
Emma hatte leider recht. Er war
nicht bis an den’ Horizont ge-
schwommen. Vorgehabt hatte er es
freilich, aber sein wildes Stram-
peln, das er Schwimmen nannte,
schien den Ozean nicht beeindruckt
zu haben. Es hatte ihn nicht nur
nicht vorwärts gebracht, sondern
nicht einmal über Wasser gehalten.
Das war schon schlimm genug. Aber
daß er es sich auch sagen lassen
mußte, konnte einen rasend ma-
chen. Er sah Emma voller Abscheu
an.
S. gingen den Strand hoch.
„Untergegangen bist du auch“, sagte
Emma.
Gaylord gab keine Antwort. Er
hatte einen finsteren Entschluß ge-
faßt. Wenn er von dem Tag am
Meer noch etwas für sich retten
wollte, mußte er sich Emmas ent-
ledigen und zwar schnellstens.
„Essen kommen“, rief Mummi
forsch.
„Och, Mummi,
fragte Gaylord.
„Ja. Komm schon Liebling. Einer
unser gefiederten Freunde hat schon
Platz genommen.“
Gaylord guckte. Eine Möwe stand
am Rand des Picknickplatzes, wach-
sam, arrogant; kalte Augen muster-
ten die Menschen, das Essen und
die anderen Möwen. Mit gutem
Grund, denn diese Möwe hatte ein
schweres Handikap. Während die
anderen kreisten und herabstießen
und miteinander kämpften, stand
sie ganz allein im Sand. Manchmal
machte sie ein paar ungeschickte
Schritte vorwärts, dann hüpfte sie
wieder zurück. Fliegen konnte sie
nicht. Eine Schwinge hing kraftlos
herab.
Tiefes Mitleid erfüllte Gaylord.
„Die arme Möwe“, sagte er. „Sie
ist verletzt.“ Er nahm ein Stück
Huhn und ging auf sie zu.
„Nicht doch, Gaylord“, sagte
May, nahm ihm das Hühnerbein
ab und gab ihm einen Keks. „Aber
sie mögen Hühnchen“, sagte Gay-
lord.
„Wir
rührt.
„Ich wette, wenn du eine lahme
Möwe wärst, würdest du auch et-
müssen wir?“
auch“, sagte May unge-
Paprika mit Feuer und saftigem Frucht-
fleisch. Gurken, jung, knackig, pikant und
würzig. Chillies-die scharfen, die den
kräftigen Geschmack unterstreichen.
Pe ;
Und Rosenpaprika und Zwiebeln und « De
Gewürze, Gewürze, Gewürze, rg
a
Joy mamam! Fleisch-so appetitanregend gut. . 27
Es gibt keinen besseren ungarischen Salat:
O M AN N „Budapester Salat” von Homann. Und so frisch: h
dafür bürgt die Frische-Box mit der Frischesiegelung. ,
Feinschmecker-Salate aus gutem Hause
DONNERSTAG 5. September
1. PROGRAMM
Über NDR, SFB, Meißner (Hessisch, Rdf.), Kreuzberg/
Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (Bayerisch. Rdf.)
10.00
Tagesschau. 10.20 Der Sport-Spiegel. Zur Dis-
kussion: Sport in der Sowjetunion, Gesprächsleitung:
Harry
Valerien. 10.50 Eine Woche Miro. Ein großer
Künstler bei der Arbeit. Beobachtet von Heinz Dieck-
mann und Erich Berger, 11,35 Die Drehscheibe. Ein
buntes Magazin. 12.00 Das aktuelle Magazin
REGIONALSENDUNGEN
16.40
16.45
17.00
17.25
18.00
20.00
20.15
21.35
22.20
22.40
OST-PROGRAMM Kanäle 3-6,11 | ÖSTERREICH Kanäte 2, 4-8, 10 NLA FACENEIT EEE Be Al)
18,00 Benvenuti in Italia. Italienisch
: 18.20
Nachrichten. 18,30 Sportkaleidoskop.
19.00 Dezernat M (1). Aus den Akten
der Chicagoer Kriminalpolizei. 19.45
17.05 Nachrichten. 17.10 Fernöstliche
Erzählungen (II). 17.35 Musikalische | für
Fantasie. 18.05 Englisch (1). 19.00
Sportmeridiane. 19.25 Wetter. 19.30
Aktuelle Kamera. 20.00 Objekliv.
Tagesschau (außer Bayern)
Patrik und Putrik
Beim Silberschmied (Kinderstunde)
Mein Freund - der Biber
Filmbericht (Kinderstunde)
Wir zeichnen mit Harald Isenstein
Der in Dänemark lebende Bildhauer Ha-
rald Isenstein zeigt einer Schülergruppe,
wie man ein Stilleben zeichnet, das aus
Obst, einer Flasche und Zigarrenkisten
besteht
Tagesschau (außer Bayern)
Tagesschau und Wetterbericht
Sahina Englender
Fernsehfilm von Franz Geiger
Sabina Englender Karin Anselm
Manfred Seitz 1... cn. Peter Roggisch
Kurt Englender ............ Helmut Wöstmann
Frau Dr. Becker Inge Huber
Dr. Werner Peter Oehme
Professor Dr. Schwarz Nestor Xaidis
Nachtschwester Brigitte Dryander
Frau Brannekämper ......2222.- Grete Schaun
Polizeimeister Ott ............ Lothar Rollauer
Polizist Günther Leon Rainer
SEKrelärN u... ua aan Ursula Köppen
Ein Herr im Flugzeug .... Karl-Heinz Vosgerau
Tankwart eins ananiena sn an wars Ernst Specht
Das Fernsehspiel schildert das gestörte
Verhältnis menschlicher Beziehungen zwi-
schen Deutschen und Juden. Als Tochter
jüdischer Auswanderer kommt Sabine
Englender aus Kanada in die Bundes-
republik. Auf journalistischen Streifzügen
durch die ehemalige Heimat ihrer Eltern
lernt sie den jungen Architekten Manfred
Seitz kennen und lieben. Eines Nachts
gerät sie versehentlich in die Maschinerie
des Behördenapparates, wird als Rausch-
giftsüchtige verdächtigt und zur Beobach-
tung in eine Heil- und Pflegeanstalt ein-
gewiesen. Als sich herausstellt, daß Sa-
bina Jüdin ist, verlieren alle in den Fall
verwickelten Personen ihre Selbstsicher-
heit... Foto: Karin Anselm als Sabina
Englender. Regie führt Rainer Wolffhardt
Zwischengeneration
Vier Lebensläufe aus Prag
Eine Sendung von Gottfried Kludas
Regie: Norbert Schultze jun.
Tagesschau, Kommentar, Wetter
3. Internationales
Olympia-Abschieds-Sportfest
Aufzeichnung vom Leichtathletik-Sportfest
in Ludwigshafen
Anfänger,
Bayerisch. Rdf.: 18.30 Treffpunkt Wa-
shington (IN FARBE). Bilder aus der
amerikanischen Hauptstadt. 19.05 Nach-
richten und aktuelle Viertelstunde.
19.25 Abendschau
Hessisch. Rdf.: 18.10 Wells Fargo. Der
weibliche Drache, 18.40 Das Sand-
wmännchen. Geschichten aus dem Mär-
chenwald. Der gute, böse Wolf, 18.50
Die Hessenschau. 19.10 Wiese, Wald
und Wanderlust. Eine musikalische Un-
terhaltung. 19.50 Heute in Hessen
NDR u. Bremen: 13.05 Berichte vom
Tage. 18.19 Nordschau, Abenteuer un-
ter Aufsicht. Versuch einer Liebes-
erklärung an die Passagierschiffahrt.
18.53 Sandmännchen. Märchenwald.
Der gute, böse Wolf. 19.00 Berichte
vom Tage. 19.26 Sag’ die Wahrheit!
Ratespiel
Saarländ, Rdf.: 18.05 Das Gasthaus
zum Einhorn. Die Überraschung. 18.30
Stars von morgen? 18.40 Sandmänn-
chen. 18.45 Novellen aus aller Welt.
Amor A la carte. 19.20 Prisma. 19.35
Der aktuelle Bericht
SFB: 18.05 CF-RCK. Der Fotowettbe-
werb. 18.30 Streifzug durch Australien.
Mit Eingeborenen unterwegs. 19.05
Sandmännchen. 19.15 Blick in die
Presse. 19.23 Wetterbericht. 19.25
Abendschau
Südd. Rdf. u. SWF: 18.05 Kentucky
Jones. Die neue Wirtschafterin (Wdhl.).
18,40 Abendschau Baden-Württemberg
(Mainz: Blick ins Land), 19.10 Sand-
männchen, Klecksi, der Tintenfisch.
19.20 Die 6 Siebeng’scheiten. Ein Schü-
lerwettstreit. 19.54 Nachrichten
WDR: 18.05 Wir im Scheinwerfer (IN
. ARBE). Der gute Ton. 18.20 Von
Babylon bis Übermorgen (IN FARBE).
Das Betthupferl, Es war einmal ...
das Teufelchen Tunichtgut. 18.25 Guten
Abend! 18.30 Hier und Heute. 19.10
Schauplatz Europa (IN FARBE). No-
vellen aus aller Welt. Die Ehre des
Herrn Morin. 19.40 Dr. Kildare (IN
FARBE). Väter und Töchter
3. PROGRAMM
WDR .
Neuigkeiten und Ankündigungen
Nachrichten aus Nordrhein-
Westfalen
Hierzulande — Heutzutage
Für und Wider
Für Gastarbeiter aus der Türkei
Tagesschau und Wetterbericht
Zum Tage — Prisma der Welt
Vincent van Gogh —
Paul Gauguin
Zwei Filme von Alain Resnais
und Gaston Diehl
Nachrichten
Zum 85. Todestag von Iwan Tur-
genjew (9. 11. 1818 — 3. 9. 1883)
liest Otto Rouvel aus den „Auf-
zeichnungen eines Jägers“
19.00
19.10
19.15
19.45
19.50
20.00
20.15
20.30
21.00
21.05
;
„Zwischengeneration“ heißt die Sen-
dung um 21.35 Uhr im I. Programm, in
der vier tschechoslowakische Kommu-
nisten, Absolventen der Prager Karls-
Universität (Foto: die Schriftsteller Ci-
vany und Straka) aus ihrem Leben er-
zählen. Sie erlebten die Oktoberrevo-
lution als Fünfjährige und wurden
Kommunisten aus Protest gegen eine
bürgerliche Gesellschaft, in der sie nur
die Chance hatten, in das arbeitslose
akademische Proletariat eingereiht zu
werden. Hitler vertrieb sie in die in-
nere und äußere Emigration und ins
Konzentrationslager. Der Nationalsozia-
lismus bestätigte die Richtigkeit ihrer
kommunistischen Weltanschauung, der
Stalinismus zerstörte ihre Ideale. Heu-
te gehören sie zum Establishment und
sind dennoch bereit, sich selbst in
Frage zu stellen
Toutou. 18.25
(IN FARBE).
20.35 Exkursion auf 5 Kontinenten. | Zeit im Bild. 20.00 Der goldene | mit Vico Torriani,
Auf den Falkland-Inseln, 21.05 War- | Schuß, Internationale Show mit Vico
schauer Konzert, Schauspiel. 22.35 | Torriani. 21.35 Zeit im Bild. 21.45 | der Ostseehalle
Aktuelle Kamera
12]stern
Liebe 1962. Spielfilm
in Kiel.
2.PROGRAMM
17.45 Nachrichten und Wetterbericht
17.50 Drehscheibe — Magazin zum Feierabend
18.15
18.50
19.27
19.30
21.40
17.00 Le cing ä six des jeunes. 18,55
Tagesschau. 19.00 Die Antenne. 19.25
Graf Yoster gibt sich die Ehre. 20.00
Tagesschau. 20.15 Der goldene Schuß
Internationale Show
Stars und Schüt-
zen am Bildschirm, Übertragung aus
21.35 Ka-
mera und Leinwand. 22.15 Tagesschau
In der Sendung berichtet Sternkoch Ulrich
Klever wieder „Aus meiner Küche“
Eisenhahndetektiv Matt Clark
„Überfall auf den Pony Express“
Fernsehfilm von Milton M. Raison
Matt @lark wi mern ee Jim Davis
Margaret Jones . . Kristine Miller
Jack Slade Gregg Palmer
In den sechziger Jahren des vergangenen
Jahrhunderts gehörte Jack Slade zu den
gefürchteten Banditen des Mittelwestens.
Immer wieder täuschte er seine Verfol-
ger, mechselte von einem Staat in den
andern und war nicht zu fassen. Eines
Tages gelingt es Jack Slade, den Posten
eines Stationshalters beim Pony Express
zu übernehmen. Jetzt kann er die Post
kontrollieren und feststellen, wann wert-
volle Fracht in einer Postkutsche beför-
dert wird. Von Indianern läßt er die
Kutschen dann überfallen und ausplün-
dern... Regie führt Franklin Adreon
Das kleine Fernsehspiel
Unwahrscheinliche
Geschichten
„Requiem für eine Serie“
Von Richard Matheson
Erzähler
Rod Serling
Gregory West .. Keenan Wynn
Victoria West .. .... Phyllis Kirk
MATT nr aan ara armer Mary La Roche
Regie: Ralph Nelson
Der Wetterbericht
Heute, Nachrichten, Themen des Tages
20.00 Der goldene Schuß
Eine internationale Show mit Vico Torri-
ani, Stars und Schützen am Bildschirm
Mit Lisa della Casa, „The Flirtations*, Boyd
Bachmann, Herbert F, Schubert und Tanya aus
Las Vegas, dem Orchester Max Greger und den
Golden Dancers. Regie: Kurt Ulrich
Zu den Stars der Sendung — einer öffent-
lichen Veranstaltung aus der Ostseehalle
in Kiel — gehören „The Flirtations“ (oben)
und der frühere Rock'n Roll-Sänger Tom-
my Steele. Die Fotos zeigen ihn in der
Musical-Verfilmung „Half a Sixpence“,
die am 6, September in 27 Städten der
Bundesrepublik Premiere hat
Anschl. Kurznachrichten
Journalisten fragen —
Politiker antworten
22.40 Heute. Wetter, Themen des Tages
LUXEMBURG Kanal 7
19.45 Zeichentrickfilm. 19.53 Vor der
Kamera .., 19.58 Wettervorhersage.
29.00 Tagesschau. 20.20 Agent secret
F.X. 18 casse iout. Spielfilm mit
Gil Delamare, Ro-
21.50
Zigeunerin‘.
und John
Richard Wyler,
bert Manuel und Jany Clair.
Wunschtheater:
Mit Leonore
Fostini
„Die
Shanwise
Änderungen vorbehalten
FORTSETZUNG VON SEITE 140
was Besseres als Kekse haben wol-
len“, sagte er hitzig.
„Ach, ich weiß nicht recht“, sagte
May. „Die sind nicht so verwöhnt,
glaub mir.“
Gaylord kam da nicht ganz mit.
Aber es hatte auch keinen Sinn zu
streiten. „Hier, kleine Möwe“, sagte
er freundlich und warf ihr den Keks
hin. Die Möwe hüpfte darauf zu,
doch ehe sie ihr Futter erreicht hat-
te, war eine Möwe herabgeschos-
sen und schnappte es ihr fort. Gay-
lord war wütend. Er nahm noch
einen Keks, aber diesmal ließ er
ihn auf der ausgestreckten Hand
liegen.
Die Möwe sah Gaylord an, mit
einem kühl abschätzenden Blick.
Schließlich hing ihr Leben von der
richtigen Einschätzung einer Lage
ab. Sie kam ein wenig näher, blieb
stehen, starrte ihn wieder an.
Dann machte sie einen Hüpfer vor-
wärts. Für den Bruchteil einer Se-
kunde berührte der gierige Schnabel
mit dem orangefarbenen Fleck fast
Gaylords Hand. Dann war die
Hand leer, und der Vogel würgte in
sicherer Entfernung den Keks hin-
unter. Jocelyn sagte: „Sie machen
immer den Eindruck, als ob sie an
chronischen Verdauungsbeschwer-
den litten. Kein Wunder, wenn man
sieht, wie sie ihr Essen hinunter-
schlingen.“
Doch Gaylord war hingerissen.
„Hast du das gesehen, Mummi? Sie
hat mir’s direkt aus der Hand ge-
fressen.“
Er hielt der Möwe noch einen
Keks hin. Der Vogel nahm ihn,
verschlang ihn und starrte Gaylord,
begierig auf mehr, an.
Gaylord war restlos glücklich und
ganz vertieft in seine Beschäfti-
gung. Merkwürdig, dachte May, wie
so ein kleiner Junge mühelos zu
Tieren Kontakt findet. Sogar zu
diesem wilden, arroganten Ge-
schöpf von Wasser und Wind.
Sie drehte sich um und wollte
Jocelyn etwas sagen. Aber sie
schwieg. Sie hatte Davids Miene
gesehen.
Davids Augen ruhten starr auf
dem glücklichen Gaylord. Und in
seinen Augen lag ein Ausdruck,
den sie nicht deuten konnte. Ein
langer brütender Blick. Wenn es
nicht so absurd gewesen wäre,
wenn David nicht zur Familie ge-
hört hätte, wenn er nicht Gaylords
Vetter gewesen wäre, wenn...
dann hätte es nur ein Wort ge-
geben, mit dem sie diesen Blick
hätte beschreiben mögen. Das Wort
hieß Haß.
Aber es war zu absurd. Welchen
plausiblen Grund hätte David denn
haben können, seinen kleinen Vet-
ter nicht zu mögen, geschweige
denn, ihn zu hassen? Soweit May
wußte, hatten die beiden sich bis-
her kaum miteinander beschäf-
tigt, denn die zehn Jahre, die sie
trennten, waren schwerer zu über-
brücken als jeder Abstand zwischen
anderen Altersgruppen. Nein, das
bildete sie sich bestimmt nur ein.
Vielleicht hatte ihr Schwiegervater
recht, sie war heute wirklich ein
bißchen nervös,
Im nächsten STERN:
Eine grausige Entdeckung
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